Cargo (Disco)

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Elias
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Re: Cargo (Disco)

from Elias on 07/13/2017 11:49 AM

Was sollte ich dazu sagen? Zu nichts. Weil es kam nichts, was irgendwie auch nur annähernd etwas mit dem emotionalen Outing zu tun hatte, was da gerade aus meinem Mund gesprudelt war. Viel zu lange starrte er mich nur an und ich ahnte schon, dass ich ihn wohl damit eher verschreckt und im schlimmsten Fall vertrieben hatte. Irgendwie musste ich das wieder grade biegen und sah ihn dann an. 
"Tut mir leid, ich wollte dir nicht den Abend vermiesen... vergiss, was ich gesagt habe.... machen wir einfach weiter..." ich wollte ihm nicht zeigen, wie verletzt ich war. Ändern konnte ich gerade eh nichts mehr und die Reaktion oder eben nicht Reaktion, die er gezeigt hatte, machte mir deutlich, dass ich mich wohl etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Ich trank das Corona aus und dann gings wieder auf die Tanzfläche. Ich hoffte, dass der Alkohol das miese Gefühl in mir vertreiben würde und die umherschwirrenden Gedanken ausradieren würde, die mir in den Momenten auf der Tanzfläche kam. 
Es wurde immer voller und die Leute brauchten entweder mehr Platz oder alle hatten sich überlegt um uns herum zu tanzen und uns so den Platz zu nehmen. Da blieb es nicht aus, dass ich immer näher auf Josh zu kam, doch mittlerweile, durch Hitze und Zeit vorrangetrieben, hatte sich der Alkohol so weit in meinem System verbreitet, dass ich nicht mehr so ernst darüber nachdachte, ob wir nun noch Freunde waren oder er sich einfach in den nächsten Zug stürtzte, um vor mir zu flüchten. Meine Tanzbewegungen wurden immer abgestimmter auf seine und wenn man uns so ansah, dann könnte man wirklich meinen, dass wir zusammen tanzten, oder einfach zur gleichen Zeit den gleichen Epileptischen Anfall vortäuschten. Die Hitze zeigte auch erste Spuren auf uns. Schweiß hatte sich bereits zu großen Tropfen zusammen verschworen und lief an unseren Körpern herunter. Immer schön die Wirbelsäule entlang bis nur noch der Hosenbund sie stoppen konnte. Meine Lippen waren trocken und meine Kehle ebenso ausgedörrt. Wir würden unsere heißertanzte Position aufgeben müssen oder wir würden elendig verdursten.
"Sollen wir noch mal was trinken gehen?", fragte ich ihn dann nach einer Weile und schielte schon mal rüber zur Bar, die war verdächtig leer geworden, weil sich alles zu guten Songs auf der Tanzfläche knubbelte.

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Josh
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Re: Cargo (Disco)

from Josh on 07/17/2017 10:39 PM

Der Alkohol tat seine Wirkung und schon nach wenigen Minuten hatte ich nichts mehr im Kopf als wummernden Bass, flackernde Discolichter, und das Gefühl, Elias atmen hören zu können, trotz all dem Lärm. Und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es ihm anders ging. Oder ich bildete es mir ein. Wieso interessierte ich mich überhaupt dafür? In meinem Kopf wurde langsam alles zu einer einheitlichen, gleichgültigen Suppe, und alles, was darin kochte, war das Verlangen nach Abenteuer. Ich hatte viel zu lange vor mich hin vergitiert, in dieser grauen Stadt, voll grauer Leute voll grauen Gedanken - und nur Elias war da gewesen, um mich davon zu überzeugen, dass es sich trotzdem nicht lohnen würde, wieder mit dem Weglaufen anzufangen.
"Warte", rief ich lautlos, als Elias sich von mir abwandte, um zur Theke zu gehen und weil er mich nicht hörte und ich keine andere Möglichkeit sah, griff ich nach seinem Oberteil und zog ihn zurück. 
Wieso wollte er schon wieder weg? Ich hörte auf, Elias zu verstehen, genau, wie ich aufhörte, mich selbst zu verstehen. Und plötzlich war er wieder unheimlich nah und ich fragte mich, wieso ich noch so lange damit zögerte, einen Schritt nach vorne zu machen.
Weil du weißt, dass du ihm weh tun wirst. Ihr wollt nicht das selbe.
"Wenn du...", begann ich krampfhaft einen Satz, aber ich fand keine Worte - "Wenn ich..." Ich schluckte. "Wir..."
Ich konnte nicht darüber reden, das hatte ich noch nie gekonnt. Ich wollte es versuchen, für ihn, aber es ging einfach nicht.
Also blieb ich bloß stehen, ließ meine Hand im Stoff seines Hemdes, ohne ihn wirklich festzuhalten, und starrte ihn an.

