Search for posts by Freyja

Search found 10 matches:


Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread XIV

from Freyja on 09/10/2018 09:51 PM

Ich störte hier irgendwie, das merkte ich durchaus; es war nicht wie das letzte Mal in meinem Wohnzimmer, wo er einfach sehr verlegen gewesen war, als Fremder mich in meinem eigenen Haus zu überraschen. Es war auch nicht, dass er nicht richtig zu wissen schien, was er denn mit mir so reden sollte bzw. wie viel man so mit der Frau seines Lehrers reden konnte, wenn man sich überraschend auf der Straße traf. Es war etwas anderes... aber ich konnte es nicht benennen, ich wusste nur, wie mir selbst mehr und mehr unangenehm wurde, je länger ich hier vor den Müllkontainern stand und mir gegen den frischen Wind die Weste zuhielt und die Arme fest um mich geschlungen hatte.
Automatisch richtete sich mein Blick der Bewegung folgend nach unten, als Billy den Sack los ließ, vielleicht war auch eine Ausweichreaktion, damit ich ihn nicht die ganze Zeit ansah, sich noch unwohler fühlen ließ.
Seine Erklärung klang schlüssig, es war nichts, was in einem Argwohn erweckte, und ich würde nicht sagen, dass ich ihm nicht glaubte.... Trotzdem. Trotzdem war irgendetwas nicht mit ihm in Ordnung.
Wieso ich mir da so sicher war...? Wieso ich eigentlich überhaupt auf ihn zugekommen war, anstatt ihn einfach nur zu grüßen oder höchstens Arn darauf anzusprechen, dass ich Billy gesehen hatte..? Es war ja nicht so, als hätte ich nicht etwas vor und dann Zuhause noch genug zu tun... Dennoch stand ich jetzte hier, auf meiner Stirn kräuselten sich nach und nach Falten, während mir der Junge vorkam, als würde er am liebsten sofort weglaufen, um nicht mehr mit mir sprechen zu müssen.
Vermutlich sollte ich weiter gehen, ihn seine Arbeit machen lassen; ich hatte ihn gefragt, Hilfe angeboten, er wollte sie nicht oder ich bildetet mir nur etwas ein und er brauchte sie einfach nicht.
Aber ich konnte nicht einfach umdrehen und weg gehen.
"Oh... Du hast da.... an der Stirn...", stopslte ich, als ich doch die letzten Schritte machte, nachdem ich den Fleck bemerkt hatte. Ich war mir nicht ganz sicher, aber es sah aus wie Blut, als hätte er es mit dem Finger verwischt. "Hast du dir weh getan, Billy?", fragte ich besorgt und wollte nach seiner Hand greifen, um nachzusehen. Mein Blick war dabei fragend. Ich war nicht hier, um mich vorsätzlich in Dinge einzumischen, die mich ganz und gar nichts angingen... Ich machte mir Sorgen, ich hatte das Gefühl, ich durfte nicht gleich einfach mit den Achseln zucken und ihn hier alleine lassen. Das gab mir aber noch kein Recht, ihn wie ein kleines Kind zu behandeln... ich kannte ihn nicht.
Unbewusste machte ich noch einen kleinen Schritt mehr auf ihn zu und ich hätte nicht nach unten geblickt, wenn sich der Boden unten meinem Schuh nicht plötzlich so schmierig angefühlt hätte.
Billy hatte einen Müllsack hier raus geschleppt, es war wahrscheinlich nur igrendeine Brühe, die sich nun mal sammelte... Aber das war es nicht... dafür war es zu dunkel, zu zäh.... und ich war nicht nur für ein paar Tage romantischen Urlaub in Island gewesen... ich wusste, wie stockendes Blut aussah...

