Musikzimmer im Ostturm

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Laoghaire
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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Laoghaire on 09/21/2016 06:18 PM

// Kein Problem, lauf ja nicht weg. ^^//

"Also es geht ja auch im Schokolade. Da kann man ein bisschen nachsichtig sein. Aber nur ein bisschen", sagte ich mit einem halben Lächeln. Ich wusste nicht, wie ich auf das vorangegangene reagieren sollte, also nahm ich es einfach zur Kenntnis. Wortlos. Das kam bei mir nicht so oft vor.
"Nein, ich will doch kein Riesenpony. Ponys sind so anstrengend. Wie kommst du überhaupt auf die Idee, dass ich ein Riesenpony will?" Woher zog der Typ seine Schlüsse?
"Oh äh... Naja bis dann. Ich wollte ja eh eigentlich in die große Halle", erwiderte ich und rappelte mich vom Boden auf. "Und ich will immer noch kein Pony", rief ich ihm nach.
Dann schüttelte ich den Kopf. Da Schlich er sich in den Musikraum und dann war er so plötzlich wieder weg, wie er gekommen war. Und dann sagten die Leute, ich wäre seltsam.
Ich seufzte, dann machte ich mich auf den Weg in die große Halle, wo ich ja eigentlich hin hatte wollen.



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Thorn

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Thorn on 01/29/2017 12:31 AM

"Ne, ne, ne! Das läuft. Wir sehen uns nachher im Gemeinschaftsraum, dann kritzeln wir das für Geschichte noch schnell zusammen, versprochen!", erklärte ich einem rothaarigen Mädchen noch während ich ihr lieb die Schulter drückte. Dann zwinkerte ich der süßen Maus zu und winkte den letzten drei Chillern noch kurz bevor ich die Gitarre abstellte und mich einmal genüsslich streckte.

Irgendwie hatte ich das vermisst und ich würde es nach dem Abschluss wieder vermissen: Das Herumgammeln hier im Musikzimmer, wenn irgendwann, irgendwer in dem ganzen Gerede, Süßigkeiten essen und Flirten irgendeins der Musikintrumente angrabschte und drauf los klimperte, klampfte, zupfte oder tutete. Seit dem Turnier war das irgendwie verkrampfter geworden, jeder hatte von einer der anderen Schulen mal wen mitgebracht und jedes Mal war es in Gesprächen über das Turnier geendet. Heute Abend nicht, heute waren es einfach die alten Leute und die gleichen, seltsamen Gespräche gewesen. Nur Gray und Jaimie fehlten... nicht nur in Anwesenheit. Sie fehlten auch mir ganz speziell.

Gähnend sah ich zu Lorcan hinüber, der außer mir der letzte hier war und grinste. Eigentlich wollte ich ihn schon eine ganze Weile etwas fragen, aber nach dieser seltsamen Krise im Sommer.... egal, das hatten wir hinter uns gelassen. Und warum sollte ich ihn nicht fragen? Weil es so unangenehm war an das Schulende zu denken und den Umstand, dass wir uns dann nicht mehr jede Nacht mit den anderen coolen Idioten ein Zimmer teilten?

"Du siehst müde aus, Lorcy.", warf ich locker in den Raum und ging zum Fenster um mir eine Zigarette zu drehen. "Oder hast du's wieder mit dem Asthma? Dann lass ich die Fluppe aus, musst nur was sagen."
Mit sanftem Lachen setzte ich mich auf die Fensterbank und legte die fertig gedrehte Kippe neben mich. 

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Lorcan

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Lorcan on 01/29/2017 12:52 AM

Es war immer noch ein wenig merkwürdig Thorn anzusehen aber gleichzeitig war es auch so normal. So familiär - und doch war da un letzter Zeit etwas anderes ... Ihm und seinen Bandkollegen bei den Proben zuzusehen war so beruhigend, wahrscheinlich weil es etwas Gewohntes war. Die Musik hatte mich vergessen lassen, was letzten Sommer passiert war.

