Picadilly Circus

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Fynn

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/18/2017 05:34 PM

Warum hatte ich eigentlich nachgefragt? Ich hätte mir denken können, dass so etwas kam. Da er dabei aber jedes Mal einen unauffällig beiläufigen Ton anschlug, war man niemals darauf vorbereitet und ich prustete lauthals los. Zum Glück hatte ich den Mund nicht voller heißer Schokolade - die wäre jetzt nämlich auf Isaac gelandet und hätte seinem T-Shirt ein neues Design verpasst.
"Dass ich jetzt kein super angesagtes Model mit dem tollsten Körper bin, war mir klar - aber dass es so schlimm ist ...?", entgegnete ich ihm immer noch lachend, weshalb es mir komplett missglückte, gespielt beleidigt zu klingen und die Schnute eher zu einem missratenen Grinsen mutierte.
"Ich sollte mal Ems* fragen, ob sie mich nicht für dich hübsch zaubern kann!"
Isaac hatte eine spezielle Art, mit der sicher nicht jeder umgehen konnte - selbst ich hatte mich ja nicht immer so gut ihm ihm verstanden. Tor und Molly fanden ihn ganz süß - natürlich nur rein objektiv gesehen, als gäbe es ein Gesetz, das es verbot, dass Lesben auch mal Männer attraktiv finden konnten - und Tom hielt sich geschickt aus dieser "Ich-bewerte-deine-anderen-Freunde"-Sache raus.
"Uagh, hör bloß auf ...", seufzte ich und gähnte auch gleich nochmal los, als er nach letzter Nacht fragte. Ich war ihm dankbar, dass er keinen spitzen Kommentar abgegeben hatte, der auf Groupis oder der gleichen anspielte, bei dem Thema war ich emfpindlich. Erwartungsvoll warf ich einen Blick Richtugng Theke, in der Hoffnung die Kellnerin würde mir schon mit meinem Kaffee entgegen kommen. Ich benötigte dringend etwas, das mich wach hielt. Aber noch ließ sie auf sich warten.
"Du kennst das doch sicher, wenn man abends noch einen unglaublich genialen Einfall hat. Nur ich hab das Gefühl, dass mich das Universum mit Absicht quält ... ich habe keine Einfälle, mir wird ein Schnipsel von irgendeinem perfekten Stück ins Hirn gepflanzt und ich darf mich dann damit rumärgern, weil ich auch automatisch die Aufgabe habe, es wieder zu vervollständigen. Das ist wie ein Parasit, der", ich tippte mir mit dem Zeigefinger gegen die Schläfe und blickte Isaac mit großen Augen an, "der hier oben sitzt und mich aussaugt!"
Die meiste Zeit liebte ich meine Muse - wer sie auch sein mochte - dafür, dass sie mir so manchmal so tolle Sachen schenkte, es waren schon zwei, drei richtig tolle Songs bei rausgekommen, die auch beim Publikum ankamen, ich hatte ungefähr zehn verschiedene Schnipsel unterschiedlicher Länge für Klavierstücke - aber wenn sie mir so erbarmungslose und gemeine Melodien vor die Füße warf, fragte ich mich, warum ich nicht einfach nur ein ausgezeichneter Sänger hätte sein können.
Unser Kaffe wurde serviert und ich somit aus meinem Selbstmitleid gerissen. Dankbar verrührte ich den Zucker und schlürfte zwei Löffelchen. Sofort verzog ich bei dem bitteren Nachgeschmack das Gesicht, aber da musste ich jetzt durch. Kaffee mochte ich noch weniger als Tee, aber so kurz vor dem Koma sah ich darüber hinweg.
"Oh, nein, haha", gluckste ich, "Bis jetzt ist es nur ein paar Sekunden Musik. Mehr nicht." Ich nippte an der Tasse und verbrannte mir sogleich auch die Zunge.
"Aber mehr als genug, um mich in den Wahnsinn zu treiben ...", brummelte ich.
"Ich hab noch gar keine Ahnung, in welche Richtung das geht ... Du könntest mit deiner Vermutung gar nicht so falsch liegen, aber bis jetzt ist es zu wenig, um irgendwas zu sagen. Es ist so ... so -" Mit den Händen gestikulierend suchte ich nach Worten, um das auszudrücken, was die Melodie in mir auslöste, was gar nicht so leicht war. Ich entschied mich kurzerhand, es ihm vorzupfeifen.
"Ich finde, es klingt schon hier durch, dass es etwas ... majestätisch ist. Und elegant. Schwungvoll. Oder so ... Ich glaube, dass es eher ein Klavierstück wird, aber da muss ich mal die anderen fragen. Vielleicht, wenn ich mehr habe und auch Text kommen sollte ... Tom wird dann wissen, ob er es singen kann oder nicht."
Etwas überrascht war ich, dass er am Wochenende zu unserem Auftritt kommen wollte; natürlich freute es mich auch. Nicht, dass ich ständig und von allen Anerkennung suchte für das, was ich tat ... aber es war schön, von Freunden unterstützt zu werden. Vor allem jetzt, da wir ja wirklich versuchten, mit "Wanderer" bekannter zu werden, vielleicht sogar einen Vertrag zu bekommen. Irgendwie.
"Du weißt aber schon, dass du dich nicht bei mir einschleimen brauchst - ich würde mich auch aus Mitgefühl hin und wieder mit dir treffen."
Ich grinste und war ein kleines bisschen stolz, dass ich auch mal frech sein konnte - wenn auch meine Sprüche nicht halb so genial waren, wie Isaacs.


