Off Limits ~ Blue & Red[BEENDET]

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Blue

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Blue on 05/22/2017 01:09 PM

"Red", rief ich irritiert aus und ließ mich von ihm mitziehen. Er war plötzlich so aufgeregt und nervös, dass es mich so sehr überraschte, dass ich erstmal nichts anderes tun konnte. 
Außerdem konnte ich jetzt nicht einfach weg, ich war wegen Gray hier. Was war denn jetzt los?

"Warte warte warte, Red", sagte ich hastig und stemmte mich gegen sein Zerren, welches uns mittlerweile schon in die Nähe des Hauses gebracht hatte. Ich blieb stehen, woraufhin er mich panisch ansah, doch ich nahm einfach ganz ruhig seine weichen und sanften Wangen zwischen meine Hände und sah ihn eindringlich an.

"Ich gehöre nicht zur Familie, Red", sagte ich beschwichtigend und lächelte ihn lieb an. "Du du und Gray seid meine Familie. Aber ich gehöre nicht zu den Hoods, okay?" Ich gab ihm ein Küsschen auf die Nasenspitze und zog ihn dann in eine feste Umarmung, damit er sich beruhigte. 

Nachdem ich das gesagt hatte fühlte ich mich auf einmal erschöpft und müde. Und als ich den Blick hob, begegnete meine Augen die von seinem Vater, der uns beobachtete, und meine Worte gehört zu haben schien. Ich hatte nicht die Energie ihm ein Lächeln zu schenken und senkte den Blick schnell wieder, um Red ein tapferes Lächeln zu schenken. 


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Red

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Red on 05/23/2017 04:01 PM

Wieso hatte ich dauernd den Gedanken, dass mit der Welt etwas nicht stimmt? Dass es eigentlich alles anders laufen müsste als es das wirklich tat? Und wieso kam ich nicht dahinter wie das aussehen sollte? Und vor allem: Warum hatten immer alle eine Antwort als wäre es so einfach und am Ende war es doch immer noch kompliziert? 
Für Blue schien das alles ganz simpel. Aber warum sollten Maman und Papa nicht ihre Familie sein, wenn Gray und ich es waren? Das war nicht logisch.

Hinter mir öffnete sich die Tür. Ich wusste, Papa kam zu uns raus, auch wenn ich nicht hinsah, weil ich verwirrt auf Blues Lächeln starrte. Papa kam immer wenn er das Gefühl hatte, dass etwas komisch war.
"Alles in Ordnung bei euch beiden?", fragte er und trat an unsere Seite. "Wo ward ihr denn so lange? Bei der Kälte und dem Schnee holt ihr euch noch den Tod. Kommt rein, ihr beiden."
Er strich mir über den Kopf und lächelte Blue an. Auf eine seltsam mitfühlende Art und Weise. Als wusste er, dass er das Falsche getan hatte nur aus den richtigen Gründen.  

"Papa, kommen Grandame und Papé heute?", fragte ich ausdruckslos ohne den Blick von Blue zu wenden. Die Hand meines Vaters blieb an meiner Schulter liegen. 
"Nein, nicht, dass ich wüsste. Wie kommst du auf den Gedanken?"

Dann war alles gut. Mein Vater würde Blue nie etwas tun. Niemals. Er war nur ein Hood wenn wir unter Hoods waren, so sagte er immer. Der Familie zuliebe, sagte er noch. Blue würde heute Abend wieder gehen. Alles konnte gut gehen.
Vorsichtig fasste ich wieder Blues Hand.
"Okay.", hauchte ich. Blue war sicher. Vor allen Wölfen dieser Welt.


