Picadilly Circus

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Henry
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Re: Picadilly Circus

from Henry on 08/16/2017 04:31 PM

[Zeitumkehrer *woop-woop*]

Es war eine Weile her, dass ich in London gewesen war. Eigentlich war der Besuch mehr eine spontane Eingebung gewesen, denn als ich aus der Haustür meiner Eltern in Surrey getreten war, hatte ich alles gewollt, nur nicht wieder nach Hause. Ich lebte noch immer in der selben Wohnung voll mit Erinnerungen, weil sich bisher nichts neues ergeben hatte und mied es, allzu viel Zeit in den Räumen zu verbringen, wenn Adrianus nicht da war. 
Mit einem Busticket zum Picadilly Circus hatte ich das Gefühl gehabt, mal wieder ein wenig von der Welt zu sehen, aber bereits bevor wir ankamen wurde mir bewusst, dass es ein wenig zu viel war. Eine BBC News Push-Nachricht jagte die Andere auf meinem Smartphone und bevor ich all das Chaos über seltsame Tierwesen und unzählige Verletzte wirklich begriffen hatte, ertönten auch von draußen panische Schreie.
Ruckartig fuhr ich hoch und starrte aus dem Fenster, wo sich alle Köpfe der riesigen Werbetafel entgegenreckten. Mit großen Augen starrte ich das Wesen an, das dort oben thronte, und im nächsten Moment hörte ich die Bestätigung für die These, die ich mir mittlerweile ebenfalls zusammen gereimt hatte.
Zauberer. 
Was war jetzt schon wieder schief gelaufen...?
Ohne wirklich nachzudenken erhob ich mich, obwohl ich alles andere als magisch begabt war - eher magisch resigniert. Der Tag an dem ich diese seltsame, chaosartige Gesellschaft wirklich verstehen würde, würde wohl nicht mehr kommen. 
Ich hörte das kurze Gespräch der beiden Männer vor mir und ohne etwas zu sagen folgte ich ihnen, als sie aus dem Bus traten - erst als wir auf Asphalt standen und beide tatsächlich ihre Zauberstäbe zogen, sprach ich den Mann vom Lautsprecher an.
"Henry Cusick", kam mir der Name über die Lippen, bevor ich mich zusammenreißen konnte - Witshore, nicht Cusick. Nicht mehr Cusick, verdammt. Natürlich stand der Name noch überall, ganz einfach aus dem Grund, dass wir die Scheidung viel zu oft aufgeschoben hatten, nachdem wir sie erstmalig abgesagt hatten, damit ich meine Erinnerungen behalten konnte. 
Ich verbiss mir all die frustrierten Gedanken, lächelte sie fort, bevor mein Blick wieder zu dem Riesenvieh auf dem Dach wanderte.
"Wie gefährlich ist das Tier?", fragte ich, und in der nächsten Sekunde bekam ich die Antwort.
Das Vieh schrie Ohren betäubend und stürzte zu Boden, doch noch in der selben Sekunde entbrach um mich herum ein Feuerwerk aus Licht. Schimmernde Tiergestalten tummelten sich mit leuchtenden Blitzen aus Farbe, und binnen Momenten wurde das Tier in der Luft abgefangen und wand sich wütend schreiend in der Luft. Wie lange würde das halten...?
Die Panik um uns herum war spätestens jetzt perfekt. Meine Hand fuhr zu meinem Handy - ich musste Adrianus anrufen...

Reply Edited on 08/16/2017 04:31 PM.

