Zukunfts-Thread XXIII

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Meridiana
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Zukunfts-Thread XXIII

from Meridiana on 07/23/2017 02:41 AM

Reserviert für Plays in der Zukunft.

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Pan

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Pan on 07/23/2017 03:10 AM

Wer?
Pan & Freyja

Wann?
Ein paar wenige Wochen von jetzt...

Wo?
In der Wohnung des Ehepaares Þorsteinsson

Warum?
Weil das Leben meistens eine Bitch ist... 




Neugierig sah ich mich in der Wohnung um während ich hörte wie Arn im Badezimmer die Dusche anstellte. Ich wusste nicht genau, was ich davon halten sollte.... es war so... holzig. Vorsichtig klopfte ich gegen einen Balken und kicherte. Was ein Unsinn sich so viel Holz in seine Bude zu holen, aber wem es gefiel! Ließ sich so schlecht wieder sauber kriegen... 
Ich klaubte mein Shirt vom Stuhl und streifte es mir über bevor ich meine Hose schloss. Noch immer blinzelte ich diese tausend Kleinigkeiten an, die hier so neu waren, so interessant... er hatte mich das erste Mal mit in seine Wohnung genommen, einfach weil sie näher lag als das Grand. Als er anrief war ich sowieso gerade auf dem Weg nach Hause gewesen, quasi um die Ecke und was war denn schon dabei, er hatte ein Gästezimmer. Obwohl es in seinem Bett wohl auch gegangen wäre, aber Ehemänner waren da meistens ein bisschen pingelig.

Aber seine Frau war ausgegangen und würde lange weg bleiben. Das hatte er doch gesagt, an der Tür, bevor er mich an sich gezogen und meinen Hals geküsst hatte, bevor er mich mit sich gezogen hatte, ohne darauf zu warten ob ich Zeit hatte.... ob ich gehen musste.... ob der Preis gestiegen war. 
Ich hatte aber auch nichts dagegen gesagt.
Weil ich nicht wollte.
Weil ich nicht konnte.
Arn behandelte mich in jeder Nacht wie etwas, das es wert war geheim gehalten zu werden, damit es einem keiner stahl. Nicht, weil es keiner sehen sollte. Er schlief mit mir als würde er mich gar nicht bezahlen, als könnte er nicht einfach mit mir machen was er wollte, weil er es sich gekauft hatte. Er hielt mich im Arm, wenn es vorbei war und drehte sich nicht um um im Bad zu verschwinden. Er lächelte und wartete... bis ich im Bad verschwand. 
Unwillkürlich musste ich lächeln als ich ihn unter der Dusche pfeifen hörte.

Vor einem ziemlich großen Bücherregal blieb ich stehen und meine Augen wurden größer und größer bei jedem Buch. Das war richtig schweres Zeug.... alte Literatur, wie sie ein paar von den Clanbrüdern hatten, die mehr Jahre auf dem Buckel hatten. Oscar Wild, Shakespeare, Chaucer.... alles Bücher, die ich gelesen hatte! Na gut, ich hatte sie nicht richtig verstanden, nicht immer, besonders Shakespeare nicht, aber Chaucer! Chaucer schrieb wirklich witzige Dinge, die Canterbury Tales hatten mich so zum Lachen gebracht. War das etwa alles von Arn? Er sah gar nicht so wirklich nach Büchern aus. 
Ein sehr dünnes Büchelchen zog ich aus der Reihe und klappte es auf. 

Christina Rossetti ~ Gedichte
Die kannte ich gar nicht! Dabei mochte ich gerade Gedichte besonders gern... sie waren nicht so lang wie Romane, man konnte sie leicht behalten und brauchte nicht immer das Buch dazu. Manchmal, wenn sie wirklich schön waren, dann blieben sie einfach im Kopf und man konnte sie vor geschlossenen Augen wieder und wieder lesen...egal wann und wo. In der stinkigen U-Bahn, beim Warten auf den Morgen, wenn der Kunde einfach nicht so wirklich hübsch sein wollte... 
Ich schlug wahllos eine Seite auf, setzte mich auf die Armlehne eines Sessels und las leise vor, wie immer wenn ich las. Meine Mutter hatte das so mit mir geübt und ich bekam es einfach nicht weg. Aber wer hörte mich schon? Arn duschte pfeifend und sonst war keiner hier, ich hatte ja Zeit um zu gehen.

"My life is like a broken bowl,
A broken bowl that cannot hold
One drop of water for my soul
Or cordial in the searching cold...", 
las ich leise.... und verliebte mich in diese Christina Rossetti.  

