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Thorn

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Ravenclaw Abgeschlossen Halbblut Hogwarts Gut LoH Arbeitslos Rebell Musiker Pro-Offenbarung

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Re: Food-Court

von Thorn am 25.08.2017 20:54

Was zum Teufel ging hier ab?! Und wie kam ausgerechnet eine Horde Erumpents nach LONDON?! Ich war zwar gerade nicht Herr meiner Gedanken und schon gar nicht meines Schulwissens, aber waren das nicht afrikanische Wesen?! Wie kamen die hierher?! 
Aber dafür war kein Platz als eine junge Frau neben mir zu Boden fiel und nur noch die Arme schützend um den Kopf legte. Nur Meter hinter ihr die riesigen, grauen Füße.... Ich riss die Augen auf.
So schnell ich konnte ließ ich die Gitarre fallen und Hund aus meinem Arm; da mussten wir jetzt beide durch! Endlich bekam ich den verdammten Zauberstab aus der Tasche, stolperte vor und warf der Frau mit einem heiseren "Protego!!" einen blauen Blitz über den Kopf, der das Erumpent so frontal traf, dass es rückwärts gegen einen der umgekippten Trucks polterte.
"Kommen Sie! Jetzt kommen Sie schon her!!", brüllte ich der Frau zu, die zitternd und weinend auf mich zu gekrabbelt kam. Sie hatte solche Angst, dass sie nicht einmal darüber nachdachte, was ich da gerade getan hatte. Ich packte sie nur am Arm und starrte sie an. "Rennen Sie, verdammt! Rennen Sie und hören Sie bloß nicht auf! LOS!", damit schubste ich sie in Richtung der davon stobenden Menschen. Klar, ich hätte mit rennen können... aber ich würde Hund nicht hier lassen. Niemals.

Gerade als ich mich suchend nach ihm umsah hörte ich ihn aufkläffen. Das Erumpent hatte sich wieder aufgerappelt... und es war eindeutig nicht gerade glücklich.... Ich schluckte. Dem Vieh stob der wütende Atem aus den Nüstern, sein Horn zitterte gefährlich und ich wusste was das hieß. Ich stieß einen gellenden Pfiff aus, Hund rannte an meine Seite... aber das Erumpent auch...
Noch immer am Boden liegend schob ich Hund hinter mich, der zu jaulen anfing. Meine Finger schwitzten um den Zauberstab, aber ich hob ihn, bereit dem Vieh jeden Spruch entgegen zu prügeln, der es irgendwie auf Abstand hielt.
In der Schule war nie davon die Rede gewesen, dass Erumpents... gefleckt waren?
"Was...?"

Aber da flog dem Riesenwesen schon ein Stein an den Kopf! Und als müssten wir beide heraus finden was da los war, drehten wir und und erkannten... "LORCAN!!!", entfuhr es mir in wilder Panik! War er verrückt geworden?! Was machte er hier?! Er war doch draußen gewesen, in seinen Wäldern, fernab von diesem Wahnsinn! Was machte er hier?!
Das Erumpent scharrte wütend mit dem Voirderfuß, bereit auf Lorcan zuzustürmen, der.... "Nein...!", keuchte ich. Er hatte einen Anfall... Natürlich... er hatte immer einen Anfall wenn er in Panik geriet! "SCHEISSE!"

Ich rappelte mich hoch, aber meine Beine waren noch zu zittrig. Als ich hinflog erkannte ich wie ein zweites Erumpent den Blick vom Truck hob, den es gerade auseinander nahm. Lorcan schien interessanter als Kebap. Den Schmerz in meinem Knie völlig missachtend raffte ich mich wieder hoch, flog auf Lorcan zu, übersprang dabei den ohnmächtigen Körper eines Mannes - ob er lebte oder tot war, das drang nicht als Frage in mein Hirn - und tackelte Lorcan gerade noch zwischen zwei Foodtrucks bevor das Erumpent seine ätzende Hornattacke starten konnte. Wild nach Deckung suchend kroch ich mit Lorcan hinter den Truck, setzte den Zauberstab an seine Kehle und fasste fest sein Gesicht damit er mir in die Augen sah. "Sorry, aber wir haben keine Zeit!", flüsterte ich hektisch, dann folgte ein entschiedenes "Anapneo!". Der Spruch öffnete Atemwege, aber tat auch genauso sehr weh wie er half. Ich hatte ihn als einen der ersten gelernt, für den Notfall, wenn Lorcan sonst nicht mehr zu helfen war.... und heute war es soweit. Ich zog ihn in meine Arme als er aufkeuchte, armete innerlich aber genauso erleichtert auf wie er als er wieder zu Luft kam. 

Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Hinter ihm, weiter im Park, erkannte ich.... dass nicht nur die Nashornwesen hier Terror schoben. Mantikore, Billywigs,  Graphorns..... was war hier bloß passiert?! 
"Wir müssen hier weg, Lorcan! Verdammt und zwar schnell! Kannst du gehen?!"
Aber das war schon nicht mehr die Frage. Der Foodtruck hinter uns krachte wie ein altes Auto in der Presse und wurde gut einen Meter in unsere Richtung geschoben - und wir damit mit. Das Erumpent wollte wohl nicht außenrum gehen um uns zu kriegen..... 

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Re: Food-Court

von Thorn am 20.08.2017 17:44

"Hund! Hund, jetzt komm her! Neeeein, nicht der Frau die Bratwurst wegfressen! Mensch, du tust ja grad so als gäben wir dir nichts!", lachte ich meinem neusten Freund hinterher. Ein schwarzer Straßenköter der schönsten Sorte. Lorcan und ich hatten ihn das erste Mal an der Südküste gesehen, wie herren- und ziellos am Weg entlang lief und an allem schnüffelte, was irgendwie hätte essbar sein können. Der Brummer hatte mir irgendwie leid getan.... und als wir an der Klippe für die Nacht fest gemacht hatten und die ersten Dosen Linseneintopf geöffnet hatten, da war dann auch die feine Hundenase wieder auf uns aufmerksam geworden.
Wir hatten unseren Eintopf mit ihm geteilt, ihn entfloht, gewaschen, beim nächsten Tierarzt geimpft und ein Halsband für ihn gekauft.... nur einen richtigen Namen hatte er noch nicht ab bekommen.  

Seitdem lebte er mit uns im kunterbunten Ratter-Bully und tourte auf der Suche nach sich selbst genau wie ich quer durch das Land. Genau wie jetzt auch, wo ich es mir auf einer Holzbox am Food Court dieses übelst dekadenten Festivals bequem gemacht hatte und meine Gitarre stimmte. 
Der Bully stand draußen vor der Stadt, in einem Waldgebiet in dem Lorcan gerade eines seiner Wesen erforschte.... er war unglaublich süß, wenn er so fasziniert stundenlang durch das Dickicht stromerte und versuche besonders leise zu sein um die Billywiggs oder die Einhörner nicht zu verschrecken. Wie ein kleiner Forscher aus einem dieser alten Bücher... genau wie sein Grandpa, einfach... ich musste lächeln und kraulte Hund hinter den Ohren als er freudestrahlend neben mir Platz nahm.
"Wir machen ein bisschen Geld und dann bekommst du deine Bratwurst, okay?", raunte ich ihm warm zu. "Und Herrchen besorgt gleich noch Fresschen für sich und seinen Goldjungen, hm? Er darf ja nicht verhungern auf seiner Suche nach dem heiligen Gral." 

Damit schob ich mit dem Fuß meine Blechbüchse etwas weiter auf den Weg, damit sie auch schön auffiel, holte tief Luft und setzte ein paar Akkorde an bevor ich anfing die Lieder zu singen, die meinem Herzen gerade einfielen.... in letzter Zeit... waren sie unmerklich trauriger geworden.
Aber sie hielten die Leute auf, wenn ich an der Straße sang. Ich wusste sie blieben stehen, hörten mir zu... und mussten lächeln. Weil sie das Gefühl vielleicht kannten nicht das zu bekommen, was sie sich am sehnlichsten wünschten. Weil sie sich daran erinnerten und darüber nachdachten..... und mehr hatte ich mir doch nie gewünscht.