Joshua

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Re: Picadilly Circus

from Joshua on 08/19/2017 08:37 PM

Meine ganze Aufmerksamkeit, die ich in diesem angespannten Zustand noch zusammen brachte, war ganz auf das konzentriert, was ich und James vor hatten zu tun. Mitten in der Stadt einen Greif davon abhalten, sich auf unschuldige, unwissende Menschen zu stürzen ... Und wieder kam diese Ahnung zurück, dass das Tier nicht einfach plötzlich Lust verspürt hatte, mal einen Ausflug zu den Muggeln zu machen ... dieser schwarze Fleck ...
Den Mann, der jetzt von der anderen Seite neben mich trat, hatte ich gar nicht bemerkt, ebenso schien es James zu gehen, der in auch überrascht ansah. Aber es war nicht nur die Tatsache, dass wir jetzt wohl zu dritt waren, mit der ich nicht gerechnet hatte ... der Name.
„Cusick?", wiederholte ich ungläubig, aber behielt Weiteres für mich, auch wenn man mir anhörte, dass ich diesen Namen schon einmal gehört hatte. Gerade war nicht der Zeitpunkt für solche Gespräche.
„Es ist ... normalerweise -", wollte ich stattdessen die Frage des Fremden beantworten – der sich somit als Muggel vorgestellt hatte.
Aber genau als das Tier zu kreischen begann, packte James meinen Arm und zog mich mit sich die Straße hinunter. Wir beide sprachen fast zeitgleich den Patronuszauber und auch die anderen Zauberer in den Straßen hatten diesen Weg gewählt. Es war wirkungsvoll und für niemand anderen gefährlich ... und das Wesen war augenscheinlich nicht bei sich.
Ich hatte mir keine Gedanken darüber gemacht, wie die Menschen um uns herum darauf reagieren würde, wenn andere und ich mit erhobenen Zauberstäben dem Wesen Sprüche entgegen riefen.
Dass einige dann jedoch ebenso panisch die Flucht ergriffen als hätte sich ein zweiter Hippogreif auf sie herab geschwungen, damit hatte ich weniger gerechnet ... Und schnell wurde mir klar, warum die Zauberer seither darauf bedacht gewesen waren, unter sich zu bleiben ... wir waren nun mal anders. Viele würden das nicht verstehen können oder wollen ... Aber das war im Augenblick nichts, dass mich davon abhalten würde, weiter zu machen. Mit James. Er warf mir einen entschlossenen Blick zu. Der Greif musste verjagte werden.
„Cusick?" Fragend wandte ich mich um, zu dem Mann, der den Namen meines Chefs hatte, aber keinen Zauberstab.
„Suchen Sie sich ein Versteck ... ! Aber bleiben sie in der Nähe."
Er war nicht grundlos hinter uns aus dem Bus gestiegen und ich würde es nicht verantworten können, ihn zurück zu lassen. Der Bus würde heute vermutlich nicht mehr die gewohnte Strecke fahren ...
Nur kurz sah ich über die Schulter, denn das Wesen begann immer lauter, zorniger zu schreien, was die Leute um uns herum nur noch mehr in Angst versetzte. Es war gut beschäftigt mit den leuchtenden Tieren, um ihnen zu entkommen, stieg es höher.
Ich schaute in die Straßen, zu den anderen Zauberern, die sich ebenfalls dazu entschlossen hatten, das hier wichtigeres auf dem Spiel stand, als ein Geheimnis zu wahren.
Einige taten sich zusammen, liefen näher zu dem Greif hin, andere gaben Muggeln Anweisungen, versuchten zu beruhigen.
Es genügte ein kurzer Blick zu James und er eilte zurück zum Bus, seiner Frau und ihrem ungeborenen Kind, kümmerte sich um die Leute im Bus.
Ich würde in den Straßen helfen.
„Was solls ...", sagte ich zu mir selbst und deutete Cusick an, mit mir zu kommen.
„Was wissen Sie?"

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Henry
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Re: Picadilly Circus