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Freyja

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Freyja on 08/02/2017 04:41 PM

"Danke, Sir, einen schönen Tag noch", verabschiedete ich den Taxifahrer, der mich vor der Haustür abgesetzt hatte.
Mein Abend war schön gewesen, aber ich hatte kurzfristig einen Auftrag der Universität bekommen ... weshalb ich etwas früher als eigentlich geplant wieder nach Hause fahren musste. Es war zum Glück nichts, was schon heute oder morgen fertig sein sollte, aber schob meine Arbeiten nicht gerne vor mir her.
Arn hatte ich nicht gesagt, dass ich schon auf dem Weg war; er war zu Hause geblieben und ich wollte ihn überraschen.
Die Zeit hatte ich mir genommen, noch kurz einzukaufen, Beeren und Eis zu Wafflen und Pfannkuchen, die ich für uns machen würde. Das hatten wir schon lange nicht mehr gemacht und ich lächelte verträumt bei dem Gedanken daran, wie er mit verwuschelten Locken, die rot im Sonnenlicht leuchteten, mir gegenüber in der Küche saß. Die süßen Reste des Frühstücks würde ich ihm dann von den Lippen küssen.
Während das Taxi wieder abfuhr, drehte ich mit meiner Weste, der braunen Einkaufstüte und meiner Handtasche auf dem Arm ganz langsam den Schlüssel im Schloss. So voll bepackt war es gar nicht so einfach, sich in die Wohnung zu schleichen, mir kippte beinahe der ganze Einkauf vom Arm. Nachdem ich die Tür wieder geschlossen hatte, lauschte ich, ob Arn irgendwo war und hoffte, ihn nicht "Hallo, Schatz!" rufen zu hören. Aber es prasselte leise aus dem Badezimmer und ich grinste in mich hinein - perfektes Timing.
Schnell schlüpfte ich aus den hohen Schuhen, flitzte auf leisen Sohlen in die Küche, um mich dort gleich an die Arbeit zu machen.
So leise wie möglich suchte ich Schüsslen zusammen, stellte sie vor mir auf die Küchentheke ... dann sah ich auf. Ich konnte von hier aus direkt ins Wohnzimmer sehen und da stand jemand und sah zurück.
Ein schmaler Junge, dunkle Haare, zu große Kleidung - er hielt ein Buch in der Hand, das er aus dem Regal hinter sich rausgezogen haben musste. Er war sehr jung, fast noch ein Kind.
Mein Blick wurde fragend, forschend; aber ich lächelte freundlich. Ich strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und ging um die Anrichte herum, Richtung Wohnzimmer.
"Guten Tag ... ich nehme an, es gibt einen Grund, weshalb du in unserem Wohnzimmer bist?", meinte ich etwas direkt, aber nicht provozierend. Es schien ihm augenscheinlich sowieso schon unangenehm zu sein.
Wenige Schritte vor ihm blieb ich stehen und versuchte, den Titel des Buchen zu lesen.
"Ah ...", sagte ich dann und lächelte, "Magst du Gedichte?"
Ich war bemüht, ihm nicht irgendwie das Gefühl zu geben, dass er nicht willkommen war. Auch, wenn er in einem meiner Bücher gelesen hatte, war er sicher wegen Arn hier - der hatte ihn ja schließlich rein gelassen.
"Wie heißt du denn?"

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Pan

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Pan on 08/18/2017 10:41 PM

Langsam verstand ich, was Arn an dieser Wohnung so mochte. Draußen war es nicht mehr stockfinster, da war dieser ganz leichte Schauer von Blau in dem Schwarz, der zeigte, dass irgendwann in einer Stunde die Sonne aufgehen würde hinter den Hochhäusern. Und hier drin brannte das Licht, so warm, dass man durch das ganze Holz meinen konnte man säße an einem schönen Kamin. Die Couch und die Bücher verströmten einen Geruch von Gemütlichkeit, wie eine nette Einladung sich ganz wie daheim zu fühlen..... und in all dem das Geräusch der Dusche im Bad. Und die Gedicht im Buch in meinen Fingern. Ich wurde einfach eingehüllt von den Worten, bis ich gar nicht mehr merkte, dass ich bald verschwinden sollte, dass ich aufgehört hatte laut vorzulesen, sondern nur noch die Lippen bewegte. 

Ich weinte nicht, aber mir war danach zumute. Nicht aus Schmerz, sondern weil das so schön klang. Meine Finger glitten über die Zeilen in dem kleinen Buch und streichelten jedes noch viel kleinere Wort dankbar. Warum gab es Menschen, die so schöne Sachen schreiben konnten und man konnte nicht mit ihnen reden? 
"Christina Rossetti...", sagte ich noch einmal, damit ich es mir einprägte. Ich durfte es nicht vergessen, sonst würde ich für den Rest meines Lebens unglücklich.
Und da hörte ich das Klappern einer Schüssel in der Wohnküche neben mir. 

Mit weit aufgerissenen Augen starrte ich hinüber, klappte vor Schreck schnell das Buch zu und rührte mich nicht mehr. Wie ein Reh. 
Und zwei große, leuchtend blaue Scheinwerfer strahlten mich an.
Mein Herz blieb stehen. Seine Frau war Zuhause....