Also achtete ich nicht auf die Vibrationen die mir immer wieder durch die Finger liefen weil ich die Gitarrenseiten anschlug. Bis ich merkte..... dass sie auch nicht nach ließen wenn ich gerade alles ruhig hielt.... und dass auch meine Füße vibrierten. Verwirrt hob ich den Blick als Hund neben mir anfing unruhig hin und her zu tigern... kam das von den Bands auf der Bühne? Der ganze Boden vibrierte ja... selbst die Leute merkten langsam, dass etwas nicht stimmte... verdammt, selbst diese tonnenschweren Foodtrucks ratterten vor sich hin! 
"Was zum....", bekam ich gerade noch heraus genuschelt... dann sah ich sie. Den Weg in den Park hinein... und sie kamen genau auf uns zu. "...Fick?!"
Hund fing wie wild an zu brüllen, warf sich vor mich, fletschte die Zähne; die Menschen um mich herum bemerkten genau wie ich die in bahnbrechender Geschwindigkeit heran nahenden.... Nashörner...? Moment.... Nashörner?! In LONDON?!
In dem Moment sah ich in der Ferne wie ein Mülleimer explodierte und mir ging ein Licht auf... das waren keine Näshörner... das waren... "Erumpent...?! Was...?!", fragte ich mich selbst, unfähig mich vom Fleck zu bewegen während um mich herum die Massenpanik ausbrach. 
Alles rannte, stob auseinander, schrie vor Angst, rannte sich gegenseitig über den Haufen... nur ich saß da mit offenem Maul wie ein Depp und konnte mich nicht rühren. 

Erst als das erste Riesenvieh mit einem Knall einen der Foodtrucks rammte und ihn quer über den Platz fallen ließ regte ich mich. Hund ging auf Angriff! Das würde er nie überleben! In einem Anfall von Beschützerinstinkt warf ich mich auf Hund, versuchte meinen verdammten Zauberstab aus der Tasche zu friemeln, aber mit Gitarre, Hund und meiner eigenen Überforderung war das nicht so einfach wie gedacht! Außerdem versuchten nun auch die Truckinsassen davon zu kommen.... und ich war am Boden nicht gerade auffällig.. also versuchte ich einfach mich und Hund irgendwie Heil hinter einer Bushaltestelle in Deckung zu bringen.
Die Erumpent zertrümmerten weiter martialisch die Trucks... Hunger... anscheinend... Was für ein saudummer Gedanke!!

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.08.2017 18:19.

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Food-Court

von Thorn am 20.08.2017 17:31

Die Fressmeile des Festivals mit seiner utopischen Auswahl an verschiedenen kulinarischen Richtungen.

 

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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 02.07.2017 21:51

Ich.... weiß nicht, was mit mir los ist....
Was stimmt mit mir nicht?

Meine Güte.... wie hatte das alles nur mit uns passieren können? Wo genau hatte ich nicht aufgepasst? Das alles war auf einmal so durchwachsen, so verfurcht geworden. Ein Jahr. Ein Jahr hatte alles in Frage gestellt, was wir die 16 Jahre vorher gemeinsam gehabt hatten. Zum ersten Mal wurde mir das klar.... warum dachten wir, die Welt ginge unter? Es war nur ein kurzer Abschnitt in unseren vielen Jahren. Ein kurzes, schmerzvolles Intermezzo in den vielen, vielen Jahren, die noch vor uns lagen. Mehr nicht. 
Wir würden darüber hinweg kommen.
Und wir würden genau jetzt damit anfangen. Wenn er es nicht konnte, dann... ich straffte unmerklich die Schultern und hob sacht das Kinn etwas an. Ich war entschlossen, auch wenn Lorcan zusammen gesunken in meinen Armen lag.

