Kleine Nebengasse

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Jim
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Jim am 17.12.2017 13:28

Nachdem ich fertig war mit meiner sechs Stunden Schicht und es nun ein Uhr Nachts war hatte ich die Bar, in welcher ich arbeitete abgeschlossen. Für gewöhnlich war sie länger geöffnet, jedoch hatte unser Boss uns gesagt, wir sollten schließen und uns keinen genauen Grund dafür genannt. Auch wenn ich hier schon lange arbeitete, hatte ich schon oft verpasst welche Gasse ich entlang laufen musste um aus der Winkelgasse heraus zu kommen. Ganz besonders Nachts war mein Orientierungssinn nicht der Beste. 
Gerade als ich in eine kleine Nebengasse lief, hörte ich einen leises Schrei und ohne zu zögern zuckte ich meinen Zauberstab aus meiner Hosentasche und stand vor einem großen Mann, welcher ein Mädchen bedrängte. "Hey!", rief ich und ging mit großen Schritten auf die ihn zu. Ich konnte sehen wie sich seine Pupillen weiteten und er ein paar Schritte zurücklief. 
Als ich den Zauberspruch sagen wollte, verschwand er und ich stand vor dem Mädchen. "Hey. Alles gut bei dir?", fragte ich sie und konnte sie dank der Lichter in der Gasse ein wenig besser sehen. Ich kannte sie irgendwo her, jedoch war ich mir nicht sicher ob sie mit mir auf Hogwarts gewesen war oder ob sie öfters in der Bar war, in welcher ich arbeitete. "Ich bin Jim", stellte ich mich vor. 

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Camille
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Camille am 17.12.2017 21:05

Camille war an dem heutigen Abend einfach nur müde und genervt, was zum größten Teil an ihrem Job lag. Seit einigen Wochen waren sie unterbelegt auf ihrer Station in St. Mungo's und dies zehrte offensichtlich an den Kräften der jungen Frau. Doch morgen würde sie endlich einen ihrer seltenen heißersehnten freien Tage haben, weshalb sie sich einen Drink in einer Bar in der Winkelgasse gönnen wollte. Doch vorher war die ehemalige Slytherin ausgiebig shoppen gegangen und hatte alle Hände voll mit ihren Einkäufen, welche sie aber geschrumpft und in ihre Handtasche gestopft hat. So schlenderte sie die geräumige Straße entlang auf der Suche nach ihrem heißersehnten Drink und war sich ganz sicher, dass die nächste Bar irgendwo in der Nähe sein musste. Doch sie bog leider eine Straße zu früh ab, was dazu führte, dass sie sich nun in einer kleinen und finsteren Seitenstraße wiederfand. Camille seufzte lautstark auf und schob ihre heutige Verwirrtheit auf den anstrengenden Tag, der hinter ihr lag. Doch kaum als sie wieder kehrt machen wollte, schon rempelte sie jemand von der Seite an und und rannte davon. Mit ihrer Tasche! Das bemerkte sie sofort, weil das Gewicht auf ihrer Schulter plötzlich fehlte. Sofort rannte sie der unheimlichen Gestalt hinterher, die in die Nokturngasse abbog. Sie feuerte auch einige Flüche auf den hinterhältigen Dieb ab, doch in der Dunkelheit litt ihre Zielgenauigkeit auch weil sie so müde war. 
"Bleib stehen du elender Dieb!", schrie sie lautstark als sie ihm hinterherlief. Die Absätze ihrer Schuhe klapperten verdächtig auf den Pflastersteinen und sie wunderte sich, dass sie auf ihren hohen Schuhen noch längst nicht auf die Nase geflogen ist. Gerade als sie um die Ecke laufen wollte, prallte sie an dem Dieb ab, der hinter der Ecke auf sie wartete und sie nun am Arm fest im Griff hatte.
"Lass mich los!", zischte die junge Hexe wütend, aber langsam überkam sie ein ungutes Gefühl, denn keine Menschenseele schien in dieser Ecke der Nokturngasse sein. Doch zu ihrem Glück war sie doch nicht so ganz allein, wie sie vermutete. Denn hinter ihr hörte sie plötzlich eine mänliche Stimme. Auch ihr Dieb erschrack plötzlich und ließ ihren Arm ruckartig los. Diese Gelegenheit nutzte die junge Hexe, um mit ihrem durchaus hohen und dünnen Absatz auf den Fuß des Verbrechers zu treten, der daraufhin kläglich aufheulte und davonrannte, als er bemerkte, dass er dabei war durch den jungen Mann in Grund und Boden geflucht zu werden. Glücklicherweise ließ er bei seinem Fluchtversuch ihre Tasche liegen und die junge Frau beugte sich vor, um diese aufzuheben.
"Hey. Alles gut bei dir?", fragte der Mann und Camille drehte sich langsam in die Richtung der Stimme. Sie war erstaunt darüber, wie groß und breitschultrig der Mann schien und verkniff sich ein Lächeln, als sie darüber nachdachte, ob der Dieb vor seinem Fluch oder vor dem Aussehen des jungen Mannes floh.
"Ja, er wollte anscheinend nur meine Handtasche", sagte die ehemalige Slytherin und wedelte mit ihrem schwarzen Täschchen in der Hand. Der junge Mann kam ihr seltsam bekannt vor, hat sie ihn an der Glanmore gesehen? Oder irgendwann in Hogwarts? Was solls, das war ihr in dem Moment auch herzlich egal. Als er sich mit dem Namen Jim vorstellte hatte Camille Bedenken darüber, ihren Namen preiszugeben, aber schließlich war er ihr Retter in Not gewesen, egal ob es ihr gefiel oder nicht.
"Camille...Lestrange", sagte sie knapp und klopfte sich den imaginären Staub vom Mantel, weil sie sich seine Reaktion zu ihrem Nachnamen gut vorstellen konnte.

