Zukunfts-Thread V

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Meja

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Re: Zukunfts-Thread V

from Meja on 07/10/2017 11:59 PM

Verzweifelt mit der ganzen Situation überfordert, drückte ich mein Gesicht an die fremde Schulter und nickte leicht als er mir sagte das ich alles raus lassen sollte. Irgendwie war es mir unangenehm aber ich konnte es auch nicht lassen. Trotzdem konnte ich mich in seinen Armen nicht wirklich entspannen. Auch wenn meine Stirn an ihn gelehnt war, waren meine Fäuste noch immer auf den Lacken des Bettes. Ich hasste ihn nicht und spürte merkwürdigerweiße auch keine Abneigung gegen ihn weil er mit Aegir zusammen lag, nein ich war mir sicher das ich diesen netten Jungen sogar sehr mögen konnte, aber Vertrauen war eine Sache die ich so furchtbar schwer konnte. Zumindest normalerweiße... bei Aegir war es schon immer was anderes gewesen. Schon ab den ersten Moment, schon als er in mir eine andere Person gesehen hatte, hatte ich angefangen ihm zu vertrauen. Nur diesmal... 
Seine Worte kamen mir so falsch vor, ich verstand einfach nicht warum ein nackter Junge bei ihm liegen sollte wenn er doch sein Sohn war, was er sein musste, immerhin war Reyk sein Sohn. Oder doch, ich verstand es schon. Nur wollte ich mir nicht vorstellen das Aegir genauso ein Mensch war wie ... mein Vater.
Nein! So ein Mensch war er nicht, also musste er mich anlügen. Warum auch immer... hatte er gemerkt was ich für ihn empfand und er wollte mich nicht verletzten.
Nur langsam blickte ich von der Schulter des schlanken Jungen zu Aegir rüber, lies mir die Tränen von den Wangen streichen und beobachtete ihn dabei wie er versuchte sich zu erklären. Aber erst als der Junge anfing zu sprechen, verstand ich.
Langsam löste ich mich von der Schulter und blickte den schwarzhaarigen schönen Jungen an während er mir von dem Verhältnis der beiden erzählte. Er musste ungefähr in meinem Alter sein. Und offenbar auch eine ähnliche Geschichte wie ich mit Aegir.  
Er tröstet ihn.... so wie er dich tröstet... er ist einfach ein guter Mensch. 
"Ich weiß...", meine Stimme klang rau und verweint, etwas brüchig. Aber ich versteckte sie nicht, blickte den Jungen einfach an. "Er rettet mein Leben immer noch.."
Ich weinte nicht mehr, hatte nicht mehr das Bedürfnis dazu und ich kam mir so doof vor. Vorhin in meinem Bett hatte ich wegen Alma geweint, wegen meines Albtraumes. Aber gerade eben, hatte ich geweint wegen Aegir. Was für ein Schwachsinn.
Langsam drehte ich mein Gesicht wieder zu Aegir und zog meine Unterlippe zwischen meine Zähne als er mich fragte ob er mich in den Arm nehmen durfte. Aber sobald der Junge in dem Kimono mich etwas lockerer nahm, konnte ich doch nicht anders als mir den Trost zu holen, den ich von Anfang an gehabt haben wollte.
Etwas zögerlich krabbelte durchs Bett zu Aegir und klettere einfach auf seinen Schoss um meine Arme einfach um seine Mitte zu legen und mein Gesicht an seine Brust zu drücken. Ich wusste das hatte er nicht mit in den Arm nehmen gemeint aber ich brauchte das.
"Ich will nicht allein schlafen...", hauchte ich in die Dunkelheit, aber streckte eine Hand nach dem Jungen aus, ergriff seine Hand. Ich war so bedürftig wie ein Kind und doch konnte ich nicht anders als die Fürsorglichkeit beider Männer zu nutzen.
"Ich weiß du hast Trost bei Aegir gesucht... aber macht es dir etwas aus.... kann ich bei euch schlafen?" 

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Aegir

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Re: Zukunfts-Thread V

from Aegir on 07/11/2017 01:17 AM

Pans Blick sprach seine Gedanken aus, als hätte er eine Sprechblase über dem Kopf und ich zuckte kaum merklich mit den Schultern. Ganz so einfach war es nicht. Sie war nicht irgendein Mädchen, das ich ihres Blutes wegen zu eine Getreuen machen wollte und ihr nebenbei Schutz bot. Die ganze Geschichte war viel verworrener und komplizierter. Ich hatte ja nicht einmal Reyk wirklich von ihr erzählen können, er hätte wahrscheinlich genauso heftig reagiert wie ich. Nun blieb mir wohl nichts anderes übrig, als ihn bald auch richtig einzuweihen ... mir graute jetz schon davor und ich schob den Gedanken beiseite.

Es tat mir weh, Meja so zu sehen, ich hatte das Gefühl, mich würde es ebenso von Schluchzern schütteln wie sie. Hinzu kam das dumpfe Ziehen in meiner Brust, als sie mich immer noch nicht anschauen konnte, während ich mich so sehr bemühte, ihr alles zu erklären. Was wohl in ihrem Kopf vor ging? Glaubte sie mir wirklich nicht? ... Was konnte ich anderes, als ihr so einfach und am wenigsten verwirrend zu erzählen, wie es war? Wenigstens durfte ich sie berühren ... Der Ausdruck in ihren Augen trieb dennoch scharfe Splitter in mein Herz.