Manchmal erwichte ich mich dabei, wie meine Augen länger auf ihm ruhten, während ich mich immer und immer wieder unterbewusst fragte ... Warum sah Thorn plötzlich anders aus? Oder eher ... was sah plötzlich anders aus?
Denn ich konnte beim besten Willen keine Veränderung feststellen und doch knabberte da etwas an meinem Gewissen, dass er anders war. Mit zusammengezogenen Augenbrauen und einen überaus nachdenklichen Ausdruck im Gesicht verfallen starrte ich meinen besten Freund an, bis seine Augen zu mir schwenkten, als die anderen den Raum verließen, denen ich ebenfalls kurz zum Abschied die Hand hob. 

"Nein, hat nichts mit meinem Asthma zu tun", meinte ich und lächelte ihm zu. "Nur am nachdenken. Es ist bald soweit .. ich frag mich was ich dann machen soll ..", reimte ich mir die halbe Wahrheit zusammen. Neben dem Turnier war das ebenfalls ein Thema in aller Munde. Was tun nach dem Abschluss? Es war nicht so, als hätte ich mir keine Gedanken gemacht.
Ich wusste wirklich nicht was ich tun sollte ... Ich überlegte schon länger, ob ich mich in dieser Sache nicht meinem Großvater zuwenden und um Rat fragen könnte. Immerhin hatte er schon einiges erlebt. 

Die andere Hälfte der Wahrheit war aber, dass ich die ganze Zeit gegen Flashbacks kämpfte und sie versuchte zu unterdrücken. Die Erinnerungen an den Club, an Tim im Eberkopf .. Die Küsse ... Und wenn ich Thorn dann anblickte wurde mir immer übel.

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Thorn

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Thorn on 01/29/2017 01:09 AM

Lorcan war wieder ganz woanders. Manchmal sah ich mir das einfach eine ganze Weile an, weil er dabei immer so süß aus der Wäsche schaute mit seinen großen Augen. Er war nicht der typisch verträumte, der dauernd abwesend herum saß, aber... hin und wieder doch. Selten, gut, aber ich kannte es gut. 
Und manchmal fragte ich mich, ob er dann an den Sommer zurück dachte. Nach meinem Geburtstag hatte ich mich so sehr verflucht. Wie hatte ich so über ihn herfallen können? Wie hatte ich so dumm sein können alles aufs Spiel zu setzen? Wochenlang hatte ich seine Nähe gemieden und mir zwanghaft eingeredet, dass es nur die Hitze war und... Dinge, die ich im Sommer sonst tat, aber da nicht tun konnte. Lucas würde es Rohrbrand nennen und lachen, aber immer wenn ich das so dachte bekam ich unangenehme Gänsehaut. Diesmal auch.

Aber da ich gerade auch das Fenster geöffnet hatte und die eiskalte Luft herein wehte ließ sich das gut tarnen. Ich zog mir eine der Decken heran, die wir mit rauf gebracht hatten und legte sie mir um bevor ich mich quer ins Fenster setzte und die Kippe ansteckte.
Versonnen nickte ich und schmauchte ein paar Züge vor mich hin. Ja, das hatte ich mich auch schon gefragt. Was war danach? Dauernd redeten alle darüber.
"Ich hab auch keine...", das war gelogen. Eine Idee hatte ich ja. Mum hatte sie mir ans Herz gelegt und zum ersten Mal war mir etwas, das sie gesagt hatte nicht vollkommen dämlich erschienen. Langsam aber sicher tendierte ich dazu... und nahezu gleichzeitig war diese Frage in mir entstanden. 

Vorsichtig sah ich zu Lorcan hinüber während der kalte Wind mir die Spitzen meiner zusammengebundenen Haare in den Augenwinkel wehte. Es war doch eigentlich simpel, warum hatte ich dann trotzdem Angst zu fragen? Angst, dass er ablehnte?
"Ich hab eine Idee.", sagte ich plötzlich und nahm noch einen Zug. Irgendwie war mein Hals trocken und rauh. "Kannst du mir den Tee reichen?"
Wie immer wenn ich mit etwas haderte tippten meine Turnschuhe einen Rhythmus auf das Fensterbrett... 

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Lorcan

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Lorcan on 01/29/2017 01:40 AM

Ich glaubte ihm nicht ganz, als er meinte er habe auch kein Plan. Er hatte so viele Sachen die er mochte, bei denen er mit so viel Leidenschaft dabei war. Im gegensatz zu mir hatte er schon immer etliche Hobbys gehabt und ich hatte mich an diese angepasst - denn ich hatte nichts anderes gebraucht außer Thorn an meiner Seite. Mit dem besten Freund abhängen, einfach rumgammeln; das war immer genug gewesen- für mich. Und nun ... 