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Jim
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Jim am 17.12.2017 21:51

Mit einem Überfall oder sonstigem hatte ich nicht gerechnet und auch noch nicht wirlich oft miterlebt. Im Normalfall waren die Straßen sehr ruhig Nachts in der Winkelgasse und nur ab und an konnte man ein betrunkenes Paar oder Freunde entdecken die versuchten nicht beide den Boden zu küssen. Deswegen war ich auch so überrascht und hatte wahrscheinlich so schnell reagiert als ich den Laut des Mädchens gehört hatte. 
"Nur eine Handtasche?", fragte ich sie überrascht, als sie diese aufhob. "Dann war der Dieb anscheinend nicht der Klügste. Mit einem einfachen Zauber hätte man das auch erledigen können", sagte ich skeptisch, lachte jedoch meinen Gedanken beiseite. Ein Muggel konnte es nicht sein, da wir uns in der Winkelgasse befanden und da er verschwunden war auf magische weise. Wahrscheinlich war der Typ einfach besoffen gewesen, dachte ich mir und musterte das Mädchen vor mir genauer bis sie mir ihren Namen verriet und ich sie langsam dadurch zuordnen konnte. "Eine Lestrange also?", fragte ich sie erst mit erhobenen Augenbrauen, grinste dann jedoch schnell da ich nicht viel von Gerüchten und Geschichten der Lestrange Familie hielt. Ich war mit diesen schließlich auch nicht aufgewachsen da meine Eltern beide Muggel waren und ich bis vor meinem 11 Lebensjahr davon ausgegangen war, dass ich ein normaler Muggel war. "Mein Nachname wird dir nicht viel bringen", sagte ich und grinste sie nur leicht an, da man nicht viel von den Sawyers gehört hatte. Zu mindest nicht in der Zauberwelt. "Gehst du auf die Glanmore? Du kommst mir bekannt vor", fragte ich sie auch schon ohne zu zögern. Ich war ein offener Mensch und hatte keine Scheu Leute nach etwas zu fragen. Wenn es ihr ungenehm wäre, müsste sie auch nicht antworten. Ich bedrängte keinen, auch wenn Camille das natürlich nicht wusste. 
"Also was machst du noch so spät hier Camille?", fragte ich sie als ich mir bewusst wurde, dass es mitten in der Nacht war und man selten Mädchen alleine in den Gassen spazieren sehen konnte um die Zeit. 