Ich war sogar unfähig zu blinzeln. Meine Finger griffen tief in das Buch. Das war nicht gut. Das war ganz und gar nicht gut. Nicht einmal ein bisschen.
Ich nehme an, es gibt einen Grund, weshalb du in unserem Wohnzimmer bist? 
Ich wollte wirklich antworten, ich öffnete sogar den Mund um das zu tun, aber.... ich wusste nicht was. Eigentlich war ich richtig, richtig gut mir aus dem Stehgreif irgendeinen Mist einfallen zu lassen, wir mussten das sein, das war überlebenswichtig, aber...diese Frau hatte ich mir so oft auf den Bildern in Arns Handy angesehen. Diese ganzen liebevollen Selfies. Hier konnte ich mir nicht schnell einreden, dass sie ein Fehler in seinem Leben war, ein garstiger Drache vielleicht oder eine herrschsüchtige Egoistin und Schnipp fiel mir was ein.
Magst du Gedichte? 
Völlig perplex sah ich auf das Buch hinab. Betete, dass Arn aus dem Bad käme und sich schnell irgendetwas einfallen lassen würde; immerhin war das doch seine Frau, nicht meine! Ja, genau! Warum musste ich denn jetzt lügen?! Und warum kam sie mir jetzt so nah?! Aber das Wasser lief weiter.
Wie heißt du denn?
"Billy."

Es war mir raus gerutscht...... und vom Fleck weg wurde mir speiübel. Billy. Warum hatte ich das gesagt? Es gab tausend Namen auf der Welt, nein, noch viel mehr. Peter, Mark, Tom, alles genauso simpel, warum hatte ich Billy gesagt?! Ich schluckte und das Schlucken blieb mir im verstopften Hals hängen, dass ich husten musste.
Schwer atmend wich ich einen Schritt zurück und versuchte das wieder in den Griff zu kriegen. Der Name war raus, ich musste irgendwas damit tun. 
Da fiel mein Blick auf Arns Tasche am Fenster, mit dem Waffen der Falconwood Acadamy. Und in meinem Hirn baute sich so schnell wie möglich etwas zusammen. "Ich bin Schüler bei den Nighthuntern, aber... ich... na ja, gucken Sie mich an. Nicht gerade ein Jäger....", murmelte ich und lachte verlegen. "Ich hatte gehofft Ihr Mann kann mir helfen, er ist doch so eine hohe Person in der Schule."

Wieder drückte ich die Finger in das kleine Buch, bis mir klar wurde warum sie es so schnell erkannt hatte. Das waren nicht Arns Bücher, das waren ihre. Schnell hielt ich es ihr hin. "Entschuldigen Sie, ich hätte Ihre Sachen nicht anfassen dürfen! Nur.... ich mag Gedichte sehr, wissen Sie? Und von dieser Frau hier hab ich noch nie was gehört und da.... war ich neugierig."

Das musste doch reichen um sich höflich verabschieden zu können, oder? Es klang doch ganz plausibel in meinen Ohren. Jetzt musste ich nur noch hoffen, dass sie nicht auch in Falconwood arbeitete... dann war die Geschichte hinfällig.
Ich lächelte sie einfach mit meinem liebsten Lächeln an. Was auch immer passieren würde: Es hatte schon Schlimmeres gegeben als von einer Ehefrau aus dem Haus geprügelt zu werden.

Nur warum fühlte es sich gerade nicht so an? 

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Freyja

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Freyja on 08/22/2017 09:12 PM

So erstarrt wie der Junge da stand, musste er sich wesentlich mehr über meine Anwesenheit erschreckt haben als ich mich über seine. Es wirkte beinahe als würde er sich vor mir fürchten, mit bösen Worten rechnen und ich bereute es, dass ich es nicht einfach bei einem Hallo belassen hatte. Das wäre weniger verunsichernd gewesen für jemanden, der früh morgens in einer fremden Wohnung stand.
Beim Näherkommen musterte ich ihn und blieb an seinen verkrampften Fingern hängen, die sich Halt suchend um das Buch klammerten, so dass die Knöchel unter der sowieso schon blassen Haut weiß hervortraten.
Mit meinen nächsten Fragen versuchte ich, so offen und unverfänglich wie möglich mit ihm zu sprechen, um die Situation zu entspannen. Jedoch musste ich zugeben, dass mich seine Reaktion ein wenig verunsicherte. Mein allerletzter Gedanke war, jemanden zu verschrecken, aber genau das tat ich bei dem Jungen gerade, ich hatte noch nie einem Blick wie seinem gegenüber gestanden.
Er traute sich kaum, mir zu antworten, bis ich nach seinem Namen fragte, der kam ihm sofort über die Lippen.
"Freut mich, Billy."
Mein besorgter Blick wich einem Lächeln, als ich ihm die Hand hin hielt. Es blieb aber nicht sehr lange – er musste sich verschluckt haben und hüstelte ein wenig, machte einen Schritt zurück, bevor ich ihm etwas auf den Rücken klopfen konnte. Unruhig sah er sich um und dann fand er plötzlich seine Stimme wieder, die ihm der Schreck gestohlen hatte.
Verstehend nickte ich und lächelte ihn wieder an; diesmal blieb es auf meinen Lippen.
"Ich denke, das geht sicher in Ordnung." Er machte sich also Sorgen darüber, dass er es in der Academy nicht schaffen würde, weil er kein Muskelpacket war wie so manch andere. Und um sich bessern zu können, machte er sich sogar um diese Uhrzeit auf den Weg zu Arn.
"Aber ... ich bin mir sicher, du brauchst dir nicht so große Sorgen machen, Billy. Du bist noch jung und jeder ist in etwas anderem gut, du hast nicht umsonst einen Platz in der Academy bekommen. Worüber ich mir mehr Gedanken mache, ist, dass du dafür extra so früh gekommen bist ... das wäre doch nicht nötig ... und dann ist Arn ja noch nicht mal richtig wach gewesen und lässt dich jetzt warten ..."
Lachend schüttelte ich den Kopf. Das war wieder typisch für ihn ... wenn er auch nicht wirklich etwas dafür konnte. Morgens brauchte er manchmal einfach ein bisschen, bis er ganz bei sich war.
"Ein glücklicher Zufall, dass ich früher gekommen bin – kann ich dir Frühstück anbieten?", meinte ich und deutete hinter mich zurück in die Küche, wo meine Einkäufe noch auf der Anrichte standen; es wäre gleich etwas gemacht für ihn.