Eine Entscheidung, die das Leben bestimmen sollte, welche sich entscheidet, durch all deine Interessen und Talente ... Ich hatte das Gefühl, dass ich irgendwo an einer Stelle versagt hatte; egal wie sehr ich es versucht hatte. Ich weiß noch an mal einige Kerle meinten Thorn sei mein Mitläufer ... es war nur ein albernes Getuschel, was ich zufällig mitbekommen hatte, aber es hatte mich stutzen lassen. Ich hatte begonnen darüber nachzudenken. Und kam zu einer Eingebung: Nicht er war mein Mitläufer. Sondern ich seiner. 

Über die Jahre hinweg war ich so abhängig von ihm geworden, wie das Säugetier von der Luft. Er war mein Asthmaspray zu meinem Asthma. Oder sowas. Wahrscheinlich ein schlechter Vergleich. Ein ziemlich Schlechter.
Mein Beitritt in der EiR war mein Versuch gewesen selbstständiger zu werden, mich etwas von ihm zu lösen, mich selbst etwas zu trauen ohne dass er mich immer behütete. 

"Eine Idee? Welche?", fragte ich, während ich nebenbei nach der Thermosflasche griff, in welchem noch frischer, warmer Tee drin war, die ich ihm dann reichte. Meine Augen huschten kurz zum Fenstersims auf dem er saß - es beunruhigte mich immer wenn er das machte. Der kleinste Fehler und .. ich schluckte und stand wie üblich immer angespannt daneben, bereit ihn zu ergreifen wenn was passierte. 

Ich fragte mich, ob Mum ihm schon geschrieben hatte. Natürlich hatte die Schule sie über meine kleine .. Eskapade informiert. Sie wusste, dass ich so etwas niemals ohne weiteres tun würde und hat mich gefragt warum ich dort war, ob ich mit ihr reden will.
Aber ... noch nicht. Noch wusste ich selbst nicht was vor sich ging. 




 

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Thorn

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Thorn on 01/29/2017 02:06 AM

Ganz in Ruhe lehnte ich den Hinterkopf ans Gemäuer und betrachtete Lorcan wie er nachdachte. Irgendetwas wanderte da schon wieder durch seinen Kopf, das konnte ich förmlich riechen. War er wirklich so unsicher über seine Zukunft? Klar, mir war immer bewusst gewesen, dass das nicht einfach war, aber ich hatte immer gedacht von uns beiden wäre Lorcan der Vernünftige, der Gesittetere, der, der zuerst wissen würde was aus seinem Leben würde.
Andererseits hatte ich auch gedacht, dass wir zwei Häuser nebeneinander bauen würden, ewige Nachbarn und beste Freunde, unsere Frauen verstünden sich auch und unsere Kinder würden im Garten miteinander spielen und auch beste Freunde werden. Wie kitschig... wie spießig. Wie unmachbar.... 

Ich wechselte die Kippe in die andere Hand und streckte die Hand aus um Lorcan übers Haar zu streichen. Nur meine Fingerspitzen reichten heran. Aber ich tat das hin und wieder um ihn aus den Gedanken zu holen. Dabei hatte er so viel gehabt um nachzudenken in letzter Zeit. Sogar seine Mum hatte mir geschrieben. Sie hatte nichts Genaues geschrieben, aber die Art und Weise und, dass sie mir geschrieben hatte.... der Brief war seltsam gewesen. Und hatte mir das Gefühl gegeben, dass sie etwas ahnte. Aber ich hatte nichts verraten, weder ihr noch ihm. Weil das seine Entscheidung war. Ich hatte da nichts einzuwerfen. 
Und dabei... war ich eine Weile ein Teil davon gewesen. Ein gar nicht mal so unangenehmer Teil, wenn ich heute so daran zurück dachte. 