Ich war durchaus etwas überfordert mit den zweien zusammen in meinem Bett, ich musste doppelt aufpassen, was ich wie formulierte, und als Pan sich dann plötzlich wieder über Mejas Kopf hinweg in meine Richtung blinzelte, dachet ich zuerst, ich hätte etwas Faslches gesagt. Bis ich seinen Blick traf und er mich ungläubig und lieb aus großen Kulleraugen ansah. Mit einem sanften Lächeln, das mir im Moment trotz allem anderen, was gerade los war, ganz leicht für ihn über die Lippen kam, nickte ich ihm zu. Ja, ich meinte das so, wie es klang. Mensch, der Junge war aber manchmal ziemlich schwer von Begriff - selbst nach dieser ereignisreichen Nacht noch!
Mit einer anderen Sache, hatte sich er auch reichlich zeit gelassen, aber das Blitzen in seinen Augen, nachdem er kurz zwischen Mje aund mir hin und her geblickt hatte, verriet mir, dass er nun auch das kapiert hatte.
Sie war wir wichtig. Sehr wichtig.

So wie sich Meja an Pan fest hielt, hatte ich mich schon damit abgefunden, dass sie heute Nacht für alles andere, für klarheitbringende Worte, zu erschöpft und verwirrt war. Seufzend rang ich mit den Händen, aber ließ sie dann auf meine Oberschenkel sinken und rutschte wieder etwas weiter zurück ... Wenn cih ehrlich war, war ich selbst auch fertig ... dabei hatte die Nacht recht entspannend begonnen.
Als Pan wieder zu reden begann, war ich es jetzt, der überrascht aufsah. Der Junge war mir ein Rätsel ... und im Moment hätte ich ihm wirklich ein Küsschen auf die Wange verpasst für das, was er wieder hinbog, weil ich es verbockt hatte. Ich war ein guter Redner, wenn es um Geschäftliches ging, wenn Sachlichkeit gefragt war oder es galt, den Anführer zu geben. Hier und jetzt war ich ebenso aufgeschmissen wie so viele andere. Und Pan schaffte es, alles wieder richtig zu stellen. Er sprach so unglaublich gut über mich, ich sah jemand ganz anderen vor meinen Augen, jemanden, der ganz und gar nicht ich war ... ich wusste nicht mal, ob "guter Mensch" auf mich zugetroffen hatte, als ich noch nicht verwandelt war ... nein, entschloss ich, hatte es nicht.
Aber ich schwieg, der Kloß in meiner Kehle gab mir keine andere Möglichkeit. Er wurde noch fester, als Meja deshalb zu Pan hoch blickte und ihm antwortete. Ich hoffte nichts auf der Welt mehr, als dass sie sich da nicht täuschte ... Es war Krieg im Anmarsch ...
Sie wandte sich mir wieder zu, so zögerlich, so hffnugsvoll, dass ich mich dazu durchrang, sie zu fragen, sie zu bitten, ob ich trösten durfte. Und Pan war so lieb, und gab ihr einen Stupser ...
Bemüht, nicht jetzt auch noch zu weinen, streckte ich vorsichtig eine Hand aus, als Meja den Jungen los ließ, aber sie beachtete das gar nicht, kroch quer über die Decke zu mir und setzte sich ohne Vorwarnung - aber auch ohne zu zögern - auf meinen Schoß, schlang ihre Arme um mich und kuschelte ihren Kopf an meine Brust.
Das Lächeln, dass sich sofort auf meinem Gesicht ausbreitete, war warm und sanft und asl wäre sie ganz zerbrechlich, schloss ich meine Arme liebevoll um Meja. Wenn ich gerade fantasierte, wollte ich nicht, dass es aufhörte ... vielleicht ... vielleicht war das mit ihr gar nicht so aussichtslos, wie ich immer dachte. Vielleicht hatte ich eine Chance.
Ich musste kichern, als Meja die Hand nach Pan ausstreckte und fragte, ob sie denn nun auch für den Rest der Nach hier bleiben konnte.
"Na komm schon ...", raunte ich ihm zu. Sonst würde er noch meinen, er müsste sich schnell verdampfen. Im Moment fand ich Mejas Vorschlag aber selbst ganz gut. Ich hatte schon sehr lange keine Zätlichkeit, Geborgenheit dieser Art mehr gehabt und ich war erstaunt, dass es mir wirklich so sehr gefehlt hatte.
"Willst du erzählen, was dich geweckt hat, Meja ...?"



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Pan

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Re: Zukunfts-Thread V

from Pan on 07/11/2017 02:13 AM

Als das Mädchen zu mir aufsah weinte sie nicht mehr. Und dafür hatte ich sie gar nicht beschwatzen müssen, das war von ganz von selbst gekommen, wie immer nach dem Weinkrampf. Nach dem Weinen war kein Platz mehr für traurig sein; das Herz suchte sich seinen Funken Hoffnung und hielt sich ganz fest daran fest, das Kinn hob sich wieder nur um der Welt zu sagen, dass man noch nicht aufgegeben hatte. Noch nicht. Da war noch was, es war noch nicht vorbei, da wartete irgendwo noch irgendetwas. 
Ich tauschte einen verstehenden Blick mit ihr, dann fasste ich einfach schwesterlich ihre Faust auf dem Laken und nickte ihr zu. 