Auch, wenn ich das Gefühl hatte, dass er nicht mehr ganz so schrecklich überfordert war, blieb er einfach stehen, hielt mir stattdessen das dünne Buch hin, entschuldigte sich, dass er darin gelesen hatte.
"Das ist schon in okay, wenn Arn dich hier alleine warten lässt, musst du dir doch irgendwie die Zeit vertreiben", winkte ich ab und freute mich zu hören, dass sich jemand Junges wie Billy für Gedichte interessierte. Selbst an den Universitäten gab es genug, die da anders waren.
"Neugierde ist eine gute Eigenschaft ... Gefällt es dir denn, was sie geschrieben hat? In meinen Stunden lese ich den Studenten oft Remember vor." Allein mit dem Titel des Gedichts hatte ich den ersten Vers im Ohr. Ich konnte es schon lange auswendig.
"Es ist sehr schön und nicht zu lang -", ich lachte belustigt, "Nicht anders als in der Schule, kurze Sachen kommen besser an."
Wieder betrachtete ich den schmächtigen Jungen vor mir, er wirkte immer noch angespannt und als würde er sich unwohl fühlen.
"Komm, setzen wir uns doch aufs Sofa, hm?", sprach ich ihm zu und ließ ihm den Vortritt.
"Und du kannst Freyja zu mir sagen, ja?"

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Pan

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Pan on 08/25/2017 09:57 PM

Ich stand da wie ein Idiot und sie? Sie lächelte. Und sie lächelte so ehrlich und so nett und so weich, mit hübschen, funkelnden Augen und so schönen Grübchen... dass mir ganz schlecht wurde. Sie war wunderschön und nett. So nett. Eine nette, hübsche, erwachsene Frau. Sie konnte gut mit Sprache umgehen und kannte all diese Gedichte und Bücher. Und ich? Was war ich? 
Ein Junge, den ihr Mann gefickt hatte. Der hier stand, mit dem Geld dafür in der Arschtasche und mit seinen dreckigen Fingern ihre Bücher betatschte. Und ihr ins Gesicht log. Dieser unglaublich netten Frau. Die mir einfach glaubte, was ich ihr erzählte und nicht, weil sie dumm war oder verbittert, sondern weil sie mir glaubte.
Aber ich hatte nun einmal zu lügen angefangen, also.... musste ich weiter machen. Und hoffen, dass Arn - wenn er denn irgendwann aus der Dusche kam - einstieg in das Schauspiel und... er würde mich nie wieder anrufen. Nie wieder. Nicht nach dem hier. 

Kurz sah ich auf das Buch hinab.
"Nein, das war nicht in Ordnung.", erwiderte ich etwas belegt und blinzelte gegen die Tränen an, die zum Glück noch nicht in meinen Augen angekommen waren. Haltung! Immer lächeln! Immer schön lächeln! Also lächelte ich und hob den Blick wieder um sie anzusehen. "Es tut mir leid, Misses. Manchmal bin ich ein echter Tollpatsch... einfach so halb in der Nacht hier anzutanzen! Es ist schwierig, Misses, wenn man doch weiß wo sein Platz ist und man macht so dumme Fehler. Ich hätte Ihren Mann nicht wecken dürfen, das war.... es ist nur viel Stress, aber er kann ja nichts dafür, bitte sagen Sie ihm das. Dass es mir leid tut. Ja?"
Dass es mir leid tat, dass ich nicht sofort gegangen bin wie es sich gehört. Dass ich in seinem Leben herum geschnüffelt hatte als ginge es mich etwas an. 
Ich schüttelte nur den Kopf zu ihrer Frage und verzog kurz überfordert das Gesicht. Mit ihr frühstücken? Wenn ich überhaupt etwas essen würde.... und selbst dann. "Nein, danke, Misses, ich hab schon. Ich will auch echt nicht stören."