from Henry on 08/24/2017 05:34 PM

Cusick?
Wieso war ich überhaupt überrascht? Auf seine Frage antwortete ich mit einem Seufzen. Wenn er jetzt auch noch was mit Phil am Laufen hatte, würde ich meinen Nachnamen überhaupt nie wieder irgendjemandem sagen. Diese Begegnung mit Valentina hatte mich wirklich traumatisiert, in der Hinsicht.
Tatsächlich blieben meine Gedanken aber nicht lange bei dem leidigen Phil-Thema. Stattdessen folgte ich den Männern, mit Blick auf das gewaltige Vieh am Himmel, das sich in der nächsten Sekunde mit den leuchtenden Tiergestalten schlug und wütend krächzte - ich glaubte, bei Phil und Adri auch schon Mal so etwas gesehen zu haben. Beschützer-Tiere, oder so etwas.
Nun brach um uns herum die zweite Panik aus. Nicht nur der Hippogreif war jetzt das Objekt der Angst - sondern auch die Zauberer. Menschen zuückten ihre Smartphones und richteten sie auf die Menge, die ihre Zauberstäbe gen Himmel richteten. Vorsichtig schob ich mich ein wenig nach rechts, um wenigstens einen kleinen Teil der Menschen hinter mir zu verdecken. Ich ahnte, dass am Ende keine gute Reaktion aus diesen Videos entspringen würde.
Plötzlich wandte Phils Bekannter sich wieder an mich.
Suchen Sie sich ein Versteck!
Ich nickte und blieb an Ort und Stelle stehen. Wovor sollte ich mich schon verstecken - dieses Tier schien gut genug mit den Zaubern beschäftigt und verstecken war am Picadilly Circus auch so eine Sache. 
Tatsächlich schienen die Zauber Wirkung zu zeigen. Ich legte die Hand an die Stirn, um nicht geblendet zu werden, aber der Fall war trotzdem klar: Das Vogeltier stieg immer höher und höher und war bald am Himmel verschwunden. Im Gegensatz zu der Menge um mich herum blieb ich einigermaßen ruhig - inzwischen überraschte mich wirklich nicht mehr viel, was mit der Zauberergesellschaft zu tun hatte.
Was wissen Sie?
Ich begann automatisch, dem Mann zu folgen, der meinem Nachnamen kannte, und erwiderte im Gehen: "Dass Ihre Gesellschaft völlig verrückt ist, aber scheinbar auch ziemlich klein. Sie kennen Phil?" 
Erneut warf ich einen Blick in den Himmel. "Was ist passiert?", fragte ich verwirrt, "Woher kommt diese Tiere?" Ich winkte mit meinem Handy. "Sie sind überall, scheinbar... nicht nur in London." 

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Re: Picadilly Circus

from Storyteller on 08/28/2017 01:24 PM

Der Schatten des Hippogreiffs wird immer kleiner, doch die Köpfe der Menschen drehen sich nicht vom Himmel ab. Im Gegenteil. 
Die Wolken verdunkeln sich, als ein gewaltiger Leib sich vor die Sonne schiebt - ausgebreitete, riesige Schwingen werfen riesige Schatten auf die Menschenmengen auf dem Picadilly Circus und im nächsten Moment fährt eine riesige, schwarze Rauchwolke aus dem Rachen des Tieres.
Dieses Mal haben nicht einmal die Muggel Probleme, das Tier zu identifizieren.
"Ein Drache!", schallt es von allen Seiten, "Es ist ein Drache!"
Nicht fähig Feuer zu speien, zwar, aber dennoch gewaltig. 
Der schwarze Rauch senkt sich gen Boden und taucht den großen Platz in eine nachtähnliche Dunkelheit - Menschen husten und gehen zu Boden, und der gewaltige Schatten des Drachens nähert sich dem Boden.

[Dies ist nun ein Event-Ort]
[Drache]

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Lele
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Re: Picadilly Circus

from Lele on 08/29/2017 03:39 PM

Lele war trotzt Protest ihrer Eltern unterwegs.
Auch ihr waren die Nachrichten nicht verborgen geblieben.
Sie war zwar wie alle in der Familie gegen die Offenbarung der Muggel aber wenn es jetzt so aussah musste es wohl oder übel sein. Sie starrte nun wie alle anderen zum Himmel und erschrack selbst. Also ein Drache war wohl doch etwas zu krass. Sie duckte sich.