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Zeitsprung

Wann?
Herbst 2019 
Blues 4. Schuljahr
Reds 3. Schuljahr

Wo?
Hogwarts 


"Du kannst nicht davon ausgehen, dass sie auf dich steht, nur weil sie am Tisch kratzt.", blaffte mir eins der Slytherin-Mädchen ins Gesicht während wir auf dem Weg aus dem Kerker hinauf waren. Ich verdrehte in aller Ruhe die Augen und machte mich daran die Hemdsärmel, die ich für Zaubertränke ordentlich aufgeschlagen hatte genauso ordentlich wieder zu glätten. Gutes Aussehen und ein gepflegtes Äußeres beeinflussten 80% des ersten Eindrucks in einer Situation und beeinflussten das gesamte folgende Szenario entscheidend zu den eigenen Gunsten. 
Ich hatte dazu gelernt in den letzten Jahren.

"Ich sagte, sie mag mich. Das ist ein Unterschied.", gab ich dem Mädchen gegenüber knochentrocken zurück. Ausgleichsbewegungen während des Gesprächs waren Signale für unterschwellige Emotionen. Häufiges Blinzeln, hin und zurück, positive Nervösität; Knibbeln an Tischplatten, langsames Reden ohne konkret zu stocken. Zuneigung. Nicht öffentliche Zuneigung. Dieses Mädchen aus Ravenclaw mochte mich. Das war eine Tatsache.
"Sie hat dich nach der letzten Zutat gefragt. Das war alles, Red." - Völlig egal. Es war da gewesen. Und ich hatte es gesehen. Und erkannt.

"Du bist eifersüchtig."
Mit diesen Worten drehte ich mich zu dem Mädchen an meiner Seite um und blieb im Vorraum der Großen Halle stehen. Sie war zu verblüfft um etwas zu antworten. Ich hatte also Recht.
Hinter ihr, am Ende der Treppen tauchte dunkles Haar auf. Und blaue, strahlende Augen. Einen Moment sah ich Blue an, die näher kam.... dann wandte ich mich wieder meiner Gesprächspartnerin zu.

"Wenn du sie magst, dann ignorier sie.", hatte Großvater gesagt. "Sobald du ihr zu viel Aufmerksamkeit schenkst wird es immer jemanden geben, der ihr diese Aufmerksamkeit neidet. In diesem Fall würdest du also alles in Gefahr bringen."
Es war bei diesem Gespräch um eine Antiquität gegangen.
Auf Blue war dieser Rat aber genauso gut anwendbar.  

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Blue

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Blue on 06/05/2017 03:24 PM

Ich wusste, ich sollte mittlerweile daran gewöhnt sein, von ihm so blaffend offensichtlich ignoriert zu werden, doch ich verstand es einfach nicht. Etwas, was ich nicht verstand würde mich auf Dauer immer wieder verletzen und ein Stich in meinem Herzen spüren lassen. Vielleicht lag es auch an seinen Freunden, ich bekam oft mit, wie sich Leute von ihren Freunden manipulieren ließen - damit wollte ich auf keinen Fall etwas gegen deren Slytherin Herkunft sagen, ich kannte Slytherins die ganz anders waren als was man von früher so kannte.

Red hatte bestimmt seine Gründe. Ich wusste, er gehörte zu den Populären der Schule, die Elite. Ich gehörte da nicht rein, weil ich ... mit anderen Dingen beschäftigt war. Lernen, Geld verdienen, meine Mutter besuchen, arbeiten. 

Schnell richtete ich mein gebrochenen Gesichtsausdruck wieder und setzte meinen sonstigen auf. Fröhlich, lächelnd, opimistisch. Immer positiv denken, Blue! 

Ich bemerkte das Mädchen vor ihm, die ich wiedererkannte, die sich aber zwischen den Jungs unwohl zu fühlen schien. Mit klopfendem Herzen in der Brust, welches ich mir nicht anmerken ließ, marschierte ich mit meiner langen, mehrmals geflickten Schultertasche und Büchern in den Armen auf das Grüppchen zu und sprach das Mädchen aus dem 3. Schuljahr an. 
"Stella? Ist etwas?", fragte ich sie besorgt, woraufhin sie sich verblüfft schauend und rot zu mir drehte.
"Oh, Blue .. nein .. nichts .. also .. ich ehm .. muss jetzt weg, wir sehen uns bei der Nachhilfe!", damit rauschte meine Nachhilfeschülerin hektisch ab, woraufhin ich nur irritiert hinterherblinzelte.
"Okay ...", murmelte ich nur verwirr und hörte neben mir Gekicher und Lachen. 