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Camille
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Camille am 19.12.2017 23:32

Camille wollte es sich nicht eingestehen, aber ohne den jungen Mann hätte sie wirklich in der Klemme gesteckt. Sie ließ sich üblicherweise nicht gerne helfen, aber Ausnahmen bestätigten bekanntermaßen die Regel. Langsam ließ sie ihren Blick von unten nach oben über den Körper des jungen Mannes, der sich mit Jim vorstellte, gleiten bis sie an seinem Gesicht ankam und in seine Augen blickte. Er schien weder feindselig zu sein, noch irgendwelche komischen Absichten zu haben. Ein ganz normaler Typ eben. Sie biss sich auf ihre Unterlippe, was sie eigentlich immer tat, wenn sie nervös war oder sich in einer unangenehmen Lage befand. Und sie befand sich in der Tat in einer ihr unangenehmen Lage, denn die junge Hexe entschuldigte oder bedankte sich nicht gern, wenn es nicht wirklich nötig war. Doch sie war auch eine Frau von großem Anstand und einer vortrefflichen Erziehung, weshalb sie es doch nicht vermied und auf den Boden schaute als sie sich bedankte.
"Danke...für die Rettung", nuschelte sie, sodass man ihre karge Bedankung nur beim genauen Hinhören vernahm und schaute wieder hoch zu dem wirklich großgewachsenen Mann vor ihr. Doch ihre Dankbarkeit verflog, als sie schnell noch hinterhersagte, dass sie es ja gar nicht nötig hatte gerettet zu werden. Natürlich nicht. Camille Lestrange konnte sehr gut auf sich selbst aufpassen. Zumindest tat sie gerne so, als ob sie es könnte.
"Aber trotzdem danke dafür...", sagte sie und deutete auf ihre leicht ramponierte Tasche.
Als er die Frage laut aussprach wieso jemand wohl nur wegen einer Tasche jemanden ausrauben würde, verdrehte die junge Hexe die Augen. "Männer", murmelte sie und schaute Jim leicht pikiert an.
"Du solltest nie unterschätzen, was in der Tasche einer Frau ist...außerdem ist sie und ihr Inhalt wahrscheinlich wertvoller als all das, was ich derzeitig am Leibe trage", sagte sie mit einem Hauch von Sarkasmus. Denn in ihrer Tasche steckten Einkäufe für mehrere Hundert Galleonen drin und der Verlust dieser hätte Camille mehr als verstimmt. Denn dann müsste sie noch einmal einkaufen gehen und dafür hatte sie nun wirklich keine Lust oder Zeit. Aber sie musste zugeben, dass der Typ viel zu persistent war dafür, dass es sich nur um eine Handtasche handelte. 
"Aber ich schätze du hast recht...der Mann sah nicht gerade aus wie eine Fashion Victim, der das neuste Kleid von Madame Malkins braucht. Mit den passenden Schuhen natürlich", sprach Camille aus und brachte eines ihrer seltenen, hinreißenden Lächeln hervor. Auf die Frage, ob sie auch an der Glanmore studiert hat, nickte sie und beschloss weiter auf die Frage einzugehen,
"Ja, ich habe Heilkunde studiert und bin gerade dabei meinen Abschluss in Psychologie zu machen. Nebenbei arbeite ich in St. Mungos, vielleicht kenne ich dich daher? Du kommst mir seltsam bekannt vor", antwortete sie nachdenklich bevor sie eine weitere Frage von Jim beantworten sollte. Der Gute stellte ganz schön viele Fragen!
"Ich wollte mir gerade einen Drink nach einem anstrengenden Arbeitstag gönnen...und dann kam der Idiot", sie seufzte genervt auf, als sie von dem unbekannten Übeltäter sprach und fragte Jim was er an diesem Abend noch so spät in der Winkelgasse tat.