Sie nahm auch das Buch nicht. Und weil ich nicht weiter da stehen wollte wie das dünne Elend beim Flyerverteilen zog ich den Arm wieder zurück. Strich ganz vorsichtig über die geprägten Buchstaben und hörte ganz genau zu, was sie sagte. Überrascht blinzelte ich sie an als sie von Stunde sprach. "Sie sind Lehrerin?", fragte ich neugierig und langsam ging mir ein Licht auf. Sie kannte das alles, sie war so schlau, weil sie das Anderen beibrachte. Und sie sagte Studenten, hieß das da überhaupt Lehrerin? "Nein, Professor.", korrigierte ich mich und wurde noch einen Ticken blasser bevor ich rot wurde, weil ich merkte, dass ich es laut gesagt hatte. "ProfessorIN.", verbesserte ich mich verschämt und lachte leise. "Dann... lesen Sie das mit ihren Schü.. Studenten? Chaucer. Und Dickens und sowas, oder? Das mag ich, ich versteh nicht alles, aber... ich mag Charles Dickens. Ich mag seine Figuren."
Und ich redete wirres Zeug. Mann, oh, Mann, ich machte alles nur noch schlimmer!

Remember
..... ja, das hatte ich eben gelesen. Es war wunderschön. Jedes dieser Gedichte war wunderschön und irgendwie auch wieder nicht. "Sie klingt so traurig.", flüsterte ich abwesend und blätterte sanft durch die Seiten. "Jedes Gedicht ist so... als würde... sorry, mir fällt nur traurig ein."
Wieder lachte ich unsicher, einfach, weil ich es nicht mal schaffte eine vernünftige Beschreibung raus zu bringen, wo vor mir doch eine Frau saß, die mit Sprache ihr Geld verdiente. Wenn Arn mich nicht anrief oder bei mir im Grand war, dann lag er bestimmt ganz nah bei ihr und sie las ihm das vor. Diese Gedichte und noch die ganzen anderen, die ich nicht kannte, diese wunderschönen Worte und sie las sie so vor, dass sie auch ganz genau das sagten was sie... und er... legte den Kopf auf ihren Schoß und schloss die Augen. Und wenn das Gedicht vorbei war küssten sie sich und er hielt ihre Hand.

Ich fühlte mich unglaublich dreckig.

Schnell legte ich das Buch auf den Couchtisch, lächelte die Misses nochmal an, zog mir das Shirt ordentlich und zeigte in Richtung der Wohnungstür. Ich hätte schon längst nicht hier sein sollen, und mich jetzt noch mit ihr setzen ging gar nicht. Besonders nicht jetzt wo oben das Wasser in der Dusche ausgegangen war. Arn würde schon was einfallen, wenn er runter kam und wenn nicht... wollte ich nicht dabei sein. 
"Misses Freyja, es tut mir leid, ich hätte echt nicht stören sollen. Ich geh lieber wieder, Sie haben sich so viel Mühe gemacht und Sachen gekauft und es ist ja auch frei heute.", erklärte ich so schnell es ging und trat schon rückwärts Richtung Flur. "Es tut mir leid, das kommt echt nicht mehr vor, versprochen! Sagen Sie bitte dem Schulleiter nichts... sonst schmeißt er mich noch raus oder ich muss nachsitzen!" 

Und damit verschwand ich im Flur, eilte zur Tür... und blieb noch einen Moment stehen.
Ich würde Arn vielleicht nie wieder sehen. So lief das, wenn wir Jungs auf die Ehefrauen trafen. Dann war Ende, dann kamen die Kunden in Erklärungsnot, mussten sich was einfallen lassen oder einfach ihr Gewissen beruhigen. Und sie riefen nicht wieder an. Wir hörten nie wieder von ihnen. Weil mit Jungs wie uns war das so schön einfach: Man musste nicht Schluss machen, man musste sich nicht verabschieden. Mein Blick fiel auf das Bild von Arn und der Misses, das im Flur an der Wand hing.

Ich zog das Geld aus der Hosentasche... und schob es in die Tasche seiner Jacke in der Garderobe.
Und als ich Arns überraschte Stimme im Wohnzimmer hörte schlich ich durch die Wohnungstür hinaus.

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Freyja

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Freyja on 08/31/2017 09:13 PM

Das Lächeln des Jungen ließ ihn noch kindlicher wirken, was nicht mehr so ganz zu den langen, dünnen Armen und Beinen passen wollte. Ihm sah man wie allen in seinem Alter an, dass sich gerade so vieles veränderte. Man musste gefühlt alles hinter sich lassen, um jemand neues zu werden. Es war nur normal, dass man die Schule dann nicht immer auf die Reihe bekam – ich wollte mir nicht vorstellen, welch ein Druck noch zusätzlich auf den Jugendlichen lastete, die auf die Academy gingen. Sie waren noch viel zu jung, um wirklich zu verstehen, was das bedeutete, wenn sie dort hingeschickt wurden ... selbst, wenn viele Kinder aus Jäger-Familien stammten ... Ich war auch keine Anwältin geworden, nur weil meine Eltern das waren und meine Großväter und meine Cousine.

