Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

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Louis
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Louis on 05/11/2017 02:01 PM

Ich schaute zu Ragnar, der mir einen sehr misstrauischen Blick zuwarf. Anscheinend glaubte er mir nicht so recht, dass auch ich mal Schwierigkeiten hatte, jemanden anzusprechen. 
Das war zugegeben auch sehr selten der Fall. Ich wusste wer ich war und ich wusste, was ich wollte. Also warum sollte ich Angst haben jemanden anzusprechen?
Aber hier ging es ja auch nicht um irgendwen...
"Es kommt durchaus mal vor", erklärte ich vage, weil das noch am nähesten an die Wahrheit kam, ohne Ragnar zu demotivieren.
Als er mich fragte, wen ich nicht ansprechen konnte, wusste ich einen Moment nicht, ob ich antworten sollte oder nicht. Er bestand schließlich auf keine Antwort und mir fiel nicht so schnell eine ein.
Denn meine Ex-Freundin hatte ich ja angesprochen. Nur war ich zu diesem Zeitpunkt nicht in sie verliebt gewesen. Manchmal fragte ich mich sogar, ob ich überhaupt in sie verliebt gewesen war.
"Ist schon ok", sagte ich, "Momentan gibt es bei mir niemanden. Ich bin nicht verliebt."
Seltsamerweise fühlten sich die Worte nicht richtig an, als ich sie aussprach. Aber gelogen hatte ich ja nicht.

Als Ragnar immer röter wurde und sich näher zu mir beugte, war ich mir sicher, dass er jetzt etwas konkreter werden würde. Und ich war ziemlich neugierig. Vielleicht kannte ich das Mädchen ja sogar.
Doch dann überraschte er mich, damit dass er von einem Jungen sprach. Ich war zugegeben ein wenig überrumpelt, aber ich fing mich ziemlich schnell wieder. Meiner Meinung nach sollte doch jeder lieben und gut finden wen er wollte.
Ich konnte gar nicht anders als den Jungen vor mir grinsend anzusehen, als er richtig anfing zu schwärmen und sein Kopf dabei langsam aussah wie eine überreife Tomate. 
"Oh hmmm, da hatte ich wohl das Glück, dass sie es zu mir gesagt hat", erklärte ich entschuldigend, weil ich immer noch nicht wusste wie ich ihm bei seinem Problem weiterhelfen konnte.
"Vielleicht", meinte ich nachdenklich, "könntest du ja auch einfach einen Brief schreiben." 
Ich konnte ja nicht einschätzen, ob Ragnars Angebeteter mit sowas etwas anfangen konnte. Aber für Ragnar wäre es vermutlich der angenehmste Weg. "Oder denkst du, das würde ihm nicht gefallen? Wie heißt er überhaupt?"


(das könnte eine sehr seltsame, aber interessante Freundschaft werden xD Louis braucht eh noch jemanden, dem er seine Gefühle anvertrauen kann.)

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Ragnar
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Ragnar on 05/16/2017 01:16 PM

Es war irgendwie komisch Louis so zu sehen. Vielleicht wäre es einer genauso sprachlich begabten Person gar nicht aufgefallen, aber ich war nicht der größte Redner... und merkte, dass er etwas wortkarger wurde wenn wir über ihn und die Liebe sprachen. Sofort fragte ich mich reumütig ob ich etwas Falsches gesagt hatte. Aber an sich machte ich mir einfach nur ein bisschen Sorgen. Louis war für mich der Inbegriff von Selbstwertgefühl und Offenheit. Zu denken er könnte vielleicht selbst irgendwen brauchen, der ihm ein wenig hilft war seltsam, irgendwie unnatürlich. Aber warum nicht? 
"Wirklich?", fragte ich deswegen ganz vorsichtig und musterte nochmal sein Gesicht, das irgendwie nicht so richtig glaubwürdig aussah. "Du... ich will nicht sagen du lügst. Aber da ist eine Zweifel in deine Gesicht.... oder..? Ein... wie heißt..... ein... ein Schwarm?"
Und das war wohl schon das Mutigste was ich in diesem Bezug zu Stande brachte. Auch wenn ich Schwarm immer noch mehr mit Vögeln in Verbindung brachte. Oder Bienen. Nur eben nicht mit Menschen. 