"Mum schenkt mir den Bully zum Abschluss.", erklärte ich leise und grinste schief. Der bunt angemalte VW Bus hatte Mum, Lorcan, Lysander und mich schon quer durch die Walachei gejuckelt seit wir klein gewesen waren und Mum versucht hatte energetisch günstige Orte zu finden. Die alte Rappelkiste mit den magischen Knöpfen, die wir so oft gedrückt hatten. Rückbank wurde zu Bett. Bett wurde zu Rückbank. Hind und her. Schöne Erinnerungen. "Ich hab überlegt... ein Jahr Auszeit zu nehmen. Durchs Land zu fahren. Arbeiten, wo wer gesucht wird, kreuz und quer. Wohin ich gerade will. Über mich selbst nachdenken, Musik machen, du weißt schon.... mich selbst ordnen. Mich selbst finden und so ein Schwachsinn."

Ich löste die Hand von Lorcans Haar und kuschelte mich tiefer in die wärmenden Decken. Die Frage, die ich stellen wollte, lag schwer auf meiner Brust. "Warst du schonmal auf den Orkney Islands?", fragte ich leise und sah hinaus zu den schottischen Highlands. "Im Winter ist es dort nur drei bis vier Stunden am Tag hell. Sterne. Um drei Uhr am Mittag. Kannst du dir das vorstellen?"

Sehr schwer holte ich Luft und senkte den Blick als ich den Kippenstummel aus dem Fenster warf.
"Was... ich meine.... Ich habe überlegt, ob... du nicht vielleicht mitkommen willst." 

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Lorcan

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Lorcan on 01/29/2017 01:23 PM

Meine Sicht wurde wieder klarer woraufhin ich überrascht feststellte, dass mit Thorn durch's Haar strich. Doch etwas hielt mich davon ab seine Hand wie sonst immer mit einer humorvollen Grimasse wegzupatschen. Meine Hand blieb ganz konsequent unten an meiner Seite, denn ich konnte mich nicht dazu bewegen es zu tun. Zu sehr hatte ich diese Nähe zwischen uns vermisst. Sie war immerhin ein ständiger Begleiter aus unserer Kindheit gewesen. 

Stattdessen lächelte ich ein wenig weiter und blickte ihn -ohne es wirklich zu realisieren - sanft an. Er merkte natürlich immer wenn ich in Gedanken verloren war. Er kannte als einziger so wirklich wie ich tickte - außerhalb der Familie. ......
Falsch. Er IST Familie. Natürlich kennt er mich.

Immerhin .. waren wir wie Brüder.

Wo sonst immer bei dem Gedanken ein warmes Gefühl entstand wurde nun durch etwas Bitteres ersetzt, was mir rätselhaft blieb.

Während ich im zuhörte merkte ich nicht, wie mein Lächeln von Sekunde zu Sekunde ein bisschen mehr verschwand. Dann schnaubte ich belustigt. "Es klingt nach dir" meinte ich grinsend - aber auch hier, das Grinsen fühlte sich nicht real an, obwohl ich es so meinte. 
"Anscheinend hat deine Mutter letzendlich doch auf dich abgefäbrt, Thorn. Nein, du hattest schin immer etwas von ihr in dir, wenn ich jetzt so drüber nachdenke ... Auf jeden Fall passt es zu dir. Die Welt entdecken, reisen, sich entdecken und all der Kram ..."

Ich seufzte und fuhr mir durch's Haar. Aber nicht lange und er hatte es geschafft, dass ich ihm misstrauisch anblickte und zuhörte, bis er mich vollends stutzig machte mit seiner Frage. Es war in dem Moment als würde sich irgendein Knoten um mein Herz lösen, welches es umschlossen und erdrückt hatte.
"Ehm ..", sichtlich sprachlos blickte ich mit großen Augen um uns herum und dann zu ihm. "D-du willst wirlich .. mit mir?"

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Reply Edited on 01/29/2017 02:44 PM.

Thorn

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Thorn on 01/29/2017 02:09 PM

Ein sanftes Lächeln und ein vorsichtiger Blick. Ich konnte nicht anders zurück lächeln. Wir waren viel neben einander her gestolpert im letzten Jahr, aber langsam fühlte es sich wieder so ähnlich an wie früher. Gerade das liebte ich ja so sehr an uns; diese Wärme mit der wir miteinander umgehen konnten. Wir waren Brüder, wir waren herzlich, liebevoll, ohne, dass es peinlich wurde. Ich hätte nicht damit umgehen können, wenn wir das im Sommer tatsächlich für immer verloren hätten. 

