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Fynn

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Re: summer hits ~ Alastair & Fynn

from Fynn on 05/01/2017 03:41 PM

Ich wusste nicht, warum mir plötzlich die Wärme ins Gesicht schoss, als Alastair mich reflexartig festhielt, um schlimmeres zu verhindern. Zum Glück konnte man das im spährlichen Licht des Clubs nicht sehen ...
Während ich sprach, machte ich eine Bewegung zurück, um mich unauffällig seinem Griff zu entziehen. Aber ich glaubte zu merken, dass er seine Hände ein wenig länger als nötig war auf meinen Schulter ließ.
"Was will der denn? Pöbbbelllt aus dem Nischts einfach rum ... pffff", lallte eines der Mädchen hinter mir lautstark und das löste bei einem der Kerle eine Reaktion aus. Starker Mann muss schwache Frau vor dem Bösen Typen retten, der eigentlich - im Gegensatz zu dem Mädchen - sehr freundlich reagiert hatte.
"Benimm dich mal, du Saftsack!", brüllte der Typ und rempelte mich von der Seite an.
Mit einer Stimme wie Eis mischte sich da Alastair ein und allein seine Ausstrahlung ließ ihn nochmal um einen kopf größer wirken.
"Habt ihr ein Problem?" - mehr sagte er nicht.
Ich kicherte in mich hinein, als der sichtlich sehr stark betrunkene Rüpel nicht wusste, was er diesem düsteren Muskelpaket erwidern sollte. Vielleicht merkte man es mir zu sehr an, denn er verpasste mir einen halbherzigen Schlag mit der Faust auf den Oberarm und verzog sich dann wieder, um sein Mädchen in den Arm zu nehmen und etwas ungelenkt und alles andere als liebevoll oder leidenschaftlich abzuknutschen. Sie schien das aber weniger zu stören.
Wenn ich nicht auch so armselig enden wollte, sollte ich keine weiteren Getränke mit Alkohol zu mir nehmen.
"Was für Idioten ...", wandte ich mich Alastair zu und rieb mir den schmerzenden Arm. "Am besten ignoriert man solche Leute."
Ich seufzte.
"Danke, dass du ihn in die Flucht geschlagen hast. Ich glaube, gegen die Entschlossenheit eines alkoholisierten Gehirns hätte ich keine Chance gehabt."

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Fynn

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Re: summer hits ~ Alastair & Fynn

from Fynn on 04/30/2017 10:48 PM

Zu überrascht davon, wie der Typ reagierte, ließ ich es zu, dass er mir noch einen Cocktail bestellte. Ich würde das hemmungslose Trinken morgen bereuen, das wusste ich jetzt schon. Zum Glück vertrug ich doch so einiges, obwohl ich fast nie Alkohol trank - zumindest nicht arg zu viel.
Er benahm sich ganz und gar nicht, wie man es von jemanden, der so aussah wie er, erwartete.
"Kein Ding", meinte ich und winkte ab. "Danke für den Nachschub", bedankte ich mich dann ebenfalls.
Seltsam, dachte ich, dass er Sandra einfach so ignoriert. Sie hatte Stielaugen - und das musste man ihr echt lassen, sie hatte eine top Figur und ein sehr schönes, natürliches Gesicht.
Aber der Typ scherte sich gar nichts um sie, sondern sagte mir seinen Namen.
"Fynn", entgegnete ich knapp auf seine Frage und nickte ihm zu, bevor ich einen Schluck nahm.
Ich war mir noch nicht ganz klar darüber, ob ich es witzig, niedlich oder scheiße finden sollte, dass er mich konsequent mit Kleiner ansprach. Jaaa, ich war nicht der größte und stärkste, aber ein Zwerg war ich jetzt auch nicht und er außerdem nicht so mega viel größer als ich.
Das sagte ich ihm dann auch.
"Hey, also ein halber Kopf Unterschied macht mich noch zu keinem Zwerg." Wie er vorher, zwinkerte ich ihm zu.
Himmel, vielleicht vertug ich doch nicht so viel Alkohol, wie ich bis eben gedacht hatte. Jetzt lachte ich mir schon astreine Schlägertypen an - oder zumindest einen, der so aussah.
Hinter mir ertönte lautes, lallendes Lachen und jemand rammte mir seinen Ellenbogen in den Rücken, so dass ich nach vorne gedrückt wurde, wobei ich wieder mit Alastair zusammenstieß; den Drink verschüttete ich auf wundersameweise jedoch nicht.
"Könnt ihr bitte aufpassen?!", rief ich genervt über die Schulter und kassierte dafür finstere Blicke von echt hart besoffenen Mädchen und ihren Mackern.
Ich rollte mit den Augen und schüttelte verständnislos den Kopf.
"Tut mir Leid - nochmal. Heute ist wohl der Fynn-stolpert-über-alles-und-jeden-Tag ... mich hat's schon an der Türschwelle fast auf den Boden geworfen ... und da waren die Leute um mich rum noch gar nicht mal betrunken ..."
Ich lächelte Alastair an.
Fynn, was machst du?