____

*Emma ist Fynns Schwester
{oh hups, ist bisschen lang geworden xD}

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Isaac

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 04/20/2017 04:37 PM

„Ich weiß nicht, deine Augenringe im Ausmaß der Andromeda Galaxie sind ziemlich vielsagend", wog ich ungeniert mit unpassend beiläufigen Unterton ab und zog lediglich den rechten Mundwinkel nach oben. Die typische Andeutung eines Lächelns, zu der ich mich gerne hinreiße ließ. Ich wusste dass Fynn mittlerweile meinen seltsam, verschrobenen Humor ganz gut abkonnte und sowieso recht unbeeindruckt war von so ziemlich all dem Bullshit, den ich Tag ein, Tag aus so gerne von mir gab und somit schon dem ein oder anderen sensiblen Seele vor den Kopf gestoßen hatte. Es gab eben genug Erdbeermenschen, die keinen Sarkasmus verstanden. Und zu meiner Erleichterung gehörte Fynn nicht dazu, ganz ohne dabei zynisch zu sein. Vielleicht nannte ich ihn gerade deshalb einen sehr guten Freund meinerseits.
Ich musterte ihn trotzdem mit gerunzelter Stirn; Er sah wirklich müde aus. „Emma bei einem so schwerwiegenden Fall um Hilfe zu bitten klingt nach einem ziemlichen Null-Summen-Spiel. Vielleicht solltest du mich – einen erfahrenen, reifen und äußerst talentierten Zauberer – um Hilfe bitten." Ich zog erwartungsvoll beide Brauen in die Höhe und folgte seinen Worten, bevor ich mich räusperte und mit fachmännischem Tonfall fortfuhr. „Ich bin zwar kein Experte, aber nach meiner Diagnose solltest du dir ein fettes ‚kreatief' auf die Stirn tätowieren lassen." Zwar musste ich zugeben selten ein solches Problem zu haben, doch jeder der schrieb wusste wie es war, auf einmal nicht mehr weiter zu wissen; Als wäre die Idee zum Greifen nahe, doch der Kopf war unfähig den Gedanken zu formen. Ich war nie der musikalische Mensch gewesen. Im Grunde beschränkten sich meine Talente auf Quidditch und das schreiben, von meinem wundervollen Sinn für Humor mal abgesehen. Doch ich konnte mit Worten umgehen, meine Artikel verfassen und so ziemlich jeden gegen eine Wand reden. Auch wenn ich mich hauptsächlich damit beschäftigte Sportartikel zu schreiben und mich mit den neusten Quidditchereignissen zu befassen, so schrieb ich nebenher gerne über abweichende Themen und befasste mich allgemein gerne mit Literatur. Also, ja. Ich wusste sehr wohl was Fynn mit seinen Wortfetzen meinte. 
An meinem Kaffee nippend sah ich über den Rand der Tasse zu dem Muggel hinüber und zuckte die Schultern. „Menschen leidet seit Anbeginn der Zeit an dem Drang sich selbst Ausdruck zu verleihen und somit auch unter dem Problem, dass der Spaß nicht immer gaaanz so läuft, wie sie sich das vorstellen." Ich wog in einer seltsamen Gestik den Kopf hin und her, bevor ich weitersprach. „Wir könnten Kräuter verbrennen und um ein Lagerfeuer tanzen. Oder einen inspirierenden Sonnenuntergang ansehen – Nein! Warte. Wir bringen ein Blutopfer. Hm. ...Hast du schon versucht mit jemand königlichem zu schlafen, wenn es elegant und majestätisch klingen soll?" Seltsam, dass nie jemand auf meinen Rat hören wollte. Ich finde mich äußerst aufschlussreich.
Kurz beobachtete ich vorbeigehende Passanten und sah ein paar Touries finster an, jedoch brachten mich Fynns Worte zum Lachen. „Schön, aber sah dann bitte Bescheid wenn dein Mitleid wieder überwiegt. Ich hatte nächste Woche vor in den Wald zu fahren um zu weinen."