Ganz langsam legten sich meine Arme um meinen besten Freund, meinen Bro, meinen Lorcan - der immer an meiner Seite sein würde bis wir alt waren und starben. Ein sachtes Lächeln huschte über meine Lippen, traurig und glücklich zugleich bei diesem Gedanken.
"Schsch.... Lorcy-Porcy.", flüsterte ich ihm beruhigend zu, genau wie immer, wenn ich ihn runter bringen wollte. Als wäre gar nicht passiert... "Sch, keine Entschuldigungen mehr, okay? Du und ich... wir schaffen das, wir vergessen das Ganze. Wir schließen erstmal diese Schule hier ab, die uns ganz kirre macht und dann... dann schnappen wir uns das Buschen meiner Mum. Reisen rum, du forschst, ich mach Musik... wir machen den Kopf frei, finden unseren Weg, wie wir es immer geplant hatten. Und dann wird alles besser, das versprech ich dir."
Sanft schmiegte ich mein Gesicht in sein Haar und flüsterte weiter leise und beruhigend auf ihn ein während ich ihn mit mir zurück in das Nest zog und solange hielt, bis wir beide von der Erschöpfung und der Überforderung eingeschlafen waren.

Das Letzte, das ich hörte war ein Lied in meinem Kopf, das ich vor Ewigkeiten einmal gehört hatte.... und das mein Herz sich gemerkt hatte als hätte es gewusst, dass die heutige Nacht irgendwann kommen würde... 


I love a boy named Jesse
But Jesse doesn't love me back
He says he's insecure about
what he feels and what he wants

But every time he smiles at me
I know we are the same
And that he'll change his world for me
If he just knew my name


...

..

.
 


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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 24.06.2017 20:16

Es war ein ungewohntes Gefühl einmal der Schwache zu sein und in Lorcans Armen zu liegen, weinend, völlig fertig, ratlos, was da gerade in mir aufgegangen war. Sollte ich mich dagegen wehren? Was brachte das schon...? Ich liebte ihn, das musste ich einfach akzeptieren. Aber niemals aussprechen. Ich würde darüber hinweg kommen, ganz sicher. Nie, nie wieder würde ich so dumm sein und das gefährden, was Lorcan und ich hatten und schon immer gehabt hatten. Leidenschaftliche Liebe war vergänglich und endete meistens in Leid und Tränen und Wut. Was Lorcan und mich verband war viel tiefer. Viel enger. Wir waren doch Brüder. Und diese LIebe konnte weiter bestehen bis wir alt waren und starben. Das war größer als irgendeine unsinnige Verliebtheit. Ich konnte es nur nicht sehen.... nicht gerade jetzt. Also musste ich mich daran erinnern, dass es so war. Immer wieder. Und das würde ich tun.

Zitternd wischte ich mir die Tränen vom Gesicht und lächelte Lorcan in der halben Dunkelheit meines Lichtzaubers an. Eine kleine Wärme breitete sich in mir aus; wir hatten einander verziehen. Dieses irre Wirrwarr war vorüber, der Sturm hatte sich gelegt. Und wir waren heil heraus gekommen, zumindest großteils. 
"Ich werde immer da sein. Immer. Wenn du mich brauchst und selbst wenn nicht. Du und ich, wir.... wir sind einfach ein Doppelpack, hörst du?", erklärte ich mit noch immer leicht zittriger Stimme und streichelte beruhigend sein Gesicht. "Weil ich dich lieb hab, du.... niedlicher Trottel. Ich werde dich immer lieb haben."

Ein Stein in der Größe der Isle of Man fiel mir vom Herzen, als wir uns aneinander kuschelten und ich die Augen schloss und endlich - endlich - wieder vorbehaltlos genießen konnte, dass wir einander einfach nur nah waren. Das Zittern ließ langsam nach, ich konnte ihn in den Armen halten wie ich es immer getan hatte; es war herrlich. Für einen kleinen Moment schien es mir als wäre all dieses Gerase über Liebe nur eine Fata Morgana und das ließ mich lächeln. 
Aber als seine Lippen sich auf meine legten war dieser Moment vorbei.