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Joshua

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Re: Picadilly Circus

from Joshua on 08/30/2017 04:26 PM

Es war ... so viel los ... ich fühlte mich, als wäre ich gerade aus einem Glaskasten gestiegen, all der Lärm um das Chaos, drang erst jetzt richtig in mein Bewusstsein – und damit auch die Aufregung, die mich schon längst hätte überfallen müssen. Ich war niemand, der so etwas einfach so durchzog ... trotzdem, hier hatte das nichts zu suchen. James wirkte auf mich auch nicht wie jemand, der sein Leben lang auf diesen Moment gewartet hatte – und jetzt gab er einem gesamten Bus Anweisungen.
Die Rettungskräfte und Polizei, die nun auch von allen Seiten kamen, beruhigten die Menschen um uns herum mehr, als alles andere es gekonnt hätte; Leute, die sie einschätzen konnten, wo sie sich ganz sicher waren, dass sie kamen, um zu helfen. Leute, die das auch konnten.
Erstaunt bekam ich mit, dass sie, anders als man vermuten würde, die Zauberer nicht anwiesen, die Stäbe fallen zu lassen – vielleicht hatten sie Befehle erhalten ... oder die Tatsache, dass der Greif im Moment keine Gefahr mehr darstellte, war überzeugend genug, mit uns zusammenzuarbeiten.
Meine Finger zitterten immer noch, und auch, wenn es danach aussah, als würde erst einmal keine Magie mehr gebraucht, steckte ich den Zauberstab nicht weg.
Nach einem Weg suchend, wie wir hier weg kommen könnten, ging ich weiter die Straße entlang, Cusick folgte mir.
Sein Kommentar brachte mich einen Augenblick zum Schmunzeln ... verrückt, ja ... gerade war es noch viel verrückter als sonst.
Bei seiner Frage hielt ich dann inne und sah ihn prüfend an ... es war also doch kein Zufall, dass er so hieß wie mein Chef ... aber wie standen sie zueinander?
„Ich arbeite an seiner Schule ... Sind Sie ein Verwandter?"
Nicht nur in London ... „Wenn ich das wüsste ...", murmelte ich und meine Augen folgten seinen wieder nach oben – ja, der Greif war nicht mehr zu sehen, aber kaum hatte er fertig gesprochen, schwang sich etwas anderes über die Häuser ...
„Ach du ...!", entfuhr es mir und ich duckte mich automatisch, schob den fremden Cusick mit mir an das Schaufenster eines Ladens.
Blinzelnd hielt ich mir den Kopf, mir war beinahe der Stab aus der Hand gefallen ... Das war doch nicht wirklich ...? Tief atmend schielte ich wieder in den Himmel – genau als der Drache sein Maul aufriss und schwarzen Rauch über den Himmel verteilte, der nach und nach zu Boden sank ... nicht nur der Rauch ...
Hätten die Sicherheitsleute eben noch eine Chance gehabt, die Situation halbwegs ruhig zu lösen, flüchteten sie teilweise selbst vor dem gewaltigen Schatten, dessen Brüllen einen noch tiefer erzittern ließ als das Kreischen des Greifs.
Es war fast unmöglich, hier noch irgendetwas zu retten ... wir mussten einfach weg. Alle mussten weg ... Aber der Rauch war wie dicke, dunkle Wolken und ein undurchlässiger Nebel zu gleich, innerhalb kürzester Zeit war es, als wäre die Nacht über die Stadt herein gebrochen. Finstere, ausweglose Nacht, die sich von den panischen Rufen den Menschen nährte.
Man konnte kaum sehen, wer neben einem stand, geschweige denn, wo sich der Drache befand. Es schallte nur hin und wieder das laute Schwingen seiner mächtigen Flügel durch die Straßen, das schaudernbringende Röcheln ...
Mit über die Nase hoch gezogenem Hemd drehe ich mich schließlich zu Cusick um ...
„Henry!", fiel mir sein Vorname wieder ein und ich griff nach seinem Arm, „Halten Sie sich an mich, halten Sie sich fest ..."
Ich würde ihn nicht verlieren ... nicht in diesem Chaos. Kurz wandte ich den Blick suchen zurück in die Richtung, aus der wir gekommen waren, aber ich hatte keine Chance, etwas zu erkennen durch den Qualm ... mir begannen die Augen zu brennen ...
„Wir müssen ...", murmelte ich zwischen zusammen gepressten Lippen hervor und wandte mich dann um, zum Schaufenster ... Schaufenster ... ein Laden hatte auch eine Tür.
Mit einem geflüsterten Lumos flackerte ein bläulich-weißes Licht an der Spitze meines Zauberstabs auf und ich suchte den Weg zur Tür, Henry immer noch am Arm gepackt.
Vor uns tauchte ein junges Mädchen auf, vielleicht elf Jahre alt, ihre Wangen waren nass, von den Tränen, die sie nicht zurück halten konnte und sie wimmerte erschrocken, als ich mit dem Licht auf sie zukam, bevor sie sich dann in meine Arme warf und an meiner Schulter zu schluchzen begann.
„Henry, ist die Tür auf?", fragte ich ihn seine Richtung, während ich einen Arm um das Mädchen legte, um sie zu stützen.
„Es wird alles gut ... schsch ...", meinte ich zu ihr, obwohl ich mir nicht wirklich sicher war, was das dann heißen würde.

