Zukunfts-Thread I

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Liam
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Re: Zukunfts-Thread I

from Liam on 06/07/2017 06:25 PM

„Dachte ich mir, einfach viel angenehmer, wenn man sich etwas auskennt", sagte ich lächelnd.
„Ach was, es war mir eine Freunde und außerdem habe ich dir ja auch fast keine Wahl gelassen", winkte ich ab. Obwohl. „Was nicht heißen soll, dass ich nicht gerne mit dir einen Kaffee trinken würde", fügte ich dann noch hinzu.

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Rodolphus
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Re: Zukunfts-Thread I

from Rodolphus on 06/26/2017 01:19 AM

a Requiem for ancient but not such noble Houses

Wann?
Spätsommer 2023
Spät, sehr spät in der Nacht

Wo?
Ganz ordinär im Tropfenden Kessel

Wer?
Adrianus Black & Rodolphus Lestrange 


Es war spät und zwar nicht einfach spät; es war so spät, dass in diesem Rattenloch einer Vorzeigekneipe schon nicht mehr der Bienenstock summte, der abends für gewöhnlich hier herum tollte. Natürlich waren noch genügend Herrschaften da um sich ihre Absacker zu genehmigen, aber die meisten waren schon nach Hause zu ihren Familien gefloht und lagen gerade wahrscheinlich im Klinsch mit ihren Gattinnen, warum sie so spät nach Hause kamen und bis nach Ascarod nach Feuerwhiskey stanken. 

Ich aber saß noch immer in meiner gemütlichen, dunklen Ecke, in dem uralten Sessel, den ich immer frequentierte, wenn ich hier war. Trotz allem was geschehen war überließ man ihn mir wenn ich kam. Und ich wählte ihn aus sentimentalen Gründen: Er war so alt, dass ich mich daran erinnerte, dass er früher in einer anderen, besser beleuchteten Ecke des Ladens gestanden hatte. 

Nun aber war es an der Zeit mich zu erheben und hinüber zur Bar zu streifen, die ich schon den ganzen Abend unbemerkt im Auge behalten hatte. Stumm ließ ich mich auf dem Hocker neben dem jungen Mann nieder, der offensichtlich mit seinen Arbeitskollegen her gekommen war. Jetzt aber war er allein. Seine Kollegen hatten den Weg allen Gezeters genommen.
Nur mit einer Geste bestellte ich ein weiteres Glas Elfenwein und zog eine sehr kleine, silberne Dose aus der Weste um sie dem Jungen an meiner Seite zuzuschieben wie Hehlerware. "Das hilft.", kommentierte ich ohne ihn anzusehen. "Gegen den Durst."
Seit Stunden schon sah ich die Anzeichen bei ihm. Das nervöse Tippen gegen sein Glas. Der Blick, der hin und her huschte.
Nach einem Klicken öffnete sich die Dose und vor ihm lagen knapp 20 kleine, rote Kügelchen - hochkonzentrierte rote Blutkörperchen, bestens um eine Blutmahlzeit zu ersetzen.

Ich ließ ihm Zeit sich zu entscheiden und trank in Ruhe von meinem Wein, bevor ich sehr ruhig in mein Glas lächelte.
"Hast du es noch? Das Medaillon?", fragte ich dann als würden wir uns schon ewig kennen.... und irgendwie war es ja auch so.