Seine Überraschung führte ich einfach mal auf mein wildes Gequassel zurück und würde noch röter um die verdammte Nase. Dass es daran liegen könnte, dass ich von einem Jungen sprach? Völlig abwegig für mich. Ich hatte zwar vor Freddy keine Ahnung gehabt was genau ich denn jetzt war, heute immer noch nicht so richtig, aber ich war damit groß gezogen worden, dass es keine Rolle spielte. Die LIebe spielte eine Rolle. Sonst nichts. 
"Freddy. Freddy Warrington.", gab ich leise zu und konnte nicht verrhindern, dass sich ein strahlendes Lächeln auf meine Lippen legte. Das passierte immer... auch wenn ich versuchte es nicht zu tun. "Er war hier bis letzte Jahr, jetzt er fährt diese Bus das Magier durch das Land bringt. Fahrende... Fahrende Ritter, glaube ich. Ich... ich.... sehe nie."
Dass ich mich dort beworben hatte sagte ich nicht, das wäre dann doch zu peinlich gewesen. Nervös nestelte ich an einer Schramme in der Tischplatte herum... und lachte leise.
"Ich bin nicht gut mit Worte. Ich schreibe Unsinn. Immer wenn ich reden oder schreiben, ich weiß Leute warten darauf, dass ich etwas sage das klingt wie meine.... na ja, wie meine Vater. Onzinnig, ich kenne nichtmal, ik weet, aber diese Wissen ist immer da drin."
Damit tippte ich mir an den Kopf und lächelte schief. Es war so unglaublich dumm... aber ich sah es den Leuten an, wenn sie mich anschauten. Freddy hatte es nie gestört wer ich war. Er war muggelstämmig, hatte sich angehört wie es ist und mich umarmt. Es war ihm egal. Trotzdem rührte diese Unsicherheit immer mit. "Es ist ein dumme Gedanke, oder..?", versicherte ich mich noch einmal bei Louis. "Du bist eine von die guten Seite und du redest mit ein Greyback über.... solches Sachen und du machst keine Kopf. Es ist dumm."


(Ich find sie ja irgendwie sweet XDD Und über Gefühle von ANDEREN redet Rag gern XD Das kann er gut! XD) 

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Louis
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Louis on 05/21/2017 12:58 AM

Es war irgendwie seltsam - und sprach auch nur wieder für meinen angeknacksten Geisteszustand in letzter Zeit, dass ich mich nicht darüber ärgerte, dass Ragnar nachhakte und andeutete, dass ich doch Gefühle für jemanden empfand.
Ganz plötzlich verspürte ich sogar das Gefühl mir meine momentane Verwirrung von der Seele zu reden. Und das auch noch bei einem Greyback, verrückter konnte es doch gar nicht mehr werden...
"Nein, kein Schwarm", meinte ich, "Es ist vielmehr momentan einfach total seltsam zwischen mir und meiner besten Freundin. Keine Ahnung..." 
Plötzlich wäre es mir doch lieber gewesen, nichts gesagt zu haben. Jetzt wo ich die Sache mit Cat angesprochen hatte, wirkte sie auf mich so real. Wirklich wie etwas mit dem ich mich beschäftigen und auseinandersetzen musste.

