Ein kleines Turmzimmer

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Freddy
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Freddy on 03/02/2016 04:56 PM

Sein Lachen war ansteckend, sofort stieg ich mit ein. Wir saßen einfach nur da und lachten. Wenn in diesem Moment jemand hier herein gekommen wäre, hätte er uns wahrscheinlich für verrückt gehalten.
"Ja, das wäre verdammt traurig. Aber vielleicht sollte ich ein bisschen bei der Realität bleiben. Nur ein ganz winziges bisschen." grinste ich. Ich schaute ebenfalls aus dem Fenster. "Sag mal...Nur so aus reiner Interesse: Was ist denn so spannend da draußen? Ich meine es ist wunderbar, aber was fasziniert dich so?" fragte ich interessiert.
Er wurde rot. Ich tat so, als hätte ich es nicht bemerkt. "Was denn?" fragte ich vorsichtig. Hatte ich was falsches gesagt? Oder war er beleidigt, weil ich nicht verstanden hatte, was er meinte? Obwohl er nicht sehr beleidigt aussah.

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Ragnar
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Ragnar on 03/02/2016 05:16 PM

Er gab noch nie viel auf die Meinung anderer, besonders nicht, wenn er Spaß hatte. Was hatte denn die damit zu tun, die ihn für verrückt hielten? Hier herum zu sitzen, mit Freddy zu reden, zu lachen und nicht genau zu wissen, warum er ihn hin und wieder für so unglaublich niedlich hielt, das war allein seine Sache.
"Aber nur ein bisschen.", räumte er mit einem frechen Lächeln ein und warf Freddy einen heiteren Blick zu. Die Frage... war so einfach zu beantworten wie die Antwort kitschig sein würde. Er wusste das im voraus und die Röte, die er verbergen wollte wurde doch wieder etwas lebhafter. "Die Highlands...", murmelt er leise und zeichnet mit dem Finger über das Glas ihre Silhouette nach. "Berge wie diese kenne ich nur von Bildern. Oder aus Urlauben. Aber nicht als Heimat, als Wohnort. Sie sind wunderschön.. von oben muss das fantastisch aussehen. Das Grün, der Stein, der Wind, der durch die Täler fegt..", und bei diesen Worten fährt er den Weg ins Tal nach, zu spät erkennend, dass er sich mittlerweile aufgesetzt hatte, soweit nachgefahren war, dass sein Finger jetzt kurz vor Freddys Gesicht schwebte. So ist das, wenn man versucht kein Depp zu sein... man benimmt sich noch dreimal idiotischer. Deswegen blinzelt er erst verwundert in Freddys Gesicht, dann auf seinen Finger und zieht leise lachend den Arm wieder zurück. 
"Bei Merlins Knackarsch... und schon wieder nur Unsinn.", murrt er in sich hinein und streicht sich leicht überfordert das Haar zurück. 

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Freddy
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Freddy on 03/02/2016 05:51 PM

"Nur ein bisschen." bestätigte ich unnötigerweise. Ich hörte ihm zu und fuhr mit den augen seine Handbewegungen nach, bis er mir fast die Augen ausstach. Dennoch bewegte ich meinen Kopf keinen Millimeter. "Oh...Das ist aber schade. Weißt du, in Irland gibts auch keine so hohen Berge." sagte ich. Aber ich hatte keine Ahnung, wie hoch die in Luxemburg waren.
"Ich finde, Unsinn ist toll. Je mehr Unsinn, desto besser." grinste ich. Mal ehrlich, was gab es schöneres, als den größten Blödsinn in der Geschichte der Menschheit zu reden? Oder sich wie ein Idiot aufzuführen? Ich fands immer schöner hier oben.
"Merlins Knackarsch also?" fragte ich und lachte. "Diese Version von Merlin hab ich noch nicht gekannt." Wenn Merlin wüsste, was der alles kann und hat und macht. Ich glaube, der würde überhaupt nicht mehr klarkommen.

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Ragnar
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Ragnar on 03/02/2016 06:26 PM

"Irland..? Éire... ich kannte mal.. ein Gedicht. Viele.", lachte er ein wenig. Irland war eine Landschaft, in die er sich bisher nur in Bildern verlieben durfte. Ein Land, in dem selbst das Gras grüner war. So wunderschön. So weit und offen. Und er hatte dieses Faible mit seiner Mutter geteilt, die ihm schon als Kind irische Lieder vorsang. "Du... kommst von dort..?", fragte er vorsichtig, obwohl ihn das notfalls natürlich genauso dumm aussehen lassen würde.
Über Freddys Kommentar zum Unsinn konnte er nur wieder leise lachen. Auch über seine scherzhafte Nachfrage zur Floskel. Er versuchte die Verlegenheit spielerisch abzutun, die er empfand sobald er den Mund aufmachte und das war gleichzeitig süß, wie liebevoll von ihm. Freddys ließ ihm seine kleinen Spinnereien, sie schienen ihn sogar zu amüsieren und das gefiel ihm. Es machte ihm das Herz ein wenig leichter und auch lebendiger, angekommener. Für einen Moment muss er sich vorstellen wie glücklich der oder die sein musste, die oder der mit Freddy zusammen war. Und wie das wohl sein musste. Er war ein wenig verrückt, ein wenig taktvoll, ein wenig ernst und ein wenig verträumt. Das alles verpackt in dieses sanfte Gesicht.
Als ihm klar wird, dass er über diese Gedanken nur wie ein Fisch dagesessen war, ihn lächelnd angesehen und gemustert hatte, da wusste er, dass er nun völlig den Verstand verloren hatte. Mit einem fast schon entsetzten Gesichtsausdruck senkte er schnell den Blick. 