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Elias
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Re: Cargo (Disco)

from Elias on 07/18/2017 09:57 AM

Irritierender Weise wurde ich von meinem Vorhaben zur Bar zu gehen, abgehalten und fand mich dicht vor Josh wieder. Wollte er nichts trinken? Wir müssten ab und an auch mal aufhören wie die Epilepthiker die Tanzfläche zu rocken, damit wir nicht dehydriert umkippten, außerdem war es gerade leer genug, um schnell dran zu kommen. Und wir könnten uns unterhalten. Ich hatte zwar keine Ahnung wo drüber, weil ich keine Ahnung hatte, was wir noch bereden sollten, nachdem ich dieses blöde Thema angeschnitten hatte, aber egal. Das sinnfreie Gestammel und dieser verwirrte Blick war irgendwie süß anzusehen und ich lächelte leicht.
"Schon okay... ich verstehe.", meinte ich ruhig und versuchte gar nicht erst meine Stimme gegen die Musik zu erheben, der Blick und die Gestig sprach für sich und was auch immer Josh sagen wollte, machte er mit Körpersprache wieder wett. Wahrscheinlich war er einfach nur überfordert oder noch geflashed von der Musik, dem Tanz und der ganzen Atmosphäre und weil ich ihn mittlerweile gut genug kannte, dass er einige Sachen anders sagte, machte und anging als ich, griff ich nach seiner Hand auf meinem Shirt und zog ihn selbst daran etwas näher, bis ich seinen Atem auf meiner verschwitzten Haut spüren konnte. Die andere, freie Hand legte sich in seinen verschwitzten Nacken und zog ihn noch ein bisschen näher, um ihm sanft einfach mal einen Kuss auf die Lippen zu drücken. Ohne Zunge, ohne Hast, einfach nur ein sanfter Kuss, der weder verpflichtend noch aufdringlich sein sollte. So schnell wie er gekommen war, so schnell war der Kuss auch wieder vorbei und ich hielt weiter diese beängstigende Nähe zu ihm.
"Hast du jetzt vielleicht Durst?!", fragte ich immer noch dicht vor seinem Gesicht und sah ihm direkt in die Augen. "Die Bar ist gerade so schön leer.", argumentierte ich und wartete noch auf seine Antwort. Wenn ich morgen früh diese Aktion wieder etwas nüchterner betrachten würde, dann würde ich mir selbst die flache Hand an die Stirn hauen, weil das einfach so... so was von nicht ich war, wie er mich sonst kannte.

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Josh
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Re: Cargo (Disco)

from Josh on 07/27/2017 10:00 PM

Er lächelte. Und ich wusste nicht mehr, ob das gut oder schlecht war.
Die Massen um uns herum verschwammen zu einem riesigen, durchsichten Misch-Masch und Elias' Gesicht war das einzige, was noch in meinem Fokus stand - dabei wusste ich nicht einmal wieso. 
Seine Hand, die plötzlich nach meiner griff, erinnerte mich an die Antwort. Je näher ich ihm kam, desto lauter hörte ich meinen eigenen Herzschlag, bis er schließlich selbst den Bass der Musik übertönte - ich nahm seine Berührung in meinem Nacken kaum noch war, so bereitwillig folgte ich seinen Bewegungen, bis seine Lippen schließlich auf meine trafen.
Das hier war ein seltsamer Kontrast. Die pumpenden Massen um uns herum wirkten unwirklich ruppig und hart im Gegensatz zu seinen Lippen, die so schnell fort waren, wie sie gekommen waren - ich brauchte ein paar Sekunden um die Augen zu öffnen und zu blinzeln und dann stand er wieder vor mir und sprach, als wäre gar nichts geschehen. Sein Gesicht war meinem so nah, dass ich das blau seiner Augen zum ersten Mal wirklich erkennen konnte - und dann wusste ich wieder, wieso er der Fokus war, heute Abend. 
Ich lehnte mich ein winziges Stück vor, genug, damit unsere Gesichter sich beinahe erneut berührten, aber ich tat nichts weiter als meine Stirn sacht gegen seine zu legen, und ein paar Sekunden die Augen zu schließen. Ich wusste nicht mehr, von was ich außer Atem war, als ich fest stellte, dass ich gerade alles wollte, nur nicht zurück zur Theke gehen - aber ich löste mich dennoch langsam von ihm. Erst jetzt fiel mir auf, dass meine Hand sich unwillkürlich um seinen Oberarm gelegt hatte und ich brauchte ein paar Sekunden, um sie langsam sinken zu lassen und zu nicken, bevor ich mich zur Theke drehte.
Wohin würde das hier führen?
So langsam verlor ich meine Orientierung in all dem Chaos.

