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Isaac

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Ravenclaw Abgeschlossen Reinblut Hogwarts Glanmore Universität in Hogwarts Unentschlossen Journalist Buchclub Pessimist Autor Anti-Offenbarung

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 04/23/2017 01:59 PM

Ich funkelte Fynn begeistert an. „Fynn der adipöse Troll." Ich überlegte kurz, öffnete den Mund und stockte dann aber doch wieder um über etwas nicht Nachvollziehbares nachzudenken. Mit gehobenem Zeigefinger lächelte ich anschließend verschmitzt: „Glaubst du ich sollte es mal mit Kinderbüchern versuchen? Das wäre doch mal was Neues. Und ich meine, Charlie Sheen hat schließlich auch Kinderlieder gedichtet. Nur kann ich nicht singen." Ich hielt erneut kurz inne und blickte ihn ernster an. „Ernsthaft, ich kann nicht singen. Aber wer für erwachsene schreibt sollte das doch mit Leichtigkeit hinbekommen? Kurze, klare Sätze, lustige Metaphern und primitive Charaktere. Dazu eine einfache Story und... Voilà." »Oder eben auch nicht.« Wenn eine Sache auf dieser Welt feststand, dann dass das ich ein schrecklicher Kinderbuchauthor wäre. »Ohne Kraftausdrücke ist das ja auch irgendwie öde.« Aber der Gedanke an sich war ganz amüsant. Und es wäre eine weiterer Punkt in meinem unbeeindruckendem Lebenslauf. »Falls er jetzt noch fragt woher du Two and a Half Men kennst, sagst du einfach aus dem Internet statt: "Ich hab mir alle Staffeln in einem Anflug aus passiver aggression in einer Woche reingezogen". Jep. Guter Plan.«
Ich ließ mich wieder gegen die Lehne meines wirklich unbequemen Stuhles sinken und nahm einen weiteren Schluck meiner nur noch lauwarmen Drecksbrühe. Es war Fynn regelrecht anzusehen wie er sich zwang dieses Zeug zu trinken - das zugegeben gar nicht mal so übel war - doch ich behielt jegliches weitere Kommentar für mich. Schließlich hatten wir schön geklärt weshalb er so müde war und weiter darauf rumhacken musste ich nun wirklich nicht. Vor allem, da ich selber sehr oft an diesem Punkt ankam, an dem ich nur noch aus einem Gemisch aus Kaffee und billigen Energy Drinks funktionierte. Die Idee uns das als Tattoo stechen zu lassen brachte mich demnach zwar zum lachen, so ganz hirnrissig fand ich es allerdings gar nicht. 
"Das wäre ziemlich deep. Du und ich, unsere geplagten Köpfe von fehlender Kreativität; Da können wir dann zum nächsten Mal direkt 'Existenzkriese' darunter hauen", antwortete ich grinsend. "Angehende Sternchen am Musikhimmel wie du brauchen sowieso so viel Tinte in der Haut wie es der Kontostand und die eigene Mutter erlaubt. Am besten machen wir es gleich nach unserer Suche nach der Quelle der Muse, damit wir dem Bullshit auch noch eine tiefere Bedeutung geben. Also, bringst du die Decke für den Waldspaziergang mit oder ich?" Ich schüttelte über meine eigenen absurden Worte den Kopf, hörte allerdings nicht auf zu grinsen, was auch nicht sehr oft vorkam. "Aber ehrlich: Weißt du was mir hilft? Schlafen. Und dann unterhalte ich mich mit Menschen oder belausche heimlich Gespräche, geh wahhlos spazieren oder höre Musik." Manchmal auch Sachen von Wanderer, aber das wollte ich ihm nun nicht direkt unter die Nase reiben. "Du könntest dich aber auch mit preisgünstigen Champagner betrinken und wahllos Leute aus deiner Kontaktliste anrufen, um mit ihnen über dein Leben zu reden. Sowas hilft." 
Ich tat so, als hätte ich nicht gesehen wir er mit seinem kleinen Kopfschütteln ausgesehen hatte, als wolle er einen lästigen Gedanken loswerde. Schon vor langer Zeit hatte ich beschlossen Leuten nicht wegen was-auch-immer auf die Pelle zu rücke, aus dem einfachen Grund dass ich es selbst nicht ausstehen konnte. Meine letzten Worte hatte ich mit etwas mehr Nachdruck ausgesprochen und auf meiner verkorkste Art unterschwellig darauf apelliert, dass auch ich einer dieser Menschen sein könnte - wenn er wollte. Seit ich eine Wohnung in London hatte, war ich auch um einiges besser zu erreichen als damals in Hogwarts. Bei diesem Gedanken griff ich kurz nach meinem Handy in der Hosentasche und blickte auf die neusten Nachrichten auf meinem Sperrbildschirm, beschloss aber schnell dass sie nicht weiter interessant waren und packte das Ding wieder weg. 
"Weißt du, wenn ich nicht... anderweitig begabt wäre", die Kellnerin war gerade an uns vorbeigehuscht, "Würde es bei mir höchstwahrscheinlich auch so aussehen. Du solltest dir einfach Gründe suchen Emma relegmäßig aus Hogwarts befreien zu können, damit sie kommen und dein Zimmer aufräumen kann. Ich könnte das zwar auch machen, aber momentan bin ich damit beschäftigt halb verzweifelt zu versuchen meine Arbeiten rechtzeitig abzugeben ohne an einem Nervenzusammenbruch zu sterben." »Geht sowas überhaupt?«, schoss es mir noch durch den Kopf, bevor ich weiter sprach. "Auf jeden Fall sind meine spontanen Mittagsschläfchen in der Bibliothel gerade so ziemlich das spannenste, was in meinem Leben passiert." Ich hatte ewig keinen guten Artikel herausgebracht und somit wurde in letzter Zeit nichts von mir veröffentlicht. Aber ich arbeitete daran - irgendwie. Vielleicht hätte ich mir doch eher etwas magischer-orientertes aussuchen sollen. Zwar war ich wirklich kein talentierter Zauberer, aber damit hätte man wenigstens größere Erfolgschancen. Was taten wir eigentlich mit unseren Leben?