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Freddy
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Freddy on 03/02/2016 07:24 PM

"Du magst Gedichte?" fragte ich. Warum denn auch nicht? Wenn es ihm gefällt. Von mir aus gerne. "Ja. Aus Waterford. Ist sehr schön dort. Wir lebten direkt am Fluss." antwortete ich lächend. Ja, Irland war wunderschön. Die Landschaft dort war atemberaubend. Auch die Städte waren schön, aber die Landschaft war so gut wie unübertrefflich.
"Ich mag dein Lachen. Das ist so schön ansteckend." sagte ich. Moment! Was hatte ich gerade gesagt? Was, wenn ich ihn mit diesem Kommentar einen Grund zu gehen gegeben hatte? Es war zwar ein Kompliment gewesen, aber irgendwie hatte es sich so...anders angehört.
"Wirklich alles okay?" fragte ich ihn sicherheitshalber, als er den Blick von mir löste. So toll konnte er meine Haare dann auch wieder nicht finden. "Hab ich was im Gesicht?" fragte ich und strich mir hektisch darüber.

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Ragnar
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Ragnar on 03/02/2016 08:32 PM

Abwägend legte er den Kopf hin und her. Er hatte ein Faible für jede Art von Geschichten und Gedichten, aber das allzu laut heraus zu posaunen war wohl nicht gerade die klügste Idee. War es zumindest bisher nicht. Aber er schien nicht irritiert. So schenkte er Freddy einen neugierigen Blick. "Du etwa?"
Gerade dachte er darüber nach, ob der Ort Waterford für ihn ein Begriff war als er auch schon vom nächsten Satz überrumpelt wird. Freddy fand sein Lachen ansteckend..? Wie.. eine Krankheit? Oder hatte er jetzt doch einen Punkt im Englischen erreicht, den er nicht verstand? Er sagte, dass er es mochte. Und warum dachte er überhaupt so viel darüber nach? Unsicher kratzte er sich am Nacken und versucht so selbstsicher wie möglich zu lächeln. "Ich... ähm.. danke..?", versuchte er es mehr schlecht als recht. Wieso war er heute Abend nur um alles Gesagte so verlegen... und alles nicht gesagte noch mehr. Vielleicht dachte er wirklich zu viel nach. Mit einer kleinen, frechen Idee und einem ebensolchen Grinsen funkelte er schließlich zu Freddy hinüber und setzte ein verspielt nachdenkliches Gesicht auf. "Wenn du mich so fragst, dann.... ja. und zwar genau.. da!", spöttelte er und war mit einem Ruck vorgeschnellt um Freddy einen nicht vorhandenen Fussel von der Wange zu schnippen. Es war nicht fest, mehr neckend, einwandfrei nicht ernst gemeint; nur ein Versuch die verschachtelte Situation wieder etwas zu lockern. Und so lacht er einfach über das verblüffte Gesicht vor sich. 

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Freddy
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Freddy on 03/02/2016 09:03 PM

Ich überlegte. Mochte ich Gedichte? "Nun, es ist irgendwie so eine Art Hass-Liebe. Einerseits mag ich sie und andererseits finde ich sie meistens übertrieben schnulzig." stellte ich klar. Selten hatte ich gute Gedichte gelesen. Die meisten handelten ja doch von Liebe und Tod.
"Nichts zu danken." lächelte ich freundlich.
Ich nahm das alles wie in Zeitlupe wahr. Erst sein Grinsen, dann, wie er näher kam und mir den Fussel wegschnippte. Ob nun einer da war oder nicht. Mit den Fingern fuhr ich über die Stelle, die er gerade berührt hatte. "Ähm....vielen Dank auch." sagte ich, ein wenig wie in Trance. Doch dann kehrte das Leben in mich zurück, ich setzte mich aufrecht hin und begann wieder zu lächeln. Es war schön, ein echtes Lächeln von sich zu geben und Ragnars Lachen zu erwidern. 