Zu sehen wie sehr Aeggy und sie sich brauchten war unglaublich schön.....wie sich die Süße an ihn drückte als wäre er alles was sie brauchte um irgendwie hinter dem ganzen Angstschweiß und den zittrigen Augen wieder Halt zu finden. Und Aeggys Lächeln, weil sie endlich in seinen Armen lag und verstanden hatte. Sie waren pefekt füreinander. Und wenn die Blonde noch nicht verstanden hatte wie sehr Aeggy sie liebte, dann würde sie das bald tun, ganz sicher.
Ich.... war hier auf jeden Fall fertig, hm? Auf meiner Schulter spürte ich ihre Tränen trocknen. Das war vorbei. Und ich hatte Aeggy doch irgendwie helfen können, zumindest ein bisschen. Er lächelte wieder, obwohl er so ein kleiner Trampel war im Trösten. Jetzt war alles wieder gut, jetzt hatten sie sich wieder lieb. Und was Anderes tat ich da unten ja auch nicht, oder? Ehemänner kamen zu mir, damit der Druck weg ging. Damit sie heim gehen konnten und ihre Frauen wieder ganz unverkrampft lieben konnten ohne dauernd an Jungshintern zu denken. Dafür war ich da.
Dass Andere sich besser lieben konnten.

Ganz leise ließ ich meine Beine vom Bett gleiten und versuchte die beiden nicht in ihrer Zweisamkeit zu stören während ich ging, aber... da sah ich im Augenwinkel diese Hand. Und blinzelte perplex darauf hinab als das Mädchen sie fasste. 
Macht es dir etwas aus.... kann ich bei euch schlafen?
Na komm schon.
Völlig verschrocken sah ich die beiden an. Und mein Herz schlug eine Oktave tiefer, pumpte mich kalt mit Furcht voll. Ich berührte die Seifenblase... das war nicht richtig. Das war erschreckend und beengend und... lieb, aber... ich gehörte nicht in dieses Bild. Ich sollte eigentlich gar nicht da sein. Aber sie hielt meine Hand einfach weiter fest.
"O.... kay....", antwortete ich überfordert und wusste nicht woher das kam.

Mit verkrampften Schultern rutschte ich wieder aufs Bett. Versuchte gleichzeitig anständig und brav näher zu kommen und doch nicht zu nah an ihnen zu sitzen. Und ich blieb ganz still. Versuchte niemanden anzusehen und doch....
Meja. Das Mädchen hatte einen Namen bekommen. Und er war genauso schön wie ihre Augen.  

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Meja

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Re: Zukunfts-Thread V

from Meja on 07/16/2017 02:47 AM

Der Moment in dem Aegir seine Arme um mich legte, war wohl der Moment an dem ich mich endlich wieder richtig beruhigen konnte. Ich wusste nicht wie er das machte das ich mich sofort sicher fühlte, so sicher wie ich mich noch nie in meinem Leben gefühlt hatte, zumindest die letzten 7 Jahre nicht, aber er schaffte es immer wieder. Es war unglaublich wie sich mein Herzschlag beruhigte, die wärme mich langsam erfasste und ich wieder normal atmen konnte. Seufzend lehnte ich mich an seine Brust und schloss genießerisch die Augen. Ich wusste ich musste wie ein Geist aussehen, bleich und nass. Aber ich wollte mich einfach so sicher fühlen. Und das wissen das der Junge nicht Aegirs Liebhaber war, beruhigte mich auch irgendwie. 
Meine Hand war immernoch nach Pans ausgestreckt und ich öffnete nur die Augen um ihn wieder an zu sehen. In mir war langsam wieder Ruhe eingekerrt und ich wollte dem Jungen dafür danken, wollte ihm nicht seinen Platz, seinen Trost streitig machen und nahm deswegen einfach seine Hand. Sein unsicherer Blick traf meinem und irgendwas in mir sagte mir... das er mir ähnlich war. Vielleicht nicht auf die Art die andere zuerst sahen, aber ich sah eine Ähnlichkeit.  
Ich erkannte sofort seine verkrampfte Haltung, sein Unwohl sein und fragte mich was er nur hatte, kannte ich das doch eher von mir selbst wenn mein Vater merkwürdig war aber noch nicht... zu aufdringlich. Als erwartete man den großen Knall.
Irgendwas in mir wollte seine Hand nicht loslassen, aber mein Blick glitt langsam wieder zu Aegir als er mich fragte ob ich erzählen wollte was mich geweckt hatte. Ich sah ihn Stumm an, dachte darüber nach ob ich es erzählen wollte, ob ich das konnte, ob ich das wollte ehe ich zu sprechen began. 
"Ich hab schlecht geträumt...", flüsterte ich, gerade noch so laut das es beide verstehen konnten. 
"Über den Grund warum Alma und ich nach London geflohen sind.." Alma... 
Ihren Namen aus zu sprechen war so schwer, mit dem Wissen das sie nicht bei mir war, nicht bei mir in meinen Armen wenn ich schlecht träumte und deswegen aufwachte. Ihre Anwesenheit hatte es immer geschafft mich zu beruhigen. Nur ihr sanftes kuscheln und ihr zartes Gesicht hatten immer gereicht um mich seelig zu stimmen. 
Vorsichtig kuschelte ich mein Gesicht an Aegirs Schulter, während mein Blick wieder zu dem Jungen glitt der mich gerade noch so selbstverständlich getröstet hatte, zu unseren Händen. Sanft zog ich an seiner Hand, zog ihn näher zu uns ran und ich sprach aus was ich in Momenten gebraucht hatte als mein Vater mir so furchtbare Angst gemacht hatte.
"Dir passiert nichts...
Sanft lächelte ich dem Jungen zu, versuchte ihm Sicherheit zu geben, halt, auch wenn ich ihn gerade ebenso benötigte. Dann krabbelte ich von Aegirs Schoss, legte mich in die Mitte und zog die Decke über meinen Körper, während ich den Jungen einfach an meine eine Seite zog und dann Aegirs Hand griff um ihn an meine andere zu ziehen.  