(Whoopsie, das ist bisschen lang geworden. :'D)

    

Reply Edited on 04/23/2017 02:01 PM.

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Re: Zukunfts-Thread V

from Isaac on 04/20/2017 04:51 PM

'Some stupid chick in the checkout line was paying for beer with nickels and dimes. And some old man had clipped coupons and argued whenever they wouldn't take one. All I wanted to buy were some cigarettes but I couldn't take it anymore, so I left. I hate everyone...', daddelte es passend zu meiner alltäglichen Laune aus meinen qualitativ grausamen Muggelkopfhöhrern.
Die Sonne stand im Zenit und ballerte erbarmungslos auf alle Verrückten hinab, die beschlossen hatten bei diesem Kopfschmerz-Wetter nach Draußen zu gehen. Mich mit eingeschlossen. Ich hatte den halben Tag in der Bibliothek verbracht, die ich einmal als Teenager entdeckt hatte und in der ich nun regelmäßig auftauchte und meist einen ganzen Nachmittag lang verschwand. Es fiel mir einfacher an zurückgezogeneren Orten zu schreiben, ganz davon abgesehen dass ich gerne meine Ruhe hatte und jegliche Hintergrundgeräusche als nervig einstufte. Außerdem hatte dieser Rückzugsort genau zwei essentielle Dinge. Erstens, Kaffee. Zweitens, eine großartige Auswahl an Büchern. Ich hatte einige Exemplare zurückgebracht und mir eine Kurzgeschichtensammlung von Poe ausgeliehen, sobald ich beschlossen hatte frühzeitig nach Hause zu gehen, um an einem Projekt meinerseits weiterzuarbeiten.
Ich führte gerade einen äußerst sinnvollen Monolog, als ich einfach so von der Seite angerempelt wurde. Das passierte mir tatsächlich öfter als erwartet, doch ich blieb lediglich stehen und sah von meinem befleckten T-Shirt zu dem Mädchen und zurück. Großartig. Genau deswegen waren Menschenmengen zu meiden. Ganz abgesehen von der Gefahr bestohlen zu oder - noch schlimmer - von irgendwelchen gemeinnützigen Hampelmännern über die Rettung des Regenwaldes angebabbelt zu werden.
Ich blickte durch die Gläser meiner Sonnenbrille zu dem sich entschuldigenden Mädchen hinab, von dem ich ausging sie noch nie im Leben gesehen zu haben. Ich hatte es nicht so mit Namen und Gesichtern. Im Grunde hatte ich es einfach nicht so mit Menschen, abgesehen von wenigen Ausnahmen. Und ich war wirklich froh, dass ich wenigstens diese auch an Orten erkannte, mit denen ich sie eigentlich nicht assoziierte.  
"Aus Gründen der Lebenserhaltung rate ich dir zu atmen", gab ich unterkühlt zurück und hob das Shirt von meiner Brust. Sie schien ernsthaft erschrocken, doch ich würde einfach nur um die nächste Ecke gehen und einen Zauber wirken - keine Große Sache. "Außerdem solltest du dir vielleicht eine Brille kaufen. Ich bin mir ziemlich sicher nicht unsichtbar zu sein." Ich hatte gerade vorgehabt eine meiner wirklich bemerkenswerten Grimassen zu ziehen, da erblickte ich dass der Kaffee bis auf meine altmodische Ledertasche getopfte war in der sich - Überraschung - meine Skripte und ausgeliehenen Bücher befanden. Ein schneller Fluch verlies meine Lippen, als ich das abgewetzte Teil regelrecht aufriss und wenige Sekunden später ein von Kaffee beflecktes Buch in den Händen hatte. Zwar war es nicht besonders gravierend - wenn man allein davon absah, dass ein Zauberspruch reichte um den minimalen Schaden zu beheben - doch es handelte sich hier schließlich um ein absolutes Meisterwerk. Das. War. Nicht. Okay. 