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread XIV

from Freyja on 03/04/2018 11:18 PM


Pan & Freyja

~~*~~




komme von hier


Ich machte noch ein paar Schritte zurück, um besser sehen zu können, wer da stand... Nein, ich hatte mich nicht getäuscht, der schmale Umriss in dem schwachen Licht des Hinterhofes gehörte tatsächlich zu Billy. Dem netten Jungen aus der Nighthunterschule, dem sich Arn angenommen hatte.
In der Bewegung inne haltend stand er mit einem Müllsack da und sah mich an wie ein Gespenst.
Wie bei unserer ersten und bisher einzigen Begegnung schien er .... nervös, als würde er sich nicht wohl fühlen.
"Billy...", sagte ich nochmal und lächelte ihn an. Fröstelnd schlang ich die Arme etwas enger um meinen Körper, sah mich um, aber entschied dann, einfach zu ihm zu gehen.
Als er antwortete, spiegelte sich in seiner Stimme die Unruhe aus seinem Blick und seiner Haltung wider...
Ein paar Schritte vor ihm blieb ich stehen, immer noch lächelnd.
"Ach, ich wollte nur..." Ich deutete zurück auf den Gehweg und vage in die Richtung, in der der Eingang des Hotels sein musste, sprach aber nicht zu Ende.
"Aber... du sagst es, es ist schon etwas spät.... Was ehm...? Arbeitest du hier? Neben der harten Ausbildung?", fragte ich ehrlich überrascht über den Umstand, ihn hier zu treffen. Und vielleicht hörte man auch etwas Entsetzten heraus, dass er scheinbar diese zusätzliche Arbeit hatte... die Academy war doch schon Herausforderung genug.
Mein Blick schwenkte von seinem Gesicht kurz auf den Müllsack, den er bis eben noch gehalten hatte. Ziemlich groß und voll.
Ich hatte nicht gedacht, dass ich ihn noch einmal treffen würde, und wenn es auch jetzt unter unerwarteten Umständen war, freute es mich doch. Er war ein liebes Kerlchen und irgendwas hatte er an sich, dass ich ihn sofort gemocht hatte.
Ich hingegen schien ihn .... irgendwie einzuschüchtern. Auf jeden Fall war er immer noch - und wie in unserem Wohnzimmer vor knapp einer Woche schon - angespannt.
Vielleicht... Er strengte sich so an für die Academy... Ich wusste, wie hart es dort war. Und er war unter der Woche spät abends in dem Hinterhof eines Hotels und entsorgte Müll?
Mein Blick wurde etwas ernster, wenn auch deshalb nicht weniger freundlich.
"Billy, ist alles in Ordnung? Kann ich dir... irgendwie helfen...?"
Hatte er Schwierigkeiten? Mit Mitschülern oder zu Hause...? Ich wusste nicht, ob überhaupt und inwieweit ich mich einmischen sollte... oder wie? Immerhin kannten wir uns kaum...
Aber das war kein Grund, nicht wenigstens zu zeigen, dass man zumindest ein offenes ohr anzubieten hatte und mehr, wenn nötig.
Ich sollte Arn wirklich danach fragen, wie es so voran ging, ob er etwas wusste, Billy vielleicht etwas in die Richtung gesagt hatte.

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Freyja on 08/31/2017 09:13 PM

Das Lächeln des Jungen ließ ihn noch kindlicher wirken, was nicht mehr so ganz zu den langen, dünnen Armen und Beinen passen wollte. Ihm sah man wie allen in seinem Alter an, dass sich gerade so vieles veränderte. Man musste gefühlt alles hinter sich lassen, um jemand neues zu werden. Es war nur normal, dass man die Schule dann nicht immer auf die Reihe bekam – ich wollte mir nicht vorstellen, welch ein Druck noch zusätzlich auf den Jugendlichen lastete, die auf die Academy gingen. Sie waren noch viel zu jung, um wirklich zu verstehen, was das bedeutete, wenn sie dort hingeschickt wurden ... selbst, wenn viele Kinder aus Jäger-Familien stammten ... Ich war auch keine Anwältin geworden, nur weil meine Eltern das waren und meine Großväter und meine Cousine.