    

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Fynn

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/22/2017 08:32 PM

"Das würde dir so passen, wenn ich dich an mir rumzaubern lasse - da werde ich am Ende wahrscheinlich selbst ein adipöser Troll sein. Da Vertraue ich lieber in die guten Absichten meiner liebsten Schwester."
Kurz fragte ich mich, ob ich nicht etwas zu ironisch geantwortet hatte, auch wenn das bei Isaac fast nicht möglich war. Er, der König der Worte, der Sarkasmus jeden Tag zum Frühstück einnahm, war so schnel nicht beeindruckt - schon gar nicht von mir.
Trotzdem meinte fügte ich dann noch hinzu: "Auch wenn ich nicht daran zweifle, dass du ein hervorrangender Zauberer bist!"
Und natürlich wusste ich, dass er übertrieb, aber als er meine Augenringe ansprach, befürchtete ich, wirklich so schlimm auszusehen ... Naja, und wenn schon. Mein höchstes Ziel für heute war, den Tag in einem wachen Zustand über mich zu bringen - oder zumindest so etwas ähnlichem. Irgendjemanden aufreißen konnte ich mit meinem Zombihiern sowieso nicht, abgesehen davon war ich dafür überhaupt nicht der Typ.
"Vielleicht lieber auf den Arm, mein Gesicht scheint ja schon entstellt genug zu sein", erwiderte ich, "Hey, wir könnten uns das ja als Freundschaftstattoo machen lassen!" Ich grinste.
Als Schreiberling konnte er gut nachvollziehen, wie es mir ging. Er gab es zwar nicht wirklich gerne zu, aber auch dem genialen Wortdompteur Isaac blockierten manchmal unberechenbare Mächte den Kopf - da konnte er auch mit seiner Zauberrei nichts dagegen unternehmen.
Ich hörte ihm aufmerksam zu und versuchte dabei, nicht jede Sekunde von neuem zu gähnen anzufangen, trank mit etwas Überwindung weitere kleine Schlucke Kaffe.
Als er anfing, die Idden zur Beseitigung meiner Blockade aufzulisten, schaffte ich es gerade so, den Kaffe nicht in sein Gesicht zu spucken. Dafür verschluckte ich mich und mein Lachen würde zu einem erstickt klingenden Hüsteln.
"Tolle Idee!", entgegnete ich übertrieben euphorisch, "Zuerst kuscheln wir uns unter eine Decke und bestaunen den Sonnenuntergang, dann zünden wir im Wald das Feuer der Musen und tanzen in den Dämpfen der rauchenden Pilze!"
Auf seinen letzten Vorschlag, der natürlich ebenso wenig ernst gemeint war wie alles andere, ging ich nicht ein, überging ihn still und leise. Wie gesagt, bei dem Thema war ich empfindlich. Nur mit Tor und Molly sprach ich wirklich mal darüber, wenn es mir wieder schwer auf der Brust lag. Keine Ahnung wieso, aber mit ihnen ging das, mit Tom oder irgendwem anders gar nicht. Aber das brauchte es auch nicht. Bei den Mädels wusste ich, dass sie mich ernst nahemn und verstanden, warum sollte ich da etwas riskieren? Auch wenn ich mir manchmal wünschte, mich mit einem anderen Kerl auszutauschen, aber naja ...
Und aus welchen Grund auch immer musste ich bei Isaacs Kommentar plötzlich an Jean denken, ihr roter Lockenkopf tauchte einfach zwischen den Noten auf und ihre fröhlich blitzenden Augen lachten mich an. Wir hatten erst gestern noch geschrieben ...
Unbewusst schüttelte ich den Kopf, als würde sie das vertreiben ... einfach das Gespräch weiterführen, dachte ich mir und nahm einen großen Schluck Kaffee. Wie konnte man dieses Gebräu nur gern trinken???
"So weit lasse würde ich es bei dir niemals kommen lassen - da kommst schon bitte zu mir, da hast du wenigsten einen Grund zu weinen - ich habe es geschafft in wenigen Wochen meine Wohnung wieder zu verunstalten ..."
Es war mir wirklich ein Rätsel, wie andere es schafften, so ordentlich zu sein.
"Aber jetzt mal zu dir. Wie läufts so mit deinen Artikeln? Und mit dem Studium?" Im Grunde hatten wir einen ähnlichen Wunsch für die Zukunft - mit Kunst Geld verdienen, nur dass bei Isaac die Wahrscheinlichkeit, dass es auch wirklich klappte, etwas größer war.