"Oh ja, ich glaub an Freddy erinnere ich mich sogar noch. In welchem Haus war er nochmal?", fragte ich und wollte Ragnar dazu bringen, ein wenig befreiter zu sprechen. Es schien mir ganz so, als würde er gerne über denjenigen sprechen, der es ihm so angetan hatte. Seine Augen funkelten richtig.
"Aber bei einem Brief kann dir ja jemand helfen, bei einem Gespräch wird das schon schwieriger", sagte ich, "und glaub mir, du klingst ganz sicher nicht wie dein Vater." Alles was man so über Fenrir Greyback hörte, erschien mir im kompletten Gegensatz zu dem Jungen zu stehen, der hier vor mir saß und unsicher an einer Schramme in der Tischplatte herumnestelte.
"Ja völliger Quatsch", bestätigte ich noch einmal mit Nachdruck und verschwendete keinen Gedanken daran, dass ich es vielleicht auch hätte sensibler ausdrücken können.
"Ich rede einfach mit einem Mitschüler, der mich um Hilfe gebeten hat. Das ist alles", wiegelte ich ab. Ich war zwar nicht übermäßig bescheiden, aber so wie Ragnar begann mich hochzuloben, konnte ich es dann doch nicht dabei belassen.

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Ragnar
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Ragnar on 05/23/2017 03:23 PM

Seltsam. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Louis gerade ein kleines bisschen doch so unsicher war wie ich. Das war schwer vorstellbar wenn man ihn sonst so aus dem Schlafsaal kannte, aber da waren wir auch nie allein. Und man war nie so ganz sich selbst wenn Leute um einen herum schwirrten. Ich hatte kein Problem damit, ich mochte es Menschen um mich zu haben. Die meisten mochten es nur nicht sonderlich mich um sich zu haben. Das war ein Unterschied. Ich wurde nicht darum beneidet ein Weasley zu sein und wenn ich mir das Getuschel einiger Jungs in Erinnerung rief wenn Louis ins Bad ging oder so.... dann war das auch ein Segen, dachte ich. Niemand versuchte sich bei mir einzuschleimen und redete so fieses Zeug wenn ich nicht da war.
Neugierig legte ich den Kopf etwas schief und sah Louis aus diesen treuen, braunen Augen an. 
"Seltsam? Komisch. Ungewohnlich.", sagte ich mir leise vor um einzuordnen wie das sprachlich in diesen Kontext passte. "Wie wenn dich auffällt, sie ist schön. Nicht nur hübsch. Was ist gewesen? Du hast sie gern. Warum jetzt komisch?"

Bestimmt erinnerte er sich an Freddy. Beide waren unheimlich gute Quidditchspieler gewesen, die sich bestimmt das ein oder andere Mal umgeflogen hatten. "Hufflepuff.", sagte ich leise und verschämt und strich wieder über den Schlitz in der Tischplatte. "Freddy.... er was mein erstes Kuss. Weißt du...? Und.... okay, mein einziges Kuss." - Ich musste lachen bevor ich rot anlief, noch schlimmer als vorher. Vielleicht war es dumm sich in den ersten Jungen zu verlieben, den man küsste. Aber was sollte ich machen? "In Sommer ich... mache ein Ausbildung in seine Bus. Ganz in sein Nähe dann."
Eine ganze Weile dachte ich über diese Sache mit dem Brief nach. Ja, Louis hatte Recht, bei einem Brief konnte mir jemand helfen, da gab es nur zwei klitzekleine Probleme: 1. Wer? und 2. Wenn ich es Freddy schon nicht sagen konnte wie sollte ich es dann irgendwem anders gegenüber klar und verständlich machen..?  Bei diesen Aussichten konnte ich einfach nicht anders als sehr schwer zu seufzen - was tatsächlich ein wenig klang wie bei einem alten Bernhardiner. 

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Louis
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Louis on 05/31/2017 11:28 PM