    

Reply Edited on 04/24/2017 11:13 PM.

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 04/20/2017 04:37 PM

„Ich weiß nicht, deine Augenringe im Ausmaß der Andromeda Galaxie sind ziemlich vielsagend", wog ich ungeniert mit unpassend beiläufigen Unterton ab und zog lediglich den rechten Mundwinkel nach oben. Die typische Andeutung eines Lächelns, zu der ich mich gerne hinreiße ließ. Ich wusste dass Fynn mittlerweile meinen seltsam, verschrobenen Humor ganz gut abkonnte und sowieso recht unbeeindruckt war von so ziemlich all dem Bullshit, den ich Tag ein, Tag aus so gerne von mir gab und somit schon dem ein oder anderen sensiblen Seele vor den Kopf gestoßen hatte. Es gab eben genug Erdbeermenschen, die keinen Sarkasmus verstanden. Und zu meiner Erleichterung gehörte Fynn nicht dazu, ganz ohne dabei zynisch zu sein. Vielleicht nannte ich ihn gerade deshalb einen sehr guten Freund meinerseits.
Ich musterte ihn trotzdem mit gerunzelter Stirn; Er sah wirklich müde aus. „Emma bei einem so schwerwiegenden Fall um Hilfe zu bitten klingt nach einem ziemlichen Null-Summen-Spiel. Vielleicht solltest du mich – einen erfahrenen, reifen und äußerst talentierten Zauberer – um Hilfe bitten." Ich zog erwartungsvoll beide Brauen in die Höhe und folgte seinen Worten, bevor ich mich räusperte und mit fachmännischem Tonfall fortfuhr. „Ich bin zwar kein Experte, aber nach meiner Diagnose solltest du dir ein fettes ‚kreatief' auf die Stirn tätowieren lassen." Zwar musste ich zugeben selten ein solches Problem zu haben, doch jeder der schrieb wusste wie es war, auf einmal nicht mehr weiter zu wissen; Als wäre die Idee zum Greifen nahe, doch der Kopf war unfähig den Gedanken zu formen. Ich war nie der musikalische Mensch gewesen. Im Grunde beschränkten sich meine Talente auf Quidditch und das schreiben, von meinem wundervollen Sinn für Humor mal abgesehen. Doch ich konnte mit Worten umgehen, meine Artikel verfassen und so ziemlich jeden gegen eine Wand reden. Auch wenn ich mich hauptsächlich damit beschäftigte Sportartikel zu schreiben und mich mit den neusten Quidditchereignissen zu befassen, so schrieb ich nebenher gerne über abweichende Themen und befasste mich allgemein gerne mit Literatur. Also, ja. Ich wusste sehr wohl was Fynn mit seinen Wortfetzen meinte. 
An meinem Kaffee nippend sah ich über den Rand der Tasse zu dem Muggel hinüber und zuckte die Schultern. „Menschen leidet seit Anbeginn der Zeit an dem Drang sich selbst Ausdruck zu verleihen und somit auch unter dem Problem, dass der Spaß nicht immer gaaanz so läuft, wie sie sich das vorstellen." Ich wog in einer seltsamen Gestik den Kopf hin und her, bevor ich weitersprach. „Wir könnten Kräuter verbrennen und um ein Lagerfeuer tanzen. Oder einen inspirierenden Sonnenuntergang ansehen – Nein! Warte. Wir bringen ein Blutopfer. Hm. ...Hast du schon versucht mit jemand königlichem zu schlafen, wenn es elegant und majestätisch klingen soll?" Seltsam, dass nie jemand auf meinen Rat hören wollte. Ich finde mich äußerst aufschlussreich.
Kurz beobachtete ich vorbeigehende Passanten und sah ein paar Touries finster an, jedoch brachten mich Fynns Worte zum Lachen. „Schön, aber sah dann bitte Bescheid wenn dein Mitleid wieder überwiegt. Ich hatte nächste Woche vor in den Wald zu fahren um zu weinen."