Ich konnte das Misstrauen in seinen Augen erkennen als ich in der dunklen Straße vor ihm auftauchte. Junge, kindliche und geichzeitig so erwachsene, wütende Augen, dunkel wie Käfer. Dunkel wie die Augen seines Vaters und seines Großvaters. Keiner von uns beiden sagte ein Wort, ich strahlte nur aus, dass ich zwar eindeutig nicht in diese Kloake gehörte, aber nicht vor hatte ihm irgendetwas zu tun.
Um ihm das zu beweisen, ging ich sogar in die Hocke, zog etwas aus der Tasche, das im schalen Licht der Straßenlaterne leise glitzerte... und sah dann wieder zu ihm auf. "Komm her, Adrianus. Keine Angst, ich tu dir nichts.", waren meine ersten Worte an ihn gewesen. Es hatte Zeit gebraucht, viel Zeit und einige Momente in denen ich fast schon spürte wie er umdrehte und wegging, aber er tat es nicht. Es hatte so viel Zeit gebraucht, dass ich mich wieder erhoben hatte und ganz langsam auf ihn zugegangen war.
"Alles was geschieht hat einen Sinn. Dass du hier leben musst hat einen Sinn, erinner dich daran, wenn du älter bist.", hatte ich gesagt, seine Hand gefasst und das glitzernde Etwas hinein gelegt. "Und bis dahin... halt dich daran fest. Lass es niemals los, Adrianus, verstanden? Das ist woher du kommst und es ist wohin du gehen wirst."
Auf seiner Handfläche schimmerte hinter einer silbernen Kette ein Medaillon.... mit dem eingeprägten Wappen der Familie Black.

Mehr hatte nicht gesagt werden müssen.  

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Adrianus

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Re: Zukunfts-Thread I

from Adrianus on 07/03/2017 03:48 AM

Es war ein schöner, heiterer Abend gewesen, doch nach einer Weile hatte ich gespürt, wie die Erschöpfung einsetzte. Immer mehr mussten wir nicht Menschen vor kriminellen Schwarzmagiern retten, sondern ausgerechnet vor Tieren und Tierwesen. Und niemand hatte eine verdammte Vermutung woran das liegen könnte. Nicht nur das, ich spürte auch eindeutig mit jedem Mond der verging, den Neumond näher rücken, was seine Wirkung schon Tage vorher bemerkbar machte.

Man wurde unruhiger.

Hungriger.

Die Kollegen waren mittlerweile schon an diese Phasen gewöhnt, wir hatten immerhin schon lange genug auf engstem Raum miteinander gearbeitet, wir waren fast wie Brüder geworden komischwerweise - ich hätte nicht gedacht, dass sowas möglich wäre. Das ließ mich jedes Mal in mich reinlächeln. Natürlich wurden sie vorgewarnt, dass ich ein Teilvampir war, man musste die Risiken kennen. Aber ich hatte mich nach mehreren versuchen endlich irgendwann bewiesen, nachdem sich meine Schnelligkeit in einer heiklen Situation als äußerst nützlich erwies.

Ich hörte die Person bevor sie sich neben mich setzte und hatte nur darauf gewartet, bis sie endlich aus den Schatten erschien. Den ganzen Abend über hatte ich diese Augen auf mir gespürt, wie ein zusätzlicher Sinn, den man als Auror irgendwann anlernte - ein leichtes Kribbeln im Nacken. Es überraschte mich allerdings trotzdem, als sich meine Augen auf Rodolphus Lestrange legten, den allseits bekannten Verbrecher, der jedes Mal im Ministerium auftauchte. 

Kurz musterte ich ihn irritiert und konnte seinen Worten keine Logik zuweisen - ich konnte mich nur an ein Medaillon im Leben erinnern und ... Erst nun bemerkte ich das Gesicht - jetzt wo ich mich zurückerinnerte - es war das identische Gesicht. 

"Damals ... Du bist es gewesen. Warum?", fragte ich und starrte die Kügelchen vor mir an und erkannte diese als Purpurne Medea. Sie waren ziemlich teuer, das wusste ich - es war auch heikel sie sich zu besorgen, weil irgendwie immer die Gefahr bestand, dass herauskam dass man ein Wesen war.