Doch dann schnaubte er und es klang bitter wie dunkle Schokolade. Mein Herz wurde schwer. Noch immer konnte ich nicht sagen, was mich so bedrückt hatte, mich davon abgehalten hatte bis heute Abend ihm von dieser Idee zu erzählen, aber... diese Befürchtungen schienen nun bestätigt. Nur sehr vorsichtig wagte ich wieder zu Lorcan hinüber zu sehen, dessen Lächeln einfach verschwunden war. Nach Wärme suchend kuschelte ich mich tiefer in die Decke.
Ich hätte aufstehen und das Fenster schließen können, aber.. ich wollte in meinem kleinen, flauschigen Panzer bleiben.
"Wenn du gerade versuchst mich einen Hippie zu nennen, dann solltest du gut aufpassen.", versuchte ich leise zu scherzen und lachte tonlos zu ihm hinüber. Aber irgendwo wurde mir jetzt auch klar, dass es für Lorcan genauso schwer war wie für mich.

Ich legte nachdenklich den Kopf schief und atmete ein, zwei Minuten einfach nur.
"Lorcan... ich will nicht esoterisch klingen. Und ich will nicht auf Zeug herum reiten, das passiert ist und über das nicht weiter nachgedacht werden muss.", versuchte ich den Wirrwarr in mir zu erklären. "Ich... hab nur das Gefühl, dass du genauso wenig weißt was wie wo und überhaupt und generell... wie ich auch. Und.... vielleicht... ich meine.... Gott, ich will dich zu gar nichts zwingen, okay, aber..."
Wieder sah ich aus dem Fenster und versuchte mir selbst klar zu werden, warum es mir so wichtig war.
"Vielleicht bin ich auch nur unreif und kindisch, aber ich habe das Gefühl, irgendetwas sagt mir, dass ich nie heraus finden werde wer ich bin und was ich wirklich will.... wenn du nicht dabei bist.", war das Letzte, das mir einfiel. "Ich... brauche dich einfach."

Verdammt klang das egoistisch. Und ich hasste es egoistisch zu sein, ich hasste es so sehr! Es kam nie etwas Gutes dabei heraus.
Aber mein Herz fühlte sich plötzlich sehr viel leichter an, weil es raus war. Egal wie die Reaktion darauf sein würde. Er war mein Bruder, verdammt. Es gab - noch - nichts auf der Welt, dass ich so liebte wie ihn. Und der Gedanke ihn von jetzt auf gleich zu verlieren... nur wegen so etwas Dämlichem wie Schule....
Es war ein Instinkt, der mich die Hand ausstrecken und seine Finger fassen ließ. Weil mein Unterbewusstsein nicht wollte, dass er aufsprang und verschwand. Und ich hielt sie... ganz vorsichtig. Und sehr, sehr unsicher. 

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Lorcan

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Lorcan on 01/29/2017 10:50 PM

Und ich will nicht auf Zeug herum reiten, das passiert ist und über das nicht weiter nachgedacht werden muss.

Etwas in meiner Brust zog sich zusammen, da ich mit der Hälfte meiner Gedanken immer noch im Zimmer unseres Camps hing und seine süßen Worte an meinem Ohr spürte. Ein Schauer lief mir wieder durch den Körper und ich blinzelte mich aus der Erinnerung rot werdend heraus. 

Er meinte im Moment unseren Weg nach der Schule. Und auch wenn nicht, auch wenn er das meinte was im Camp passiert war .. dann sollte es nichts ändern. Immerhin war ich diesen Deal mit Serena eingegangen. Ich wollte sie, nicht Thorn.

Ich schluckte schwer.

Ich... brauche dich einfach.

Mein Herz machte plötzlich einen doppelten Satz und setzte dann aus, als ich ihn anstarrte wie ein Pferd und dabei einige Sekunden beobachtete, wie sehr er sich über seine Worte aufzuregen schien. Es waren nur Kleinigkeiten an denen man es erkannte, wie das kräuseln seiner Oberlippe, das winzige Zucken seiner rechten Augenbraue und der kleinen Falte zwischen seinen Augen. Die Anzeichen tauchten immer auf, wenn er etwas sagte was ihm peinlich war oder nicht gefiel. Wofür er sich zusammenreißen musste.