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Elias
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Re: Cargo (Disco)

from Elias on 07/29/2017 11:37 AM

Wahrscheinlich würde das alles verändern, aber dass er mich nicht gleich wegstieß war schon mal etwas, mit dem ich halbwegs arbeiten konnte. Stirn an Stirn war ein komischer Moment. Es war jetzt nicht so, dass ich das Wilde Rumknutschen mit ihm anfangen wollte, nein, aber es war auch nicht so, dass ich nicht daran gedacht hatte, den Kuss einfach zu wiederholen. Aber nein, wir gingen zur Theke und bestellten uns noch etwas. Hier war es nicht so laut und wir konnten reden, wenn uns danach war. Als wir auf die Bestellung warteten, sah ich zu Josh rüber.
"War der Kuss okay für dich? Wenn du das nicht willst, ist das auch okay." Ich wollte mich nicht dafür entschuldigen, ich wollte nur wissen in wie weit er damit zurecht kam. Immerhin küsste man nicht jeden Tag einen guten Freund und das so öffentlich. Es war zwar nur ein sehr kurzer Kuss gewesen, aber er war dennoch schön gewesen. Wenn ich ehrlich war, hatte ich noch nicht mit so vielen Typen rumgeknutscht, geschweige denn mehr angestellt, also fühlte es sich immer noch so aufregend und spannend an, wenn man eine andere Person zum ersten Mal küsste. Gerade wollte ich noch etwas fragen, als die Bestellung kam. Es waren wieder zwei Corona mit einer Limette drin.

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Josh
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Re: Cargo (Disco)

from Josh on 08/06/2017 10:46 PM

Als wir wieder an der Bar saßen, drehte sich alles, in meinem Kopf. Mein Blick zuckte zu Elias, der Getränke für uns bestellte und meine Lippen begannen zu kribbeln, bis ich sie schließlich aufeinander presste und mir verbot, weiter nachzudenken. Das machte alles nur unheimlich kompliziert. 
Ich ließ mich auf dem Barhocker neben ihm nieder, unheimlich nah - und ich brauchte ein paar Sekunden, bis ich seine Frage verstand.
Wenn du das nicht willst, ist das auch okay.
Ich dachte nach, holte Luft - wurde unterbrochen. Die zwei Bier standen vor uns und waren eine gute Ausrede, um mich von ihm abzuwenden, für einen Moment, um wieder zu Atem zu kommen - dann stieß ich mit ihm an, nahm einen großen Schluck und schüttelte schließlich den Kopf.
Es war alles in Ordnung. So einfach war das. Es störte mich nicht.
"Ich war nie gut in sowas", meinte ich leise und sah in seine Augen, obwohl es mir schwer fiel, "Und ich weiß nicht, was das hier wird. Ich will nur, dass du das weißt."
Wollte er das hören? Gerade wollte ich nur verschwinden, irgendwohin, oder zurück in die tanzende Masse, aber das hier, dieser Dialog, machte mir Angst, weil ich nicht mehr wusste, wie ich damit umgehen sollte. Was erwartete er von mir? Und was war ich für ihn, in diesem Moment?

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Elias
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Re: Cargo (Disco)

from Elias on 08/07/2017 07:21 AM

Man musste kein Zauberer sein, um zu erkennen, dass Josh noch etwas neben der Spur war. Immerhin saß er ziemlich verwirrt und schweigend neben mir. Ich interprätierte das dann mal auf meine Weise. Es war vielleicht okay, wie er sagte, aber es war sicherlich unangebracht gewesen.
"Gut im Küssen oder gut im drüberreden?!", zog ich ihn noch etwas auf und wurde dann wieder etwas ernster. "Ich weiß es auch nicht, was ich will und was das hier wird, ich habe einfach nur den Moment genutzt und etwas getan, was ich vielleicht schon lange wollte." Lächelnd spielte ich mit meinem Bier, von dem ich noch nicht so einen gierigen Schluck genommen hatte wie Josh. Immer noch wurde ich nicht ganz schlau aus ihm.
"Aber nur dass du es weißt, ich habe dich nicht hier her gebracht, um dich abzuknutschen und dich anschließend in die Kiste zu kriegen, ich wollte nur einen schönen Abend mit dir verbringen und dir mal ein bisschen was aus der Partyszene zeigen. Dafür ist London ja auch berühmt.", versicherte ich ihm noch und nahm dann doch mal einen Schluck, damit wir uns wieder einen Platz auf der Tanzfläche ergattern konnten. Ich rutschte vom Hocker und stubste ihn mit dem Ellbogen an.
"Wenn du willst, können wir wieder weiter tanzen, da haben alle ein Bierchen in der Hand.", meinte ich noch und ging dann wieder durch die bebende Menge zu einem kleinen freien Plätzchen.