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Aegir

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Re: Zukunfts-Thread V

from Aegir on 07/17/2017 11:25 PM

Meja wusste nichts von Pan, von seiner Vergangenheit, was er mir angeboten hatte, wie es in ihm aussah ... und doch schien sie genau zu wissen, was er brauchte. Obwohl er das nicht mal selbst wusste, er war nämlich wirklich gerade dabei, sich einfach so davon zu stehlen. Er hätte noch so leise sein können, mir wäre es nicht entgangen. Und Meja entging es auch nicht, und ihr Gehör war nicht so gut. Meja hielt Pan einfach fest, war damit mein verlängerter Arm; ich hätte ihn ebenfalls zurück aufs Bett gezogen. Sie hatte so ein großes Herz ... Meine Arme schmiegten sich fester an sie, ganz liebevoll. Wie lange ich schon niemanden mehr so hatte in den Arm nehmen dürfen ... hatte ich das denn überhaupt schon einmal? Mit Charlotte, das war ... ähnlich. Aber nicht das selbe.
Ich legte meine Wange an Mejas Kopf, wagte es sogra, ganz leicht, kaum merklich meine Lippen darauf zu legen. So ruhig und friedlich, wie sie mich machte, schaffte das niemand. Und es ließ mein Herz einen Holperer machen, zu spüren, dass es ihr ebenso erging.


Als sie von ihrem Traum und Alma sprach, konnte ich nicht anders, als ihr Gesicht in meine Hände zu nehmen und über ihre Wangen zu streichen, sie mit allem, was ich ihr irgendwie geben konnte, zu trösten.
"Hey ... du bist in Sicherheit ... Alma wird bald bei dir sein ... wir retten sie ... alles wird gut, Meja ...", murmelte ich an ihrer Stirn und warf Pan einen bittenden Blick zu. Er sah furchtbar überfordert aus und unschlüssig, so halb auf dem Sprung, aber das Mädchen ließ ihn nicht los, obwohl sie sich mehr an mich kuschelte, sie ließ Pan nicht gehen. Den Jungen, den sie nicht kannte, aber trotzdem schon lieb gewonnen zu haben schien. Und selbst jetzt, wo jeder andere nicht an sowas hätte denken können, schaffte sie es auch noch, für Pan da zu sein. Ob sie nun wusste, was sie da tat, oder nicht. Er hatte sich auf das Bett gesetzt, wirkte alles andere als entspannt.
"Pan, es ist doch in Ordnung ...", sprach ich ihm zu und klopfte auf die Stelle neben mir, wo er vorhin schon gelegen hatte. Er braucht nur noch ein bisschen hoch rutschen, dann wäre es gut.
Stattdessen nahm Meja diesen Platz ein, nahm den Arm des schmalen Jungen und zog ihn an sich. Lächelnd verfolgte ich, wie sie es sich bequem machte, drehte mich den beiden zu und da hatte sie mich ebenfalls ergriffen und bedeutete mir, an sie heran zu rücken.
Mir pochte ein wenig das Herz dabei, ich war ein ganz schrecklich verlorener Narr neben ihr.
Sanft schob ich eine Hand unter ihren Kopf, damit sie meinen Arm als Kissen benutzen konnte. Und ich kam so auch an Pans Kopf. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich mitteilen zu müssen, dass ich ihm nicht böse war, eher im Gegenteil. Wir hatten heute doch viel übereinander gelernt und auch, wenn ich mir das nie so vorgestellt hatte, war es nun mal passiert.
"Das hab ich vorhin übrignes wirklich so gemeint ... ich hab dich lieb, mein Junge. Das schreib dir mal hinter die Löffel, Häschen." Mein Grinsen war nicht zu überhören, aber es war ein liebes Grinsen. Und Pan konnte es ja sehen.
Und ich gab nun Meja tatsächlich einen etwas längeren Kuss auf die Stirn.

Wieso konnte es nicht immer so einfach sein? So ... ruhig und friedlich und schön. Geborgen. Das war doch das einzige, was ich wollte.



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Pan

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Re: Zukunfts-Thread V

from Pan on 07/18/2017 01:14 AM

Jede Sekunde die ich bei diesen beiden saß, bei Aeggy den ich so vor den Kopf gestoßen hatte, bei Meja, die ich völlig verwirrt hatte und dann getröstet, wurde mir klarer und klarer, dass die beiden ein Kronleuchter waren. Und ich.... war eine dieser Halogenleuchten am Bahnhof. 
Aber als Mejas Blick auf meinen traf sah ich etwas, das ich kannte. Verwirrt zog ich die Brauen zusammen. In Mejas Augen war dieser Knacks, dieser kleine, haardünne Riss, der entstand, wenn dich jemand anfasste und du das Gefühl bekamst, dass die Stelle an der er dich angefasst hatte nie wieder sauber werden würde, egal wie lange du wäschst und egal wie stark du schrubbst. Meja kannte das. 
Über den Grund warum Alma und ich nach London geflohen sind..
Ich hatte keine Ahnung wer Alma war. Aber ich kannte den Grund. Nicht persönlich, es konnte der Vater sein, der feste Freund, der Onkel.... der Nachbar. Aber es war ein Mensch. Ein verdorbener Apfel in der Kiste guter Äpfel, der alle anderen infizierte. 