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Isaac

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 04/23/2017 01:59 PM

Ich funkelte Fynn begeistert an. „Fynn der adipöse Troll." Ich überlegte kurz, öffnete den Mund und stockte dann aber doch wieder um über etwas nicht Nachvollziehbares nachzudenken. Mit gehobenem Zeigefinger lächelte ich anschließend verschmitzt: „Glaubst du ich sollte es mal mit Kinderbüchern versuchen? Das wäre doch mal was Neues. Und ich meine, Charlie Sheen hat schließlich auch Kinderlieder gedichtet. Nur kann ich nicht singen." Ich hielt erneut kurz inne und blickte ihn ernster an. „Ernsthaft, ich kann nicht singen. Aber wer für erwachsene schreibt sollte das doch mit Leichtigkeit hinbekommen? Kurze, klare Sätze, lustige Metaphern und primitive Charaktere. Dazu eine einfache Story und... Voilà." »Oder eben auch nicht.« Wenn eine Sache auf dieser Welt feststand, dann dass das ich ein schrecklicher Kinderbuchauthor wäre. »Ohne Kraftausdrücke ist das ja auch irgendwie öde.« Aber der Gedanke an sich war ganz amüsant. Und es wäre eine weiterer Punkt in meinem unbeeindruckendem Lebenslauf. »Falls er jetzt noch fragt woher du Two and a Half Men kennst, sagst du einfach aus dem Internet statt: "Ich hab mir alle Staffeln in einem Anflug aus passiver aggression in einer Woche reingezogen". Jep. Guter Plan.«
Ich ließ mich wieder gegen die Lehne meines wirklich unbequemen Stuhles sinken und nahm einen weiteren Schluck meiner nur noch lauwarmen Drecksbrühe. Es war Fynn regelrecht anzusehen wie er sich zwang dieses Zeug zu trinken - das zugegeben gar nicht mal so übel war - doch ich behielt jegliches weitere Kommentar für mich. Schließlich hatten wir schön geklärt weshalb er so müde war und weiter darauf rumhacken musste ich nun wirklich nicht. Vor allem, da ich selber sehr oft an diesem Punkt ankam, an dem ich nur noch aus einem Gemisch aus Kaffee und billigen Energy Drinks funktionierte. Die Idee uns das als Tattoo stechen zu lassen brachte mich demnach zwar zum lachen, so ganz hirnrissig fand ich es allerdings gar nicht. 
"Das wäre ziemlich deep. Du und ich, unsere geplagten Köpfe von fehlender Kreativität; Da können wir dann zum nächsten Mal direkt 'Existenzkriese' darunter hauen", antwortete ich grinsend. "Angehende Sternchen am Musikhimmel wie du brauchen sowieso so viel Tinte in der Haut wie es der Kontostand und die eigene Mutter erlaubt. Am besten machen wir es gleich nach unserer Suche nach der Quelle der Muse, damit wir dem Bullshit auch noch eine tiefere Bedeutung geben. Also, bringst du die Decke für den Waldspaziergang mit oder ich?" Ich schüttelte über meine eigenen absurden Worte den Kopf, hörte allerdings nicht auf zu grinsen, was auch nicht sehr oft vorkam. "Aber ehrlich: Weißt du was mir hilft? Schlafen. Und dann unterhalte ich mich mit Menschen oder belausche heimlich Gespräche, geh wahhlos spazieren oder höre Musik." Manchmal auch Sachen von Wanderer, aber das wollte ich ihm nun nicht direkt unter die Nase reiben. "Du könntest dich aber auch mit preisgünstigen Champagner betrinken und wahllos Leute aus deiner Kontaktliste anrufen, um mit ihnen über dein Leben zu reden. Sowas hilft." 
Ich tat so, als hätte ich nicht gesehen wir er mit seinem kleinen Kopfschütteln ausgesehen hatte, als wolle er einen lästigen Gedanken loswerde. Schon vor langer Zeit hatte ich beschlossen Leuten nicht wegen was-auch-immer auf die Pelle zu rücke, aus dem einfachen Grund dass ich es selbst nicht ausstehen konnte. Meine letzten Worte hatte ich mit etwas mehr Nachdruck ausgesprochen und auf meiner verkorkste Art unterschwellig darauf apelliert, dass auch ich einer dieser Menschen sein könnte - wenn er wollte. Seit ich eine Wohnung in London hatte, war ich auch um einiges besser zu erreichen als damals in Hogwarts. Bei diesem Gedanken griff ich kurz nach meinem Handy in der Hosentasche und blickte auf die neusten Nachrichten auf meinem Sperrbildschirm, beschloss aber schnell dass sie nicht weiter interessant waren und packte das Ding wieder weg. 
"Weißt du, wenn ich nicht... anderweitig begabt wäre", die Kellnerin war gerade an uns vorbeigehuscht, "Würde es bei mir höchstwahrscheinlich auch so aussehen. Du solltest dir einfach Gründe suchen Emma relegmäßig aus Hogwarts befreien zu können, damit sie kommen und dein Zimmer aufräumen kann. Ich könnte das zwar auch machen, aber momentan bin ich damit beschäftigt halb verzweifelt zu versuchen meine Arbeiten rechtzeitig abzugeben ohne an einem Nervenzusammenbruch zu sterben." »Geht sowas überhaupt?«, schoss es mir noch durch den Kopf, bevor ich weiter sprach. "Auf jeden Fall sind meine spontanen Mittagsschläfchen in der Bibliothel gerade so ziemlich das spannenste, was in meinem Leben passiert." Ich hatte ewig keinen guten Artikel herausgebracht und somit wurde in letzter Zeit nichts von mir veröffentlicht. Aber ich arbeitete daran - irgendwie. Vielleicht hätte ich mir doch eher etwas magischer-orientertes aussuchen sollen. Zwar war ich wirklich kein talentierter Zauberer, aber damit hätte man wenigstens größere Erfolgschancen. Was taten wir eigentlich mit unseren Leben?