"Billy, dafür musst du dich doch nicht entschuldigen. Dafür sind die Trainer da, dass sie euch helfen. Glaub mir, Arn sieht das genau so. Ich bin mir sicher, er hilft dir gerne."
Und es war schließlich auch sein Beruf. Nicht unbedingt, ein Lehrer zu sein, aber zu helfen. Und er war ein guter Jäger und ein noch besserer Mensch, mein Mann, er würde den Jungen nicht einfach so sitzen lassen. Er wusste so gut wie ich, dass es wichtig war, da zu sein, wenn man gebraucht wurde. Billy zeigte schon sehr viel Reife, in dem er nicht zögerte, um Rat zu fragen, wenn er ihn wirklich brauchte.
"Wenn er nicht vor hat, den ganzen Tag in der Dusche zu bleiben", meinte ich noch lachend und nickte anschließend mit einem "Okay", nachdem Billy ein Frühstück höflich abgelehnt hatte. "Und du störst ganz sicher nicht ..." Er war nicht wegen mir hier, ich kannte ihn nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass ich ihm trotzdem auch helfen wollte. Sofern ich konnte.
Wie in seinem Lächeln zuvor lag auch darin, wie er wieder über die Buchseiten strich, etwas Schweres ... Trauriges.

Man lernte es und auf dem Platz im Hörsaal, wenn man es zum wiederholten Male gesagt bekam, wollte man mit den Augen rollen, weil es doch logisch war. Und dann stand man Jungs wie Billy gegenüber und stellte fest, wie schwer es eigentlich war. Das richtige zu sagen und zu tun, wenn man die Kinder nicht wirklich kannte.

Schmunzelnd nickte ich halb. "Professorin bin ich nicht ... ich weiß auch nicht, ob ich eine werden will ... nicht, dass ich Arn dann zu eingebildet bin", gab ich zurück und zwinkerte ihm zu, um ihn ein bisschen die Unsicherheit zu nehem. "Also, Lehrerin ist nicht so falsch. Ich mache ja eigentich nicht wirklich was anderes – nur vor mehr Leuten, die älter sind als die Kinder in der Schule", stimmte ich dann schulterzuckend zu.
Grinsned nahm ich wahr, wie sich seine Miene leicht aufhellte, als er anfing, von Dickens zu sprechen. Das war diese ehrliche Freude an den Geschichten, diese Begeisterung, die zu oft nur Kindern zugeschreiben wurde, weil die Erwachsenen sie sich austreiben ließen. Meinen Studenten wollte ich ein Beispiel sein, dass es nicht so kommen musste. Und Billy auch.
"Ja, Dickens hat schöne Geschichten geschrieben, mit seinen Texten arbeite ich oft in Seminaren, da sind die Gruppen kleiner und man kann besser darüber sprechen. Darüber, was jeder einzelne in ihnen sieht, wie sie jeder anders verstehen kann. Es gibt nämlich gar nicht die Art, ein Buch oder ein Gedicht zu lesen. Es gibt nur deine Art."
Ich legte leicht den Kopf schief, als er nachdenklich in dem Buch blätterte, als könne das seine Gedanken sortieren, wieder alle Wörter, die er gelesen hatte, zurück holen und damit auch das Gefühl, das sie einem gaben. Es war nicht verwunderlich, dass er mit Worten rang; dann hatte er wirklich gelesen.
"Ich weiß, was du meinst ...", sagte ich also nur und lächelte wieder.

Ich hatte gehofft, Billy würde wenigstens das Angebot annehmen, dass wir uns setzten, ich kam mir doof vor, ihn so im Wohnzimmer stehen zu lassen, deshalb hatte ich die Idee, Arn mit Frühstück zu überraschen, auch schon lange verworfen. Dass ich da war, musste dann eben genügen, den Rest machten wir eben später zusammen. Es war ja Zeit.
Aber der Junge hatte es plötzlich ganz eilig, ich hatte ein schlechtes Gewissen, Bedenken, etwas Falsches gesagt zu haben, weil er sich schon wieder dafür entschuldigte, dass er hergekommen war ... Ich konnte kaum etwas erwidern, da war er mit den letzten Worten im Flur und unterwegs zur Tür. "Aber ... Billy ..." Ich ging ihm nach, blieb wie er einen Augenblick stehen, da rief Arn aus dem Bad meinen Namen, ganz überrascht, mich zu hören.
"Ja, ich bins", antwortete ich und drehte mich dabei Richtung Treppe, nur ganz kurz, aber als ich mich wieder zu dem Jungen wandte – war er schon nicht mehr da.

 