Ich traute dem Mistkerl kein Rotz, als er mir das Medaillon in die Hand drückte. Direkt zog ich meine Hand weg, wer packte einen bitte einfach so an?
"Was laberst du für ein Scheiß? Brauchst wirklich nicht irgendwelche Storys drumherum zu erfinden. Komm einfach zum Punkt. Was willst du wirklich?", behauptete ich und sah das Ding in meiner Hand an. Es war glänzend und schwer. Musste einiges Wert sein. "Ich muss dich aber enttäuschen, bin kein Schwanzlutscher. Und ich verkaufe meinen Körper auch nicht." 
Zumindest nicht wie einige der Mädchen im Heim. 




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Reply Edited on 07/03/2017 03:50 AM.

Rodolphus
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Re: Zukunfts-Thread I

from Rodolphus on 07/08/2017 02:24 AM

Er hatte ein freches Mundwerk, Mumm, genau wie sein Großvater. An Orten wie diesem brauchte man das, es war nur gut für ihn. Zumindest wusste er wie der Hase läuft und wo seine Grenzen waren. Ich lachte einfach; nicht übertrieben, nicht übergeordnet, einfach heiter und ruhig. Dann schob ich die Hände in die Taschen meines Mantels und ging, nur um an der nächsten Straßenlaterne noch einmal zu halten und mich nach ihm umzusehen. Er war verschwunden. 
In aller Ruhe sah ich mich um, streckte die Nase in die Luft, aber jeder Geruch war fort. Er hatte es mitgenommen.
"Guter Junge.", flüsterte ich in den Wind. "Wir sehen uns, Black."

Nachdem ich ihn einen Moment lang direkt angesehen hatte wandte ich mich wieder der Bar zu. Man hatte mir meinen Feuerwhisky gebracht und wir waren immerhin nicht hier um zu flirten. 
Warum?
Er stellte die gleichen Fragen wie sein Vater - wohlgemerkt nicht sein biologischer Vater - und gerade das machte diesen Jungen mit seinem melancholisch-misstrauischen Gesicht so unglaublich liebenswürdig. Cusick hatte Adrianus eine Art von Menschlichkeit anerzogen, die weder Lycoris noch ich ihm hätten geben können. 

"Die alten Familien müssen zusammen halten, findest du nicht?", antwortete ich nonchalant und nahm einen Schluck. Ein Punkt des Vampirdaseins, der auf Dauer sehr frustrierend sein konnte: Dieses ewige Gefühl dreckigen Sand zu trinken. Als hätte der Kanal einem aufgewühltes Wasser in die Kehle gespühlt. Aber die Erinnerung war da und gab einem alten Mann mehr als man denken mochte. Das Döschen zwischen uns nannte ich mit keinem weiteren Wort. Es war ein Angebot, er musste selbst entscheiden ob er es annahm. Ich für meinen Teil gönnte mir eins der Kügelchen, ganz ungeniert. Ich hatte nichts zu verbergen. 
"Dieses kleine Silberding hat ziemlich viel Unruhe in dein Leben gebracht, zwitschern die Occamys. Mein Beileid an dieser Stelle."
Ob Lycoris' Tod nun etwas war, das man betrauern musste.... aber Väter blieben Väter und war ich nicht deswegen hier? "Es gehörte meiner Frau. Falls du dich jemals gefragt hast woher ich es habe."

Langsam, sehr langsam, fast andächtig drehte ich mein Whiskyglas zwischen den Fingern und warf einen Blick über die verrückte, exzentrische Gemeinde der Stammgäste des Tropfenden Kessels. Ein Black und ein Lestrange zusammen an der Bar; das würde nicht lange unbemerkt bleiben. Aber ich hatte - genau wie damals - das Gefühl, dass dieser Junge meine Hilfe brauchte. Und genau wie damals hielt ich mich mit allzu vielen Worten zurück. 
 