(Whoopsie, das ist bisschen lang geworden. :'D)

    

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Fynn

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/28/2017 08:44 PM

Es war klar gewesen, dass Isaac den Gedanken von mir als Troll unheimlich erheiternd fand - zugegegben, es hätte mich durchaus interessiert, wie das wohl aussehen würde.
Für ihn hörte es sich auch nach dem Titel eines erfrischend anderen Kinderbuches an, denn er begann laut darüber nachzudenken, ob er sich mal an so etwas versuchen sollte. Ich konnte nicht ganz einschätzen, ob er das ernst meinte oder einfach weiter so dahin sponn ... Das Zeug dazu hätte er aber auf alle Fälle. Jedoch kannte ich nur die Arbeiten, die er während seiner herrlich verschrobenen Kreativtrips verfasst hatte - und mit dieser Wortwahl und den Stürmen von verzwickt-genialen Ausdrücken konnte ich ihn mir nicht als Autor der Zielgruppe Kinder vorstellen.
Aber versuchen konnte er es allemal.
"Wieso nicht? Probier es doch einfach mal. Es könnte bestimmt was gutes bei rum kommen." Ich würgte den letzten Schluck Kaffee hinunter und vertrieb den bitteren Geschmack mit einem Schluck - mittlerweile nur noch leicht warmer - flüssigen Schokolade.
Wacher hatte mich das Zeug nicht wirklich gemacht, dafür um ein paar Pfund ärmer und eine eklige Erfahrung reicher.
"Oder ... oder du erschaffst ein neues Genre! Bücher für kindische Erwachsene. Hörbücher werden dann mit Stücken von mir, pardon, Wanderer aufgepeppt!" Letzteres war natürlich ein Scherz. Isaac würde sich - auch rein hypotetisch - nicht mit unserer noch richtungslosen Musik begnügen - geschweige denn nur mit mir, einem durchschnittlichen Sänger, der mal über die Gitarre schrammte oder am Klavier klimperte und während Kreativitätsblockaden den leidenden Künstler gab.

Mein Lachanfall, als er mit "Existenzkrise" kam, schaffte es sogar, mich vom Gähnen abzulenken. Er hatte schon die schrulligsten Einfälle - aber das hieß auch, dass man sich immer sehr gut mit ihm unterhalten konnte.
"Stimmt, da hast du recht, ich viel zu ... unbunt." Meine Freunde dagegen hatte schon damit begonnen, sich selbst zu dekorieren. Nicht, dass ich das verurteilte, im Gegenteil, ich fand das cool und es stand ihnen auch. Aber ich hätte erstens ein Problem bei der Auswahl der Motive, zweitens bei der AUswahl des Körperteils, das es auf ewig schmücken sollte und drittens, ob ich es wirklich so wollte.
"Aber vielleicht könnte man ja vor dem nächsten großen Auftrittein bisschen ... tricksen - so mit Magie."
Ich hatte keine Ahnung, ob das überhaupt möglich war, aber ich stellte es mir recht praktisch vor, jede Show andere Zeichen auf der Haut zu haben, die danach wieder verschwanden.
"Die Kerle sorgen dafür, dass alles benötigte vorhanden ist, also bringe logischerweise ich die Decke", meinte ich und grinste Isaac an.
"Hmmmm", machte ich, "Also Alkohol habe ich noch nicht probiert ... vielleicht ist es diesem Mal an der Zeit. Hast du heute Zeit? Dann könnten wir statt der Pilze im Wald uns in meinem gemütlich unordentlichen Zimmer an Alkhol laben."
So wie sich das anhörte, konnte Isaac gut etwas Ablenkung uns Entspannung gebrauchen. Einerseits stellte ich es mir toll vor, Student zu sein, aber Stress hatte man selbst dann. Eigentlich hatte man immer und überall Stress. Ich seufzte.