 

~~~~*~~~~

 

eine Woche später
abends, Hotel Falcon Grand

 

"Na super ...", murmelte ich etwas genervt und stackste weiter die schwach beleuchtete Gasse entlang. Ich hätte mir doch ein Navi holen sollen ... oder davor den Weg genauer nachschauen ... Genau genommen war ich ja eigtenlich richtig gefahren ... ich hatte nur einen kleinen Fehler gemacht und das Hotel selbst angesteuert, nicht einen Parkplatz in der Nähe, denn den für die Gäste konnte ich ja schlecht benutzen, da wurde kontrolliert. Dann hatte ich also erst einmal eine halbe Ewigkeit suchen müssen ... Wäre ich nicht schon mit dem Auto unterwegs gewesen, hätte ich die U-Bahn nehmen können ... Aber nun gut, jetzt war das Fahrzeug geparkt und ich hatte so eine grobe Idee, wie ich zum Hotel kam. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Arn zu fragen ...

Einfach aus der Gegebenheit heraus, dass ich regelmäßig zu Hause war und Arn oft länger auf Missionen unterwegs – und auch, weil ich ein bisschen besser darin war, in all die Unterlagen Ordnung zu bringen - hatte ich mich die Tage mal wieder daran gemacht, Rechnungen abzulegen und mich um den ganzen Kram zu kümmern. Das war nicht sehr spannend, aber musste getan werden und dann nutzte ich eben meinen freien Tag dazu.
Dabei war mir aufgefallen, dass Arn, seit er Ivar in diesem Fall half, öfter und mehr Geld als sonst abgehoben hatte. Der einzige Ort, von dem ich wusste, dass er ihn wegen dieser Sache immer wieder aufsuchen musste, war dieses Hotel.
Also, vielleicht sollte ich ihn darauf ansprechen ... aber er schien in letzter Zeit sehr gestresst zu sein, er hatte einen anstrengenden Job und half trotzdem noch Billy nebenbei ... ich sollte morgen mal fragen, wie er sich denn so machte.
Ich wollte nicht, dass Arn dachte, ich würde ihm nicht vertrauen, aber ... es war doch etwas seltsam, dass er mir nicht erzählt hatte, wofür er das Geld brauchte. Es war schließlich nicht nur ein Mal gewesen ... Ich wollte mich hier einfach nur mal umsehen, mehr nicht. Und morgen würde ich ihn fragen.

Als ich um die Ecke bog, teilte mir ein Schild mit, dass der Hinterhof, der sich jetzt vor mir befand, zum Hotel Falcon Grand gehörte und mit Kameras überwacht wurde. Unbefugte ließen es also am besten schön bleiben, einfach so da herum zu spazieren.
Für mich war das ein Zeichen, dass ich doch nicht ganz so orientierungslos war, wie ich dachte, und ich ging den Weg daneben entlang, bis ich irgendwann zum Eingang kommen würde.
Der Hinterhof lag fast schon wieder hinter mir, da hörte ich ein Rascheln.
Mit gerunzelter Stirn trat ich wieder einige Schritte zurück, meine Weste hatte ich mir etwas fester um den Oberlörper geschlungen, da die Luft ziemlich abgekühlt war ... hier befanden sich große Müllcontainer. Wahrscheinlich brachte nur ein Angestellter einen Müllsack raus.
Ich wandte mich schon wieder um, als ich im Augenwinkel einen schmalen Jungen erkannte. Er trug keine Arbeitskleidung und Hose sowie Pullover waren ihm zu groß ...
"Billy?", fragte ich ungläubig in das letzte Dämmerlicht hinein.

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Pan

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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Pan on 11/07/2017 06:32 PM

Das Bad des Hotelzimmers war ein einziger See aus Tränen, Blut und allem was dazwischen so zu finden war. Kaum noch etwas übrig von der blankpolierten Reinheit, die die Zimmermädchen immer und immer wieder für neue Gäste hinterließen.
Aber genau genommen war das was da lag auch kein Gast mehr... oder zumindest nicht mehr alle seine Bestandteile. Selbst für ein medizinisch ungeschultes Auge wurde nach ein paar Minuten des Abscannens klar, dass irgendetwas fehlen musste. Ein Arm hier, ein Fuß da.... Aber nirgendwo ein zweites Ohr.
Der dürre Junge in der Tür hatte einfach nur sehr tief geseufzt und etwas vor sich hin gemurmelt, das wage wie "Ach, Keen...." geklungen hatte. Dann hatte er die Ärmel hoch geschoben und sich ans Werk gemacht.


Während ich den Sack mit den Überresten von Pascal van Hagen vom Rollwagen zerrte, weil die Hintertür blöder Weise zwei Treppenstufen nach draußen hatte an die ich nicht gedacht hatte, überlegte ich krampfhaft wie und wann ich in einem von Janets unbedachten Momenten seinen Namen aus der Gästeliste auschecken musste. Und ärgerte mich ein kleines Bisschen darüber, dass ich von meinem hart erarbeiteten Geld auslegen musste um so zu tun als hätte Mr. van Hagen seinen Aufenthalt bar bezahlt. 
Aber als der Sack in den offenen Türrahmen plumpste war der Ärger schon wieder verflogen.
Immerhin tat ich das nicht für irgendwen, ich tat es für Keen. Er konnte doch nichts dafür, er hatte diesen Holländer nicht aus böser Absicht umgebracht. Und bevor man blöde Fragen über Vampire im Grand oder Morde von Hotelangestellten reden konnte war es nunmal gar nicht so dumm ihn direkt zu zerlegen. Nur.... was mit dem Ohr passiert war, das war so eine Frage. Ich hatte es intensiv gesucht um nichts zu übersehen, aber nichts!