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Adrianus

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Re: Zukunfts-Thread I

from Adrianus on 07/16/2017 07:30 PM

Das kleine Silberding lag zu Hause verstaubt in einem der Regale herum. Ich wusste nicht genau was er von mir erwartete. Nicht damals, und auch nicht heute und jetzt. Black war für mich einfach ein Name, mit dem ich aufgewachsen war. Ich war nur Adrianus Black, dessen Name im Heim fast ausgespuckt wurde. Was der einfache Name in der Zaubererwelt bewirkte irritierte mich bis heute, und das obwohl ich mittlerweile die Geschichte der Blacks kannte. 
"Die Besessenheit der Zauberer von einfachen Namen ist krankhaft, finden sie nicht?", fragte ich skeptisch und nahm eines der Kugeln zwischen die Finger ... immerhin spürte ich innerlich den Hunger wachsen. 

Ich schmiss das Kügelchen in den Mund und spülte es schnell mit Wasser herunter, damit ich nicht den Geschmack des Blutes auf der Zunge hatte. Meine Augen schlossen sich, als mir kurz schwindelig wurde von der Blutdröhnung im System. Nach einem kurzen Eis- und Ausatmen entspannten sich meine Muskeln. "Danke", murmelte ich und wich seinem Blick aus. Es interessierte mich immerhin herzlich wenig was andere dachten, aber es interessierte mich, was Familie, Freunde und Bekannte denken würden, wenn man einen ehemaligen Großkriminellen mit einem Auror zusammen sitzen sah. Und so sehr mir Namen egal waren ... mein Name würde wohl auch wieder eine große Rolle spielen in irgendwelchen bescheuerten Theorien und Gerüchten.

"Die Probleme hat mir weniger der Name eingebracht, Mr. Lestrange. Es waren ..." Ich stockte in einem Atemzug, immerhin hatte ich nie laut ausgesprochen, dass ich Vampirgene hatte. Aber aus irgendeinem Grund schien er darüber Bescheid zu wissen. Meine Augen weiteten sich minimal, als ich es realisierte. Er hatte mir die Kügelchen aus dem Nichts angeboten. 

Hatte er es vielleicht gespürt? Immerhin stand er im Auroren-Bingobuch registriert, auch wenn er kriminell nicht mehr aufgefalen war - es war bekannt, dass er ein Vampir war. "Wie haben Sie es herausgefunden?", fragte ich misstrauisch und verengte die Augen. Wie hatte er mich damals gefunden? Wie hatte er von meinen Genen gewusst? Wie? Wer waren die Occamys?

Meine Handfläche, welches bisher locker auf der Theke gelegen hatte ballte sich zusammen. Danke vielmals für die Info über meine Familienangehörigen, die hatte ich wirklich nicht gebraucht. "Ich weiß von Bellatrix Lestrange. Wie beruhigend." Ich hatte in meiner Lehre genug über ehemalige Großkriminelle lesen dürfen, deren Taten zu Beispielzwecken genutzt wurden, um die Theorie in der Ausbildung zu lernen. Ich hatte eine Weile gebraucht um zu begreifen, warum mich bei dem Thema einige kurios angesehen hatten.



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Rodolphus
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Re: Zukunfts-Thread I

from Rodolphus on 07/21/2017 10:45 PM

Wieder brachte dieser Junge ein sehr andächtiges Lächeln auf meine Lippen. In gewissem Sinne hatte er ja Recht, wenn mir in seinem Alter jemand erklärt hätte, dass nichts mehr von unseren Namen übrig bleiben würde als er und ich und meine Tochter am anderen Ende der Welt... hätte ich wahrscheinlich gelacht. Aber so war die Zeit. Und ich hatte auch schon dreimal gedacht, ich wäre tot und alles wäre zu Ende, so irrte man sich. 
"Namen binden, mein junger Freund.", sagte ich sehr ruhig. "Dein Name hat dich an deinen Vater gebunden so wie meiner mich an meinen und so weiter und so weiter. Und da ich dem Clan Black seine verrückteste Nachfahrin abgenommen und zu einem Problem der Lestranges gemacht habe.... gehörst du irgendwie auch zu meinem Namen. So einfach ist das. Mit Zauberei hat das wenig zu tun."