Die Worte hatten ihn viel Kraft gekostet, das realisierte ich - desto sprachloser wurde ich. Ich wollte mich von ihm losreißen, meinen eignen Weg finden, meinen eigenen Weg gehen. Mich selbst finden. Das was mich ausmachte. Aber all diese Gedanken und Ziele wurden in diesem Augenblick durch diese Worte über einen Haufen geschmissen. Ohne weiteres packte ich sie und warf sie über die Schulter und sah wie die glänzenden imaginären Fäden mich und Thorn enger zueinander zogen und sich anspannten, bei der kleinsten Bewegung wunderschöne Klänge von sich gaben.

Wieder schluckte ich, ließ den Kopf hängen, legte eine Hand über meine Augen die ich von dem Stress dieser überlaufenden Emotionen schloss und lachte erleichtert auf. Ein volles, Lachen gepaarpt mit einem Schluchzen, als mir Tränen anfingen über die Wangen zu laufen. Tonlos ließ ich mich neben ihm auf die Knie fallen und legte meinen Kopf und meine Arme auf seinen Schoss, um mich zu beruhigen.

Die grelle Leere was ich zuvor gesehen habe als ich an die Zukunft dachte füllte sich wieder nach und nach, und wieder bemerkte ich, dass ...

"I-Ich brauche dich auch."

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Thorn

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Re: Musikzimmer im Ostturm

from Thorn on 01/29/2017 11:19 PM

Er wurde rot. Er schluckte. Er starrte mich fassungslos an. Er sagte kein Wort. 
Stattdessen..... verbarg er sein Gesicht. Weinte er, ich hörte es.
Und mir wurde schlecht.

Ich musste den Blick abwenden, mir auf die Innenseiten meiner Wangen beißen und mich zwingen hinaus zu starren. Es war ja nicht so, dass ich nicht schon länger ahnte was hier vorging. Wir... drifteten uns davon. Um in winzigen Sequenzen Rückfälle zu erleiden und wie Verdurstende über Wasser über einander her zu fallen. Ich dachte das hätten wir überstanden und es könnte wieder normal werden, aber wie sollte das funktionieren? Ganz vorsichtig ließ ich seine Hand los und vergrub sie in der Decke.
Natürlich hatte ich darüber nachgedacht und war irgendwo zu dem Punkt gekommen, dass Lorcan versuchte sein eigenes Leben zu leben und aus seiner - unserer - Kindheit heraus zu kommen. Sich weiter zu entwickeln, sich zu entfalten. Ich wollte ihm dabei nicht im Weg stehen; ich wollte nicht egoistisch sein...  
Innerlich verfluchte ich mich dafür den Mund aufgemacht zu haben.

Und dann spürte ich etwas an meinem Schoß und schreckte auf. Mit geweiteten Augen sah ich hinunter auf Lorcans Profil, das sich an mich schmiegte. Ich brachte beim Anblick seines lachend-weinenden Gesichts kein Wort heraus und keinen einzigen Gedanken zu Stande. Ich starrte ihn einfach nur an.... hob die Hand um sie beruhigend auf seine Wange zu legen... und traute mich doch nicht.

I-Ich brauche dich auch. 

Er stotterte wieder..... und in mir machte sich das warme Siegel auf, das dieser Umstand schon immer in mir ausgelöst hatte. 
Beschütz ihn, er ist unsicher. Egal ob du es auch bist, beschütz ihn.
Als hätte sich in mir ein Schalter umgelegt wurde ich ruhiger, entspannter, versuchte das auszustrahlen und lehnte mich vor um meinen Oberkörper behütend über seinem Kopf zu errichten. Setzte ich einen warmen Kuss auf seine Schläfe und strich beruhigend über sein Haar. 

Meine Frage musste ein dunkles, schweres Monster gewesen sein um ihn so überfallen zu können.
"Schsch, schon gut.", flüsterte ich ihm zu, seine Tränen noch genau vor Augen und lächelte schief, traurig, aber ehrlich. "Du musst nicht ja sagen. Es ist dein Leben, Lorcy." 

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