    

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 04/18/2017 12:09 PM

"Auch wenn du...", ich trommelte mit den Zeigefingern gegen die Kante ds Tisches, bevor ich mich zurücklehnte. "Absolut beschissen aussiehst. Ungefähr so, als wärst du von einem adipösen Troll überrannt worden. Drei mal." Vielleicht würde ich eines Tages aufwachen und aufhören, so ziemlich alles maßlos zu übertreiben. Das würde allerdings schlussfolgern dass ich es ebenfalls unterlassen würde mir schreckliche, irrationale Methaphern auszudenken. Und seien wir mal ehrlich, dann wäre mein Leben ganz schön langweilig. Oder schlimmer: Dann könnte es tatsächlich mehr als eine Handvoll Leute geben, die mich gut leiden könnten. Und dann müsste ich Smalltalk führen, mir doch ein trendiges Hobby suchen - Yoga? - und meine Karriere zum anstrebenden Disney Bösewicht ablegen; Absurde Vorstellung. Immerhin war Fynn hier ein lebender, laufender und singender Beweis, dass ich trotz allem nicht als hochgradig misantrophisch zu beschreiben war. Und ganz nett. Manchmal. Wenigstens war seit der Geschichte mit den fliegenden Nacktschnecken niemand mehr vor mir weggerannt.
Die Sonne verschwand hinter einer einzigen Wolkengruppierung und erinnerte mich daran, dass es trotz allem April war. Ich begann mit einer Serviette auf dem Tisch zu spielen, wobei mein Blick auf den kleinen, vollgekritzelten Zettel fiel, der wohl den Grund für Fynns Augenringe darstellte. Dennoch fragte ich heiter: "Was hast du letzte Nacht getrieben?" Auf dem Kopf war schwer zu lesen, was er unordentlich wie eh und je darauf gekritzelt hatte und ich hielt mich soweit zurück, mir den Fetzen nicht einfach zu schnappen. Zwar waren es Worte, die der Musiker sicherlich irgendwann in einen guten Song verpacken würde, dennoch waren sie noch privat und ganz offensichtlich nicht fertiggestellt.  
Die ältere Kellnerin watschelte mit unseren Getränken herbei und ich bedankte mich mit einem matten Lächeln, bevor ich mich wieder Fynn zuwandte. "Bitte sag mir, dass es kein Liebeslied ist. Oder so was ekliges... Lebensbejahendes." Grinsend umschloss ich die Tasse meiner schwarzen Drecksbrühe und pustete darüber. "Ich komm dich übrigens am Wochenende auf der Arbeit besuchen." Hauptächlich natürlich, weil ich Fynns Musik mochte, er mein Freund und zudem ein talentiertes Kerlchen war. Und vielleicht auch ein klein wenig deshalb, weil Musiker in den guten Schuppen meistens grenzenlose Freigetränke hatten und ich - wie bereits erwähnt - mal wieder knapp bei Kasse war. 