Augenblicklich versank ich in der Süße seiner Lippen. Alles in mir schrie danach den Mund zu öffnen, ihn zu küssen wie ich ihn auf Malta geküsst hatte; seine Haut an meiner zu spüren wie damals. Ganz sanft zu ihm zu sein, ihm nicht weh zu tun, ihn zu lieben und nur ich und nur er..... NEIN!
Ich riss die Augen auf, schob die Arme zwischen uns und drückte ihn bestimmt, aber sanft von mir.
Lange Zeit.... sah ich ihn einfach nur an.
Dann fasste ich ganz sacht seine Wange.... und schüttelte langsam den Kopf.
"Es tut mir leid, Lorcan, ich.... weiß nicht, was mit mir los ist....", brachte ich gerade noch hervor, dann setzte ich mich urplötzlich auf. Ich konnte ihm nicht weiter in die Augen sehen, nicht gerade jetzt, wo ich seine Wärme noch auf meinen Lippen spürte. "Das..... Lorcan, ich kann das nicht mehr. Es war schlimm, dass ich es schon getan habe... ich hab dich lieb wie sonst nichts auf der Welt und... ich kann das nicht durch Spaß.... es würde alles ruinieren. Mehr als es das schon getan hat."

Ich raufte mir das Haar zurück und wandte den Blick gequält und bittend zu ihm um. "Oder etwa nicht? Dieser Spaß.... hat uns bisher nur Ärger gebracht..... und Schmerz. Das... sind einfach nicht wir."
Unsicher suchte meine Hand nach seiner unter der Decke..... und meine Finger verschränkten sich in seinen. 

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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 12.06.2017 17:07

Als spürte er was los war erkannte ich hinter dem Schleier meiner Tränen wie Lorcan das Gesicht verzog. Ich kannte diesen Ausdruck, ich kannte jeden Gesichtsausdruck meines besten Freundes, meines Bruders im Geiste. Sie alle. Seit wir klein gewesen waren und geglaubt hatten mit Keksen, Cola, einer Decke und einer Taschenlampe könnte man die Welt erobern. Er würde weinen... genau wie ich. 
Weil ich ihn so sehr verletzt hatte, dass er nichtmal im Schlaf darüber hinweg kam? 
Weil jemand, irgendein Wichser da draußen, ihm weh getan hatte? Zusätzlich? Auf seiner Suche auf der ich an seiner Seite hätte sein sollen? War er deswegen zu mir gekommen? Nach der ganzen Scheiße zwischen uns..?
Jungs und Männer konnten ekelhaft werden wenn sie wussten, dass man unsicher war... war ich nicht auch ekelhaft zu ihm gewesen?

Ich fasste mir ein Herz und strich mir die Tränen vom Gesicht, stemmte mich hoch um ihm beruhigend über die Wange zu streichen; ihm zu verdeutlichen, dass er nicht allein war... da schluchzte er so herzzerreißend, dass ich stockte. Er war kreidebleich, völlig verstört als er die Augen öffnete. So aus der Fassung... was beim Arsche der Mutter Gottes war ihm passiert?!
Blinde Wut stieg in mir auf wenn ich daran dachte was geschehen musste um einen Jungen wie ihn so durch den Wind zu bringen... und wer auch immer daran Schuld war: Ich würde ihm die Zähne aus der Fresse schlagen! Pazifist hin oder her, nicht mit meinem....!
Verlass mich nicht... bitte.
In meiner hilflosen Wut war ich nicht auf den Gedanken gekommen, dass Lorcan vielleicht wegen mir...meine Schultern sackten mit dem Klopfen meines Herzens zusammen... wegen... mir...?

"Niemals, Lorcy-Porcy....", flüsterte ich während ich ihn schon an mich zog, meine Arme fest um seinen bebenden Körper legte und seine Tränen an meiner Brust spürte. "Niemals, hörst du? Ich werde immer da sein, ganz in deiner Nähe, immer, immer wenn du mich brauchst, hörst du was ich sage?!"
Meine Stimme war nur noch ein Wispern, ein unsicher-sicheres Bröckeln, weil ich versuchte mein eigenes Schluchzen nicht hinaus zu lassen, es ihn nicht sehen zu lassen, weil ich ihn genug verarscht hatte, genug selbstsüchtig einverlangt; es war an der Zeit endlich wirklich für ihn da zu sein, nur für ihn und alles was ihn belastete mit ihm zu tragen, denn sowas tat man nunmal, wenn....

...man einen Jungen so sehr liebte.

