Eine Straße

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Evan
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Eine Straße

from Evan on 03/02/2018 10:36 PM

[ich hoffe, das ist okay, dass/wie ich das Thema hier eröffne]

[Das Play vom Storyteller, Emma. und Evan]

Obwohl es eigentlich nur ein etwas kühler Tag gewesen war, hatte der Wind zugenommen, was den Abend um so kühler und eisiger wirken ließ. Vor allem auf den Brücken und in den offnenen Straßen hatte ich das Gefühl, mir würde sogar die dünne Schicht Flüssigkeit in meinen Augen gefrieren. Daher zog ich meinen Schal etwas weiter nach obens in Gesicht und die Mütze etwas weiter herunter, zog mir die Kapuze über den Kopf und steckte die Hände in die Tasche meines pechschwarzen Mantels. An sich liebte ich Winter, die Kühle und die Dunkelheit. Aber in den letzten Tagen hatte ich so viel arbeiten müssen, dass ich kaum richtig geschlafen hatte, was mich ziemlich anfällig machte, vor allem für die Kälte. Für mich eine Seltenheit, aber ich musste zugeben, dass mir kalt war. Eiskalt, um genau zu sein.
Wieso war ich dann überhaupt hier draußen? Weil ich heute mal wieder länger arbeiten musste, als eigentlich üblich. Na wenigstens hatte ich keine Nachtschicht gehabt, denn dann hätte ich zu den kalten Morgenstunden aus dem Ministerium hinaus gemusst und durch halb London, um zu meiner Wohnung - natürlich nicht beheizt - zu kommen. Ja, auch wenn mir kalt war, ich hasste Heizungen und Heizungsluft. Da konnte ich nie richtig atmen. Außerdem musste ich die Fenster fast durchgehend offen halten, da ich jetzt durch den Stress der Arbeit noch mehr rauchte als sonst. 
So ging ich, ein wenig froh und erleichtert, dass ich heute zwar länger arbeiten musste, aber doch noch vor Mitternacht zuhause sein würde und mich wahrscheinlich direkt ins Bett schmeißen würde. Morgen hatte ich frei, das hieß ausschlafen. Dann aufstehen, einen warmen Kaffee trinken, eine Rauchen und wahrscheinlich direkt wieder ins Bett. Ich liebte meine freien und faulen Tage.
In Gedanken schon beim morgigen Tag und bedingt durch die aufkommende Müdigkeit, fiel es mir nur schwer, meine Umgebung richtig wahrzunehmen. Es waren nicht mehr viele Menschen unterwegs, und die Muggel in ihren komischen Autos, wie sie sie nannten, schon gar nicht. Diese trügerische Ruhe jedoch nahm ich als viel zu selbstverständlich wahr, denn als ich die nächste Straße kreuzen wollte, bemerkte ich erst im letzten Moment die Lichter eines dieser Vehikel. Nur durch die Reflektion des Wassers in einer Pfütze, die noch in meinem Blickwinkel war, bemerkte ich es. Schnell sah ich auf, blieb stehen und sprang ein Stück zurück Richtung Bürgersteig, bevor es mich erwischen konnte.
Diese gottverdammten Muggel! Soviel ich wusste, durften die gar nicht so schnell fahren! Na warte, die bekamen gleich was von mir zu hören.
Ruhig blieb ich stehen, merkte jedoch, wie sich meine Hand direkt um meinen Zauberstab legte, den ich in der Manteltasche hatte, bereit zum Angriff.

Reply Edited on 03/02/2018 10:52 PM.