Ich verstand die Welt nicht mehr. Was passierte hier?
Bevor ich mich versehen konnte lag ich wieder in den Laken, zog die Beine an, wie immer wenn es dunkel war und ich im Bett lag, hielt noch immer Mejas Hand und sah darauf hinab. Fast schon ängstlich suchte ich nach Aegir und meine Finger in Mejas versuchten los zu lassen, aber Aeggy grinste mich einfach nur an.
Mein kleines Herz pochte bis in meinen Kopf hinauf. Wie sie mich beide ansahen, Arm in Arm.
Ich hab dich lieb, mein Junge.
Einfach weil ich nicht anders konnte - vor Panik weglaufen oder das... - stürzte ich mich an das Mädchen zwischen uns und drückte mein Gesicht tief an ihre Schulter. 

Erst hundert Herzschläge später, so fühlte es sich an, streckte ich den Arm aus und versuchte sie beide damit zu umfassen. Es war natürlich Unsinn... aber ich versuchte es.
"Ich hab euch auch lieb...", wisperte ich, erstickt vom Stoff ihres Nachthemdes. "Wer ist Alma..?"
Ihr Name schwang durch meinen Kopf seit ich ihn gehört hatte. Was ich gehört hatte. "Wo ist sie?"
Endlich hob ich den Kopf und sah sie an. Wenn Alma kleiner war und ganz allein da draußen....ihr konnte alles passieren. Das durfte nicht sein! Nicht noch ein Mädchen. Ich hatte meine Ohen noch an jedem Lagerplatz, in jeder Puppenstube und in jedem Freudenhaus wenn es sein musste. Ich würde helfen sie zu finden! 

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Meja

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Re: Zukunfts-Thread V

from Meja on 07/22/2017 10:04 PM

Ich schätzte Aegirs Worte sehr und das er mir helfen wollte. Und auch wenn ich wusste das mein Vater uns nicht folgen würde weil er kaum seinen Hintern aus dem Haus bekam, was er auch seit einigen Jahren nicht mehr getan hatte, traf hier ein neuer Albtraum auf mich. In Schweden war mein Vater da gewesen, dem ich mich sehr bald freiwillig stellen musste weil ich wusste wie eifersüchtig er auf Alma war, das sie so viel Zeit mit mir verbrachte. Ich wusste um sie zu schützen, musste ich bei meinem Vater sein. Und es war ein Albtraum gewesen, es hatte mich gebrochen und zerstört, das alte Bild meines Vaters immer mehr zerstört. Aber Alma war bei mir gewesen. Sie hatte gelebt, geatmet, gelacht und geweint. Ich hatte sie immer bei mir. Ich konnte sie beschützten. 
Jetzt wo mein Vater endlich weg war und wir in einem Land waren wo er uns mal Kreuzweise konnte, war sie weg. Ich hatte sie verloren. Es schien fast so als könnte ich diesen kleinen Menschen voll Glück nur bei mir haben wenn ich auf der anderen Hand leiden würde. Und ich würde es... wenn das Schicksal es genau so wollte... würde ich leiden damit Alma sicher in meinen Armen einschlafen konnte.
Vorsichtig hob ich meinen Kopf, machte Aegir Platz um dann meinen Kopf auf seinen Arm zu legen und meinen Rücken an seine Brust zu drücken, vorsichtig immer noch zurückhaltend aber um einiges zuversichtlicher als noch vor ein paar Wochen. Aegir war ein großer Mann, von der Statur meines Vaters sehr ähnlich. Manchmal erwischte ich mich immer noch wie ich vor ihm zurück schreckte. Ich hasste es zum Beispiel wenn er ernst wurde...auf diese kalte Art. Wie ein Chef... es machte mir Angst... auch wenn es unfair war. Oder wenn er wütend war, wenn er nach Alkohol roch... das war das schlimmste. Aber mit der Zeit hatte ich verstanden... er war nicht wie er. Und ich würde mich nie wieder Emotional von einem Menschen so abhängig machen.
Bei Pan war es anders. Er machte mir keine Angst, nicht weil ich nicht glaubte das er mich überwältigen konnte, sondern weil ich die Scherben in seinem Blick sah. Ich sah mich in ihm.
Sanft legte ich meine Arme um Pan, so wie ich es so oft bei Alma getan hatte. Um Schutz zu bieten während mein Vater unten im Wohnzimmer rumschrie. Sanft strich ich durch sein schwarzes Haar. Es tat gut... zu trösten... es lenkte ab von dem eigenen Schmerz. Aber Pan dachte wohl nicht daran nur sich allein zu trösten. Natürlich nicht, er hatte mich immerhin zuvor auch getröstet. Langsam, schmerzlich schloss ich die Augen als er nach Alma fragte und lies sein ich hab euch lieb noch über meine geschundene Seele rieseln wie warmer Regen. 
Ich spürte wie er den Kopf hob, mich ansah, eine Antwort wollte.
"Alma ist... mein kleines Mädchen...", meine Stimme war dünn, gebrochen, triefte vor Sorge und vor Schuld. "Sie ist irgendwo da draußen... ohne ihre Mommy und hat sicher furchtbare Angst...", meine Stimme wurde immer leiser mit meinen Worten, meine Augen brannte und ich konnte sie einfach nicht öffnen. Ich wusste das ich wieder zitterte, spürte den Schmerz ganz deutlich in meiner Brust. Das hier war schlimmer als jeder Schmerz in meinem ganzen Leben, mehr als der Verrat meines Vaters, mehr als jeder Schlag... mehr als edes mal als mein Vater mich von der Treppe gestossen hatte oder mich in die Ecke getretten hatte...nein das war alles nichts im Vergleich zu dem Schmerz den ich nun verspürte.
 