Für einen Moment hielt ich die Luft an. Ohne es zu merken. 
Ich liebe dich, Lorcan. Darum hab ich das alles getan. Ich liebe dich. Es war mir nicht klar, weil... ich dich immer geliebt habe, so oder so. Deswegen... darfst du es nicht wissen. Weil ich nicht damit leben könnte... weil ich nicht ohne dich leben kann.
Komplett erschüttert verfestigte sich meine Umarmung um ihn, verkrampften sich meine Muskeln. Irgendetwas in mir hatte aufgegeben irgendetwas Anderes fest zu halten.... und ich weinte einfach mit ihm. 
"Es tut mir so leid, Lorcan... das alles, ich... ich wollte nicht, dass es so endet! Ich wollte dir nicht.... vergib mir, bitte vergib mir...!"
Jedes weitere Wort ging darin unter, dass ich mein Gesicht in sein Haar drückte.
Sein wundervolles Haar, das immer schon so dezent nach Mahagoni geduftet hatte....

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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 01.06.2017 02:30

War es krank noch Wochen nach einem Streit in einem selbst geschusterten, neuen Zuhause zu wohnen? Wahrscheinlich. Aber bisher hatte keiner etwas gemerkt oder wollte es nicht merken, so kurz vor dem Abschluss, in der heißen Phase des Turniers - da wollte keiner mehr Ärger und Gedöns als nötig. Wahrscheinlich.
Außerdem.... hörte ich jedes Mal wenn ich Lorcan sah diesen Satz wieder in meinem Kopf.
Ich will dein Gesicht nicht sehen.
Und ich sorgte dafür, dass er es nicht sehen musste.... mir war klar, dass ich ihn sehr verletzt hatte. Er hatte nur keine Ahnung wie sehr ich mir selbst damit weh getan hatte. Nicht nur, dass ich ihm gesagt hatte, ich hätte ihn ausgenutzt, aus egoistischen Gründen. Angelogen hatte ich ihn, ohne, dass er es wusste. 

Den Kopf voller schwerer Gedanken schmiss ich mich auf einen der Wandteppiche, die ich von der Wand geholt hatte, wickelte mich in meine Decke und drückte den Kopf ins Kissen. Und unter Gedanken an Malta.... an Küsse.... und der verdammten Sehnsucht einfach wieder mit Lorcan im Schlafsaal auf dem Bett zu liegen und über Sex und Mädchen zu reden.... schlief ich ein.

Erst ziemlich unbequeme Stunden später spürte ich instinktiv, dass irgendetwas nicht stimmte. Gegen die Dunkelheit blinzelnd stemmte ich mich hoch, keuchte verschlafen und weil mir der Rücken weh tat und ließ den Blick schweifen, bis ich etwas Warmes an meiner Hand spürte.
"Lumos.", flüsterte ich und mein Zauberstab neben dem Kissen begann zu Leuchten.

Das aufkommende Licht erhellte das Gesicht neben mir im ersten Moment so hell, dass ich dachte.... wirklich glaubte ein Geist hätte sich zu mir gelegt. Aber als es sanfter wurde... und ich sah wie mein bester Freund, mein Brocan.... so traurig obwohl er schlief zu mir ran robbte, weil ich nicht mehr bei ihm lag..... da brach mir das Herz. 
Ich hörte das Knistern in seiner Hand und erkannte warum er hier war. Er hatte das Foto gefunden, das ich ihm unters Kissen geschoben hatte. Tränen stiegen mir in die Augen, weil ich wusste... spürte, dass ich alles kaputt gemacht hatte. Aber ich durfte nicht weinen. Ich durfte nicht weinen, sonst wachte er auf.
So leise wie möglich legte ich mich wieder hin, mein Gesicht seinem zugewandt und regte mich nicht. Wenn er aufwachte würde er wieder verschwinden, ich fühlte es. Das hier war kein HappyEnd, es war ein Moment. Und ich durfte ihn nicht schon wieder kaputt machen.

Fest presste ich die Lippen zusammen um keinen Laut zu machen.
Sah sein Gesicht an, erinnerte mich an all diese Dinge, die wir schon miteinander geteilt hatten.
Und weinte still. 

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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 18.03.2017 22:10

Ich sah ihm nach. Genauso stumm wie ich es während seiner Worte gewesen war. Genau so reglos. Genauso versteinert innerlich. 