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Red

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Red on 06/12/2017 06:36 PM

Stella starrte mich noch immer einfach an als ich mich ihr wieder zuwandte. Mit offenem Mund. Sie sah aus wie ein Fisch. Auf dem Trockenen. Hinter meiner Stirn ratterte und ratterte es. Gedankenfetzen, Sätze von Großvater und aus den Büchern, die er mir schickte. Ausschlussverfahren, Analyse. Mimik, Gestik; Nähe, Distanz. Alles auf einmal. Und nichts davon, weil mein Gesicht reglos bleiben musste. 
Schneller, Red, das muss schneller gehen. Du musst wissen was sie ausdrückt noch während sie es tut, schneller!
Doch dazu kam es nicht mehr. Die dünnen blondon Härchen in meinem Nacken stellten sich auf als ich Blues Stimme erkannte. Sie war in den letzten drei Jahren voller geworden, noch wärmer und sanfter, fraulicher. Wie das Gefühl warmen Wassers auf den Schultern, wenn man sie hinter sich hörte.

Die anderen Jungs um mich kicherten, einer klopfte mir feixend auf die Schulter als Stella davon lief. Langsam, ganz langsam ging es mir auf. Stella mochte mich auch. Sie stotterte, sie hatte unruhig die Augen aufgerissen, sie war ertappt worden, von mir. Und es war ihr peinlich, weil die anderen es jetzt wussten. Mir brannte die Hirnhaut vor Gedanken... ich musste dringend ein Mittel gegen diese ewigen Kopfschmerzen finden. 

"Warum läufst du ihr nicht nach, Lightning? Du spielst doch sonst auch immer Mutter Theresa.", höhnte Sando neben mir, ein Austauschschüler der mir vor ein paar Tagen erst beigebracht hatte was es bedeutete spanisch zu küssen. Es schien ihm Spaß zu machen Blue aufzuziehen. Das hatte etwas mit Gruppendynamik zu tun.... das hatte ich verstanden. Still wandte ich den Blick um und sah sie an, kalt, didtanziert..... niemals beim Analysieren die Mimik freilasen. 
Während die Jungs um uns herum sich in ihren Scherzen über Blues Gutherzigkeiten, ihre liebevolle und menschliche Art ergossen...sah ich sie einfach nur an und versuchte zu verstehen, warum das etwas Falsches sein sollte. Etwas worüber man lachte. 
Und als der erste Junge sie schubste... wusste ich immer noch nicht was nun gerade falsch oder richtig war. 
Nur, dass ihr Gesicht aussah wie meines früher.... hilflos. Und wütend.

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Blue

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Blue on 06/14/2017 01:04 PM

Ich war sprachlos und geschockt und wusste nicht einmal, was ich falsch gemacht hatte, als sie begannen mich zu schubsen. Mutter Theresa? Was war falsch daran anderen zu helfen, hilfsbereit zu sein und es zu mögen? Immer wieder hörte ich solche Kommentare, aber es war das erste Mal, dass ich wirklich geschubst oder berührt wurde. Es war der Neue, der es begann und die anderen zum Mitmachen anstachelte. 

Etwas keimte in mir zwischen all der Hilflosigkeit auf. Ich war sauer auf diese Jungs. Hilflos sah ich mich um, als ich von einem zum nächsten stolperte und Red anblickte, der nur dastand. Dastand und nichts tat mit seinem eisigen Blick. Die Hoffnung starb in meinem Herzen, als ich mich fragte, was ich ihm wirklich angetan haben könnte. 

Stress, der Stress zerfraß mich von innen heraus und für einen Augenblick sah ich nur bunte Punkte vor meinen Augen tanzen und dann den Boden auf mich zukommen. Gerade so konnte ich mich mit meinen Händen abfangen und unterdrückte es zu zischen, als der Schmerz durch meine Hände und Körper fuhr. Meine Augen waren geweitet, als ich diese Feindseligkeit spürte.