"Billy, dafür musst du dich doch nicht entschuldigen. Dafür sind die Trainer da, dass sie euch helfen. Glaub mir, Arn sieht das genau so. Ich bin mir sicher, er hilft dir gerne."
Und es war schließlich auch sein Beruf. Nicht unbedingt, ein Lehrer zu sein, aber zu helfen. Und er war ein guter Jäger und ein noch besserer Mensch, mein Mann, er würde den Jungen nicht einfach so sitzen lassen. Er wusste so gut wie ich, dass es wichtig war, da zu sein, wenn man gebraucht wurde. Billy zeigte schon sehr viel Reife, in dem er nicht zögerte, um Rat zu fragen, wenn er ihn wirklich brauchte.
"Wenn er nicht vor hat, den ganzen Tag in der Dusche zu bleiben", meinte ich noch lachend und nickte anschließend mit einem "Okay", nachdem Billy ein Frühstück höflich abgelehnt hatte. "Und du störst ganz sicher nicht ..." Er war nicht wegen mir hier, ich kannte ihn nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass ich ihm trotzdem auch helfen wollte. Sofern ich konnte.
Wie in seinem Lächeln zuvor lag auch darin, wie er wieder über die Buchseiten strich, etwas Schweres ... Trauriges.

Man lernte es und auf dem Platz im Hörsaal, wenn man es zum wiederholten Male gesagt bekam, wollte man mit den Augen rollen, weil es doch logisch war. Und dann stand man Jungs wie Billy gegenüber und stellte fest, wie schwer es eigentlich war. Das richtige zu sagen und zu tun, wenn man die Kinder nicht wirklich kannte.

Schmunzelnd nickte ich halb. "Professorin bin ich nicht ... ich weiß auch nicht, ob ich eine werden will ... nicht, dass ich Arn dann zu eingebildet bin", gab ich zurück und zwinkerte ihm zu, um ihn ein bisschen die Unsicherheit zu nehem. "Also, Lehrerin ist nicht so falsch. Ich mache ja eigentich nicht wirklich was anderes – nur vor mehr Leuten, die älter sind als die Kinder in der Schule", stimmte ich dann schulterzuckend zu.
Grinsned nahm ich wahr, wie sich seine Miene leicht aufhellte, als er anfing, von Dickens zu sprechen. Das war diese ehrliche Freude an den Geschichten, diese Begeisterung, die zu oft nur Kindern zugeschreiben wurde, weil die Erwachsenen sie sich austreiben ließen. Meinen Studenten wollte ich ein Beispiel sein, dass es nicht so kommen musste. Und Billy auch.
"Ja, Dickens hat schöne Geschichten geschrieben, mit seinen Texten arbeite ich oft in Seminaren, da sind die Gruppen kleiner und man kann besser darüber sprechen. Darüber, was jeder einzelne in ihnen sieht, wie sie jeder anders verstehen kann. Es gibt nämlich gar nicht die Art, ein Buch oder ein Gedicht zu lesen. Es gibt nur deine Art."
Ich legte leicht den Kopf schief, als er nachdenklich in dem Buch blätterte, als könne das seine Gedanken sortieren, wieder alle Wörter, die er gelesen hatte, zurück holen und damit auch das Gefühl, das sie einem gaben. Es war nicht verwunderlich, dass er mit Worten rang; dann hatte er wirklich gelesen.
"Ich weiß, was du meinst ...", sagte ich also nur und lächelte wieder.

Ich hatte gehofft, Billy würde wenigstens das Angebot annehmen, dass wir uns setzten, ich kam mir doof vor, ihn so im Wohnzimmer stehen zu lassen, deshalb hatte ich die Idee, Arn mit Frühstück zu überraschen, auch schon lange verworfen. Dass ich da war, musste dann eben genügen, den Rest machten wir eben später zusammen. Es war ja Zeit.
Aber der Junge hatte es plötzlich ganz eilig, ich hatte ein schlechtes Gewissen, Bedenken, etwas Falsches gesagt zu haben, weil er sich schon wieder dafür entschuldigte, dass er hergekommen war ... Ich konnte kaum etwas erwidern, da war er mit den letzten Worten im Flur und unterwegs zur Tür. "Aber ... Billy ..." Ich ging ihm nach, blieb wie er einen Augenblick stehen, da rief Arn aus dem Bad meinen Namen, ganz überrascht, mich zu hören.
"Ja, ich bins", antwortete ich und drehte mich dabei Richtung Treppe, nur ganz kurz, aber als ich mich wieder zu dem Jungen wandte – war er schon nicht mehr da.