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Re: Picadilly Circus

from Storyteller on 09/09/2017 09:43 PM

Auch die Lage am Picadilly Circus kann dank dem Einsatz magischer Mitbürger unter Kontrolle gebracht werden. Mehrere Auroren auf Besen treiben den Drachen schließlich zurück und sichern den Platz. Die Muggel-Feuerwehr sorgt dafür, den Rauch unter Kontrolle zu bringen, dennoch werden zahlreiche Bürger mit akkuter Rauchvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert.

[Die Geschehnisse sind hier natürlich weiter playbar, dies ist nur eine Beschreibung dessen, was schlussendlich in den Zeitungen stand]

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Henry
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Re: Picadilly Circus

from Henry on 09/10/2017 12:01 AM

Arbeiteten alle Zauberer an Phils Schule? Manchmal kam mir diese ominöse magische Welt viel zu klein vor. Als ob jeder jeden kennen würde. Für ein paar Sekunden blitzten meine Erinnerungen an das Treffen mit Valentina wieder auf, doch das konnte ich gerade wirklich nicht gebrauchen - mein Blick schweifte über die panischen Massen, während ich ruhig antwortete: "Ex. Vater seines Sohnes." 
Wieso ein Geheimnis daraus machen... das Lügen hatte ich mir abgewöhnt, über die Jahre, denn die Dinge direkt auszusprechen machte es meist einfacher, sich hinterher mit ihnen auseinander zu setzen.
Also konnten wir uns auch wieder den akkuteren Problemen zuwenden. 
Im nächsten Moment schob Joshua mich beiseite und ich ging beinahe zu Boden, so gefesselt starrte ich in den Himmel über uns. Was sich da auftat, erkannte ich auch ohne magisches Wissen.
"Ist das ein Drache?!", fragte ich fassungslos, und im nächsten Moment wurde alles schwarz. 
Der nächste Atemzug brannte wie Feuer in meinen Lungen, und so kam ich nicht dazu, zu sprechen, vor Husten. 
Geistesgegenwärtig presste ich mir den Ärmel vor den Mund und tippte hastig auf meinem Smartphone, um die Taschenlampe zu aktivieren - Joshua tat das selbe mit seinem Zauberstab. In der nächsten Sekunde hatte er meinen Arm wieder fest umfasst und zog mich hinter sich her. Bald erkannte ich seine Absicht: das nächste Schaufenster, und ich stimmte ihm zu, dass das durchaus Sinn machte.
Plötzlich schälte sich eine weitere Gestalt aus der Dunkelheit - ich wollte gerade handeln, da begann Joshua schon, mit ruhiger Stimme auf das Mädchen einzureden und sie im Arm zu halten. Also war es wohl an mir, Taten folgen zu lassen.
Ich antwortete nicht auf seine Frage, um Atemluft zu sparen, stattdessen trat ich zu der kleinen Tür direkt neben der Glasfront. 
Hoffnungsvoll rüttelte ich an der Türklinke - verschlossen.
Zweifelnd warf ich einen Blick zurück, zu Joshua, der seinen Zauberstab noch in der Hand hielt; aber wer wusste, ob wir dafür noch lange genug bei Sinnen sein würden. Jeder Satz brachte uns näher an die Ohnmacht, das spürte ich mit jedem Atemzug deutlicher. Also drehte ich mich fest entschlossen zurück zur Tür, einen grimmigen Gesichtsausdruck auf dem Gesicht - es gab nur einen Weg.
Das nächste, was ich nach dem Schwung holen spürte, war festes Holz unter meiner Schulter. Mit einem Krachen sprang das Schloss auf und die Tür schlug gegen die innere Hauswand.
"Schnell!", rief ich, winkte Joshua und das Mädchen hinein, und auch noch weitere, hustende Passanten - obwohl die Tür offen blieb, war drinnen frischere Luft.
"Was ist mit Wasser?", fragte ich Joshua - "Das könnte den Rauch aufhalten. Sie können doch Wasser zaubern, oder?"
Ein paar Leute sahen mich an, als wäre ich durchgeknallt, doch eine junge Frau nickte entschlossen. Auch sie schien zu wissen, wovon ich sprach. 
"Alles in Ordnung?", fragte ich das kleine, weinende Mädchen, weil ich verstand, dass ich mehr nicht tun konnte - "Hast du dich verletzt? Weißt du, wo deine Eltern sind?" Fürsorglich ging ich in die Knie. 

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