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Reply Edited on 04/30/2017 10:51 PM.

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Re: summer hits ~ Alastair & Fynn

from Fynn on 04/30/2017 10:10 PM

Nahezu überaus freundlich rückte der Typ ein paar Millimeter zur Seite und ich drückte mich seitlich durch den Spalt an die Theke.
"Sorry", sagte ich nochmal, als ich dabei nicht drum rum kam, dass mein Oberkörper den seinen streifte. Es war einfach kein Platz. Alle wollten sich zusaufen. Welch Wunder.
"Oh Fynn, hier, dein Drink!", tönte Sandra und reichte mir das Glas. Ich nickte ihr dankend zu.
Mit verschränkten Armen an der Theke lehnend, drehte ich mich etwas zur Seite und betrachtete den Typ nochmal, der mir meinen Platz geklaut hatte. Er war groß, hatte kurze Haare, bisschen Bart und Muskeln vom Naken bis zu den Waden.
Sandra tippte ihn von hinten auf die Schulter und fragte ihn, wie er hieß.
Klar, dass die Mädchen auf ihn flogen. Er wirkte äußerst myteriös und unnahbar, der perfekte Badboy, dessen gutes Herz man entdecken und ans Licht bringen konnte.
Zugegeben, er sah nicht so schlecht aus.
"Hey, du", meinte ich zu ihm und wandte mich nun komplett in seine Richtung, machte dabei einen Schritt auf ihn zu und beugte mich vor - was sich nicht so leicht gestaltetete, da er etwas größer war als ich -  damit ich nicht allzu laut schreien musste.
"Für Grüße von Konrad kriegst du das Zeug umsonst."
Tja, das war wahrscheinlich das erste und letzte Mal gewesen, dass mich der Türsteher herein gelassen hatte.

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Re: summer hits ~ Alastair & Fynn

from Fynn on 04/30/2017 09:23 PM

[passt doch ;D]

"Bitte nochmal das gleiche", rief ich der jungen Dame hinter dem Thresen über die laute Musik hinweg zu. Lächelnd nahm sie das leere Glas und füllte nochml nach. Es war der dritte Cocktail auf der Karte, den ich probiert hatte und es schmeckte einigermaßen gut - auf jeden Fall besser als das andere Zeugs - also hatte ich mittlerweile schon drei davon ausgetrunken.
Der Türsteher war ein guter Freund von Tom, er hatte mich umsonst rein gelassen und gemeint, ich solle an jeder Bar "Grüße von Konrad" bestellen, dann würde ich die Getränke umsonst bekommen. Er hatte recht behalten.
Anfangs fand ich das ziemlich gut, aber jetzt war ich mir nicht so sicher, ob das so ne geniale Idee gewesen war.
"Warte, heb den Mal kurz auf, okay? Ich muss pinkeln ...", schrie ich dem Mädchen zu. Warte, hatte sie mir nicht ihren Namen verraten? Sonja? Sarah?
"Okay, Fynn!"
Sasha? Sa ... Sabine?
"Danke, Sa- ?"
"Sandra!"
"Ah, genau! Danke, Sandra!"
Ich drängte mich zwischen vollgeschwitze Körper durch zu einem Flur und steuerte die Toilette an. Erstaunilcherweise  - und ich war sehr dankbar dafür - war es hier äußert sauber.
Nachdem ich mir die Hände gewaschen hatte, ging ich zurück an die Bar.
Der nette Türsteher machte seinen Job echt gut, es war voll, aber nicht voll, man konnte also noch ganz gut von A nach B kommen und beim Tanzen sogar die Arme vom Körper lösen. Warum war ich eigentlich so selten hier? War doch toll.
Jap, für jemanden, der diese Art von Feiern gern mochte. Das tat ich nicht. Aber naja.
Ich wollte wieder an den Platz zurück, den ich mir schon ne Weile warm gehalten hatte, aber da stand plötzlich jemand. Schwarz in schwarz und fast nicht von der Theke zu unterscheiden.
"Hey, sorry, ich muss da kurz vorbei, meinen Drink entgegennehmen ..."