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Aegir

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Re: Zukunfts-Thread V

from Aegir on 07/22/2017 11:53 PM

Es schien alles gut zu sein, endlich hatte die Nacht wieder die Ruhe zurück, die sie bei ihrem Anbruch verbreitet hatte. Für einen Augenblick war ich davon überzeugt, es nur noch besser werden konnte, dass wir trotz allem, was die Vergangenheit aus uns gemacht hatte, wir heute hier hergehörten, weil wir eine Familie waren.
Ich wollte, dass es so war, so bleiben würde.
Aber so lieblich und harmonisch das Bild, das wir drei abgaben, auch wirken musste, so aneinander gekuschlt, sich in den Armen haltend - wenn man näher kam, genauer hinsah, fielen einem die Makel auf. Das Geheimnis, das in jedem von uns wohnte, der gebrochene Teil unserer Herzen, aus dem dunkle Schatten heraus tropften und alles andere trübten.
Pans hilflose Geste, sich mit der Situation abzufinden, seine Körperhaltung, die nach Schutz verlangte. Er war noch so klein, viel zu lieb für das, was er schon erlebt hatte. Dabei wusste ich nicht annähernd alles über ihn. Das Wenige, das ich erfahren hatte, war genug. Er kannte das hier nicht und er würde sich vielleicht nie daran gewöhnen, aber ich gab ihn deswegen nicht auf. Deshalb wollte ich auch nicht, dass er weiterhin diese Arbeit machte. Am liebsten wäre es mir, er würde einfach im Hotel bleiben, mit Charlotte einkaufen gehen, die Lobby dekorieren oder laute, schmalzige Musik in seinem Zimmer hören. Aber nicht gegen Geld mit Leuten schlafen. Er war für sie nur ein Spielzeug, ein legaler Zeitvertreib für bedenkliche Gelüste. Es sah nicht aus wie 19. Und in seinem Herzen war er es auch nicht.
Offiziell hatte er damit auch aufgehört. Wie boten Begleitservis an. Ausschließlich. Aber ich ahnte, dass sich manchmal anderes in den Zimmern abspielte. Nicht jeder Kunde war ein guter Schauspieler ...
Ich ergriff Pans Hand, an Mejas Schulter trafen sich unsere Finger und ich drückte seine Hand, ein stummer Zuspruch.
Mein Junge, ich bin für dich da. Immer.
Und Meja ... Ich blickte sie an und im schwachen Licht, das durch die Fenster herein kam, spielte mir die Wahrnehmung einen Streich. Die zwei Menschen, die sie für mich verkörperte, zeigten sich selten so klar wie jetzt. Und ich hasste es.
Ich wollte wirklich einfach nur für Meja da sein. Ich wollte, dass mein Herz schneller schlug, weil ich sie liebte, weil sie mir alles bedeutete. Aber ihr Aussehen, die Gestalt von Snædís verschleirten Meja vor mir. Sie machten mich blind für das Mädchen, das sie war. Und erst nachdem ich das erkannt hatte, hatte ich lernen können, durch den Neben zu blicken, zu unterscheiden, was Traum und was Wirklichkeit ist. Es war schwer, sehr schwer. Aber ich merkte mit jedem Tag, an dem ich bei ihr war, dass die Illusion schwand. Aber ich befürchtete, dass sie nie vollends weg gehen würde.
Aber ich wollte es. Und ich hoffte es auch. Denn das hüpfen in meiner Brust, als sie sich an mich schmiegte, war etwas anderes, als schlummernde Liebe an eine Vergangenheit.
Ich hatte mich verliebt. Ich hatte mich zuerst langsam und dann ganz plötzlich in das Mädchen aus Schweden verliebt, das in meinen Armen lag und ihre Tochter brauchte. Eine Familie.
Sie war wie Pan zu jung für alles, was ihr das Leben aufgezwungen hatte. Zu jung, um Mutter zu sein. Und auf keinen Fall hatte sie einen Vater verdient, wie ihrer es war. Niemand, der uns hier sah, würde es merken, aber ich tat es. Die Vorsicht, mit der sie auf meine Nähe antwortete. Ich konnte so schnell etwas falsch machen - vor allem, weil ich nicht wusste, was falsch war.
Und so war jede Sekunde, die ich so bei ihr sein konnte, ein Geschenk, ein kleines Wunder.