Ich war in letzter Zeit nie zum Essen in die Große Halle gekommen, weil ich dauernd versuchte alle meine Arbeiten aufzuholen durch die ganzen Nachhilfestunden. Dementsprechend sah ich blass und kränklich aus und war auch schwächer. Ich seufzte traurig, als ich mich zitternd abstützte und auf meine Schulsachen blickte, die ebenfalls zu Boden gefallen waren.

Am liebsten hätte ich mich zusammengerollt und nach Mami geschluchzt. 

Aber es war niemand jemals für mich da.

Ich versuchte stark zu bleiben, die Jungs zu ignorieren und meine Sachen wortlos und traurig wieder einzusammeln. Meine Hand streckte sich nach meiner Schreibfeder aus, doch da trat einer der Jungs drauf und bewegte seinen Fuß mit Absicht von links nach rechts. 

Meine Lippen blieben versiegelt. Und ich fühlte mich einsamer denn je.


Reply Edited on 06/14/2017 03:14 PM.

Red

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Red on 06/24/2017 07:05 PM

Woher war das alles gekommen? Ich verstand es nicht. Eben noch war ich einfach auf dem Weg zur Großen Halle gewesen. Hatte geredet. Und Blue ging oft an uns vorbei. Warum wurde sie heute gehänselt? Was war der Auslöser gewesen? Es gab immer einen Auslöser. Mein Blick wanderte über einen Jungen nach dem anderen. Hatte es Anzeichen gegeben und ich hatte sie übersehen? 

In meinem Kopf routierten wild alle Erinnerungen durcheinander, die ich abgespeichert hatte; Sekunden, Gesichtsausdrücke, Gesten, Blicke, Worte. 
Wenn du weißt woher es kommt, dann weißt du auch wie du es zu verhindern hast. - Ja, das klingt logisch, papé.
Also, wo war der Auslöser? Was war anders als sonst. 

Sando trat auf Blues Schreibfeder. Sah zu ihr hinunter. Grinste. Und zertrat die Feder in einem Winken seines Schrittes. Innerhalb einer Sekunde prasselte die Erkenntnis über mich herein wie ein zu Boden drückender Regenschwall.

"Gefällt dir das?", flüsterte er mir atemlos zu und strich mir im Dunkel des Schlafsaals über die Wange. "Du bist wirklich verdammt hübsch, weißt du das..? In meiner Heimat haben wir keine Jungs, die so.... albar sind. Ich glaube, ich bleibe hier."
Er lehnte sich wieder zu meiner Brust hinunter und küsste meine Haut. Malte Muster mit der Zunge darüber.
 
*~*~*~*

 Hinter dem Bücherregal blitzte wieder schwarzes Haar auf. Ich behielt es im Auge bis ich mir sicher sein konnte, dass es Blue war. Sie suchte nach einem Buch.... 
"Wie Schneewittchen sieht sie aus.", schnaubte er neben mir und kritzelte fester auf sein Pergament. "Wahrscheinlich braucht sie auch sieben Zwerge um sie zu pflegen, die Heilige."
Er lachte, dann sah er mich an. Fasste mein Kinn und drehte mein Gesicht zu sich herum. Eine ganze Weile sahen wir einander in die Augen..... dann lächelte er so breit, wie noch nie zuvor. 

Eifersucht. 


Eifersucht. Sando mochte mich. Und er wollte nicht, dass ich Blue mochte. Deswegen drangsalierte er sie. Mein Kopf wummerte wie eine Trommel. Was war das richtige zu tun? Ich hatte den Auslöser, jetzt musste eine Lösung her. Ich konnte sie finden, das war nur logisch. Was war zu tun?