 

 

~~~~*~~~~

 

eine Woche später
abends, Hotel Falcon Grand

 

"Na super ...", murmelte ich etwas genervt und stackste weiter die schwach beleuchtete Gasse entlang. Ich hätte mir doch ein Navi holen sollen ... oder davor den Weg genauer nachschauen ... Genau genommen war ich ja eigtenlich richtig gefahren ... ich hatte nur einen kleinen Fehler gemacht und das Hotel selbst angesteuert, nicht einen Parkplatz in der Nähe, denn den für die Gäste konnte ich ja schlecht benutzen, da wurde kontrolliert. Dann hatte ich also erst einmal eine halbe Ewigkeit suchen müssen ... Wäre ich nicht schon mit dem Auto unterwegs gewesen, hätte ich die U-Bahn nehmen können ... Aber nun gut, jetzt war das Fahrzeug geparkt und ich hatte so eine grobe Idee, wie ich zum Hotel kam. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Arn zu fragen ...

Einfach aus der Gegebenheit heraus, dass ich regelmäßig zu Hause war und Arn oft länger auf Missionen unterwegs – und auch, weil ich ein bisschen besser darin war, in all die Unterlagen Ordnung zu bringen - hatte ich mich die Tage mal wieder daran gemacht, Rechnungen abzulegen und mich um den ganzen Kram zu kümmern. Das war nicht sehr spannend, aber musste getan werden und dann nutzte ich eben meinen freien Tag dazu.
Dabei war mir aufgefallen, dass Arn, seit er Ivar in diesem Fall half, öfter und mehr Geld als sonst abgehoben hatte. Der einzige Ort, von dem ich wusste, dass er ihn wegen dieser Sache immer wieder aufsuchen musste, war dieses Hotel.
Also, vielleicht sollte ich ihn darauf ansprechen ... aber er schien in letzter Zeit sehr gestresst zu sein, er hatte einen anstrengenden Job und half trotzdem noch Billy nebenbei ... ich sollte morgen mal fragen, wie er sich denn so machte.
Ich wollte nicht, dass Arn dachte, ich würde ihm nicht vertrauen, aber ... es war doch etwas seltsam, dass er mir nicht erzählt hatte, wofür er das Geld brauchte. Es war schließlich nicht nur ein Mal gewesen ... Ich wollte mich hier einfach nur mal umsehen, mehr nicht. Und morgen würde ich ihn fragen.

Als ich um die Ecke bog, teilte mir ein Schild mit, dass der Hinterhof, der sich jetzt vor mir befand, zum Hotel Falcon Grand gehörte und mit Kameras überwacht wurde. Unbefugte ließen es also am besten schön bleiben, einfach so da herum zu spazieren.
Für mich war das ein Zeichen, dass ich doch nicht ganz so orientierungslos war, wie ich dachte, und ich ging den Weg daneben entlang, bis ich irgendwann zum Eingang kommen würde.
Der Hinterhof lag fast schon wieder hinter mir, da hörte ich ein Rascheln.
Mit gerunzelter Stirn trat ich wieder einige Schritte zurück, meine Weste hatte ich mir etwas fester um den Oberlörper geschlungen, da die Luft ziemlich abgekühlt war ... hier befanden sich große Müllcontainer. Wahrscheinlich brachte nur ein Angestellter einen Müllsack raus.
Ich wandte mich schon wieder um, als ich im Augenwinkel einen schmalen Jungen erkannte. Er trug keine Arbeitskleidung und Hose sowie Pullover waren ihm zu groß ...
"Billy?", fragte ich ungläubig in das letzte Dämmerlicht hinein.

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Freyja on 08/22/2017 09:12 PM

So erstarrt wie der Junge da stand, musste er sich wesentlich mehr über meine Anwesenheit erschreckt haben als ich mich über seine. Es wirkte beinahe als würde er sich vor mir fürchten, mit bösen Worten rechnen und ich bereute es, dass ich es nicht einfach bei einem Hallo belassen hatte. Das wäre weniger verunsichernd gewesen für jemanden, der früh morgens in einer fremden Wohnung stand.