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Jim
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Jim am 22.12.2017 16:52

Im Normalfall war ich nicht der Held der Menschen half, nicht weil ich es nicht wollte, aber einfach nur, weil es sich nicht ergab und da das mein erstes Mal war, dass ich jemanden geholfen hatte,  wusste ich nicht so Recht, wie man weiter machte. Sollte ich sie nun einfach gehen lassen? Oder weiter mit ihr reden? Camille sah nicht so aus, als stände sie unter Schock. Man konnte merken, dass sie eine starke Persönlichkeit besaß und das gefiel mir. Sie war nicht wie jedes andere Mädchen das angefangen hätte zu weinen oder gleich zum Therapheuten gelaufen wäre wegen dem was geschehen war. 
Es war ihr sichtlich unangenehm, dass ich ihr geholfen hatte, weshalb ich "Kein Problem", antwortete und nichts weiter dazu sagte. Manche Menschen bedankten sich einfach nicht gerne und sie schien einer davon zu sein. "Das sah aber anders aus", lachte ich leise, da es wirklich danach ausgesehen hatte, dass er ihre Handtasche am Ende geklaut hätte. 
Als sie auf den Inhalt ihrer Tasche zu sprechen kam, zog ich meine Augenbrauen in die Luft. "Was hast du denn da drin? Diamante?", sagte ich sarkastisch, da ich es mir nicht vorstellen konnte was so wichtig oder auch teuer war in einer gewöhnlichen Handtasche. Aber ja, wahrscheinlich war es ein Frauending. Schließlich besaß ich keine Handtache und trug all meine Gegenstände die ich brauchte in Hosentaschen oder in der Tasche meines Hemdes umher. So konnte man es mir wenigstens nicht einfach aus der Hand reißen, sondern man musste mich anfassen. Auch wenn mich noch nie jemand versucht hat anzugreifen, musste ich gestehen. Wahrscheinlich lag es an meiner Statur oder weil ich ein Typ war.
"Wahrscheinlich war er einfach gelangweilt und dachte sich ´Warum beute ich nicht diese Lady aus´oder er war einfach ein betrunkener Idiot", sagte ich und schmunzelte, als sie mich so hinreißend anlächelte. Sie war wirklich hübsch, wirkte jedoch schon sehr Erwachsen. Erwachsener als die Studentinnen, die in meinen Kursen waren.
"Vielleicht haben wir uns gesehen. Ich studiere Heilkunde und Flugkunde. Die Gänge sind ja nicht gerade so groß, dass man sich nicht über den Weg läuft. Und ich gehe mal davon aus, dass du auch auf Hogwarts warst", sagte ich da es logisch war, wenn sie auf Glanmore war, das sich schließlich auch irgendwie in Hogwarts befand. 
Auf ihre Frage antwortete ich: "Die Bar, in der ich arbeite hat heute früher geschlossen. Ich habe jetzt also Feierabend." Ab und an war es wirklich hart so lange zu arbeiten, gerade wenn man Montags den Tag darauf wieder studieren musste und man nicht einfach ausschlafen konnte. Jedoch machte mir mein Job wirklich viel Spaß und man lernte viele nette Leute kennen. 

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Camille
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Camille am 22.12.2017 17:54