Ich spürte wie die Gedanken in meinem Kopf begannen nervenaufreibend zu kreisen und ihre Fäuste gegen die Innenseite meiner Stirn zu trommeln. Wie so oft in letzter Zeit bekam ich tierische Kopfschmerzen, wenn es um Cat ging.
Doch jetzt wo das Thema schon aufgekommen war, erschien es mir unsinnig und freige, es gleich wieder abzutun. Ich würde es sowieso nicht ganz aus meinem Kopf verbannen können. War es nicht eigentlich immer leichter, wenn man wenigstens bescheid wusste, was los zwar? Selbst wenn einem das nicht gefiel? Das würde sich wohl zeigen müssen...
"Ja komisch irgendwie", bestätigte ich, als Ragnar laut über meine Aussage nachdachte, "Ich weiß ja das Cat hübsch ist, das ist ja nichts neues..." Obwohl mir doch schon irgendwie auffiel, dass es mir inzwischen bewusster war als früher. "Naja wir reden irgendwie anders als früher miteinander... beziehungsweise eigentlich dann doch nicht, es fühlt sich nur anders an..."
Das Ganze verwirrte mich irgendwie und ich fuhr mit angestrengtem Gesichtsausdruck mit der Hand durch mein Haar, während ich mich zurücklehnte und in meinem Stuhl mehr oder weniger nur noch hing wie ein Schluck Wasser. Wann war das Leben nur so kompliziert geworden?

"Achja, er hat auch Quidditch gespielt", antwortete ich grinsend, als ich den ehemaligen Schßüüler wieder einordnen konnte, der es Ragnar so angetan hatte.
"Das klingt doch gut", kommentierte ich leicht amüsiert darüber, wie er von seinem ersten Kuss sprach und davon wo er seine Ausbildung machen würde. Es musste ihn wirklich schwer erwischt haben, wenn er sogar extra wegen Freddy seinen späteren Arbeitsplatz aussuchte.
Als Ragnar auf den Vorschlag mit dem Brief nicht einging, sondern einfach nur seinen Gedanken nachhing, beschloss ich noch einmal nachzuhaken. Irgendwie überkam mich ein Gefühl, dass ich sonst eigentlich nur kannte, wenn es um jüngere Familienmitglieder ging. Vermutlich weil er so gequält seufzte und verloren dreinblickte. Er brauchte eindeutig ein wenig Unterstützung.
"Ich kann dir auch bei dem Brief helfen", bot ich - ziemlich großzügig für meine Verhältnisse - an. Normalerweise kümmerte ich mich lieber um meinen eigenen Kram und höchstens noch den meiner engen Freunde und Familie. Aber ich konnte einfach nicht leugnen, dass ich inzwischen unerwartete Sympathie gegenüber meinem Mitschüler hegte.
Wäre vermutlich ziemlich ungewöhnlich sich mit Ragnar anzufreunden, aber es erschien mir auch gar nicht so abwegig.

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Ragnar
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Ragnar on 06/03/2017 11:33 PM

Während Louis vor mir immer mehr zusammen sackte in seinem Versuch es mir zu erklären musste ich einfach lächeln. Er sollte sich mal keine Sorgen machen, dass es völlig abstrus war und irgendwie peinlich darüber zu reden: Ich saß doch vor ihm. Der Typ, der mit Erreichen der Volljährigkeit in diesem Land immer noch nicht mehr Verständliches zusammen brabbeln konnte als ein Kleinkind. Der Junge, der immer noch rot wurde wenn Mädchen zu große Ausschnitte trugen. Der Depp, der sich in ein Wunderwerk der Lebensfreude verliebt hatte.... nur durch Zusammensitzen. Ostereier finden. Und dem Unvermögen zu fliegen. Alles war gut, Louis Weasley. 
Neugierig stemmte ich das Gesicht in die Hände und hörte ihm zu was er zu seiner Freundin zu sagen hatte. Cat, das war ein ziemlich hübscher Name, und direkt ratterte durch meinen Kopf welche meiner Mitschülerinnen das wohl war? Es klang wie ein Spitzname.
"Anders, okay...", widerholte ich, warum auch immer. Ich neigte zu sowas, das nervte viele Leute, aber ich konnte dann besser darüber nachdenken. "Anders ist kein schlechtes Sache, oder? Anders ist... doch schön wenns ein Liebe ist, ein Gefühl. Du hast sicher immer wohl gefühlt bei dein Cat, als  Freundin. Wenn du noch wohl fühlst warum nicht akzeptieren..?", versuchte ich es ganz vorsichtig. 