Auf seinen Dank reagierte ich ebenso wenig wie ich zuvor über die Kügelchen gesprochen hatte. Ich hatte genug davon, immerhin reichten meine Beziehungen zurück bis zu ihrer ersten Entwicklung. Der gute Doktor Pfeiffer hatte Testmaterial gebraucht und da war ich gewesen. 
Aber Adrianus war es nicht gewöhnt sich so zu ernähren, vielleicht sich überhaupt zu ernähren....wer wusste das schon? Sein Körper reagierte auf die Dosis wie ein Neuling, ein Vampir in seiner ersten Zeit. Und da ich wusste, dass das nicht der Fall war verdrehte ich so schnell die Augen, dass es nichtmal der Wind sah und verfluchte Cusick. Zumindest ein klein wenig.
"...es waren die Gene.", beendete ich seinen Satz, leerte mein Glas und lehnte mich locker an den Tresen um den kleinen Black endlich einmal richtig anschauen zu können. Mit einem amüsierten Schmunzeln drehte ich den Zeigefinger in der Luft. "Womit wir wieder am Anfang wären. Bei deinen Eltern. Bei deiner Mutter. Und deinem Namen. Aber vor allen Dingen bei der Frage: Warum im Namen Mordreds hat Cusick dich nicht eingewöhnt? Dieser Mann liebt dich wie Gold und Silber, was also ist es, dass dich so sehr sträuben lässt?" - Damit tippte ich mir an die Stirn. Wissen ist Macht, sprach mein amüsiertes Funkeln. 

Mein Blick huschte zielstrebig zu dem Gesicht einer Frau, die erst jetzt bemerkt hatte, wer bei ihrem Azubi aus der Aurorenzentrale saß. Ich tauschte einen Blick mit ihr....einen langen Blick. Und ein Lächeln, das mehr sagte als jedes Wort. 
"Ich hätte es gern eines Tages wieder.", raunte ich Adrianus zu - ernst, stolz und ruhig - ohne den Blick von der Ausbilderin abzuwenden. "Für euch mag Trixie eine von vielen toten Schwerverbrechern sein, eine verrückte Massenmörderin und was nicht alles. Aber für mich war und ist sie meine Frau. Ich habe sie geliebt." 
Den Beweis dazu trug ich am rechten Ringfinger. Alt, zerkratzt von all den Jahren. Matt. Er hatte einmal ein Muster gehabt, weil Trixie es so gewollt hatte, heute war davon kaum noch etwas übrig.

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Adrianus

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Re: Zukunfts-Thread I

from Adrianus on 07/27/2017 12:04 AM

Dein Gerede über Namen interessierte mich herzlich wenig, wenn es bedeutete, dass ich letzten Endes immer mit Schwerverbrechern, Ex-Verbrechern und Verrückten assoziiert werden würde. Ich arbeitete daran mir meinen eigenen Namen zu machen, bzw. weil mir mein Ruf ohnehin nicht wirklich was bedeutete - zumindest mich von anderen Personen zu distanzieren, mit denen der Name verbunden wurde. Es half reichlich wenig, dass ausgerechnet Rodolphus Lestrange neben mir saß in aller Öffentlichkeit. Meine Augenbrauen zogen sich nachdenklich zusammen. Er war und würde ein Fremder für mich bleiben, genau wie damals, und genau wie jetzt. 

"Warum sollten mich meine biologischen Eltern interessieren?", fragte ich ihn skeptisch und guckte ihn auch genauso an. Komischerweise hatte ich mir nie wirklich Gedanken über meine biologischen Eltern gemacht. Man hatte mir einfach immer gesagt, dass ich ungeliebt war und darum im Heim gelandet bin. Meine Mutter war tot. Und mein Vater anscheinend auch. Bevor Dominique ... abreiste .. hatte sie mir gesagt, dass Orion mein Vater war ... Und dieser kam kurz darauf in einem Feuer um. Dabei hatte ich ihm ebenfalls nie wirklich vertraut. Ich war diesem Kerl bis auf die letzte Sekunde immer misstrauisch gegenüber geblieben.