Nichts Anderes als seine Reaktion hatte ich erwartet. Nichts. Und es war richtig wie er reagierte. Wie sollte man sonst mit so viel Selbstsucht umgehen? Bei seinem besten Freund. Das war der Grund gewesen nichts zu sagen, still zu bleiben und zu hoffen, dass wie durch Zauberhand alles gut würde, einfach so. Aber so lief diese Welt eben nicht. Und ich hatte es sagen müssen. Weiter anlügen konnte ich ihn nicht... aber war nicht auch das gelogen? Warum konnte ich nicht reinen Tisch machen?

Dass ich schwul war, dafür schämte ich mich nicht. Es ging nur niemanden etwas an außer mir. Damit hatte ich es immer begründet. Und als ich soweit war kam der Fanclub und brachte mich dazu weiter zu lügen, um keine Manie ausbrechen zu lassen.
Und dann kam Lorcan und gestand es mir.
Seitdem ging es eben nicht mehr nur mich etwas an.

Ich senkte den Blick als ich Lorcans Schritte nicht mehr hörte und schluckte schwer. Es passierte genau das wovor ich Angst gehabt hatte. Er ging... und wollte mich nicht mehr sehen. Mein Herz stach so sehr, dass ich spürte wie ich weinen wollte... aber nicht konnte. Sein Stottern klang mir in den Ohren. Ich konnte kaum atmen.

Ich will dein Gesicht nicht sehen.


Natürlich. 
Es musste so kommen.
Ich war darauf gefasst gewesen.
Aber das änderte nichts daran, dass etwas starb in mir. Genau jetzt... für immer.

Um irgendetwas anderes zu spüren als das biss ich mir auf den Fingerknöchel und starrte aus dem Fenster. Was ich tun sollte, was ich denken oder fühlen sollte, das wusste ich nicht. Genau wissen tat ich nur eins: Ich würde seinen Wunsch respektieren egal wie sehr es schmerzte. Heute Nacht würde ich hier oben bleiben. Morgen nur im Schlafsaal holen was ich brauchte während er in der Klasse saß.
Und aus seinem Sichtfeld verschwinden.  
Solange er das wünschte.

Und wenn das für immer bedeutete..... dann..... war das so.

Zum ersten Mal im Leben.... kam mir alles sinnlos vor.



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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 07.03.2017 15:48

Mann, ich redete mich immer weiter und weiter in dieses Wirrwarr hinein und versuchte doch eigentlich hier alles zwischen Lorcan und mir wieder klar zu machen. Wieso bekam ich dieses Jahr so absolut nichts auf die Reihe..? Weil es an der Zeit war? Weil ich doch eigentlich nicht lügen wollte und es keinen Grund gab außer... außer dem Wissen, dass meine ganze Familie ein Fass draus machen würde, alle außer mir. Und Lorcan wahrscheinlich. Lorcan war... das herzlichste Wesen, das ich kannte.
Ihn so verstört und erschüttert zu sehen stach mir ins Herz, so tief, dass ich dachte ich müsste jetzt einfach tot umfallen...
Es war nicht fair von mir. Das alles nicht. Ihn anzulügen. Ihm... so sehr weh zu tun. Egal ob da zwischen uns etwas gewesen war oder nicht.

 

Ich öffnete die Lippen um schnell zu erwidern, seine Fragen zu beantworten, mich gleichzeitig innerlich zu schlagen für das was ich tat, aber da zog er mich an sich und alles in mir fiel zusammen wie die Kartenhäuser, die wir immer zusammen gebaut hatten. Ich fühlte seinen warmen Körper, der sich an mich drückte und seinen Atem auf der Schulter als er sich entschuldigte. Nur froh war ich, dass er nicht sah wie ich schmerzlich das Gesicht verzog.
Ganz langsam legte ich die Arme um ihn und hielt ihn fest.