"Ja, er hat.", lachte ich einfach heraus und versteckte kurz mein Gesicht hinter den Fingern. "Er ist gut. Er ist... einfach umgefallen als er hat gesehen die Besens von diese Viktor Krum. Einfach... batsch, Ohnmacht gefallen."
Heute musste ich darüber lachen, damals hatte ich mir solche Sorgen gemacht! Ich spürte mein Herz jetzt noch rasen! So fest wie ihn damals hatte ich noch nie jemanden gehalten! Und wie erleichtert ich gewesen war als er mit diesem seligen Gesichtsausdruck wieder aufgewacht war. "Er ist ein sehr besondere Mensch....", meinte ich leise.
Und man hörte schon ziemlich genau heraus, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass er gerade auf einen Brief von mir wartete. Deswegen schüttelte ich auch einfach den Kopf... ganz langsam. Aber ziemlich sicher. Es war unglaublich lieb von Louis und ich hatte ihn ja auch gebeten aber... das konnte ich einfach nicht. Das schaffte ich nicht.
"Danke.", nuschelte ich trotzdem. Und kam mir reichlich dumm vor.
"Auch, dass du gesprochen hast. Mit mir. Darüber, ich meine. Das ist sehr lieb. Du bist netter als..." - ..ich es erwartet hatte. Fail, Ragnar Greyback, fail. Sowas sagte man doch nicht. 

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Louis
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Louis on 06/12/2017 08:12 PM

Es war einfach unglaublich verwirrend, nachdem ich ausgesprochen hatte, was zwischen mir und Cat vor sich ging. Solange ich es noch beiseite geschoben hatte und nichts ausformuliert, war es irgendwie weniger real für mich gewesen.
Klar, das war irrational, wenn man bedachte, dass sich ja nichts dadurch geändert hatte, dass ich nun mit Ragnar darüber sprach... Warum auch immer ich das überhaupt tat...
Ich blickte zu meinem Gegenüber und sah wie Neugier in seinen Augen funkelte. Bei einem anderen Thema hätte mich das vermutlich sogar amüsiert, aber nun hatte ich das ungute Gefühl, dass unser Gespräch einmal auf den Kopf gestellt worden war und nun ich derjenige sein sollte, der sein Herz ausschüttete und um Hilfe bat. Aber so etwas tat ich nicht. Nie. Ich machte so etwas normalerweise mit mir alleine aus.
"Ich bin nicht in Cataleya verliebt", erwiderte ich schnell und etwas rüde, als Ragnar dies erwähnte - vielleicht ein wenig zu schnell, um wirklich ernst genommen werden zu können. 
Ich seufzte und redete dann etwas sanfter weiter, weil ich Ragnar nicht vor den Kopf stoßen wollte. Er war ja nur nett zu mir. 
"Natürlich habe ich mich bei Cat wohlgefühlt, sie ist meine beste Freundin. Aber jetzt ist es einfach seltsam zwischen uns und ich weiß nicht, wie wir damit umgehen sollen."
Ich war ganz sicher NICHT verliebt, aber irgendetwas musste schon anders sein als früher... 
"Du meinst ich soll einfach akzeptieren, dass es jetzt anders zwischen uns geworden ist?", fragte ich etwas zweifelnd. Mein Problem war ja, dass genau das nicht ging. So wie es jetzt war, war es einfach zu... Ja, was eigentlich?
Was war eigentlich das genaue Problem? Das ich mich plötzlich dabei erwischte, wie ich unbewusst begann mit Cat zu flirten?
Dass ich mir mehr Sorgen um sie machte, als es eigentlich für mich üblich war - wenn es nicht gerade um meine Familienmitglieder ging?