Beim Näherkommen musterte ich ihn und blieb an seinen verkrampften Fingern hängen, die sich Halt suchend um das Buch klammerten, so dass die Knöchel unter der sowieso schon blassen Haut weiß hervortraten.
Mit meinen nächsten Fragen versuchte ich, so offen und unverfänglich wie möglich mit ihm zu sprechen, um die Situation zu entspannen. Jedoch musste ich zugeben, dass mich seine Reaktion ein wenig verunsicherte. Mein allerletzter Gedanke war, jemanden zu verschrecken, aber genau das tat ich bei dem Jungen gerade, ich hatte noch nie einem Blick wie seinem gegenüber gestanden.
Er traute sich kaum, mir zu antworten, bis ich nach seinem Namen fragte, der kam ihm sofort über die Lippen.
"Freut mich, Billy."
Mein besorgter Blick wich einem Lächeln, als ich ihm die Hand hin hielt. Es blieb aber nicht sehr lange – er musste sich verschluckt haben und hüstelte ein wenig, machte einen Schritt zurück, bevor ich ihm etwas auf den Rücken klopfen konnte. Unruhig sah er sich um und dann fand er plötzlich seine Stimme wieder, die ihm der Schreck gestohlen hatte.
Verstehend nickte ich und lächelte ihn wieder an; diesmal blieb es auf meinen Lippen.
"Ich denke, das geht sicher in Ordnung." Er machte sich also Sorgen darüber, dass er es in der Academy nicht schaffen würde, weil er kein Muskelpacket war wie so manch andere. Und um sich bessern zu können, machte er sich sogar um diese Uhrzeit auf den Weg zu Arn.
"Aber ... ich bin mir sicher, du brauchst dir nicht so große Sorgen machen, Billy. Du bist noch jung und jeder ist in etwas anderem gut, du hast nicht umsonst einen Platz in der Academy bekommen. Worüber ich mir mehr Gedanken mache, ist, dass du dafür extra so früh gekommen bist ... das wäre doch nicht nötig ... und dann ist Arn ja noch nicht mal richtig wach gewesen und lässt dich jetzt warten ..."
Lachend schüttelte ich den Kopf. Das war wieder typisch für ihn ... wenn er auch nicht wirklich etwas dafür konnte. Morgens brauchte er manchmal einfach ein bisschen, bis er ganz bei sich war.
"Ein glücklicher Zufall, dass ich früher gekommen bin – kann ich dir Frühstück anbieten?", meinte ich und deutete hinter mich zurück in die Küche, wo meine Einkäufe noch auf der Anrichte standen; es wäre gleich etwas gemacht für ihn.

Auch, wenn ich das Gefühl hatte, dass er nicht mehr ganz so schrecklich überfordert war, blieb er einfach stehen, hielt mir stattdessen das dünne Buch hin, entschuldigte sich, dass er darin gelesen hatte.
"Das ist schon in okay, wenn Arn dich hier alleine warten lässt, musst du dir doch irgendwie die Zeit vertreiben", winkte ich ab und freute mich zu hören, dass sich jemand Junges wie Billy für Gedichte interessierte. Selbst an den Universitäten gab es genug, die da anders waren.
"Neugierde ist eine gute Eigenschaft ... Gefällt es dir denn, was sie geschrieben hat? In meinen Stunden lese ich den Studenten oft Remember vor." Allein mit dem Titel des Gedichts hatte ich den ersten Vers im Ohr. Ich konnte es schon lange auswendig.
"Es ist sehr schön und nicht zu lang -", ich lachte belustigt, "Nicht anders als in der Schule, kurze Sachen kommen besser an."
Wieder betrachtete ich den schmächtigen Jungen vor mir, er wirkte immer noch angespannt und als würde er sich unwohl fühlen.
"Komm, setzen wir uns doch aufs Sofa, hm?", sprach ich ihm zu und ließ ihm den Vortritt.
"Und du kannst Freyja zu mir sagen, ja?"