    

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Re: Picadilly Circus

from Isaac on 04/18/2017 12:58 AM

- Fynn & Isaac. c:

"Tut mir Leid, dass ich zu spät bin", nuschelte ich absolut undeutlich und ließ mich in den Stuhl gegenüber von Fynn fallen, der bereits eine dampfende Tasse voll was-auch-immer vor sich stehen hatte. Wir hatten uns eine Weile nicht gesehen und ihn hier in diesem altmodisch eingerichteten Cafe zu treffen hatte den einfachen Vorteil, dass ich somit weiter verschiedene Kaffeesorten in ganz London ausprobieren konnte. Schließlich brauchte jeder Hobbys. Und ich hatte eben kein Geld für irgendwelche trendigen Freizeitaktivitäten wie Synchronschwimmen oder - keine Ahnung - Yogastunden. Was blöd war, weil wenn man bedachte dass ich genau so biegsam war wie eine gefrorene Stange Lauch, dann könnte ich ein bisschen Yoga schon ganz gut gebrauchen. 
Meine Tasche landete mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden und ich schlüpfte aus meiner Jacke, mich bereits nach einer Kellnerin umsehend. "Aber ich muss erwähnen, dass es nicht exakt meine eigene Schuld ist. Das geht eindeutig auf die Kappe der bizarren Verschwörung der öffentlichen Verkehrsmittel gegen niemand anderen als meine Wenigkeit, PLUS auf die Existenz so ziemlich jedes einzelnen, beschissenen Touristen die glauben sich mit grenzdebilen Selfiesticks in meinen Weg zu stellen." Ich atmete stoßhaft aus und grinste. "Gut. Zu beginn meiner nun folgenden dreiteiligen Entschuldigung möchte ich erst einmal erwähnen was für ein toller Mensch du bist, wie sehr ich dich als meinen Lieblingsmuggel schätze, auch wenn du..." Mein Vortrag wurde traurigerweise von der Kellnerin unterbrochen, weshalb ich das ganze erst einmal fallen ließ und mir einen schwarzen Kaffee bestellte. Fynn schien wie immer absolut unbeeindruckt von meinem Gebabbel, weshalb ich mich auf dem Tisch etwas nach vorne lehnte und ihn erneut angrinste. Die Sonne schien heute wieder einmal ihre Existenz beweisen zu wollen und ermöglichte den Umstand, Anfang April im T-shirt herumzulaufen. Ein hoch auf die Klimaerwärmung, oder so. Auf jeden Fall musste ich gestehen, dass es an sich ein ganz passabler Tag war - bis jetzt zumindest.

    

Reply Edited on 04/18/2017 01:08 AM.

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Isaac on 03/18/2017 03:24 PM

"Siehst du; Wirklich gut gemacht", patzte ich voller Sarkasmus und funkelte den halben Meter neben mir verärgert an. "Los, entschuldige dich. Bevor er kommt und denkt, ich wäre das gewesen." Letzteres bezweifelte ich eigentlich, allerdings wollte ich lediglich nicht erklären müssen weshalb ich hier mit dieser Intelligenzbestie hinter einem Schneehaufen kauerte und verschwörerisch flüsterte. Fridolin - oder wie auch immer er hieß - sträubte sich zwar mit einem Protestierenden Kopfschütteln, doch mein kleiner Schubs aus der Deckung sprach für sich. Er landete im Schnee, blickte Panisch zu dem Typen auf und rannte weg. Verdammt.
"Kleiner Feigling!", rief ich ihm hinterher bevor ich mich selbst aufrappelte. "Du behinderst die Gerechtigkeit!" Doch der Gnom war schon hinter der nächsten Hausecke verschwunden. Mit einem genervten Schnauben klopfte ich mir den Schnee von der Kleidung und wandte mich an die laufende Zielscheibe, die mittlerweile ihren Zauberstab gezückt hatte. "Ich weiß was du denkst", platzte ich mit erhobenem Zeigefinger in seine Richtung heraus, ohne ihn zu Wort kommen zu lassen. "Also frag gar nicht erst, ob ich das war. Ich werde weder ja oder nein antworten." Hauptsächlich, weil nein eine Lüge wäre. Gottverdammt. "Und jetzt nimm das Ding runter." Ich fuchtelte mit den Händen zu seinem Zauberstab. "Das ist unhöflich - hat dir deine Mutter keine Manieren beigebracht?"
Um den ganzen die Krone aufzusetzen, fing es außerdem wieder an zu schneien. Große klasse.

