Sitzecke vor den Fenstern

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Allyson
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Allyson on 04/30/2016 08:17 PM

Überrascht wendete ich den Kopf und schaute auf. Ein dunkelhaariger Junge mit einem Buch stand vor mir. Sein Name war glaube ich Silas,war in der EiR. 
Ich überlegte, unund entschied mich vorerst, zu spielen.
"Darf ich keine gute Laune haben? Vielleicht hatte ich ja gerade ein wundervolles Erlebnis?", spielte ich auf meinen Ruf an und grinste anzüglich. Es war immerhin ein offenes Geheimnis, was ich tat. Aber heute war das natürlich nicht der Grund meiner guten Laune. 

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Silas
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Silas on 04/30/2016 09:40 PM

Sie schien überrascht. Na ja, ich war auch sehr leise gewesen, als ich hereingekommen war. Die Tatsache, dass sie nicht gleich antwortete, machte mich ein wenig misstrauisch. Aber gut. Ich wusste ja, worauf ich mich eingelassen hatte, als ich sie angesprochen hatte.
Ich hob ganz leicht eine Augenbraue, als ich ihre Antwort hörte. Ich wusste in etwa, was sie für einen Ruf hatte. Und was ich da wusste, reichte mir schon, um zu verstehen. „Das meinte ich nicht. Es ist nur kein sonderlich gutes Zeichen, wenn jemand wie du so gute Laune hat. Weil dir ja sicher zu einem großen Teil nur Dinge gute Laune machen, die anderen Schmerzen oder ähnliches bereiten. Und ich glaube dir nicht, dass dich etwas anderes fröhlich gestimmt hat", sagte ich. Meine Stimme blieb dabei weiterhin kühl. Auf dieses anzügliche Grinsen könnte sie auch durchaus verzichten.

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Allyson
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Allyson on 05/01/2016 01:06 PM

Mein Grinsen verblasste etwas, blieb aber bestehen. 
"Du weißt gar nichts von mir, Silas", erwiderte ich in demselben kühlen Ton wie er.
"Schmerzen anderer bereiten mir keine Freude. Nur, wenn es verdient ist." Und nicht einmal dann war es schön.
"Zu deiner Frage, ich hab jemanden im See versenkt. Keine Sorge, der Kraken dürfte ihn schon wieder rausgeholt haben, wenn er nicht zu blöd zum schwimmen war. Bestimmt kanntest du ihn, war einer eurer Hippies."
Mir gefiel es, ihm diesen Fakt unter die Nase zu reiben. Die PoB und EiR verstanden sich nicht sonderlich gut, und das war wieder einmal ein Beweis dafür.
"Er sah dir übrigens nicht ganz unähnlich. Auch dunkles Haar, aber schmaler gebaut und helle Augen", fügte ich hinzu und zog ein Bein an meine Brust, während ich ihn genauestens beobachtete.  

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Silas
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Silas on 05/02/2016 09:22 PM

Schrumpfte ihr Grinsen oder bildete ich mir das nur ein? Ich wusste es nicht, dennoch freute es mich ein wenig, dass ich zumindest ein kleines bisschen getroffen hatte. Ihre Worte bestätigten diesen Verdacht. Ich war nicht sonderlich überrascht, dass sie meinen Namen kannte. Auch wenn ich mich eher nicht in den Köpfen von Schülern wie ihr festsetzte.
„Mag sein, aber ich denke, ich weiß genug", sagte ich nur. Sie hatte ja recht, ich wusste nichts über sie. Nur ein paar allgemeine Dinge, aber ich glaubte, dass mein Wissen über sie reichte, um zu einigen Schlüssen zu kommen.
„Kommt das für jemanden wie dich nicht auf dasselbe raus? Du kannst doch immer sagen, dass etwas verdient war und nicht falsch." Das war doch reine Willkür. Allerdings immer. Jeder konnte es so handhaben. Aber ich würde sagen, dass sie das eher tun würde.
Ich hob überrascht die Augenbrauen, als ich eine Antwort auf meine Frage bekam. Das klang unschön und irgendwie genau wie etwas, das ich hätte erwarten können. Aber eigentlich war ich nicht so, dass ich von allen das schlimmste dachte. „Wir sind keine Hippies", sagte ich zunächst nur, bevor ich einige Zeit schwieg. Nach einer Weile hob ich dann wieder das Wort. „Und warum? Was hat er dir getan?", wollte ich wissen. Vermutlich hatte seine Anwesenheit gereicht.
„Ah ja?" Mir fiel gerade niemand ein, der mir aus der EiR ähnlich sehen könnte. Schließlich hatte sie doch recht viele Mitglieder.