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Freyja on 08/02/2017 04:41 PM

"Danke, Sir, einen schönen Tag noch", verabschiedete ich den Taxifahrer, der mich vor der Haustür abgesetzt hatte.
Mein Abend war schön gewesen, aber ich hatte kurzfristig einen Auftrag der Universität bekommen ... weshalb ich etwas früher als eigentlich geplant wieder nach Hause fahren musste. Es war zum Glück nichts, was schon heute oder morgen fertig sein sollte, aber schob meine Arbeiten nicht gerne vor mir her.
Arn hatte ich nicht gesagt, dass ich schon auf dem Weg war; er war zu Hause geblieben und ich wollte ihn überraschen.
Die Zeit hatte ich mir genommen, noch kurz einzukaufen, Beeren und Eis zu Wafflen und Pfannkuchen, die ich für uns machen würde. Das hatten wir schon lange nicht mehr gemacht und ich lächelte verträumt bei dem Gedanken daran, wie er mit verwuschelten Locken, die rot im Sonnenlicht leuchteten, mir gegenüber in der Küche saß. Die süßen Reste des Frühstücks würde ich ihm dann von den Lippen küssen.
Während das Taxi wieder abfuhr, drehte ich mit meiner Weste, der braunen Einkaufstüte und meiner Handtasche auf dem Arm ganz langsam den Schlüssel im Schloss. So voll bepackt war es gar nicht so einfach, sich in die Wohnung zu schleichen, mir kippte beinahe der ganze Einkauf vom Arm. Nachdem ich die Tür wieder geschlossen hatte, lauschte ich, ob Arn irgendwo war und hoffte, ihn nicht "Hallo, Schatz!" rufen zu hören. Aber es prasselte leise aus dem Badezimmer und ich grinste in mich hinein - perfektes Timing.
Schnell schlüpfte ich aus den hohen Schuhen, flitzte auf leisen Sohlen in die Küche, um mich dort gleich an die Arbeit zu machen.
So leise wie möglich suchte ich Schüsslen zusammen, stellte sie vor mir auf die Küchentheke ... dann sah ich auf. Ich konnte von hier aus direkt ins Wohnzimmer sehen und da stand jemand und sah zurück.
Ein schmaler Junge, dunkle Haare, zu große Kleidung - er hielt ein Buch in der Hand, das er aus dem Regal hinter sich rausgezogen haben musste. Er war sehr jung, fast noch ein Kind.
Mein Blick wurde fragend, forschend; aber ich lächelte freundlich. Ich strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und ging um die Anrichte herum, Richtung Wohnzimmer.
"Guten Tag ... ich nehme an, es gibt einen Grund, weshalb du in unserem Wohnzimmer bist?", meinte ich etwas direkt, aber nicht provozierend. Es schien ihm augenscheinlich sowieso schon unangenehm zu sein.
Wenige Schritte vor ihm blieb ich stehen und versuchte, den Titel des Buchen zu lesen.
"Ah ...", sagte ich dann und lächelte, "Magst du Gedichte?"
Ich war bemüht, ihm nicht irgendwie das Gefühl zu geben, dass er nicht willkommen war. Auch, wenn er in einem meiner Bücher gelesen hatte, war er sicher wegen Arn hier - der hatte ihn ja schließlich rein gelassen.
"Wie heißt du denn?"

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread IV

from Freyja on 07/31/2017 05:29 PM

>>>>>>>>>>>>>>>> Cut  

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread IV

from Freyja on 07/11/2017 04:36 PM

Na also, er hatte meinen Blick bemerkt und richtig interpretiert, das war nicht schwer zu erraten, als er die Geste erwiderte. Es kribbelte mir den Rücken hinunter, wie ich so von ihm gemustert wurde. Während wir uns die Hand schüttelten, sah ich ihn ein bisschen unter den Lidern heraus blinzend an, übertrieben langsam von unseren Händen hinauf zu seinem Gesicht und lächelte chamrant.