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Isaac

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 05/05/2017 07:17 PM

„Aww", machte ich und bemühte mich um eine zutiefst berührte Mimik. Ich kannte wirklich niemand der meinen Nonsense so unterstützen würde wie Fynn. Er war zwar in diesem Fall ein schrecklicher Gutmensch, allerdings wäre es eine Lüge zu behaupten dass ich ihn nicht gerade deswegen zu meinen guten Freunden zählte. Es war schon fast absurd wie unterschiedlich wir waren und ich würde es wahrscheinlich niemals nüchtern zugeben, aber die Freundschaft des Musikers und seine nicht negative Einstellung mir gegenüber bedeutete mir tieeef drinnen doch wirklich viel.
„Und dann werden wir mit der Umsetzung dieses Genre berühmt, reich und müssen uns gezwungenermaßen mit noch mehr bedeutungsvollen Tätowierungen herumschlagen." Ich wog den Kopf hin und her. „Sobald ich zurück in Hogwarts bin werde ich Zauber dafür nachschlagen und dich anschließend hoffentlich nicht permanent verunstalten. Du könntest zu einer laufenden Werbetafel für Waschmittel mutieren. Oder plötzlich der größte Hello Kitty Fan der Welt werden. Ha! Warte, ich lass deine Hautfarbe einfach für jeden Auftritt in einer anderen Neonfarbe leuchten." Einmal in der vierten Klasse hatte versucht einen Mitschüler in eine Kröte zu verwandeln, einfach nur der Muggelmethaper wegen. Natürlich hatte ich es nicht geschafft. Und die vier Wochen Nachsitzen waren es auch nicht wert gewesen. Vielleicht wäre es allerdings einen Versuch wert das Ganze an Fynn auszuprobieren. Obwohl ich bezweifelte dass er sich nach meinen vorherigen Worten noch dazu bereit erklären würde.
Als er mich aufzog gab ich nur ein belustigtes Schnauben von mir und wollte im Grunde gerade etwas zurückgeben, als Fynn meinen Vorschlag ansprach und davon weniger abgeneigt schien als erwartet.
„Er hat Alkohol noch nicht ausprobiert", wiederholte ich theatralisch und legte den Kopf in den Nacken. „Die gesamte Gesellschaft missbraucht Alkohol – das soziale Schmiermittel überhaupt - als Lösung ihrer mickrigen Probleme und Fynn Lewis kommt noch nicht einmal auf die Idee sich zu betrinken. Bei Merlin, du bist Musiker. Bekommt ihr sowas nicht irgendwie beigebracht?" Ohne in antworten zu lassen trank ich meinen Kaffee leer, stellte die Tasse zurück auf das hässliche Vintage Porzellan und klatschte euphorisch die Hände zusammen. „Also, worauf warten wir? Betrinken wir uns!" Und ich hatte Gedacht der Tag würde ein eher ödes Ende nehmen. Es hatte auch absolut keinen Zweck den Abend abzuwarten. Ich war Student. Literaturstudent. Dementsprechend war Daydrinking mehr als akzeptabel und, nunja, auch ein bisschen angebracht. Doch noch bevor ich meine Tasche vom Boden aufhob und mich nach der Kellnerin umsehen konnte, sagte ich absolut ernst: „Aber davor trinkst du deinen Kaffee leer."

    

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Fynn

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 05/05/2017 08:07 PM

//Oh nein xD Davon weiß Fynn zwar noch nix, aber wenn er das nächste Mal beschließt, sich zu besaufen, endet das ... interessant xD



"Das hört sich nach einer rosigen Zukunft an! Und wenn das geht, mit der Neonfarbe, können wir auch gleich noch Kosten für die Technik bei den Auftritten sparen!" Es war wirklich verrückt, sich mit Isaac zu unterhalten. Man kam fürher oder später - meist schon nach dem ersten Satz - nicht um solche Quatschgespräche herum. Niemals. Das gab es bei Isaac nicht. Das fand ich eigentlich ganz gut, es konnte nie genug humorvolle Menschen geben. Das hieß aber keineswegs, dass man sich nicht einmal mit ernsten Themen an ihn wenden konnte.
"Also, wenn schon bunt zaubern, dann ziehe die Neonfarben eindeutig einem unabsichtlichen Hello Kitty Design vor, mein Freund."
Ich sah ihn streng und todernst an, während ich das sagte.
Vermutlich würde ich ihn weder das eine oder das andere ausprobieren lassen; die ganze Sache mit der Magie war zwar echt cool, aber mir nicht ganz geheuer.
"Natürlich habe ich schon mal Alkohol getrunken", berichtigte ich ihn mit den Augen rollend, obwohl ich wusste, dass er das wusste.
"Nur nicht als Mittel gegen ein Gehirn ohne Kreativität."
Isaac machte den Eindruck, als würde er jetzt sofort losgehen und sich besaufen wollen und mit seiner nächsten Aussage bestätigte er meinen Verdacht auch. Jetzt war ich mir nicht mehr ganz so sicher, ob wir das wirklich machen sollten ... Wie er richtig angemerkt hatte, hatten Musiker ja allgemein den Ruf, viel Alkohol und Drogen nicht gerade abgeneigt zu sein - aber zum Glück hatte das bei uns in der Band noch nicht um sich geschlagen. Wir lebten zwar nicht in völliger Abstinenz, aber keiner von uns hielt viel davon, sich unnötig vollaufen zu lassen und für Aufputschmittel waren wir alle samt von Natur aus zu hibbelig. Außerdem war Toms Vater Alkoholiker ...
Andererseits ... was sprach dagegen, wenn wir es uns bei mir in der Wohnung mit ein paar Bierchen oder sowas gut gehen ließen? Ich musste ja nicht Komasaufen betreiben. Mit Isaac hatte ich mich noch nie betrunken, das würde sicher noch interessantere Gespräche hervorbringen, als wir sie nüchtern schon führten.
"Hier, hab schon leer", meinte ich artig und zeigte ihm die Kaffetasse, deren Inhalt ich mir widerwillig verabreicht hatte.
Ich winkte einer anderen Kellnerin, die gerade aus der Küche kam. Sie gab mir ein Zeichen, dass sie gleich kommen würde.
"Also, dann holen wir uns ein paar Flaschen Bier und hocken uns am helllichten Tag auf meine Couch?"
Ich faltete das Blatt mit den daraufgekritzelten Noten zusammen und steckte es in meine Jackentasche; gleichzeitig nahm ich den Geldbeutel heraus. Hatte ich überhaupt genug dabei, um noch einzukaufen? 40 Pfund ... das würde schon reichen. Für die U-Bahn hatte ich eh eine Monatskarte.
Was solls ..., dachte ich. Heute würde ich eh zu nichts mehr zu gebrauchen sein, und vielleicht bekam ich ja mit einem leichten Rausch wirklich so etwas wie eine Erleuchtung, was mein Musik-Problem anging. Und wenn nicht konnte ich dann vielleicht einfach ohne gößere Störungen einschlafen.