"Sie müssen ein sehr hübsches Ohr gehabt haben, Sir.", presste ich hervor als ich diese Tonne von einem Sack endlich die Stufen hunter hatte. Wie konnte ein einzelner Mensch nur so schwer sein?!

Billy?
Im Bruchteil einer Sekunde riss ich die Augen auf und blieb wie vom Donner gerührt stehen.
Das war keine Stimme aus dem Hotel... ich kannte sie alle. Zum Glück, immerhin hätten die meisten von ihnen gerochen was in dem Sack war. Blut war intensiv.. außer in Mr. van Hagens ehemaligen Bad. Das stank mittlerweile so dermaßen nach Putzmittel, dass keiner der Clanbrüder jemals herausriechen würde können was da passiert war.
Nein, das hier war schlimmer. Wie ein elektrischer Impuls rammte sich diese Stimme in mein Ohr, durch meinen Gehörgang in mein Hirn und erleuchte in hellen Neonbuchstaben ein Wort vor meinen Augen: MISSES.
Noch immer über den Sack gelehnt und dessen Ende in den dürren Fingern wandte ich den Kopf und blinzelte diese Frau perplex an.

Milliarden von Gedanken prasselten auf mich ein als ich sie nicht nur hörte, sondern sah. Fragen und Erinnerungen an unsere Begegnung, Vorstellungen wie dieses Gespräch nun verlaufen würde, über ihr Entsetzen, ihre Abscheu, die Panik in ihr; über die Wahrheit die hier überall passierte.
Die Wahrheit. So einfach. Lügen.
Darin war ich doch Profi. 
"Misses...", purzelte mir über die Lippen als ich sie öffnete, ohne, dass ich irgendetwas dagegen tun konnte. "Was... wie kommen Sie denn hierher?"
Als würde es sich nur um wertlosen Plunder handeln ließ ich den Sack los, ließ ihn achtlos neben mir herum liegen und richtete mich auf. Ihr Blick ruhte verwirrt auf mir und machte mich unruhig... hatte sie irgendetwas gesehen? Und was musste sie jetzt über mich an diesem Ort denken?
"Sie sollten so spät nicht allein rumlaufen.", versuchte ich es mit einem lieben Lächeln. "Das ist kalt und gefährlich!"  

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Terrence
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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Terrence on 01/28/2018 03:11 PM

I D A & T E R R E N C E
     - ein paar Monate nach dem Schulabschluss

Ich stand vor dem Big-Ben und wartete auf meine beste Freundin. Jetzt wo wir nicht mehr die Schule besuchten, sahen wir uns nicht mehr jeden Tag, aber immer noch regelmäßig. Es war für einen Herbsttag recht kühl und ich hatte mich warm eingepackt. Ein Schal hing um meinen Hals. Den hatte mir doch tatsächlich meine Schwester Treanna gekauft. Sie hatte ihn gesehen und an mich gedacht. Er war rot und hatte blaue Streifen. Ich mochte ihn wirklich sehr.
Von Weitem erkannte ich schon Ida. Sie hatte, wie ich, natürlich nicht direkt hierhin apparieren können. Viel zu auffällig. Ich hob meine Hand und winkte ihr zu. Sofort erschien ein Lächeln auf meinem Gesicht. Ich freute mich wirklich die blonde Frau zu sehen. Ich steckte meine Hände wieder in die Jackentaschen und wartete bis sie zu mir kam.
Als sie in Reichweite war, zog ich sie kurz in eine Umarmung und ließ sie dann wieder los. "Schön dich zu sehen. Gut siehst du aus", meinte ich wie immer charmant. Wobei es wirklich stimmte. "Wie geht es dir?" Ich begutachtete sie kurz. Alles schien gut zu sein. War aber auch nicht anders zu erwarten gewesen.

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Ida
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Re: Zukunfts-Thread XXIII

from Ida on 01/28/2018 03:39 PM

Ida hatte sich heute mit Terrence am Big Ben verabredet und schien bereits auf die Ravenclaw zu warten. Seitdem sie beide Hogwarts verlassen hatten, gingen sie beide ihre eigegen Wege aber ein gemeinsames Treffen war durchaus noch möglich. Sie apparierte vor ein Kaufhaus in einer kleinen Gasse in der nähe des verbaredeten Platzes und sah sich zuerst um. Ida schritt los um die Ecke zur großen Straße und musste direkt ihren beigefarbenen Mantel enger wickeln, denn der Wind fegte immer schneller um die wenigen Passanten dieser Gasse herum. Ida erkannte Terrence, nachdem sie um die Ecke und auf den Platz gelaufen war, sehr schnell an seinem Schal und ging zügig auf ihn zu.
"Hey Terrence!" begrüßte die Blonde ihren besten Freund und erwiderte die Umarmung. "Danke - charmant wie immer." grinste ich den jungen Mann an. "Aber so warst du ja schon in Hogwarts." nickte sie anschließend wissend. "Und gutaussehend." Der Wind pfiff erneut vorbei und Idas beiger Mantel flatterte herum. "Mir geht es hervorragend gut und dir?" kamen ihre Worte gegen den stärker werdenden Wind, der nun die ersten Schirme mitriss und ganz schön heftig wurde. Ida sah zu ihm. "Das Wetter ist auch nicht sehr gut, nicht wahr?" fragte die ehemalige Ravenclaw ihn.

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