Camille war tatsächlich keine Person, die schnell aus der Haut fuhr oder panisch wurde. Zumindest äußerlich würde man es der jungen Frau so gut wie nie ansehen, weil sie es gewohnt war ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Tatsächlich war die Begegnung mit dem komischen Mann aber auch nicht wirklich beängstigend oder traumatisch, sie war eher wütend über diesen dämlichen Versuch sie zu überfallen. Nun wusste sie aber nicht so recht, was sie tun sollte. Sie hat sich bedankt, Smalltalk gehalten und nun? Sollte sie einfach davonschwirren und nach Hause gehen oder sich anderweitig mit dem jungen Mann beschäftigen? Sie linste zu ihm rüber und fragte sich was er zu dieser Zeit hier macht. Eigentlich war die Nokturngasse kein Ort für junge Männer, die anscheinend so nett zu sein schienen wie Jim. Dort trieben sich üblicherweise allerlei an komischen Gestalten herum und der junge Mann sah noch lange nicht so komisch aus. Sie schaute an ihm herab und wunderte sich automatisch, ob er entweder muggelstämmig oder ein Halbblut war, weil sein Kleidungsstil Camille eher an Muggel erinnerte als an Zauberer. Nicht, dass man eine Person nur an seiner Kleidung erkennen konnte, doch in den meisten Fällen traf Camille ins Schwarze. Aber sie fand es unhöflich ihn danach zu fragen, weil sie sich ja erst kennengelernt haben, und sie störte sich nicht sonderlich an der Option, dass er einer sein könnte.
Als er auf ihre Entschuldigung hin antwortete, dass es kein Problem wäre, rümpfte sie nur einwenig pikiert die Nase, weil sie einwenig verlegen war. Man sah ihr anscheinend an, dass sie sich nicht gerne entschuldigte. Camille war eine sehr stolze und auch etwas eitle Frau, was sie nicht gerade sympathisch erscheinen ließ und das wusste sie auch. Aber lang gepflegte Laster ließen sich nur schwer umkehren. Sie warf ihm einen spitzen Blick zu, als er lachte, während sie meinte, dass sie eigentlich gar keine Hilfe gebraucht hat.
"Man lacht nicht über eine Frau, die versucht ihr Gesicht zu wahren", murmelte sie leise während sie sich in den Gang setzte. Sie nahm an, dass ihr Jim folgen würde, deshalb antwortete sie ihm beim Laufen.
"Nein Jim, da sind keine Diamanten drin. Und wenn welche drin wären, würde ich es sicherlich keinem anvertrauen. Man sieht ja was dabei passiert", meinte sie belustigt und fuchtelte mit ihrer linken Hand zu ihrer Handtasche herum.
"Schließlich könntest du dann auch versuchen sie mir zu rauben", sie strich sich eine Strähne ihres langen Haars aus dem Gesicht und schaute ihn an, "So wie du aussiehst, hättest du bestimmt genug Kraft, um eine Frau wie mich zu überwältigen", meinte sie spitzbübisch. Natürlich nahm sie nicht an, dass ihr Retter in Not sie nach seiner Rettungsaktion gleich ausrauben würde. Aber da Camille nie sonderlich viel Glück im Leben hatte, würde sie selbst dies nicht überraschen. 
Als die Sprache auf ihre Ausbildung kam nickte sie. Er schien genauso wie sie Heilkunde zu studieren, weshalb es nicht unwahrscheinlich war, dass sie sich begegnet sind. Jedoch war er sicherlich nicht in ihrem Jahrgang. Plötzlich wunderte es sie wie alt der junge Mann eigentlich war, von seiner Statur und seinem Auftreten hätte sie geschätzt, dass sie gleich alt waren.
"Wie alt bist du eigentlich Jim? Du warst nicht in meinem Jahrgang", fragte sie rein aus Interesse.
"Du siehst gar nicht wie der Typ aus, der Heilkunde studiert", fügte sie hinzu und schenkte ihm ein schmales Lächeln. Sie wollte nicht unverschämt vorkommen, zumindest nicht bei ihrem ersten Aufeinandertreffen. Denn Camille hatte durchaus eine spitze Zunge, die sie aber nur vor Leuten zeigte, die sie länger kannte.
"Du arbeitest in einer Bar? Was für ein Zufall. Ich hätte jetzt nur zu gerne einen Drink", meinte sie in einer gespielt traurigen Stimme. Inzwischen überlegte sie sich nämlich den jungen Mann auf einen Drink einzuladen, weil er sie gerettet hat. Sie fragte sich aber, ob das wirklich in Ordnung wäre. Sie wollte nicht ordinär rüberkommen, indem sie ihn fragte, aber auf der anderen Seite war sie schon immer jemand gewesen, dem geschlechterspezifische Rollen egal waren.
"Wie wärs wenn du mir eine andere Bar zeigst und ich lade dich auf einen Drink ein?", sprach Camille in einem unverbindlichen Ton, aber sie wunderte sich, ob er es auch annehmen würde. Sie hatte nichts dagegen gehabt den jungen Mann einzuladen, Geld hatte sie genug. Sie wunderte sich eher, ob sein Ego es zulassen würde. 