Dass er mich augenscheinlich recht hübsch fand, würde es mir einfacher machen, ihn dazu zu bringen, heute Abend bei mir aufzutauchen. Das einzige größere Probleme, was vielleich auftreten könnte, war die Tatsachen, dass er meinen Mann kannte. Also, ein Problem für ihn. Robert wirkte auf mich wie der typischer Brite: freundlich, höflich, anständig. Auch von dem her, was ich schon über Arn erfahren hatte. Aber vielleicht war auch nur der professionelle Mr Bentley so und er war eigentlich ganz locker. Ich konnte keine verkrampften Liebhaber brauchen, die dachten, ich würde meinen Mann hinterrücks betrügen oder mir ein Kind unterschieben lassen wollen, damit ich in neun Monaten dann bei dem Fremden an der Tür klopfte und nach meiner Hochzeit verlangte ... Nein, geheiratet hatte ich schon. Einmal  - und das würde auch für die Ewigkeit so bleiben.
"Gerne doch, es scheint sehr wichtig zu sein - außerdem kenne ich meinen Mann, es war nur eine Frage der Zeit, bis er mal wieder etwas vergessen würde. Er muss ja auch seinen Durchschnittswert für das Jahr halten", erklärte ich lachend und gab Robert dann die Akte.
Dabei berührte ich ihn mit der anderen Hand bewusst an der Schulter, fixierte seine Augen und lächelte dabei.
Es gefiel nicht nur Frauen, ganz intensive Blicke auszutauschen, das machte sogar große, böse Schrankmänner schwach - oder vielleicht vor allem?
Mir war durchaus aufgefallen, dass er es recht schön hier drin hatte, fast ein kleines Wohnzimmer war hier noch mit integriert, aber der Bürofler war trotzdem nicht aus dem Zimmer zu kriegen.
Während er mich nach Tee fragte, ließ ich die Hand immer noch auf ihm ruhen, um dann kurz an seinem Oberarm entlang zu streichen, bevor ich sie zu meiner Antwort wieder weg nahm.
"Das ist sehr aufmerksam, vielen Dank - aber ich muss leider gleich wieder los. Ich würde mich jedoch freuen, wenn ich Sie heute Abend bei mir zu Hause empfangen darf - wenn Sie nicht anderweitig beschäftigt sind, natürlich. Wissen Sie was, Robert, ich schreibe Ihnen einfach schnell meine Adresse auf ...", meinte ich ganz direkt zu ihm, beugte mich neben ihm etwas vor, um auf einen Klebezettel Straße und Hausnummer unseres Appartments in London zu notieren.
"Bitte schön ..." Ich klebte den Zettel in die Mitte des Schreibtisches, dabei streckte ich mich sehr nah an ihm vorbei.
"Ich bin ganz ehrlich ...", begann ich dann zu erklären, die Förmlichkeiten etwas beiseite lassend, dabei stand ich direkt vor ihm, "Robert, ich kenne dich nicht sonderlich gut, aber wenn du nichts dagegen hast, werde ich heute Abend im besten Fall ein Glas Wein mit dir trinken, bevor ich dir dann den feschen Anzug ausziehe und wir ein wenig Spaß zusammen haben. Für den Fall, dass du dich entscheidest zu kommen ..."
Ich sah ihn noch einen Augenblick still an, nichts ließ irgendwelche Zweifel an meinem ernsthaften Angebot aufkommen und ich war mir bei dem Blick in seine Augen fast sicher, dass er darauf eingehen würde.
Dann machte ich einen Schritt zurück und wandte mich mit dem selben, freundlichen und unverbindlichen Lächeln zum Gehen.
"Ach, und wegen Arn brauchst du dir nicht den Kopf zerbrechen, der ist heute Nacht selbst nicht zu Hause ...", ließ ich dann noch fallen, als ich Mr Bentleys Büro verließ.

Reply Edited on 07/11/2017 08:55 PM.

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Zukunfts-Thread IV

from Freyja on 07/09/2017 05:04 PM

{ein Monat vorbei}
______

~ Wer? ~
Robert & Freyja

~ Wo? ~
Nighhunter Academy

~ Wann? ~
in ein bis zwei Wochen