"Sagt mal, habt ihr alle Drachenscheiße im Kopf?!", war auf einmal eine Stimme zu hören und ein dumpfes Klatschen. Ein hagerer Ravenclaw-Junge hatte Sando gegen die Schultern gestoßen und von Blue weg. Seine dunklen Augen blitzten ihn an als wollte er ihm etwas tun. Wut war leicht auszumachen. "Na, macht's Spaß ein Mädchen zu schubsen, du spanische Mistfliege?! Verpiss dich!", rief der Junge mit den langen Haaren. Thorn. Ein Freund von Gray. Und Freunde von Gray... waren Freunde von Blue.
Für einen Moment fiel meine komplette Maske und ich fasste mir an den Kopf. Der Schmerz darin pochte in einer Linie meine Schläfe hinunter bis ins Auge.

Während Thorn die Jungs auf Abstand hielt und Blue half ihre Schulsachen zusammen zu sammeln und wieder aufzustehen wurde meine Brust immer enger. Ich war immer noch nicht im Geschehen! Großvater durfte niemals davon erfahren!
"Alles gut, Blanco?", hörte ich Sando neben mir und sah schnell auf. Sein Blick haftete auf mir und der Hand an meiner Stirn. Ich nickte nur und sah wieder hinüber zu Blue. War sie in Ordnung? Ich hörte Sando neben mir schnauben.

Sando mag mich. Und er will nicht, dass ich Blue mag.
Wenn du sie magst, dann ignorier sie.
 Wenn du nicht weißt woran du dich halten sollst, halt dich an die Namen.
Aufmerksamkeit erzeugt immer Neider.

~ Liebe ist das simpelste Gefühl der Welt, Red. Man spürt sie oder man spürt sie nicht. Aber das ist doch keine Liebe.... ~ 


Erschrocken sah ich Sando an. Irgendetwas war anders.... irgendetwas..... das war kein Satz aus meiner Erinnerung gewesen, das hatte nie jemand zu mir gesagt. Was.... Beruhigen. Tief durchatmen, die Maske aufsetzen. Kurz die Augen schließen. 
Ich sah Sando wieder an, der die Brauen zusammen gezogen hatte. Verzog die Mundwinkel ganz langsam und baute für ihn eines meiner umwerfensten Lächeln. Meine Hand legte sich sanft an seine Wange und strich darüber.
"Das ist es nicht wert, Oscuro.", sagte ich samten und wartete darauf, dass er lächelte. Er tat es immer wenn ich ihn so nannte. Und solange er so lächelte machte er sich keine Gedanken um Blue. Lösung gefunden.

"Ist das sein bloody Ernst?", blaffte Thorn Blue zu als er ihre Bücher vor der Brust hielt und angewidert zu mir und Sando hinüber sah, wie wir scheinbar sehr angetan... miteinander flirteten. Nach dieser Situation. 

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Blue on 07/03/2017 03:00 AM

Auch als Thorn überraschenderweise auftauchte blieb ich kurz auf dem Boden, halb sitzend, halb mit den Händen abgestützt und mit meinem langen schwarzen Haar in mein Gesicht fallend, damit man mein Gesichtsausdruck in dem Moment nicht sehen konnte. 

Ich wusste nicht wie ich guckte, aber ich fühlte etwas sehr, sehr dunkles in meinen Zügen und ich hatte Angst davor. 

Langsam rappelte ich mich wieder auf, sammelte mein Zauberstab wieder ein und ordnete alles wieder mit einem Schwenker meines Stabes. Der einzige Zauberspruch, den ich neben dem Reparierzauber zur Perfektion konnte. Die Feder reparierte ich wieder und strich traurig drüber, über die roten, schmutzigen weichen Federn und das goldene Lightning Emblem. Sie hatte meinem Vater gehört.

Bevor Thorn auf die Jungs losgehen konnte fasste ich seine Hand, ohne einen Blick auf Red und den Jungen zu werfen und zog ihn da weg. Mutig lächelte ich ihm zu. Stark, entschlossen, mutig. Ich packte das. Ich schaffte es immer. Er sollte sich sowas nicht zur Last werden lassen, wegen mir. 

"Ignoriere es einfach, Thorn. Irgendwann wird es vergessen sein, da gibt es sicher einen Grund." 