"Inwiefern eingewöhnt, Mr. Lestrange? Er wusste nie, wie sehr ich mit der Seite kämpfte. Ich bin gut im verbergen." Phil hatte wirklich nicht noch mehr Probleme gebraucht. Ich hatte ihm nicht einmal von meinen Problemen in der Schule erzählt, er hatte immer gedacht ich hätte viele Freundschaften geschlossen. Es war ein ganz schöner Schock gewesen ihn dann plötzlich als stellvertretenden Schulleiter zu sehen. "Bis vor Kurzem habe ich die Gene verleugnet. Aber ich hab nicht damit gerechnet, dass sie so etwas wie ein Eigenleben haben und zurückkämpfen. Die Symptome sind schlimmer geworden seit der Ausbildung ..." 

Ich ballte meine Hände auf dem Tresen zu Fäusten und mied seinen Blick indem ich auf mein Glas hinabstarrte. Es fühlte sich nicht so schlimm an wie damals beim campen ... Immerhin hatte ich zumindest einen Teil von den Genen akzeptiert. Das mit dem Bluttrinken allerdings ... Ich verstand nicht einmal, warum ich dem Kerl das erzählte. Ich schob es darauf, dass er vielleicht - nur vielleicht - irgendwelche Antworten wusste, weil er selbst ein .. ein Vampir war. 

Sofort wurde ich still ... wirklich still, als er mir sagte wie sehr er sie geliebt hatte. Seine Frau ... wahrscheinlich große Liebe. Und er hatte sie verloren. Ich wollte einen Schwerverbrecher nicht verstehen. Erst Recht kein Mitleid mit ihm haben. Aber ich tat es. Ich verstand ihn zu gut. Auch wenn meine Liebe nicht gestorben war - es war allerdings so vieles mehr zerbrochen. Ich spürte schon fast, wie sich eine dunkelgraue Sturmwolke über meinem Kopf sammelte. 

Das Ding konnte er auch wieder haben. "Nächstes Mal .. ich werde es dabei haben."

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Rodolphus
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Re: Zukunfts-Thread I

from Rodolphus on 08/19/2017 11:02 PM

Die Ausbilderin hatte uns weiter im Auge, dachte sie denn wirklich, ich hatte irgendetwas vor mit diesem Jungen? Eine kluge Frau, das musste man ihr lassen. Besonders die Auroren dieser Gesellschaft hatten es schwer mir zu vergeben.... und so vorbildlich ich mich auch die letzten zwanzig Jahre zeigte: Sie hatten jeden Grund mir zu misstrauen. Ich wusste das, sie wussten das. Und ich badete darin..... Nichts auf der Welt war so erfüllend wie ein ausgeklügeltes Spiel um Macht. Nichts. Selbst nach all den Jahren...
Langsam wandte ich den Blick wieder zu Adrianus, zeigte der Dame genüsslich unauffällig das Mal an meinem Hals, das ihre Leute mir verpasst hatten.

"Weil sie tagtäglich dafür sorgen, dass du angesehen wirst. Jeder Schritt den du tust hat seinen Schatten, Adrianus, genau wie die Schritte meiner Tochter.", erklärte ich ruhig und meinte es vollkommen ernst. Natürlich hatte ich immer gewusst, dass ich Bonnie hatte lieben können wie ich wollte; es nutzte nichts. Sie war eine Lestrange, sie stand nie nur für sich selbst so sehr sie sich auch anstrengte. "Der Schatten deines Terroristenvaters. Deiner Vampirmutter. Deiner Squib-Großmutter. Deines Todesser-Großvaters. Auch wenn du sie nie gekannt hast."  
Ein leises, stilles Seufzen entwich mir bei der Erinnerung an Lycoris in seiner Wiege. Ich hatte ihn geschaukelt, seinem Vater versprochen ein Auge auf ihn zu haben wenn..... Aber soweit waren wir nie gekommen. Was dabei heraus gekommen war hatte fast die Welt in Brand gesteckt. Und etwas angelangt, das mir heilig war. Seine eigene Familie. 
Für einen Moment schloss ich die Augen, damit niemand sah, wie das Stahlgrau meiner Augen sich sacht in etwas Weicheres verwandelte. Nur einen Moment. "Lassen wir das. Du hast deine eigene Familie."