(machen wir dann, nachdem sie gegangen sind, nen Cut?)

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Isaac

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 05/05/2017 09:25 PM

("Alcohol, because no great story ever started with someone eating a salad." :'D)

"Das will ich auch hoffen", gab ich grinsend zurück. "Menschen die dein Alter haben und noch nie das Bedürfnis hatten sich zu betrinken sind mir irgendwie susbekt. Genau wie diese Fittnessfrauen aus dem Internet mit ihren Workouts und Cheatdays. Abartig, sowas. Und die lächeln alle immer so gruselig. Bruuh." Ich schüttelte den Kopf. "Aber gut. Dir sei verziehen dass du nicht jedes deiner kleisten Probleme zu ertränken versuchst. Sehr erwachsen von dir Fynn." Natürlich sagte ich das alles mit dem gleichen sarkastischen Ton wie immer und setzte eine äußerst vielsagende Grimasse hinterher. "Zum Glück hast du mich um dich und deine moralischen Vorstellungen mit meiner schwarzen Aura zu verderben... Oder so. Wenn dabei ein bisschen Kreativität für dich herausspringt schuldest du mir einen Gutschein. Keine Klamotten, Essen ist okay."
Ich hob Fynn einen erhobenen Daumen in Kombination mit einem breiten Grinsen entgegen, als er mir seine leere Tasse Kaffe präsentierte. Dann gab ich meine gesamte Haltung auf, erhob mich aus meinem Stuhl und nuschelte: "Okay, gehen wir uns betrinken." Aus meiner Hosentasche kramte ich ein paar vereinzelte Münzen und bezahlte die herangedackelte Kellnerin ohne Trinkgeld. Die war sowieso unfreundlich. Ihren angesäuerten Blick gewissentlich ignorierend verabschiedte ich mich mit einem aufgesetzten Lächelnd und wandte mich danach wieder Fynn zu. 
"Jaaaah", antwortete ich gedehnt und schob meine Sonnenbrille zurecht. "Bier. Nur Bier." Und dann, als er mich skeptisch ansah, sagte ich mit einem leichten Zucken der Schultern "Schreib doch einen Protestsong", schulterte meine Tasche und ging ein paar Schritte rückwärts, bevor ich mich umdrehte und einfach losging. 


- CUT. c:

    

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Re: Picadilly Circus

from Storyteller on 08/12/2017 05:17 PM

Im Piccadilly Circus geht alles seinen gewohnten Gang, noch ahnt niemand von dem Schrecken, der die Stadt erfasst. Doch auch hier hält die trügerische Ruhe nicht lange: ein markerschütternder Schrei ertönt und während die ersten noch nach der Ursache suchen, läuft den anderen bereits ein kalter Schauer über den Rücken.
Weit über der Straße, mitten auf der riesigen, ikonischen Werbetafel, thront ein riesiges, pferdeartiges Wesen mit gewaltigen Schwingen und scharfem Schnabel. Seine gelben Augen scheinen die Straße abzusuchen, und im nächsten Moment hat es sich schon in die Lüfte geschwungen und schießt auf eine der Menschenmengen zu. 

[Hippogreif]

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L I V E   I N

harmony.