Ich wollte hier eigentlich wirklich nur noch weg und runzelte kurz die Stirn als ich mich erinnerte, wen ich eigentlich gesucht hatte. Ich wagte doch noch einen kleinen Blick in Reds Richtung, konnte sein Gesichtsausdruck aber nicht lesen. 
Ich wusste nicht genau, was Thorn sah, aber ich sah nur Leere, die mich etwas besorgte, weshalb ich auch die Augenbrauen etwas zusammenzog, mich aber nicht traute neben all den Leuten etwas zu sagen. 

"Hast du eigentlich Gray gesehen? Ich wollte ihn etwas fragen, aber finde ihn nicht", fragte ich mich wieder abwendend und Thorn zuwendend. Er hatte zumindest etwas von Problem und Musik erzählt, aber ich wusste nicht was und wo er proben wollte.



Reply Edited on 08/26/2017 01:23 AM.

Red

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Red on 08/21/2017 12:03 AM

Sando flüsterte mir Dinge zu. Über Blue und über mich, Dinge die niemand hören sollte und genau das geschah auch. Mein Blick folgte ihm, wie ich es gelernt hatte.... aber seine Worte erreichten mich nicht. Nicht einmal seine Augen erreichten mich. Ich sah in das Braun hinein.... und sah doch nur den Film auf seinem Augapfel, der im Licht schimmerte und glänzte, immer weicher wurde, verschwamm.....
Meine Finger glitten von seiner Wange hinauf zu seinen Wimpern, strichen ganz vorsichtig unter seinem Auge entlang.
Das Milchige seines Auges wurde immer fester... mit jedem Blinzeln konnte ich es deutlicher sehen. 
Schließ die Augen. - Warum? - Schließ sie einfach. - Warum? - Komm rein zu mir.
Ich schloss die Augen. Gerade als Sando mich in den Arm nahm und meine Wange küsste. 

"Hallo."
Ich drehte mich um. Und drehte mich doch nicht um. Es war stockfinster, aber warum konnte ich meine Hände sehen?
"Hier drüben, du Verrückter."
Wieder wandte ich den Kopf..... und tatsächlich sah ich etwas.... weit fort. Ich ging darauf zu... sah das Schimmern im nicht vorhandenen Licht.....und mein Gesicht. Hörte Schritte, meine eigenen Schritte..?
Ich hatte doch nur die Augen geschlossen.
"Hallo.", sagte mein Spiegelbild und lächelte mit funkelnden Augen. "Schön dich wieder zu sehen. Es ist lange her..."

In der realen Welt sank mein Körper einfach an Sando. Und der war weitsichtig genug mich einfach fortzuschaffen aus der Vorhalle, weg, weit weg, solange meine Füße sich noch bewegten.  

Thorn behielt das genau im Auge, auch wenn er immer noch versuchte Blue und ihe Sachen wieder auf die Reihe zu kriegen und mit jedem Moment schüttelte er mehr den Kopf. "Dass ihr mit dem Restposten der Menschlichkeit wirklich verwandt seid.", grummelte er bevor ihm klar wurde, dass Blue ihn etwas gefragt hatte. Einen Moment blinzelte er überfordert, dann aber war sein breites Lächeln wieder da. 
"Klar, komm mit! Wir haben das Zimmer im Ostturm zum Proben gekriegt! Ich glaub wirklich, die wollen uns hier ein bisschen fördern!", versuchte er enthusiastisch vom Thema abzulenken und hakte sich frischfröhlich bei seiner Freundin ein. "Na komm, mwir brauchen eh noch ne weibliche Gesangsstimme! Die Selwyn überlegt noch, aber bald ist sie dabei, das schwör ich!"


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Zeitsprung

Wann?
Sommer 2021
vor Blues 6. Schuljahr
vor Reds 5. Schuljahr

Wo?
Landhaus der Familie Hood
Alljährliche, sommerliche Cocktailparty der Grandame



Er war natürlich nicht gekommen. Natürlich. Wie sollte es auch anders sein? Er war nun einmal ein Chaot, ein Rebell in jedem Sinne und das würde niemand ihm je austreiben. Dabei gab es nun wirklich Schlimmeres als dieses groß angelegte sommerliche Zusammentreffen, das Grandame jedes Jahr ausrichtete um die Beziehungen der Familie zu pflegen. Es war ein Zirkus. Und wenn man lernte es als genau das zu betrachten war das öberflächliche Schwatzen und das theaterreife Interesse der Menschen auch nicht mehr ansatzweise so verwirrend. 