    

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Isaac on 12/19/2016 08:29 PM

"Du musst schon zuhören, wenn ich mit dir rede!", wiederholte ich nun mindestens zum fünften mal mit erhobenem Zeigefinger und zog in übertriebener Ernsthaftigkeit die Augenbrauen zusammen. Der kleinwüchsige Gnom vor mir - Fridolin hieß er, zumindest glaubte ich das - hielt in seiner Bewegung inne und schien es urplötzlich doch für eine schlechte Idee zu halten, den heranlaufenden Schneemann in Form einer zugeschneiten Person mit einem Schneeball zu bewerfen. "Ich hab gesagt du sollst unbemerkt bleiben." Gottverdammt. "Und mit 'unbemerkt' meine ich nicht 'mich mit einem Kerl anlegen, der mindestens vier Köpfe größer ist als ich'. Hab' ich dir denn gar nichts beigebracht?" Theatralisch fuhr ich mir druch die vom Schnee feuchten Haare und seuftzte schwer. "Was war die erste Regel?" Auf das sofortig ausgerufene "Nicht reden! Nicht auffallen! Nicht rennen! Nicht zaubern!" nickte ich lediglich mit der strengen Miene des weisen Lehrers, der ich nun mal war. Mehr oder weniger. Weshalb genau ich angefangen hatte diesen laufenden, halben Meter hier Tipps für sein zweites Jahr in Hogwarts zu geben wusste ich selbst nicht mehr so genau. Doch nun stand ich hier und - zugegeben - genoss es ein klein wenig von dem Zwerg hier angehimmelt zu werden. "Was wenn der Typ hier ein Schläger wäre, hm?" Der kleine Redhead blickte mit großen Augen zu mir hinauf. "Genau. Er würde dich innerhalb von zwei Sekunden in ein Nielpferd verwandeln, dass nur drei Beine hat. Und das nur, weil du einen verdammten Schneeball nach ihm geworfen hast." Ich duckte mich ein klein wenig nach unten und sah mich verschwörerisch um, bevor ich leise flüsterte: "Vertraue niemanden." Dass ich in letzter Zeit mehr Spaß gehabt hatte, war stark zu bezweifeln.

    

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Re: Junger Löwe trifft auf älteren.

from Isaac on 12/04/2016 09:47 PM

Ich konnte schon bildlich vor mir sehen, wie ein Haufen ehemaliger Brillenschlangen und Buchclub-Liebhaberinnen Gawain mit lautem Gegröhle an einen Matterpfahl fesseln und lauthals schnatternd besprechen, wie sie ihn am effektivsten in Brand stecken könnten. Und da war es wieder, mein abschweifendes Kopfkino. Sollte ich mir irgendwann mal abgewöhnen. 
"Was du nicht sagst - ich bin das Gossip Girl an dieser Schule", erwiederte ich äußerst nüchtern. Als das Kerlchen hier keine Andeutung für ein Lächeln zeigte, rollte ich seufzend mit den Augen und leierte: "Ein Aufsatz über den Einfluss der englischen Literatur auf die sozialisierung im 19 Jahrhundert." Es war im Grunde nichts schwieriges. Die Sache war bloß die: Ich war zu verdammt faul auch nur eine der passenden Lektüren zu lesen. Erstens, nahm es viel zu viel Zeit in anspruch. Und zweitens war es verfickt langweilig. Und würde mir wahrscheinlich genau so viel Freude bereiten wie eine dieser Muggel-Wurzelbehandlungen. Ohne Betäubung. Durchgefürht von einem dreiarmigen Octopus mit Sehschwäche. Oder so ähnlich zumindest - ich verlor schon wieder den Faden. 
"Auf jeden Fall", fuhr ich fort und sah achtlos an die Zimmerdecke. "Brauch ich ihn bis nächste Woche. Wie viel möchtest du dafür? Oder was?" Ich schmunzelte und lehnte mich etwas nach vorne. "Süßigkeiten? Rosinen? Knöpfe? Die Seelen aller Mädchen, die dich irgendwann zu Tode foltern werden?" Vielleicht sollte ich mir mal aneignen, bei meinen Witzen wenigstens ein wenig das Gesicht zu verziehen. Da mir dies recht verspätet einfiel, ich es allerdings trotzdem für nötig hielt, blickte ich Gawain mit einem aufgesetzten, zähnezeigenden Grinsen fragend an. 