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Ragnar
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Ragnar on 03/02/2016 09:15 PM

Eine Hass-Liebe also... das konnte er verstehen. Sobald er zu viele Liebesgedichte las bekam er selbst immer den Gesichtsausdruck eines verschreckten Eichhörnchens. Aber er kannte auch die andere Seite der Poesie. "Poetry-Slam. Du musst dringend Poetry-Slam hören. Muggelpoesie. Es gibt viele unterhaltsame Dichter.", fließt es aus ihm heraus. "Manchmal hochpolitisch. Das ist echt gut! Und... wirklich... anrüchige.", zwinkerte er hinüber und wurde doch etwas rot bevor er die Stimme senkte und sich etwas zu ihm vorlehnte als wäre es etwas Verbotenes. So flüstert er: "Kennst du die Gedichte von François Villon...?"
Da war es wieder, das Lachen hinter den blonden Locken. Es machte ihn auf gewisse Weise stolz, dass er es immer wieder schaffte Freddy mit seinem Lachen zu animieren. Es war eine Reaktion, die er selten beobachtete, weil er so selten so befreit lachte vor anderen Menschen. Mit Freddy war alles lockerer, leichter als in den letzten Tagen, als in den letzten Wochen. Am liebsten wäre er nicht mehr fort gegangen aus diesem kleinen Zimmer und hätte ewig so mit ihm weiter gelacht. Er hatte sein Lachen schön genannt... Freddy schien sich nie selbst lachen gehört zu haben. Sonst wäre er auf den Gedanken nicht gekommen. 

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Freddy
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Freddy on 03/02/2016 09:28 PM

"Was'n das?" fragte ich ein wenig dümmlich. Ich war zwar Muggelstämmig, aber das kannte ich beim besten Willen nicht. "Ich werd mich mal drüber informieren." meinte ich schließlich. Es hörte sich ja relativ interessant an.
"Nein, kenn ich nicht. Was ist denn mit denen? Weil du so geheimnisvoll tust." raunte ich zurück. Irgendwie brachte er mich dazu, das nachzumachen was er tat. Also so etwas wie wenn er flüsterte und ich flüsterte zurück. War das eine Werwolf-Fähigkeit?
Froh, dass er mich immer wieder zum Lachen brachte, lehnte ich mich wieder zurück und sah ihn erwartungsvoll an, während ich darüber nachdachte, was es mit diesem Villon auf sich haben könnte. 

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Ragnar
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Re: Ein kleines Turmzimmer

from Ragnar on 03/02/2016 09:40 PM

Wieder war es etwas verlegen um seine eigene Nase. Mal wieder war er in einem Thema zu sehr aufgeblüht... weil er es mochte. War über das Ziel hinaus geschossen und wurde dezent rosa um die Wangen. "Es ist gut.", sagte er um Weiten ruhiger. "Moderner als.. Shakespeare oder Heine oder so."
Dass Freddy mit ihm lachte und mit ihm flüsterte, ganz von sich aus, das lässt ihn ernsthaft grübeln. Vorsichtig setzte er sich etwas näher zu ihm hinüber und denkt sichtlich darüber nach, ob es okay ist solche Gedichte vor einem fast Fremden aufzusprechen. Auch wenn dieser fast Fremde einem so sehr gefiel.. immer wieder warf er Freddy einen schätzenden Blick zu. Er selbst kommt aus einer sehr offenen Familie, die ihn eher amüsiert aufgenommen hatte als sie diese Bücher bei ihm fanden, aber wer weiß, wie das bei ihm war. Doch er war so frei in seiner Art...
Alle Kontra-Argumente beiseite schiebend winkt er Freddy langsam zu sich heran, legt den Arm um seinen Nacken und muss leise lachen als er seine Lippen an sein Ohr bringt. Bevor er spricht muss er kichern, tatsächlich kichern, weil es so kindisch ist, aber er kann nicht anders. Wenn, dann muss er es Freddy zuflüstern. Damit niemand es hört, der vielleicht doch zufällig vorbei kommt, dafür würde er sich schämen. Und so.. flüstert er ihm das Gedicht direkt durch die Locken ins Ohr.
"Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, / ich schrie mir schon die Lungen wund / nach deinem weißen Leib, du Weib. / Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht, / da blüht ein schöner Zeitvertreib / mit deinem Leib die lange Nacht. / Das will ich sein im tiefen Tal / dein Nachtgebet und auch dein Sterngemahl..
Im tiefen Erdbeertal, im schwarzen Haar, / da schlief ich manches Sommerjahr / bei dir und schlief doch nie zuviel. / Ich habe jetzt ein rotes Tier im Blut, / das macht mir wieder frohen Mut. / Komm her, ich weiß ein schönes Spiel / im dunklen Tal, im Muschelgrund... / Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund..."
Es ist nichts im Gegensatz zu moderner Pornografie, dafür ist es zu alt... aber es bringt ihn doch wieder zum Lachen, und dazu sein Gesicht für einen Moment in Freddys Locken zu verstecken. 

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