Als Meja Pan antwortete, hörte ich ihren Schmerz nicht nur, er verkrampfte ihren Körper und damit mein Herz.
Und ich vergaß alle Schleier, alle Zurückhaltung. Ich nahm die Hand, die an Pans kopf lag, und schob sie an seiner Brust vorbei, um Meja damit zu umgreifen. Nicht fest, aber fest genug, damit sie wusste, dass ich da war.
Ein ganz klein wenig rückte ich noch an sie heran, beugte mich dann etwas zu ihr nach vorne.
"Sie ist sicher so ein tapferes, starkes Mädchen wie du. Du warst immer für sie da, sie weiß ganz sicher, dass du sie findest. Es wird ihr niemand etwas tun ... die Leute wissen, dass meine Männer nach ihr suchen ... Ich hole Alma zurück. Und wenn es das Eimzige ist, was ich noch tun werde ..."
Ich wusste, dass meine Worte nicht viel machen konnten gegen das, was sie von innen auffraß. Das konnte nur das Wiedersehen mit Alma stoppen.
Ich zog meine Hand wieder zurück und strich damit sanft über Mejas Stirn, befreite sie von einzelnen Strähnen, die noch an ihrer Haut hafteten, und versuchte, sie mit meinem Atem und meiner Hand zu beruhigen.
Hätte ich etwas anderes gewusste, wäre ich besser in all dem hier gewesen und nicht wie die beiden hier selbst verloren, hätte ich ihn nicht darum gebeten. Aber ich hatte Pan schon öfter gehört. Es würde gut sein ...
"Pan ... kannst du ... für Alma singen? Für uns?", flüsterte ich.



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Reply Edited on 07/23/2017 12:04 AM.

Pan

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Re: Zukunfts-Thread V

from Pan on 07/23/2017 04:01 AM

Sie war eine Mommy. Meine großen Augen starrten Meja an, nicht geschockt, nicht überrascht....nur so traurig. Meja war viel zu jung um eine Mommy zu sein. In der normalen Welt zumindest.... Es war der Beweis, dass sie eine von uns war, eine von den Nachtfaltern und Puppenjungs, dazu musste man nicht die Straße rauf und runter gelaufen sein bis einem die Finger froren. Da reichte ein Mensch, ein Mann, der eigentlich nicht hätte da sein sollen wo er gerne hinwollte. Der sich das einfach genommen hatte.
Aber das sagte ich nicht, über so etwas redete man nicht! Man ertrug es und hoffte, dass es dafür irgendwo auf der Welt jemanden gab, der einen im Arm hielt. Einfach nur im Arm. Einen, den einen, der all die anderen Male wieder gut machte, einfach wegwischte als wären sie nie da gewesen.
Solange... waren wir untereinander Freunde. Und warteten alle gemeinsam.

Mein Blick huschte zu Aegir als er meine dürren Finger in seiner großen Hand drückte.
Ich wusste nicht was in seinem Leben kaputt gegangen war, weil ich ihn nicht danach gefragt hatte. Manchmal konnte man es sehen, wie in den letzten Tagen; wenn er aufhörte streng und groß und beschützend zu sein, sondern anfing die Clanbrüder so anzuschreien. Wenn er die Zähne zusammen biss, die Arme verschränkte und so ganz leicht das Gesicht senkte, nur ein bisschen, um die Anderen in Grund und Boden zu stieren. Dann ging es ihm schlecht.... und seit der Jägerjungen mit den stechenden Augen da gewesen war ging es ihm richtig schlecht. Irgendetwas war kaputt und egal was es war und ob meine Ideen dumm waren, ich würde versuchen ihn wieder zum Lächeln zu bringen. 
Das Gleiche hatte er für mich doch auch gemacht....
Sanft drückte ich seine Finger wie er meine, ein Schmetterlingsschlag im Gegensatz zu ihm und lächelte verlegen. 
Und ich für dich, Papa Aeggy. Immer.

"Und ich rede mit den Jungs.", flüsterte ich Meja zu als Aegir ihr so süß versprochen hatte nach ihrem Baby zu suchen. Die Jungs von der Straße, die Jungs von früher. "Gleich morgen früh. Sie wissen oft mehr als.... na ja."
So wie Meja vorhin bei mir, so fasste ich jetzt ihre Hand und hielt sie einfach fest. Sie war eine Mommy... und Alma durften nicht wie die ganzen anderen Glühwürmchen verloren gehen und verschwinden. Wir würden sie finden, egal wie lange wir suchen mussten! Wir waren jetzt eine Familie. Meja war ein Teil meiner Familie und Alma dadurch auch. Freunde konnte man verlieren, das passierte dauernd, aber nicht die Familie.
Ganz langsam robbte ich wieder etwas an die beiden heran und biss mir unsicher auf die Unterlippe... singen? Jetzt...? Ich... das war komisch.... irgendwie....

"Komm her, schon gut, ärger dich nicht, er ist ja weg."
Unter der stinkigen Decke zog mich Cole zu sich und schloss mich ganz, ganz vorsichtig in die Arme. Cole konnte mich immer so halten als würde er mich gar nicht anfassen, das war so schön. Er war ein paar Jahre älter als ich und Bo sprach dauernd davon, dass er zu alt für das Geschäft wurde, aber dann lachte er nur, streckte ihm die Zunge raus und legte die Scheine auf den Tisch. Cole war so taff....
"Du bist nicht dreckig, Kleiner, soll er dich doch so oft Nutten nennen wie er will!", sprach er mir zu und küsste lieb mein zerrupftes Haar. "Was soll das denn heißen, hm? Dass du schlecht bist, weil du dich bezahlen lässt? Er soll das Maul halten und darüber nachdenken, dass da zwei zugehören! Einer der so lieb ist sich zu teilen und einer der bereit ist dafür zu bezahlen! Wer ist hier dreckig?!"
Ich fing einfach an zu weinen und rollte mich in seinen Armen zusammen.
"Och, Häschen.... komm schon... soll ich dir was singen...?"
Ich nickte.