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Josh
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Re: Cargo (Disco)

from Josh on 08/10/2017 12:55 AM

Seine Worte flogen durch meinen Kopf, ohne wirklich Sinn zu ergeben, aber eines blieb hängen: wir hatten es geklärt. Keiner von uns wusste, wohin das hier fühen würde, und das hieß, ich trug nicht mehr Verantwortung als er für das, was noch passieren würde. 
Diese Erkenntnis hievte einen Stein von meiner Brust - und plötzlich konnte ich wieder atmen. Fasziniert beobachtete ich die Regungen in Josh's Gesicht, als er sprach und hörte auf, auf seine Worte zu lauschen. Erst, als er mich mit dem Ellbogen anstieß, erwachte ich aus meiner Faszination und brauchte ein paar Sekunden, bevor ich nickte. 
Tanzen.
Tanzen war gut.
Beim Tanzen war ich besser.
Ich folgte Elias' durch die pumpenden Massen und mit jedem Schritt bemerkte ich, wie ich mich mehr an meine Umgebung anpasste. Es war die traute Zweisamkeit, die ernsten Gespräche, in denen ich verloren ging und nicht mehr wusste, wohin mit mir, aber hier, umgeben von Menschen, die alle ihre eigene Geschichte mit in den Club brachten, nur um sie für ein paar Stunden zu vergessen, war ich Zuhause.
Binnen Sekunden trennten Elias und mich wieder nur Zentimeter, und mir war, als würde der Bass unsere Herzschläge zu einem verschmelzen, während alles um uns herum zu einem Misch-Masch aus Menschen und Wünschen wurde, das uns einengte und gleichzeitig zueinander führte.
Während meine Schritte zielsicher wurden, sich ohne nachzudenken dem Beat anpassten, und mein Atem schneller ging, der Schweiß eine pulsierend heiße Linie über meine Schläfe malte, bemerkte ich kaum, wie mein Gesicht dem von Elias immer näher kam.
Und dann waren da wieder seine Lippen, als wären sie nie fort gewesen.
Anders, als letztes Mal. Vielversprechender. 

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Elias
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Re: Cargo (Disco)

from Elias on 08/10/2017 06:59 AM

Ob es die Musik war, der Alkohol, der sich langsam durch meine Venen in meinen Kopf vorarbeitete oder einfach die gesammte Stimmung, die hier auf der Tanzfläche herrschte, wusste ich nicht mehr, aber es wurde dann doch noch ein lockerer Abend. Vielleicht ein Abend mit einem neuen Kapitel in der fragilen Beziehung von einem Muggel und einem Zauberer.  Was das zwischen uns war, wo es hinführen würde oder ob es gut war, konnten und wollten wir beide an diesem Abend gerade mal nicht erörtern oder herausfinden. Es war einfachnu rein schöner Abend, an dem fast alles stimmte. Bis auf die Tatsache, dass er irgendwann zuende war und wir zwei dann etwas angeschibst nach hause liefen. Wie die Nacht dann da weiter gehen würde, war noch ungewiss, aber sie würde sicherlich genauso aufschlussreich werden, wie der angefangene Abend.


--------->Cut [Thread Frei]

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Castor
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Re: Cargo (Disco)

from Castor on 01/01/2018 11:10 PM

-> WADA Mensa
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Mit Ophelia im Schlepptau apparierte ich in eine Seitenstraße bei dem Club, in welchen ich sie mitnehmen wollte. Dort hatten sich schon einige unserer Mitstudenten versammelt und das Feiern begonnen und sie alle warteten auf Ophelia und mich, um sie gebührend in die Schulgemeinschaft aufzunehmen. Breit grinsend ließ ich sie nun los und richtete erstmal mein Hemd wieder, ehe ich ihr half ihr Outfit zurecht zu rücken. "Bereit?", fragte ich nur und nickte nach vorne, wo man schon das Leuchten des Neonschilds auf dem Boden flackern sah. Der Clubs ah vielleicht nicht sonderlich einladend aus, aber er war dennoch einer der beliebtesten der ganzen Stadt. Es war günstig, die Musik war wirklich gut und die Tanzfläche groß genug, damit alle gut tanzen konnten und darauf kam es uns eben an.

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