Ein leichtes Runzeln zog sich über meine Stirn als ich den Jungen so sprechen hörte. Aber es war weniger irritiert als amüsiert und wohl auch ein wenig stolz darauf, dass Cusick es geschafft hatte aus einem biestigen, kleinen Straßenköter doch einen jungen Mann zu machen, der sich um die die um ihn waren, ihn liebten, sorgte. Vielleicht merkte er es nicht, war es ihm nicht bewusst, aber nichts anderes drückte er aus. Man verbarg Dinge die einen quälten nicht ohne Grund. Und man bekämpfte sie nicht ohne Grund. 
"Cusick wusste von Anfang an was du bist.", raunte ich und hob sehr langsam die Brauen in Adrianus' Richtung. "Ich habe nicht umsonst dem Ministerium von dir erzählt, nicht dem Muggel-Jugendamt.... Dich trotzdem leiden zu lassen... so viel Mumm hätte ich ihm nicht zugetraut."
Mit einem Ächzen, das älter war als ich aussah drehte ich mich wieder zur Bar, hielt den Kellner kurz auf und flüsterte ihm etwas zu. Unsere Blicke trafen sich für einen Moment, dann nickte er und ging. 
"Man kann sich nicht selbst verleugnen. Weder ganz noch zum Teil... was da in dir lebt ist ein Teil von dir, dagegen kannst du nichts tun. Ich auch nicht. Niemand kann das.", erklärte ich sehr leise, schloss die kleine Dose mit den Perlen und schob sie ihm wie eine Art stilles Geschenk einfach zu. "Aber du bist jung, erst 19 Jahre wenn ich mich recht erinnere. Du hast deine Wahl noch vor dir. Warum also jetzt schon daran verzweifeln?"
Ich lachte leise. Zwei Jahre..... und das spürte der Teil in ihm, der jetzt schon wusste, welche Entscheidung er treffen würde. Und er wehrte sich, kratzte, biss um sich, kämpfte um sein Überleben. Um Adrianus noch umzustimmen. Kurzentschlossen legte ich die Hand auf Adrianus' Faust und öffnete sie sehr bedacht bevor ich mich wieder zurück zog. "Oder hat dir Cuisick am Ende gar nicht gesagt wie es ist. Wie es läuft? Dass du nicht so bleiben musst für den Rest deines Lebens?" - Anders als Andere.

Für sein Versprechen schenkte ich ihm ein dankbares, respektvolles Lächeln. Zum einen weil es wahr war, ich hatte meine Frau geliebt; zum Anderen, weil er in Aussicht stellte, dass es ein nächstes Treffen geben würde. 
Der Kellner kehrte zurück und reichte mir eine bauchige Rotweinflasche, nicht ohne uns beide kurz misstrauisch zu mustern. Aber ich ignorierte es, zog mir hinter der Theke zwei Weingläser heran und goss uns ein.......und allein der Geruch beim Entkorken machte meiner und seiner Vampirnase nichts vor: Das war kein Wein. "Und bis es soweit ist gibt es kleine Tricks. Um das Biest zu besänftigen.", kommentierte ich mein Tun verschwörerisch und schob Adrianus ein Glas hin bevor ich meines zuprostend hob. "Cheers."
 