"Mir geht's gut, sag ich mir täglich.... wenn's auch nicht stimmt.", fing ich ganz leise und weich an zu singen und streifte mit meiner Nasenspitze die von Meja, wie Cole es mit mir gemacht hatte. "Denn das Schwerste ist erträglich.... wenn man's leicht nimmt. Hab und Gut geht... wie der Wind weht... auf der Welt ist alles möglich... weil sie sich dreht."
Leise strich ich einen sanften Kreis über Mejas Wange und leuchtete sich mit diesen Augen an, die nicht verlernt hatten zu hoffen.
"Glück ist ein Blatt im Wind, flattert vorbei geschwind.... aber danach zu jagen, das hat keinen Sinn.....", sang ich süß für sie weiter, schloss die Augen und beschwor das alles wieder herauf, was dieses Lied mir damals gegeben hatte. "Da ist der Teufel los! .... Lach ich....?"
Fragend, wie als kleiner Scherz sah ich sie wieder an und lachte leise. "Ja, zweifellos..! Denn bei uns ist alles möglich.....weil wir halt so......sind."
Immer leiser war ich geworden und küsste zum Schluss ihre Lippen, ganz lieb, ganz unschuldig. Wie ein Kind. Drückte Aegirs Hand etwas fester und hoffte.... dass einfach alles wieder gut werden würde. 
"Alles wird gut, Meja.", hauchte ich. "Das verspreche ich dir. Das versprech ich euch beiden." 

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Meja

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Re: Zukunfts-Thread V

from Meja on 07/27/2017 02:19 AM

Es tat gut in den Arm genommen zu werden, tat gut so schützend gehalten zu werden wie Aegir es tat und so tröstend gestreichelt zu werden wie Pan es bei mir tat. Sie beide waren komplette Gegenteile und doch gaben sie mir beide etwas das ich gerade brauchte. Aber die Worte, sie kamen kaum noch bei mir an. Es war nicht so als hätte ich die Hoffnung aufgegeben... nein, ich würde nicht aufhören Alma zu suchen. Es war eher das die befürchtung sie sei tot immer näher rückte. Und diese befürchtung packte mich mit kalten, fast eisigen Händen, schnürrte mir die Kehle zu und zerdrückte mein Herz. 
Wenn Alma tot wäre, dann würde auch ich sterben. Sie war doch der einzige Grund warum ich noch da war. Ich war nicht stark.. in keiner Weise war ich irgendwie stark. Ich war schwach und dreckig. Widerlich und so weit von Unschuldig entfernd. Ich wusste das Aegir das anders sah, ich spürte es. Aber es brachte nicht wenn ich es besser wusste.
Der einzige Mensch der mich davon abgehalten hatte meinem Erbärmlichen Dasein ein Ende zu verschaffen, war Alma...also was brachte es noch wenn sie nicht mehr da war?! Was sollte ich ohne mein Mädchen noch hier?!
Ich konnte nicht antworten, konnte nicht sagen was sich langsam in meinem Kopf formte. Alma war 2 Jahre alt und fehlte nun schon seit Wochen. Aegirs Leute fanden sie einfach nicht, obwohl er mir doch sagte das er einer der mächtigsten Clans führte. Wenn er so eine extreme Reichweite hatte, wie konnte es dann sein das sie sie einfach nicht fanden?!
Ich hatte so viel Pech in meinem Leben gehabt, so viel Leid... und Alma, meine strahlende, glückliche, freundliche, zarte Alma hatte sich an meinem Unglück angesteckt.
Als Pan anfing zu singen, blickte ich langsam wieder auf und der Text....ging mir nahe. Ich konnte nicht aufhalten das stille Tränen wieder meine Wangen entlang flossen, konnte nicht aufhalten das Pan direkt hinter meine Mauer... in all den Schmerz blicken konnte.
Ich zuckte nicht zurück als er meine Lippen küsste wie ich es bei jedem anderen Mann gemacht hätte. Er war wie ich....wie hatte Keen damals gesagt?
"Wir Scherbenkinder müssen doch zusammen halten, oder?", meine Stimme war brüchig, aber ich meinte es so. Ich war so dankbar, für sein versprechen. Für alles.
Sanft lehnte ich meine Stirn gegen Pans und legte meine Hand auf Aegirs welche auf meinem Bauch lag. Es war so warm und obwohl es dunkel im Zimmer war, hatte ich keine Angst vor meinem Vater. Ich wurde beschützt.
"Danke..", ich sagte es leise, aber die Gefühle die mit diesem Wort mitschwammen waren tief. Ich war beiden so unendlich dankbar und ich würde es auf ewig sein.
"Ich hab euch lieb..", es war so lange her. In den ganzen 7 Jahren in denen ich gequält wurde, hatte ich diese Worte nur einer Person gesagt: Alma... 

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