"Der Besen von Viktor Krum?", hakte ich neugierig nach. Es schien eine witzige Geschichte zu sein und ich war froh, dass wir inzwischen bei angenehmeren Themen angelangt waren - Themen die nichts mit meinem Gefühlsleben zu tun hatten.
Außerdem war Ragnars Lachen so ein seltenes Geräusch, dass es eindeutig etwas war, was man fördern sollte.
Etwas verwirrt darüber, dass Ragnar erst meine Hilfe haben wollte und nun meinen Vorschlag mit dem Brief ausschlug, blickte ich meinen Mitschüler stirnrunzelnd an. Doch dann zuckte ich nur mit den Schultern. Er musste ja wissen, was er machen wollte und was nicht.
"Schon ok", meinte ich, als Ragnar sich bedankte, auch wenn ich ein wenig über den letzten Satz stolperte, den er nicht ganz zu Ende geführt hatte. Schwangen da wohl so etwas wie Vorurteile mir gegenüber mit? Wenn er mich für einen Arsch gehalten hatte, warum hatte er mich dann bei Merlins Bart um Hilfe gebeten?
Etwas grummelig schwieg ich und überlegte, was ich nun am besten sagte oder ob ich überhaupt noch etwas sagen sollte. Vielleicht könnte ich mich auch einfach aus dem Staub machen...
Andererseits war es ein nettes Gespräch gewesen und es kam nicht sonderlich oft vor, dass ich mit jemandem so offen redete. Es war mein letztes Jahr an der Schule, also auch die letzte Chance hier noch neue Freundschaften zu schließen. 
So wie Ragnar auf mich wirkte - ein wenig wie ein eingeschüchterter Hundewelpe - konnte ich nun doch nicht sauer wegen irgendetwas sein, was er ja noch nicht einmal ausgesprochen hatte.
Einem spontanen Impuls folgend, streckte ich ihm meine Hand entgegen, lächelte und fragte: "Freunde?" Dabei kam ich mir ein wenig vor wie ein kleines Kind, dass auf irgendeinem Spielplatz einen neuen Freund fand, aber ich störte mich nicht groß daran. Warum auch immer groß um den heißen Brei herumreden? Brachte doch auch nichts.

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Ragnar
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Ragnar on 06/24/2017 05:41 PM

Neugierig legte ich den Kopf schief als Louis über sich und diese Cat sprach und versuchte sehr genau die Feinheiten der englischen Sprache richtig zu entschlüsseln. Manchmal hatte ich einfach das Gefühl, dass die meisten Sprachen der Welt von ziemlich geschickten Menschen erfunden worden waren und Niederländisch... na ja..... plötzlich brachial mittenrein schlug. Wir waren irgendwie nicht so kompliziert.... so kam es mir zumindest vor.
"Okay, okay, nicht verliebt, ich verstehe diese!", versuchte ich seine erste Aufregung zu beruhigen und hob schnell dazu die Hände. Mein Blick zuckte kurz zur Tür, weil meine guten Ohren einfach Schritte im Gang gehört hatten, aber sie gingen einfach nur vorbei. Trotzdem funkelte ich beschützend das Holz an und biss unwillkürlich zum Zähnefletschen bereit die Zähne zusammen. Immerhin musste ja nicht jeder wissen was wir hier redeten und Louis erschien mir auch nicht so, als wollte er das in alle Welt posaunen. Warum er es gerade mir sagte war mir eh ein Rätsel, aber das war nunmal ein Geben und Nehmen unter.... Freunden? Ich stutzte. 

"Du hast ein Angst, dass euer Freundschaft kaputt geht wenn du sagst du magst, oder? Ich verstehe diese richtig?", versuchte ich es nochmal und sah Louis fragend an. Mit dem Thema immerhin kannte ich mich ein bisschen aus. Das war überall gleich, in Luxemburg hatte ich so etwas schon mitbekommen.
"Aber wer zwingt, dass du dir grämst? Du kannst... ich weiß, ist ein schweres Sache, aber du kannst Zeit nehmen, oder nicht? Warten ob nur ein Phase ist oder ob dein Gefuhl bleibt wenn du siehst. Bis du sicher bist.", dachte ich einfach laut nach und runzelte ernsthaft die Stirn darüber. Das klang wirklich einfacher als es war. Aber dann wäre Luis zumindest sicher ob er das Risiko wirklich eingehen wollte.