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Adrianus

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Re: Zukunfts-Thread I

from Adrianus on 08/25/2017 01:41 AM

Meine Augen verhärteten sich, als er über meine biologischen Eltern sprach und meine ... Familie.
"Ich habe keine Familie mehr. Sie brauchen mir auch nicht mehr über meine Eltern zu erzählen. Anscheinend kannte ja doch niemand deren wahre Identitäten. Ich wusste durch Quellen, dass es Orion war. Zu spät, da war er schon tot. Aber ich habe ihm nie getraut. Phil brauchte mir nie von ihm abzu .... raten ..." Mein Blick hob sich langsam, als ich etwas realisierte ... Phil ... er hatte über ihn Bescheid gewusst. Über alles? Schon so viel früher als ich .. Und ich hab nie einen weiteren Gedanken darüber verloren, weil gleichzeitig so viele andere Dinge passierten.
"Was genau hatte er getan .. er war einer der Leiter der thirdEye und im Ministerium tätig", sprach ich als nächstes im Auroren Modus mit nachdenklichem ton und Blick.

 

Der Mann sprach in Rätseln und warf immer nur Wissensfetzen ein und hoffte, dass man anbiss. Ministerium .. Muggel-Jugendamt .. Das alles interessiert mich nicht. Genauso wenig wie damals als auch heute, in der Hinsicht hatte sich nichts gewechselt. Wer wusste schon, was das Ministerium mit mir getan hätte, wenn nicht Phil und Henry als ersten eine Hand nach mir ausgestreckt hätten. Wer wusste schon, wie ich dann meine Entscheidungen gefällt hätte.

"Er ließ mich nicht leiden, Mr. Lestrange. Nicht bewusst und nicht mit Absicht. So wie ich es in den wenigen Jahren beobachtet habe, haben Mischwesen nicht unbedingt ein .. hohes Ansehen bei der Gesellschaft. Es gibt wenig offizielle Informationen die zugänglich sind, da sie so wenig behandelt werden."

Wieder runzelte ich die Stirn. "Wahl? Welche Wahl?", fragte ich misstrauisch. Dann .. sagte er mehr .. und meine Augenbrauchen schossen in die Höhe. "Nicht den Rest meines Lebens? Wie ist das möglich ...", frage ich dann begriffsstutzig und lehnte mich zurück.

Ich lehnte das "Getränk" ohne Worte ab und schob das Glas einfach trocken von mir. Ich würde das nicht trinken, es ging weniger ums Prinzip und mehr darum, dass ich es widerlich fand und es unangenehme Erinnerungen erweckte.
"Sagen Sie mir ... Ist es normal, dass das Biest als eine Art gespaltene Persönlichkeit agiert und man mit ihm kommuniziert ...?"

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Reply Edited on 08/25/2017 01:43 AM.

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Re: Zukunfts-Thread I

from Adrianus on 09/21/2017 01:20 AM

Es irritierte mich tierisch, als plötzlich die Rune auf meinem Aurorenring begann zu glühen und ich die kribblige Hitze an meinem Finger spürte, so vertierft war ich, so erpicht darauf seine Antwort auf meine Fragen zu bekommen. Es waren die Antworten, auf die ich fast ein Leben lang gewartet hatte. Fragen die ich mir immer und immer wieder stellte.

Aber ich musste zuhören, dem Ring - einer Durchsage, welches direkt in unseren Köpfen wiederhallte, nur bei denen, die die Ringe trugen. 

Eine Katastrophe. Die Welt dem Untergang nahe. Tierwesen die überall angriffen. London glich einem Schlachtfeld. Oder würde es, wenn man nichts unternahm. 

Ich kniff irritiert die Augen zusammen und zog die Augenbrauen demütig zusammen, als sich meine Hand verzweifelt zur Faust ballte. 

"Mist", brachte ich nur heraus, öffnete sie im nächsten Augenblick wieder und stand auf. "Ich muss gehen, Mr. Lestrange. Auf Wiedersehen."

Wäre es nicht eine so dringende Meldung, eine so große Krise, dann wäre ich wahrscheinlich gebieben, um es mir anzuhören. Ich war wütend auf mich selbst und die Welt in dem Moment, doch die Wut verflog, als ich auf die Straßen von London apparierte und das Chaos sah.

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