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summer hits ~ Alastair & Fynn [FSK 18 BEENDET]

from Fynn on 04/30/2017 08:31 PM

Alastair  &  Fynn

Alles beginnt an einem Sommerabend im Juni in einem Club in Muggel-London ...

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Reply Edited on 04/07/2018 11:49 AM.

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/28/2017 08:44 PM

Es war klar gewesen, dass Isaac den Gedanken von mir als Troll unheimlich erheiternd fand - zugegegben, es hätte mich durchaus interessiert, wie das wohl aussehen würde.
Für ihn hörte es sich auch nach dem Titel eines erfrischend anderen Kinderbuches an, denn er begann laut darüber nachzudenken, ob er sich mal an so etwas versuchen sollte. Ich konnte nicht ganz einschätzen, ob er das ernst meinte oder einfach weiter so dahin sponn ... Das Zeug dazu hätte er aber auf alle Fälle. Jedoch kannte ich nur die Arbeiten, die er während seiner herrlich verschrobenen Kreativtrips verfasst hatte - und mit dieser Wortwahl und den Stürmen von verzwickt-genialen Ausdrücken konnte ich ihn mir nicht als Autor der Zielgruppe Kinder vorstellen.
Aber versuchen konnte er es allemal.
"Wieso nicht? Probier es doch einfach mal. Es könnte bestimmt was gutes bei rum kommen." Ich würgte den letzten Schluck Kaffee hinunter und vertrieb den bitteren Geschmack mit einem Schluck - mittlerweile nur noch leicht warmer - flüssigen Schokolade.
Wacher hatte mich das Zeug nicht wirklich gemacht, dafür um ein paar Pfund ärmer und eine eklige Erfahrung reicher.
"Oder ... oder du erschaffst ein neues Genre! Bücher für kindische Erwachsene. Hörbücher werden dann mit Stücken von mir, pardon, Wanderer aufgepeppt!" Letzteres war natürlich ein Scherz. Isaac würde sich - auch rein hypotetisch - nicht mit unserer noch richtungslosen Musik begnügen - geschweige denn nur mit mir, einem durchschnittlichen Sänger, der mal über die Gitarre schrammte oder am Klavier klimperte und während Kreativitätsblockaden den leidenden Künstler gab.

Mein Lachanfall, als er mit "Existenzkrise" kam, schaffte es sogar, mich vom Gähnen abzulenken. Er hatte schon die schrulligsten Einfälle - aber das hieß auch, dass man sich immer sehr gut mit ihm unterhalten konnte.
"Stimmt, da hast du recht, ich viel zu ... unbunt." Meine Freunde dagegen hatte schon damit begonnen, sich selbst zu dekorieren. Nicht, dass ich das verurteilte, im Gegenteil, ich fand das cool und es stand ihnen auch. Aber ich hätte erstens ein Problem bei der Auswahl der Motive, zweitens bei der AUswahl des Körperteils, das es auf ewig schmücken sollte und drittens, ob ich es wirklich so wollte.
"Aber vielleicht könnte man ja vor dem nächsten großen Auftrittein bisschen ... tricksen - so mit Magie."
Ich hatte keine Ahnung, ob das überhaupt möglich war, aber ich stellte es mir recht praktisch vor, jede Show andere Zeichen auf der Haut zu haben, die danach wieder verschwanden.
"Die Kerle sorgen dafür, dass alles benötigte vorhanden ist, also bringe logischerweise ich die Decke", meinte ich und grinste Isaac an.
"Hmmmm", machte ich, "Also Alkohol habe ich noch nicht probiert ... vielleicht ist es diesem Mal an der Zeit. Hast du heute Zeit? Dann könnten wir statt der Pilze im Wald uns in meinem gemütlich unordentlichen Zimmer an Alkhol laben."
So wie sich das anhörte, konnte Isaac gut etwas Ablenkung uns Entspannung gebrauchen. Einerseits stellte ich es mir toll vor, Student zu sein, aber Stress hatte man selbst dann. Eigentlich hatte man immer und überall Stress. Ich seufzte.