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Joshua

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Re: Picadilly Circus

from Joshua on 08/14/2017 02:35 PM

Der Bus fuhr gerade in den Kreisverkehr ein, als es passierte. Ich war nach einem langen Tag auf dem Weg nach Hause, döste etwas vor mich hin, das Brummen des Motors vermischt mit dem Gemurmel der anderen Leute war beruhigend und machte mich müde.
Und dann ertönte dieser laute Schrei. Ich wusste genau, was das war. Aber es klang so flasch hier, mitten in der Stadt, so deutlich durch all den Lärm zu hören. Das Wesen, das so klang, gehörte nicht hier her. Einen Moment lang war ich davon überzeugt, dass ich mir das nur eingebildet hatte, mir mein müdes Hirn etwas vorgegaukelt hatte, aber nur wenige Sekunden später legte der Fahrer fluchend eine Vollbremsung hin. Durch den gesamten Bus ging ein erschrockenes Raunen, eine schwangere Frau neben mir griff besorgt nach der Hand ihres Mannes.
Wir waren nicht die einzigen, die stehen geblieben waren. Alle Autos und Busse um uns herum hatten mitten auf der Straße angehalten, viele Leute waren ausgestiegen. Die Touristen auf dem Dach eines Busses neben uns zeigten mit offenem Mund in eine Richtung, einige rannten nach unten ...
Erneut war ein lautes Kreischen zu hören und jetzt wurden viele der Leute panisch. Man konnte beobachten, wie sich die Angst in ihren Augen breit machte und dann sah ich ihn auch.
Ich war von meinem Platz aufgestanden und zu dem Fahrer vor gegangen und hatte nun freie Sicht auf den Hippogreif, der auf der großen Werbetafel saß. Sein Blick schweifte über das Geschehen auf den Straßen und er breitete testweise die Flügel aus. An der Unterseite fiel mir ein großer, schwarzer Fleck auf, der da eigentlich nicht hingehörte ...
Hier lief eindeutig etwas gewaltig schief.
"Shit, was ist das denn für ein Monster?!", rief der Busfahrer mit brechender Stimme und krallte sich in das Lenkrad.
"Das ist ein Hippogreif, Sir", hörte ich mich sagen, ganz ruhig, als würde ich ihm erklären, was eine Amsel war. Dabei fühlten sich meine Knie an wie aus Gummi und meine Finger zitterten deutlich sichtbar.
Hinter mir begannen die Leute zu telefonieren, einige weinten, andere riefen nach vorne, was denn jetzt zu tun sei.
Noch bevor ich genau darüber nachdachte, was ich tat, bat ich den Fahrer, mir das Mikrofon zu geben und einen Moment später drang meine Stimme durch die Lautsprecher.
"Bitte, versuchen Sie ruhig zu bleiben. Hier im Bus wird Ihnen nichts passieren. Bitte bleiben Sie beisammen ..."
Ich wandte mich nochmal um, der Greif begann mit den Flügeln zu schlagen, sein Blick war auf etwas Bestimmtes fixiert ...
"Ich eh ... bitte, wenn hier drin Zauberer sind, kommen Sie mit mir nach draußen. Wir müssen ihn aufhalten, bevor noch etwas passiert ..."
Jetzt zitterte meine Stimme. Mit suchendem Blick überflog ich die Sitzreihen, sah die stehenden Leute an, horchte, ob jemand von der oberen Etage herunter kommen würde.
Und einen Moment lang war es unheimlich still, bevor das Gemurmel nur noch lauter wurde.
Die Schwangere von vorhin klammerte sich flehend flüsternd an ihren Mann, der beschwichtigend auf sie einredete, sie dann lange küsste und sich schließlich mit geradem Rücken einen Weg zu mir bahnte.
"James Trusk", stellte er sich knapp vor und zog seinen Zauberstab.
"Joshua Knight", sagte ich ihm meinen Namen und griff ebenfalls nach meinem Zauberstab. Hierfür würde ich ihn benutzen.
Ich nickte ihm dankbar zu und bat den Fahrer, für uns die Türen zu öffnen.
Mit einem Zischen schlossen sie sich auch sofort wieder hinter uns und ich blickte James an.
"Dann sind es erst mal nur wir ...", meinte ich, aber er schüttelte den Kopf, zeigte in die Straßen.
Aus manchen Autos stiegen Männer und Frauen aus, einige streiften sich ein Jackett ab und hielten entschlossen ihre Zauberstäbe in den Händen.
Wortlos liefen wir los, gerade als sich der Greif mit einem Schrei von der Werbetafel löste.

Ich sah Miranda in ihrem weißen Kleid vor mir stehen, so wunderschön. Ihr Lächeln brachte mein Herz zum Schmelzen und als sie "Ich will" sagte, füllten sich meine Augen mit Tränen. "Ich will", antwortete ich ihr und küsste sie.

"Expecto Patronum!"

{Auflösung hier}
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>>> [Es darf gerne wer dazu kommen/was neues hier drunter schreiben, ich habe ansonsten nicht vor, weiter zu machen ^^]

~ dance as though no one is watching you, love as though you've never been hurt, sing as though no one can hear you - live as though heaven is on earth ~

Reply Edited on 08/14/2017 09:47 PM.
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