.Emma
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Re: Eine Straße

from .Emma on 03/03/2018 08:56 AM

Der Wind ließ meine hellbraunen Haare flattern, ich war eilig unterwegs. In meinen Schuhen war das gar nicht so einfach, bei diese Höhe! Ich klappte meinen blauen Mantel enger zusammen und bereute es insgeheim, dass ich in der Eile nicht noch noch ein Paar Handschuhe und eine Mütze mitgenommen hatte. In Gedanken sah ich mich schon, umringt von Reportern, die alle Fotos und Interviews wollten... Ich schüttelte den Gedanken schnell weg und lief weiter. Vorne sah ich schon das Auto, in dem man mich zu meiner Wohung gebracht hatte, öffnete und stieg ein. Der Chauffeur von vorhin stand am Sraßenrand und unterhielt sich mit ein paar anderen Leuten und schien ärgerlich, als ich den Motor startete. Er fuchtelte nämlich zuiemlich wild herum. Ich warf ihm einen bettelnden Blick zu und fuhr los.
Kurz darauf fuhr das schwarze große Auto recht schnell die Straße entlang. Im Rückspiegel sah ich schon die Reporter, die mich bereits den ganzen Tag verfolgten. Vom Filmset bis zu meiner Wohnung - oh Gott, sie wussten jetzt wo ich wohne?! - und von meiner Wohnung bis jetzt. Echt nervig, diese Menschen. Ein weiterer Blick in den Rückspiegel sagte mir, dass die Reporter weiter hinter mir waren. Da hilft nur die Nummer à la James Bond, dachte ich innerlich. Die nächste große Parklücße war wie geschaffen für mein Vorhaben und so beschleunigte ich und sah, wie der Anstand zu den Reporterautos hinter mir immer kleiner wurde. Dast geschafft, dachte ich mit zusammengebissenen Zähnen und lenkte ruckartig nach rechts in die Parklücke. Die Reporter fuhren ein Auto nach dem Anderen vorbei, wild zu mir gestikulierend. Ich grinste etwas - denn mein Plan war aufgegangen, die Reporter abgehängt. Ich sah aus dem Fenster und entdeckte einen Mann, der sich an die Wand lehnte, die Hand in der Manteltasche und etwas grimmig zu mir sehend. Ich hatte ihn doch nicht etwa angefahren?! schoss es mir etwas panisch durch den Kopf. Rasch stieg ich aus und musste direkt meinen Mantel wieder zuknöpfen, denn der Wind war nun stärker geworden. Ich schlug die Autotür zu und ging dann zu ihm. "Alles okay?" fragte ich vorsichtig aber laut, denn er musste mich durch diesen Wind ja hören. "Hab ich sie irgendwie verletzt?"

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Evan
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Re: Eine Straße

from Evan on 03/03/2018 09:36 AM

Diese verdammten Muggel! Ich hielt meinen Zauberstab weiterhin fest - wer weiß, ob es vielleicht nicht doch ein Hinterhalt war und das war eigentlich gar kein Muggel sondern alles ein abgekartetes Spiel gegen mich? Wieso auch immer man so etwas tun sollte, und mir fiel auch nicht ein, wer so etwas tun sollte, aber heutzutage wusste man nie. Ich musterte die Frau, die aus dem Auto stieg, aufmerksam. Gesehen hatte ich sie schon mal nicht, aber das war kein Grund, jetzt nachlässig zu werden.
Sie begann zu sprechen und erkundigte sich nach meinem Befinden. Als ob sie das wirklich interessierte. Den Menschen waren die anderen doch eh egal. Jetzt würde sie noch danach fragen, in zwei Tagen würde sie sich nicht einmal mehr an den Zwischenfall erinnern. So war das heute mit allem. Dinge und Menschen gerieten schnell in Vergessenheit, man hatte nur seine eigenen Sorgen. Und auch diese Frau würde ihre eigenen Sorgen haben. 
"Ja, alles bestens", sagte ich mürrisch, merkte, dass meine Stimme heiser geworden war, nachdem ich heute auf der Arbeit kaum gesprochen hatte. Unsägliche sprachen, im wahrsten Sinne des Wortes, bei der Arbeit nicht viel. Und ansonsten hatte ich kaum einen, mit dem ich mich groß über etwas unterhalten konnte - wenn mir überhaupt der Sinn danach wäre. Schnell räusperte ich mich, ließ sie dabei aber nicht aus den Augen. "Nein, aber bei Ihrer Fahrweise hätten Sie mich wahrscheinlich direkt ins Grab befördert, wenn Sie mich getroffen hätten."

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.Emma
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Re: Eine Straße

from .Emma on 03/05/2018 10:10 AM

Als ich anfing, mit ihm zu sprechen, verzog der Mann das Gesicht etwas und als er antwortete, kam es bei mir so an, als wolle er mich nur schnell schnell wieder loswerden, alles wäre jetzt egal, hauptsache, ich wäre wieder weg.
Seine Stimme wurde heiser, aber das fiel mir nicht wirklich auf. Auf seine nächste Antwort murmelte ich leise und etwas betreten: "Ja... Tut mir leid..." Und hoffte, dass der Mann die Lage vielleicht etwas verstand, was momentan leider nicht so aussah. Ich sah wieder zu ihm und schlug dem Mann vorsichtig vor: "Kann ich mich bei ihnen nocheinmal entschuldigen, indem ich ihnen etwas spendiere? Ein Essen? Ich kenne da ein gutes Restaurant." Das war mein Vorschlag und ich hoffte, dass er einwilligen würde und danach die Sache ein für alle Mal erledigt wurde. Dann würde er mein Fehlverhalten mit dem beinahe Angefahren vergessen und ich seine schlechte Laune. Ich sah etwas neugierig zu ihm ob er einwilligen würde. "Ich parke das Auto schnell richtig ein und währendessen können sie sich ja entscheiden." sagte ich, vielleicht etwas hoffnungsvoll und öffnete die Tür um michhineinzusetzten. Der Motor sprang an und ich sah zu dem Mann, der noch genau so wie vor ein paar Minuten dastand. Während ich einparkte, dachte ich darüber nach, ob er wenn er nein sagen würde, das fast-Anfahren nicht vergessen würde, aber verwarf den Gedanken schnell wieder. Ich parkte richtig ein und stieg dann aus und ging auf den Mann zu. "Und?" fragte ich und sah ihn an.