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Reply Edited on 04/28/2017 08:47 PM.

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/22/2017 08:32 PM

"Das würde dir so passen, wenn ich dich an mir rumzaubern lasse - da werde ich am Ende wahrscheinlich selbst ein adipöser Troll sein. Da Vertraue ich lieber in die guten Absichten meiner liebsten Schwester."
Kurz fragte ich mich, ob ich nicht etwas zu ironisch geantwortet hatte, auch wenn das bei Isaac fast nicht möglich war. Er, der König der Worte, der Sarkasmus jeden Tag zum Frühstück einnahm, war so schnel nicht beeindruckt - schon gar nicht von mir.
Trotzdem meinte fügte ich dann noch hinzu: "Auch wenn ich nicht daran zweifle, dass du ein hervorrangender Zauberer bist!"
Und natürlich wusste ich, dass er übertrieb, aber als er meine Augenringe ansprach, befürchtete ich, wirklich so schlimm auszusehen ... Naja, und wenn schon. Mein höchstes Ziel für heute war, den Tag in einem wachen Zustand über mich zu bringen - oder zumindest so etwas ähnlichem. Irgendjemanden aufreißen konnte ich mit meinem Zombihiern sowieso nicht, abgesehen davon war ich dafür überhaupt nicht der Typ.
"Vielleicht lieber auf den Arm, mein Gesicht scheint ja schon entstellt genug zu sein", erwiderte ich, "Hey, wir könnten uns das ja als Freundschaftstattoo machen lassen!" Ich grinste.
Als Schreiberling konnte er gut nachvollziehen, wie es mir ging. Er gab es zwar nicht wirklich gerne zu, aber auch dem genialen Wortdompteur Isaac blockierten manchmal unberechenbare Mächte den Kopf - da konnte er auch mit seiner Zauberrei nichts dagegen unternehmen.
Ich hörte ihm aufmerksam zu und versuchte dabei, nicht jede Sekunde von neuem zu gähnen anzufangen, trank mit etwas Überwindung weitere kleine Schlucke Kaffe.
Als er anfing, die Idden zur Beseitigung meiner Blockade aufzulisten, schaffte ich es gerade so, den Kaffe nicht in sein Gesicht zu spucken. Dafür verschluckte ich mich und mein Lachen würde zu einem erstickt klingenden Hüsteln.
"Tolle Idee!", entgegnete ich übertrieben euphorisch, "Zuerst kuscheln wir uns unter eine Decke und bestaunen den Sonnenuntergang, dann zünden wir im Wald das Feuer der Musen und tanzen in den Dämpfen der rauchenden Pilze!"
Auf seinen letzten Vorschlag, der natürlich ebenso wenig ernst gemeint war wie alles andere, ging ich nicht ein, überging ihn still und leise. Wie gesagt, bei dem Thema war ich empfindlich. Nur mit Tor und Molly sprach ich wirklich mal darüber, wenn es mir wieder schwer auf der Brust lag. Keine Ahnung wieso, aber mit ihnen ging das, mit Tom oder irgendwem anders gar nicht. Aber das brauchte es auch nicht. Bei den Mädels wusste ich, dass sie mich ernst nahemn und verstanden, warum sollte ich da etwas riskieren? Auch wenn ich mir manchmal wünschte, mich mit einem anderen Kerl auszutauschen, aber naja ...
Und aus welchen Grund auch immer musste ich bei Isaacs Kommentar plötzlich an Jean denken, ihr roter Lockenkopf tauchte einfach zwischen den Noten auf und ihre fröhlich blitzenden Augen lachten mich an. Wir hatten erst gestern noch geschrieben ...
Unbewusst schüttelte ich den Kopf, als würde sie das vertreiben ... einfach das Gespräch weiterführen, dachte ich mir und nahm einen großen Schluck Kaffee. Wie konnte man dieses Gebräu nur gern trinken???
"So weit lasse würde ich es bei dir niemals kommen lassen - da kommst schon bitte zu mir, da hast du wenigsten einen Grund zu weinen - ich habe es geschafft in wenigen Wochen meine Wohnung wieder zu verunstalten ..."
Es war mir wirklich ein Rätsel, wie andere es schafften, so ordentlich zu sein.
"Aber jetzt mal zu dir. Wie läufts so mit deinen Artikeln? Und mit dem Studium?" Im Grunde hatten wir einen ähnlichen Wunsch für die Zukunft - mit Kunst Geld verdienen, nur dass bei Isaac die Wahrscheinlichkeit, dass es auch wirklich klappte, etwas größer war.