Ich schenkte Großvater gerade ein neues Glas Champagner ein, wandte mich mit ihm um und sah über die perfekt getrimmte Wiese hinüber zur englischen See. Die Wiese war gefüllt mit adretten Menschen, aber ich wusste, Großvater sah sie genauso wenig wie ich. 
"Wird sie kommen?"
Die Stimme meines Großvaters war - wie sie es immer war - gerade laut genug um gehört zu werden. Ich dachte an Blue.... und nippte leicht an meinem Champagner. 
"Ich gehe davon aus."
"Es ist nicht ihr Metier.", antwortete Großvater tonlos. "Nicht ihr Umgang. Nicht ihre.... Natur."
"Ich habe dafür gesorgt."
Er nickte und warf mir einen sehr kurzen Blick zu.
"Deine Mutter wird sich freuen."
"Deine Frau nicht."
"Sehr wahrscheinlich."

Freust du dich? - Warum diese Frage? - Du hast ihr eine Einladung, ein Kleid und einen Chauffeur geschickt, das klingt nach Anstrengung. - Es war nötig. - Um sie zu sehen? - Um Mutters Traurigkeit zu vertreiben. - Nanana, entwickeln wir Mitgefühl? - Sie ist meine Mutter. - Sie ist nicht traurig. - Voller Scham. - Elend. - Deprimiert! - Geschunden.... - Ruhe jetzt!
Unwillkürlich zuckte mein Finger am Glas. Und ich spürte Großvaters Blick auf mir ruhen obwohl er mich nicht ansah. Ich sah ohne einen Kommentar weiter über diese.... Menschen. 
"Ich werde sehen ob der Fahrer sie gebracht hat.", ließ ich hören als die Spannung, das Knistern in der Luft zwischen uns immer dichter wurde, überreichte einer der Kellnerinnen grußlos mein Glas und verteilte mein Lächeln wie Visitenkarten auf dem Weg zur Parkeinfahrt.

Gerade fuhr ein Wagen vor, der Wagen, den ich losgeschickt hatte.... um Blue zu holen. Ich warf einen Blick auf meine Armbanduhr, pünktlich auf die Minute. Die Fahrertür öffnete sich.... der Chauffeur ließ sich Zeit. Das konnte vieles heißen. 
Sie ist nicht eingestiegen. - So unhöflich ist sie ist. - Sie ist nicht da. - Das glaube ich nicht. - Wären wir gekommen? - In ihrer Stellung. - Grandame im Nacken. - Das hier ist nicht nur Grandame. - Werden wir rebellisch? - Uhh, rebellisch. - Unsinn.
Bevor der Chauffeur die Tür zum Rücksitz öffnen konnte nahm ich sie ihm aus der Hand, warf ihm einen Blick zu der ihn seines Platzes verwies und öffnete.  
Sie ist nicht da.
Ich sah nichts, aber vielleicht war der Winkel optisch nur...
Red.

Ein Fuß, ein Bein, der Saum eines Rocks.
Sie ist gekommen. - Wir klingen.... komisch. - So.... was ist das? - Sie ist gekommen.
Nach einem klitzekleinen Moment der Leere in meinem Gesicht wanderte mein charmantestes Lächeln wieder zurück auf meine Züge. Nonchalant streckte ich Blue die Hand entgegen, neigte höflich den Kopf.
"Wenn ich Ihnen behilflich sein darf, Mademoiselle?", drang meine Stimme in den Wagen, dann half ich ihr aussteigen. Ihr Blick glitt so.... durchwachsen zu mir hinauf, ich konnte ihn nicht lesen, wie ich sie nie, nie lesen konnte. Warum hatte ich sie eingeladen? 
"Ich hoffe... wir haben dich nicht zu sehr überfallen."
Du wirst unsicher, Red. - Sei still!