    

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Re: Junger Löwe trifft auf älteren.

from Isaac on 12/03/2016 06:53 PM

Ich sah Mr. The Brain für einen kurzen Moment regungslos an, und formte dann ein stummes "waaas?" mit den Lippen. Da hatte man mir wohl verschwiegen, dass ich vor mir ein ziemliches Ego sitzen hatte. Nun gut. Mit belustigten Blick folgte ich seiner ziemlich einseitigen Konversation mit der Brillenschlange und überlegte in einem Monolog, ob das jetzt schon als prostitution durchging - und ob ich auch irgendwelche grauen Mäuschen mit einem Augenzwinkern dazu überreden konnte, meine Aufgaben zu erledigen. Wahrscheinlich nicht. Aber dafür blieb es mir wohl erspart Zeit mit irgendwelchen Menschen zu verbringen, die meine Interesse gleichermaßen weckten wie eine verschrumpelte Rosine. 
"Weißt du", begann ich mit zusammengekniffenen Augen ohne auf seine Frage einzugehen. "Irgendwann wird dieser Erdbeermensch hier", ich fuchtelte mit den Händen in dir Richtung des verschwundenen Mädchens, "dir das heimzahlen. Das alles. Frauen sind unberechenbare Wesen." Es folgte ein nachdrücklicher Blick. "Und dann wird sie wie eine Löwin auf einer lowcarb Diät um dich herumschleichen und dich letztendlich in tausend winzigkleine Stückchen zerreisen." Auf dem Stuhl hin und her wippend blickte ich das arrogante Kerlchen suspekt an.

    

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Re: Junger Löwe trifft auf älteren.

from Isaac on 12/02/2016 09:20 PM

"Gawaaaain, der Mann der Stunde", meinte ich absolut hochtrabend, obwohl ich das Kerlchen zu meiner Schulzeit nur hin und wieder gesehen hatte; War schließlich nicht so, als würde ich überwiegend meine Konzentration auf andere richten. Im Grunde wüsste ich noch nicht einmal seinen Namen - geschweige denn seinen Aufenthalsort - wenn mich nicht ein anderer Fünftklässler in der Form eines Sitzsackes darüber informiert hätte. Ich zog mir also einen Stuhl von einem Nachbartisch heran, lächelte dem daran sitzenden Mädchen mit dem funkelnden, bösen Blick freundlich zu und ließ mich mit der Lehne nach vorne auf den Stuhl nieder. Ich bettete mein Kinn auf die darauf verschränkten Arme und schenkte der zukünftigen Quelle meiner Aufsätze ein strahlendes Honigkuchenpferd-Regenbogen Lächeln. "Hi, Ich bin Isaac", begann ich ohne dem offensichtlich verwirrten Jungen die Zeit für unnötige Fragen zu stellen. Und ohne der Brillenschlange neben uns Beachtung zu schenken, die sich anscheinend mehr als nur über meinen nicht-flüsternden Tonfall erboste. "Ein Vögelchen hat mir gezwitschert, dass du ein ziemliches Ass darin bist, dir Dinge zu merken." 
Im Grunde war es nur wieder die Konversation von zwei Schülern gewesen, der ich aus Langeweile und aus purem Trotz weiter zu lernen, still und heimlich gefolgt war. Die Sache war die; Ich hatte keine Lust mehr in Büchern zu wälzen, wo ich sowieso gefühlt in Arbeit erstickte. Nicht, dass ich deswegen mehr arbeiten würde. Aber es war wirklich anstrengend hin und wieder ein schlechtes Gewissen zu haben. Und diesem wollte ich vorbeugen, indem mir The Brain meine Aufsätze schrieb; Zumindest war das mein Plan. 

    

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