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/18/2017 05:34 PM

Warum hatte ich eigentlich nachgefragt? Ich hätte mir denken können, dass so etwas kam. Da er dabei aber jedes Mal einen unauffällig beiläufigen Ton anschlug, war man niemals darauf vorbereitet und ich prustete lauthals los. Zum Glück hatte ich den Mund nicht voller heißer Schokolade - die wäre jetzt nämlich auf Isaac gelandet und hätte seinem T-Shirt ein neues Design verpasst.
"Dass ich jetzt kein super angesagtes Model mit dem tollsten Körper bin, war mir klar - aber dass es so schlimm ist ...?", entgegnete ich ihm immer noch lachend, weshalb es mir komplett missglückte, gespielt beleidigt zu klingen und die Schnute eher zu einem missratenen Grinsen mutierte.
"Ich sollte mal Ems* fragen, ob sie mich nicht für dich hübsch zaubern kann!"
Isaac hatte eine spezielle Art, mit der sicher nicht jeder umgehen konnte - selbst ich hatte mich ja nicht immer so gut ihm ihm verstanden. Tor und Molly fanden ihn ganz süß - natürlich nur rein objektiv gesehen, als gäbe es ein Gesetz, das es verbot, dass Lesben auch mal Männer attraktiv finden konnten - und Tom hielt sich geschickt aus dieser "Ich-bewerte-deine-anderen-Freunde"-Sache raus.
"Uagh, hör bloß auf ...", seufzte ich und gähnte auch gleich nochmal los, als er nach letzter Nacht fragte. Ich war ihm dankbar, dass er keinen spitzen Kommentar abgegeben hatte, der auf Groupis oder der gleichen anspielte, bei dem Thema war ich emfpindlich. Erwartungsvoll warf ich einen Blick Richtugng Theke, in der Hoffnung die Kellnerin würde mir schon mit meinem Kaffee entgegen kommen. Ich benötigte dringend etwas, das mich wach hielt. Aber noch ließ sie auf sich warten.
"Du kennst das doch sicher, wenn man abends noch einen unglaublich genialen Einfall hat. Nur ich hab das Gefühl, dass mich das Universum mit Absicht quält ... ich habe keine Einfälle, mir wird ein Schnipsel von irgendeinem perfekten Stück ins Hirn gepflanzt und ich darf mich dann damit rumärgern, weil ich auch automatisch die Aufgabe habe, es wieder zu vervollständigen. Das ist wie ein Parasit, der", ich tippte mir mit dem Zeigefinger gegen die Schläfe und blickte Isaac mit großen Augen an, "der hier oben sitzt und mich aussaugt!"
Die meiste Zeit liebte ich meine Muse - wer sie auch sein mochte - dafür, dass sie mir so manchmal so tolle Sachen schenkte, es waren schon zwei, drei richtig tolle Songs bei rausgekommen, die auch beim Publikum ankamen, ich hatte ungefähr zehn verschiedene Schnipsel unterschiedlicher Länge für Klavierstücke - aber wenn sie mir so erbarmungslose und gemeine Melodien vor die Füße warf, fragte ich mich, warum ich nicht einfach nur ein ausgezeichneter Sänger hätte sein können.
Unser Kaffe wurde serviert und ich somit aus meinem Selbstmitleid gerissen. Dankbar verrührte ich den Zucker und schlürfte zwei Löffelchen. Sofort verzog ich bei dem bitteren Nachgeschmack das Gesicht, aber da musste ich jetzt durch. Kaffee mochte ich noch weniger als Tee, aber so kurz vor dem Koma sah ich darüber hinweg.
"Oh, nein, haha", gluckste ich, "Bis jetzt ist es nur ein paar Sekunden Musik. Mehr nicht." Ich nippte an der Tasse und verbrannte mir sogleich auch die Zunge.
"Aber mehr als genug, um mich in den Wahnsinn zu treiben ...", brummelte ich.
"Ich hab noch gar keine Ahnung, in welche Richtung das geht ... Du könntest mit deiner Vermutung gar nicht so falsch liegen, aber bis jetzt ist es zu wenig, um irgendwas zu sagen. Es ist so ... so -" Mit den Händen gestikulierend suchte ich nach Worten, um das auszudrücken, was die Melodie in mir auslöste, was gar nicht so leicht war. Ich entschied mich kurzerhand, es ihm vorzupfeifen.
"Ich finde, es klingt schon hier durch, dass es etwas ... majestätisch ist. Und elegant. Schwungvoll. Oder so ... Ich glaube, dass es eher ein Klavierstück wird, aber da muss ich mal die anderen fragen. Vielleicht, wenn ich mehr habe und auch Text kommen sollte ... Tom wird dann wissen, ob er es singen kann oder nicht."
Etwas überrascht war ich, dass er am Wochenende zu unserem Auftritt kommen wollte; natürlich freute es mich auch. Nicht, dass ich ständig und von allen Anerkennung suchte für das, was ich tat ... aber es war schön, von Freunden unterstützt zu werden. Vor allem jetzt, da wir ja wirklich versuchten, mit "Wanderer" bekannter zu werden, vielleicht sogar einen Vertrag zu bekommen. Irgendwie.
"Du weißt aber schon, dass du dich nicht bei mir einschleimen brauchst - ich würde mich auch aus Mitgefühl hin und wieder mit dir treffen."
Ich grinste und war ein kleines bisschen stolz, dass ich auch mal frech sein konnte - wenn auch meine Sprüche nicht halb so genial waren, wie Isaacs.