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Evan
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Re: Eine Straße

from Evan on 03/06/2018 09:49 PM

Ich ließ sie nicht aus den Augen. Mir war ihre Entschuldigung auch herzlich egal. Ich hiel nichts von Muggeln. Schon gar nicht von solchen, die mich fast umbrachten. Allein der Gedanke daran... von einem Muggel umgebracht ... von einem dreckigen Auto umgefahren. Die anderen würden sich das Maul drüber zerreißen, wenn sie davon erfahren würden. Sie schlug dann noch vor, mit ihr Essen zu gehen. Wer war ich denn, dass ich so etwas nötig hatte?! Wobei ... Essen gehen ... außer Nudeln - die waren immerhin schnell gemacht - und anderem Fertigzeug aß ich in letzter Zeit nichts ordentliches. Ich hatte einfach keine Zeit. Wenn ich überhaupt mal Zeit und Lust zum Essen hatte. Also ... vielleicht würde doch was gutes bei raus springen. Und danach müsste ich sie nie wieder sehen. Es war auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Während sie ihr Auto richtig hinstellte, ließ ich den Blick kurz durch die Straße schweifen. Menschenleer. Absolut niemand war hier. Niemand, der es gesehen hätte. Und niemand, der gesehen hätte, wenn ich die Sache auf die nicht ganz so feine, englische Art erledigt hätte. Früher hatte ich das gerne getan - Menschen ins Jenseits geschickt - aber ich war erwachsen geworden und das war nur der letzte Ausweg. Daher zweifelte ich auch jetzt daran und schob den Gedanken beiseite.
"Von mir aus", antwortete ich nur. So wirklich Zustimmen wollte ich nicht. Irgendwie würde ich mich damit nicht wohl fühlen. Aber ich denke, das sollte sie als 'ja' verstehen.

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Storyteller
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Re: Eine Straße

from Storyteller on 03/10/2018 03:06 PM

Enten mit schwarzen Flecken watscheln desorientiert an euch vorbei.

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L I V E   I N

harmony.

Reply Edited on 03/10/2018 03:06 PM.

.Emma
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Re: Eine Straße

from .Emma on 04/14/2018 04:30 PM

[Entschuldige, ich hab's verpennt ]

Es schien mir noch immer so, als würde nichts was ich sagte zu ihm auch nur annährend durchdringen und das was ich sagte, das war ihm egal. Mein Angebot schien er auch nicht zu mögen, allgemein kam er mir wie der geborene Pessimist vor. Er lächelte nicht, sondern stierte immer nur von mir zum Auto und in der Gegend der Straße hier herum. Ich hingegen war der geborene Optimist und konnte gar nicht anders als alles im Positiven zu sehen.
Ich blickte zu ihm und wollte gerade sagen, dass ich ein hervorragendes Restaurant keine zwei Straßen von hier entfernt kannte, als ich etwas auf dem Gehsteig bemerkte, was sich normalerweise nicht dort befand. Eine Ente mit schwarzen Flecken watschelte seltsam wankend und so desorientiert an uns vornei und ich sah ihr mit gesunzelter Stirn hinterher. Was machte eine Ente hier, mitten in der Stadt? Und vorallem, warum hatte sie diese seltsamen schwarzen Flecken und watschelte so von Sinnen an uns vorbei? Fragen über Fragen schwirrten in meinem Kopf herum aber ich sah schnell wieder zu ihm rüber. "Dann... würde ich vorschlagen, wir gehen los." sagte ich bestimmt und schob den Autoschlüssel in die Manteltasche. Ich marschierte los, aber drehte mich dann sicherheitshalber nochmal zu dem Mann um, ob er nicht doch stehengeblieben war. Das sah ihm irgendwie ähnlich, ich wusste aber auch nicht so recht.

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