Ich hatte etwas verdammt Dummes gesagt und ich wusste es. Augenblicklich lehnte ich mich auf dem Stuhl zurück und verbarg das Gesicht hinter der Hand, nur einen Moment. Um Louis danach mit sehr schuldbewussten Hundeaugen anzusehen und schief zu lächeln. Es sofort wieder zu lassen und mir den Nasenrücken zu massieren.
"Pardon, ich wollte nicht.... ik meine....", begann ich, hielt dann aber doch erst noch einmal die Klappe, weil nur Unsinn raus kam. Mein Vater hatte mir immer geraten vorsichtig mit den Leuten zu sein, besonders mit denen denen mein Vater Leid gebracht hatte. Und denen, die von ihm profitiert hatten. Ich hatte schon beides erlebt. Und beides war mir furchtbar unangenehm gewesen. "Meisten Zeit ich fürchte etwas zu tun oder sagen was euch weh tut.", gab ich dann ehrlich zu und da konnte ich nicht mehr anders; es floss aus mir heraus wie ein Wasserfall. "Ich bin nicht meine Vater, ich weiß diese, aber ich bin Sohn von meine Vater und du Sohn von deine Vater und ich weiß: Ist nicht leicht mit das Narben zu leben, mein Vater hat deine Vater gegeben, er hat in Gesicht gebissen! Mich hat nur geschnitten, ich kann diese verstecken, aber Schmerzen ist Schmerzen, oder? Und... nicht einfach. Und nicht Anlass zu großes...."
Aber da sagte Louis exakt dieses Wort. Freunde.  
Völlig perplex blinzelte ich die Hand an, die er mir ausstreckte. Und wusste nicht was ich sagen sollte. Louis Weasley bot mir seine Freundschaft an. Nachdem ich so blöd zu ihm gewesen war... ich hatte ihn überfallen, ging ihm mit seinem Mädchen auf den Senkel, brachte nichtmal den Mumm auf den Brief zu schreiben für den er sich so viele Gedanken für mich gemacht hatte und kam ihm dann noch doof auf ihn selbst. Das war..... unglaublich nett.

Sehr unsicher streckte ich meine Hand aus, zögerte.... und schlug dann ein. Irgendwo musste doch ein Anfang gemacht werden, oder? Ein leises Lächeln huschte über meine Züge. "Vriende.", bestätigte ich und musste einfach lachen.  

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Louis
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Louis on 06/30/2017 06:30 PM

Ich war froh, dass Ragnar mir meine empörte Reaktion ließ. Meine Lüge.
"
Also ja irgendwie will ich natürlich nicht, dass unsere Freundschaft kapuut geht. Aber nicht, weil ich ihr sagen will, dass ich sie irgendwie anders mag als vorher...", meinte ich und runzelte die Stirn. Also hatte er mich wohl besser durchschaut, als ich mich selbst bisher.
"Aber warten ist genausp unangenehm wie Trollrotze", meinte ich und lachte bitter. Trotzdem schenkte ich Ragnar ein ehrliches Lächeln, weil er so angestrengt versuchte mich und die Situation zu verstehen. Das war keine Selbstverständlichkeit.
"Aber ja, ich warte wohl einfach ein wenig, bis ich weiß was los ist und was ich als nächstes tun kann."

Man merkte es Ragnar an, wie leid es ihm tat, was er gesagt - bzw fast gesagt hatte. Und auch wenn ich erst ziemlich angepisst war, könnte ich nicht lange wütend sein.
"Schon ok", meinte ich noch etwas grummelig.
Und als würde das bei Ragnar alle Schleusen öffnen, sprudelten die Worte plötzlich aus seinem Mund, wie bei einem Wasserfall. Wer hätte gedacht, dass so ein stiller Mensch wie Ragnar so viel am Stück reden konnte?
"Natürlich bist du nicht dein Vater", kommentierte ich mit gerunzelter Stirn. Ich versuchte möglichst genauso aufmerksam und verständnisvoll zu sein, wie Ragnar es zuvor bei mir gewesen war. Ich hatte darin zwar nur wenig Übung, aber ich wahr ehrgeizig genug, um mich zusammenzureißen und mir MÜhe zu geben.
"Weißt du, mein Vater hält vielleicht nicht viel von deinem, aber er versteckt seine Narben nicht. Ich glaube, er würde es nicht einmal tun, wenn er es könnte. Er macht lieber Witze und konzentriert sich auf andere Dinge. Seine Familie, seine Arbeit...", versuchte ich Ragnar verständlich zu machen. Jeder hatte doch Narben, entscheidend war nur, ob man mit ihnen leben konnte bzw. wie gut.
"Wunden heilen, Schmerzen vergehen", sagte ich die Worte, die ich meine Mutter so oft hatte sagen hören in meinem Leben. Es waren gute Worte und hoffentlich auch die richtigen für Ragnar.