"Lorcan, ich.... was wenn ich doch so bin?", fragte ich ihn. Wenn ich selbstsüchtig war? Wenn ich ihn nur geküsst hatte damit... er was? "Als du zu mir gekommen bist, da hätte ich dich pushen sollen. Aber ich bin eifersüchtig geworden. Du bedeutest mir so viel... ich... hatte das Gefühl, wenn ich zulasse, dass du einen Jungen... na ja... anfängst einen Jungen zu lieben, einen Freund hast... dann wäre ich überflüssig. Du würdest mich vergessen und deswegen... hab ich versucht dieser Junge zu sein. Dein... Freund. Verstehst du?"
Wenigstens ein bisschen wurde meine Brust leichter, weil es zum Teil einfach stimmte, von Neigungen ganz abgesehen. Ich war auf genau diese Art selbstsüchtig gewesen und konnte es endlich zugeben. Ich suchte Lorcans Blick, nur um meinen doch wieder schuldbewusst zu senken.
"Aber ich bin das nicht. Ich kann es nicht sein. Ich hab dich irgendwie an mich binden wollen und das war... scheiße von mir. Und ich schwöre dir, ich werd dich nie wieder so bedrängen, werd dich unterstützen ob es jetzt ein Mädchen ist oder Junge oder eine verdammte Kuckucksuhr, die du liebst, weil..."

Ja, weil? Nicht aus Schuld. Nicht aus Scham. Sondern weil das endlich mal das Richtige wäre.
"Weil ich einfach nur will, dass du glücklich wirst und das ist alles was wichtig ist.", schloss ich ab und atmete schwer aus.

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Re: Musikzimmer im Ostturm

von Thorn am 22.02.2017 00:17

So wie er war... meine Güte, gab es eigentlich einen Weg ihn nicht lieb zu haben? Innerlich seufzte ich sanft auf als er sich so an mich kuschelte. Lorcan Scamander. Ich hörte, wie mein Dad es sagte, er hatte diese bestimmte Art den Namen auszusprechen. Als wüsste er Dinge, von denen wir keine Ahnung hatten. Als Kind hatte ich das auch geglaubt, heute irritierte es mich mehr.
Lorcan Scamander, ja, ja...
Es klang nie negativ, natürlich nicht, Dad liebte die beiden Twins. Genau wie Mum. Genau wie ich. Aber da war dieser kleine Funken... Wissen. Was wissen? 

Er schluckte als ich ihn so fragte. Und ich fühlte mich noch immer nicht unruhig. Nur... einen Hauch realistischer als zuvor. Konnte ich ihm tatsächlich so sehr weh tun, damit, dass ich ihm sagte, dass ich ihn lange, lange, lange Zeit belogen hatte? Oder.... würde ich ihn mehr verletzten, wenn ich ihm ehrlich sagte, dass das im Sommer.... wahr gewesen war?
"Ja...", sagte ich deswegen.... sehr leise. Und traf eine Entscheidung, die mir schwerer fiel als alles bisher. "Das in Malta, Lorcan.... du weißt, ich hab die paar Wochen da viel, ziemlich viel gesoffen. Dass das alles so entgleist ist, das war meine Schuld. Ich war verwirrt... und verunsichert. Und nicht ganz klar im Kopf."

Beschämt senkte ich den Blick und biss mir auf die Zunge. Mann... jedes Wort schnürte mir mehr die Luft ab. Aber es musste sein. Egal wie sehr ich an Lorcan hing, ich durfte das hier nicht weiter laufen lassen. Dieses Ungewisse, das da zwischen uns schwebte. Ein Kuss... zwei Küsse.. diese enorme Nähe, die so anders gewesen war. Ich durfte nicht zulassen, dass meine Verlustängste alles zerstörten, was wir hatten.
"Es war schön, das... das will ich dir sagen. Es war sehr schön.", beteuerte ich ehrlich und sah ihn bittend an. "Ich will nur nicht, dass es uns für immer im Weg steht. Du bist mir das Wichtigste auf der Welt, Lorcan. Ich will dich nicht verlieren wegen... weil... ich und mein überhitzter Schädel dachten... vielleicht... würde es das besser machen."

Fly the ocean in a silver plane. See the jungle when it's wet with rain. Just remember till you're home again.
Thornii-Siggi_von_Juelie.gif
And I'll be so alone without you, maybe you'll be lonesome too. Just remember when a dream appears: You belong to me.

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