____

*Emma ist Fynns Schwester
{oh hups, ist bisschen lang geworden xD}

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Reply Edited on 04/18/2017 05:41 PM.

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Re: Picadilly Circus

from Fynn on 04/18/2017 01:44 AM

Ständig hatte ich diese kurze Melodie in den Ohren, sie ließ mich seit gestern Abend nicht mehr los, hatte mich sogar um mehrere Stunden schlaf gebracht. Ich hatte sie natürlich iregndwann zwischen ein und drei Uhr nachts aufgeschrieben, aber das hatte nichts daran geändert, dass mein Kopf sie auf Dauerschleife gestellt hatte. Immer der selbe kurze Abschnitt. Mehr als einmal hatte ich mich im Schein der Nachttischlampe ans Klavier gesetzt und sie gespielt. Aber es war, als ob ich nichts anderes anderes wusste, als einzig und allein diese paar Noten, alles andere auf der Welt war vergessen. Es klang, als hätte jemand die Melodie mitten aus einem schönen Stück herausgerissen und in meinen Kopf gesteckt. Der Anfang und das Ende fehlten und egal wie oft ich sie summte oder spielte, es wollte einfach nicht zurück kommen. Und so quälte mich wie noch nie zuvor meine eigene Muse mit einem unvollendeten Stück. Nicht einmal ein Text kam mir dazu in den Sinn. Nur dieses schreckliche Gefühl von Unvollkommenheit begleitete es.
Das Papier, auf das ich mit müden Fingern die Noten gekritzelt hatte, lag zerknittert neben meiner Tasse auf dem Tisch; ich hatte es bestimmt schon hundert mal in die Hand genommen und wieder weggelegt, gefaltet in die Hosentasche geschoben und wieder raus gezogen, im Rucksack verstaut, in der U-Bahn herausgenommen ...
Mit seiner schwungvollen Ankunft riss mich Isaac aus meinen Grübeleien, denen ich bei meiner Tasse heißer Schokolade nachgehangen war.
Geräuschvoll setzte er sich mir gegenüber hin und begann sich für seine Verspätung zu entschuldigen.
Bevor ich ihm überhaupt Hallo sagen konnte, musste ich ausgiebig gähnen. Ich hätte heute ausnahmsweise vielleicht lieber doch einen Kaffee nehemen sollen, dachte ich mir.
Als er dann anfing, von Verschwörungen und den bösen Touristen zu erzählen, lachte ich belustigt auf.
"Na klar, die haben sich alle vorgenommen, den armen Zaubererjungen Isaac zu ärgern, um beim Städteurlaub wenigstens etwas zu Lachen zu haben. Aber komm schon, so schlimm sind die Touristen jetzt auch nicht ..."
Zugegeben, er hatte das sehr amüsant erzählt, aber er verpackte seinen Humor nicht selten in bissige und grobe Worte. Ich wusste, dass er nicht alles so meinte, wie er es ausdrückte, aber ich versuchte trotzdem jedes Mal etwas Wind aus seinen Segeln zu nehmen.