~~~ * ~~~ * ~~~ * ~~~ * ~~~


Er wunderte mich nicht, dass die Leute hier ziemlich genau darauf achteten, wer ein und aus ging, und dass ich als Fremde ernst beäugt wurde. Ebenso vorher zu sehen war aber, dass mein Nachnahme bekannt war, und mir das alles einfacher machte. Ich gestattete mir einen kleinen Rundgang durch das Gebäude, in dem mein Mann kurzzeitig arbeitet. Es war sehr modern und groß - anders als in Island, wo ich auch schon so manches Mal etwas vorbei gebracht hatte. Daran hatte ich mich schon gewöhnt, dass Arn von Zeit zu Zeitmal was vergaß; er hatte aber auch viel um die Ohren. Das glaubte man anfangs gar nicht. Die Zwischenfälle mit Wesen hielten sich zwar soweit ich wusste einigermaßen in Grenzen, aber Nighthunter mussten trotzdem ausgebildet werde, Sachen und Personen überprüft und so weiter und so fort. Ich war Arn sehr dankbar, dass er mich ziemlich früh eingeweiht hatte in sein Leben, was sonst zu einem großen Teil ein Geheimnis für mich geblieben wäre.
Arn war heute mit einem Londoner Kollegen irgendwo in den Wäldern unterwegs und hatte vergessen, davor beim Leiter eine Akte abzugeben. Das übernahm ich jetzt. Danach würde ich durch die Stadt schlendern und dann vermutlich in eine Bar gehen. Mein Mann hatte schon angedeutet, dass er heute Abend nicht nach Hause kommen würde und hatte von einem Laden gehört, der als "gay club" bekannt war und würde mir das heute mal ansehen. Vielleicht ergab sich heute auch ein kleines Abenteuer für mich - das wäre dann das erste in London. Meinen Plänen entsprechend war ich auch etwas reizvoller angezogen - nciht billig, aber schon recht fesch.

Mit der besagten Akte in der Hand klopfte ich an Mr. Bentleys Bürotür und trat mit einem freundlichen Lächeln ein, nachdem er geantwortet hatte.
"Guten Tag - Sie müssen Robert sein. Ich bin Freyja Þorsteinsson, Arnaldurs Frau", stellte ich mich vor und reichte dem sichtlich älteren Mann die Hand. Ja, man merkte, dass er älter war, aber das hieß nicht, dass es ihm nicht stand. Es stand ihm sogar sehr gut. Er sah aus, wie ein ernster Mann, konzentrierte Züge, perfekt sitzender Anzug. Aber ich konnte mir vorstellen, dass er auch eine sehr weiche Seite hatte, wenn er lachte.
"Ich bringe eine Akte, die Arn eigentlich hätte überreichen sollen. Der Schussel hat das heute völlig vergessen ...", erklärte ich mein Auftauchen. Immer noch lächelnd, ging ich noch weiter auf ihn zu und verbarg dabei nicht, dass ich ihn aufmerksam musterte. Hmmm, hätte ich mich heute Abend in dem Club eingefunden, wäre ich vermutlich mit einer netten Dame nach Hause gegangen, aber gerade spielte ich mit dem Gedanken, ob es nicht eine bessere Idee wäre, sich einen Schulleiter zu schnappen. Robert gefiel mir. Und ich konnte mir gut vorstellen, ihn vor mir auf den Sofa liegen zu sehen. Mr. Bentley trug keinen Ring am Finger ... das war schon mal gut.
Ich trug auch keinen. Die Ehe mit Arn war nicht wie normale Ehen, ein Ring würde uns dabei ihm Weg stehen. Wir hatten Halsketten gewählt mit einem Anhänger, der ein verschnörkeltes Gebilde darstellte - ein Zeichen der ewigen, innigen Verbundenheit.
Mal sehen, wie er so auf mich reagierte ...


Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Profil vollständig

from Freyja on 07/08/2017 02:05 PM

schon zum dritten Mal diese Woche: Fertig

Reply

Freyja

32, female

  Schlickschlupf

Abgeschlossen Muggel Gut Professor Muggelschule/-uni Lady Angestellter an der London Universität Pro-Magie

Posts: 32

Re: Ich arbeite als ...

from Freyja on 07/08/2017 01:37 PM

Name: Freyja Þorsteinsson.
Alter: 29 Jahre
Beruf: Dozentin für Englische Literatur [zur Zeit an der University of London]

Reply

« Back to previous page