Ich hielt meine Hand Ragnar entgegengestreckt und er zögerte. Ich überlegte sogar einen Moment sie einfach zurückzuziehen und das ganze unkommentiert zu lassen. Doch dann schlug Ragnar ein.
Ich lächelte. "Alles klar, wollen wir zum Gemeinschaftsraum gehen? Oder musst du noch irgendwo anders hin?"
Dann machten wir uns beide auf den Weg aus dem Klassenzimmer.

---- Louis out

(kannst noch antworten oder nicht. wie du magst. aber wenn, dann lese ich es gerne )

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Ragnar
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Re: Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste

from Ragnar on 07/02/2017 10:42 PM

Ich war erst einmal eine ganze Weile still. Hatte das Kinn auf die Hand gestützt und ließ das alles sacken; Louis' Liebesprobleme, die ich wirklich ernst nahm, immerhin wusste ich doch wie schwer es war. Seine Worte über meinen und seinen Vater und... Narben. Unbewusst strich ich mir über meine drei hässlichen, verwachsenen Narben auf der linken Brust - natürlich über dem Pullover - die mit mir gewachsen waren seit ich ein Baby gewesen war. Die in der Umkleidekabine und im Sommer die Anderen immer so verschreckt hatten, dass ich nur noch allein duschte und auch nie wieder oberkörperfrei herum lief. Louis' Vater war.... ich hatte Bilder gesehen und ihn, einmal in der Winkelgasse, aus der Ferne. Es war schrecklich... und mir war schlecht davon geworden. Vor Scham und vor Angst. Aber sie hatten damit zu leben gelernt, wenn ich es richtig verstand.

Ein bisschen müde hob ich wieder den Blick und lächelte meinen neuen Freund einfach an.
"Du bist ein feine Kerl. Du musst diese jetzt akzeptieren, ja? Sie wird auch erkennen, ich bin sicher. Wenn ihr zusammen gehört, ihr werdet das sehen. Muss keine Hellseher sein für das.", murmelte ich ehrlich und lachte dann etwas über mich selbst. Fest stand aber, dass  ich weiter über Louis und seine Cat nachdenken würde. Vielleicht kam mir ja doch noch ein zündender Gedanke! Was hier heute passiert war, das war es wert mich weiter darum zu sorgen. 
Langsam legte ich den Kopf schief, weil ich mich an etwas erinnerte, wurde aber aus meinen Gedanken gerissen und blinzelte Louis perplex, der schon an der Tür stand. Wie war das denn jetzt gekommen? Hatte ich wieder geträumt?

So schnell ich konnte räumte ich mein Zeug zusammen, schüttelte den Kopf und hastete an seine Seite, nur um doch nochmal inne zu halten.
"Mein Mutter - mein richtiges Mutter - war ein Singer, ein Sängerin. Ich höre ihr Platten, sie singt: Das Leben ist ein Nacht, also blase nie aus die Kerze, das diese erleuchtet.", meinte ich und fühlte mich wieder als würde ich ganz großen Unsinn reden. Aber dann zuckte ich doch mit den Schultern, immerhin war es jetzt draußen. "Vielleicht ist Cat dein Kerze?"
Und damit hielt ich endlich die Klappe und ging mit einem neugefundenen Freund in den Gemeinschaftsraum. 


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