Seine weiteren Ausführungen wurden von der Kellnerin unterbrochen, die gekommen war, um seine Bestellung aufzunehmen; ich gähnte erneut, gleich zweimal hintereinander. Ich glaube, hätte ich mir nicht den Kopf nach unten gesenkt die Hand vorgehalten, hätte die junge Dame bis in meinen Magen blicken können.
"Für mich bitte auch einen Kaffee, mit Zucker", fügte ich noch hinzu, bevor sie wieder verschwand. Ich fürchtete, ohne würde ich bald mitten im Gespräch einschlafen.
"Wie war das? Auch wenn ich was?", hakte ich bei Isaac nach, um ihn dazu zu bringen, das auszusprechen, was er eben noch hatte sagen wollen.

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Re: Costa Coffee

from Fynn on 04/13/2017 06:49 PM

[Ich hoffe, der Thread ist frei]

----> Cut von Trafalgar Square || Jean & Fynn || St Patrick's Day

 

"Ja, bin ich. Aber bisher bereue ich keine Sekunde, dass ich mich dazu entschieden habe. Es macht unglaublich viel Spaß, so viel Zeit wie möglich mit meinen Freunden zu verbringen und Musik zu machen." Ich hielt mich nah an Jean und folgte ihr zu einem Tisch, an den wir uns dann setzten. Endlich konnte ich den schweren Koffer abstellen und meine Schulter entlasten. "Schön ist es hier", sagte ich, während ich mich umblickte. Es war nichts besonderes, aber irgendwie schien genau das den Charme des Cafés auszumachen. "Wir nenen uns Wanderer. Aber ich finde, das klingt noch nicht ganz rund. Naja, daran arbeiten wir gerade. So etwas wichtiges wie der Name sollte ja schon feststehen, wenn man irgendwann von der Musik leben möchte." Unser Traum, war es nicht, irgendwann Superstars zu sein und in Goldbetten zu schlafen, wir wollten die Musik einfach nur zu unserem Beruf machen. Ich griff nach der Karte, die auf dem Tisch lag und reichte sie Jean. "Hier bitte, such dir aus, was du möchtest." Ich würde mich wahrscheinlich wieder an die heiße Schokolade halten und villeicht gab es hier ja guten Kuchen oder sogar Eis. Aber was das anging, war ich flexibel - solange es kein Tee war. Alles, nur das nicht. Als Engländer keinen Tee zu mögen, das war schon ein schweres Los, aber was sollte man machen? Während Jean durch die Karte blätterte, rückte ich etwas näher an sie heran, um auch schon mal ein bisschen zu sehen, was so angeboten wurde. Dabei fiel mir enreut auf, dass sie doch noch recht jung aussah; ihre Selbsbewusste Art verbarg das ziemlich gut. "Was machst du so? Gehst du noch zu Schule?", fragte ich um ein wenig mehr über sie in Erfahrung zu bringen.

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Reply Edited on 04/18/2017 12:43 AM.
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