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Blue on 08/26/2017 10:16 AM

Mein Kopf drehte sich.

Ich war eigentlich von der Arbeit zurückgekehrt, zu dem kleinen Einzimmer-Mietraum, den ich mir gerade so leisten konnte in London, und hatte eigentlich mit dem Gedanken gespielt schlafen zu gehen, damit ich Nachts fit genug sein würde für den freiwilligen Nachtdienst - ich wurde gefragt und hätte mit einem Rückruf zugestimmt, wenn ich ankam, doch vor dem Gebäude stand ein edler Wagen, neben dem anscheinend ein Chaffeur stand und wartete.

"Sir, suchen Sie jemanden aus diesem Gebäude? Vielleicht kenne ich die Person."
"Nicht mehr nötig, Miss Blue. Die gesuchte Person sind Sie. Bitte sehr."

Die Einladung wurde mir in die Hand gedrückt, die ich ungläubig überflog. Ich wollte es ablehnen. "Das .. Das kann ich unmöglich-"
"Oh, Sie können sehr wohl, Miss Blue. Der junge Mr. Hood höchstpersönlich schickte dieses Kleid für Sie."

Ich wusste nicht welches Kleid sich an dem Bügel befand, den er herauszog, da es noch eingepackt war, aber das was mir hauptsächlich den Mund aufbleiben ließ, war der Fakt, dass so weit gegangen wurde ein Kleid mitzuschicken. 

Und da ich zwar nicht von Eltern aufgezogen war, aber von einer Hauselfe mit perfekten Manieren, wusste ich, dass es sehr unhöflich gewesen wäre so eine Einladung einfach abzulehnen. Selbst vom .. jungen Hood. Letztendlich war Red ein Hood, und ich hatte gleichzeitig genug Angst vor seiner Tante, dass ich ihm diesen Respekt gewähren würde.

Egal wie unangenehm es mir auch war, zurück in dieses Haus zu kehren.

Meine Scheu hatte weniger mit ihm selbst zu tun. Im Gegenteil, als ich mich nicht traute auzusteigen und in meinem Schneckenloch verkriechen wollte öffnete eben er die Tür - und ich spürte neben der großen Nervosität auch eine Welle der Erleichterung über mich fahren. Red war da. Er war es wahrhaftig gewesen, der mich gerufen hatte, sonst würde er nicht an der Tür stehen und mich empfangen, wenn alle anderen schon da waren - ob Gray da war? (Ich bezweifelte, aber hoffte es. Immerhin mochte er solche Veranstaltungen nicht)

Nichtsdestotrotz wusste ich im ersten Moment nicht wie ich reagieren sollte, als er mir entgegenlächelte und mich herauszog. Ich ließ es einfach geschehen mit klopfendem Herzen. 
"Hi", brachte ich dann irgendwie heraus mit einem zaghaften Lächeln, das aber schnell von Unsicherheit abgelöst wurde. Ich steckte eine Strähne hinter's Ohr, ließ meine Augen langsam über die Feier und all die Leute wandern, erblickte jedoch keinen Gray, bevor ich sie wieder undergründlich auf Red legte.

Meine Hand lag noch in seiner .. und ich war einfach froh, dass er überhaupt mit mir sprach, mir überhaupt irgendwas hatte zukommen lassen. Die Last, dass er mich all die Jahre gehasst hatte lastete wie tonnenweise Betonblöcke auf meinen Schultern, die ich gerade jetzt in diesem Umwelt mit jeder Faser spürte in diesem Umfeld. Ohne groß zu überlegen umarmte ich ihn einfach, die letzte Familie, die mir blieb.

"Ich bin nur überwältigt", beruhigte ich ihn mit einem kleinen Lächeln, das ich aufsetzte, damit er nicht traurig wurde.


Reply Edited on 08/26/2017 10:27 AM.

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Re: Off Limits ~ Blue & Red

from Blue on 02/24/2018 11:16 PM

- Cut. -


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