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Jim
Gelöschter Benutzer

Re: Kleine Nebengasse

von Jim am 24.12.2017 12:30

Für gewöhnlich musste ich den Leuten nicht danken, aber selbst wenn das der Fall war, hatte ich damit keine Probleme. Okay womöglich wenn mir eine Person half, die ich nicht mochte, jedoch gab es davon nicht viele da ich keine wirklichen Feinde hatte. Ich hatte zu mindest mehr Freunde als Feinde und von meinen Feinden hielt ich mich fern. Ich war nicht der Mensch der jemanden ärgern wollte, auch wenn es ab und an gut tat. Aber dann war es meist nur eine Neckerei.
Ich wusste tatsächlich nicht dass ich gerade in der Nokturngasse war, nur dass ich noch nie wirklich hier gewesen war zuvor, was meinen Orientierungssinn wieder bestätigte. Nachts besaß ich nämlich keinen, auch wenn ich das nicht zugeben würde. Jedoch schien mir der Ort noch düsterer als die ganze Winkelgasse, dachte ich mir als ich mich kurz umschaute. Irgendetwas war anders in dieser Gasse als in der anderen.. aber vielleicht bildete ich mir das auch nur ein und in Wahrheit war ich total übermüdet.
Als Sich Camille in den Gang setzte, blieb ich stehen. Es war wahrscheinlich kalt und ich konnte es mir nicht leisten krank zu sein. Ich musste mich auf mein Studium konzentrieren und da konnte ich mich nicht von einer Krankheit ablenken lassen. "Entschuldigung", sagte ich grinsend, meinte es jedoch nicht ernst. Es war ihr sichtlich unangenehm, aber ich ließ es auch dabei. 
"Wenn es keine Diamanten sind, was ist es dann?", fragte ich sichtlich unbewusst. Ich hatte keine Ahnung was so wertvoll an einer Handtasche war. Vielleicht war es ja die Handtasche ansich, aber damit konnte ein Typ doch nichts anfangen, außer er wollte es dann an seien Freundin oder Frau weitergeben. Nun gut aber dann musste man auch wirklich kein Niveau haben, dachte ich mir dabei. 
Als sie mir ein Kompliment machte, grinste ich breit und antwortete: "Ich könnte dich sicherlich ausrauben. Aber erstens hab ich kein Interesse an einer Handtasche und zweitens bin ich nicht der Typ der jemandem etwas wegnimmt." Natürlich hatte ich als kleines Kind mal etwas einem anderen weggenommen, aber das war auch schließlich als ich noch kleiner war. Seither hatte ich nie etwas geklaut oder auch nur darüber nachgedacht. 
Als sie mich nach meinem Alter fragte, schmunzelte ich kurz, ehe ich es ihr einfach sagte: "20. Und du?"
"Ach nein? Wie sehe ich dann aus?", fragte ich sie und zog neugierig meine Augenbrauen nach oben. Jetzt war ich aber gespannt. Okay gut.. ich sah nicht aus wie ein Streber, dennoch interessierte es mich was sie von mir dachte. 
Ich lachte leise bei ihrem Angebot und nickte: "Okay warum nicht. Aber ich zahle meinen eigenen Drink." Es gehörte sich meiner Meinung nach nicht, dass ein Mädchen einem Jungen einen Drink ausgab. Das war dann doch eher mein Job, dachte ich mir und wartete, bis sie wieder aufgestanden war, um mit ihr in eine andere Bar zu gehen.

[wenn man nicht mehr online ist... CUT]

Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.02.2018 10:23.
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