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Allyson
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Allyson on 05/03/2016 08:22 PM

Ich hob nur unbeeindruckt eine Augenbraue. 
"Wenn du mehr wissen willst, musst du es nur sagen", schnurrte ich. Er würde genau wissen, was gemeint war. Und wenn noch kaum jemand von mir wusste, die Hälfte der Schule kannte mich zumindest vom Hören. Ich musste mein Gebiet ausweiten.
"Das kannst du genauso. In deinen oder meinen Augen, es kommt auf den Standpunkt an. Wir können urteilen, aber ob es richtig ist, liegt nicht bei uns", entgegnete ich wieder in einem normalen Ton. Wow, wie hochtrabend. Mum wäre stolz auf mich. Ha. 
Ich zuckte mit den Schultern. "In meinen Augen schon."
In seiner langen Pause schlich sich erneut ein triumphierendes Grinsen auf meine Lippen, aber ich sagte nichts, wartete nur. 
"Was er getan hat? Mir meine Art wie ich bin vorgeworfen." Das war sogar nicht so schlimm gewesen, auch wenn es an meinem Stolz gekratzt hatte. "Und mich dann mit eurem Mist über Gleichbehandlung der Schlammblüter zugelabert. Da kam mir das kalte Kotzen." 
 

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Silas
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Silas on 05/03/2016 11:12 PM

Ich schüttelte nur langsam den Kopf. „Nein, das will ich nicht." Mehr sagte ich nicht dazu. Aber mit ihrem kindischen Spiel erreichte sie bei mir nichts. Und davon, was ich in ihren Worten zu hören glaubte, wollte ich erst recht nicht wissen. Damit wollte ich einfach nichts zu tun haben. Ich urteilte nicht über die Dinge, die sie tat, aber ich fand es auch nicht wirklich toll.
„Natürlich hast du da recht", sagte ich ihr zu. „Allerdings versuchen die meisten, sich in ihren Ansichten was verdient oder nicht verdient angeht, so gut wie möglich an bestehenden Regeln und Werten zu orientieren. Bei dir und bei anderen, die dir ähnlich sind, kommt es eher öfter dazu, dass man das Ganze eben verbiegt, wie man es gerade braucht." Sicher könnte ich das auch einfach tun, aber ich versuchte es so gut wie möglich zu vermeiden, weil ich es nicht für richtig hielt. Das war der Unterschied. Gut, dann war ich in ihren Augen eben ein Hippie. Das war mir aber ganz egal. Ich war eben dafür, dass jeder gleiches Recht hatte. Was brachte eine Welt, in der es nicht so war?
Und dann lächelte sie schon wieder. Das beunruhigte mich ein klein wenig. Also nicht wirklich, aber es war auch nicht sehr schön. Schließlich versuchte ich ja doch irgendwie, ihr eben dieses Lächeln aus dem Gesicht zu wischen.
Ich seufzte, als ich dann eine Antwort bekam. „Nimm's mir nicht übel und ich will auch gar nicht über dich urteilen und dich verurteilen – auch wenn dir das vermutlich vollkommen egal wäre –, aber die Art, wie du bist, ist wirklich nicht unbedingt sehr schön für alle anderen", meinte ich und schwieg dann einige Zeit. Und natürlich hatte es sie nicht gerade gefreut, dass er sie mit diesen Gleichbehandlungs-Dingen bequatscht hatte. Man musste die Momente, in denen man sich solche Dinge erlauben konnte, gut abwägen. „Und dir ist nichts anderes eingefallen? Etwas Kreativeres? Zum Beispiel einfach zu gehen oder so..." Vielleicht war es keine so gute Idee, sie unkreativ zu nennen, aber vermutlich würde es sie gleichzeitig freuen, dass ich ihren Einsatz für ihre eigene Sache nicht schlecht gemacht hatte. Das würde ohnehin nichts bringen und so eine Diskussion würde sie wohl sicher auch noch freuen.

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Allyson
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Allyson on 05/04/2016 05:21 PM

Ich zuckte mit den Schultern. "Dann nicht. Aber dir entgeht was." 
Und zwar richtig. Die Jungs waren bisher noch nie enttäuscht gewesen.
"Wozu hat man denn die Gabe, etwas zu verbiegen, wenn man sie nicht nutzt? Ich denke, auf diese Weise ist es am einfachsten." Wow, langsam ging dieses Gespräch in seine sehr philosophische Richtung. Unerwartet.
"Meinst du?", fragte ich und hob eine Augenbraue. Er hatte recht, es interessierte mich herzlich wenig, aber er war einer der ersten, die mir das offen ins Gesicht sagten.
"Damit bist du offiziell der Erste, der mir das ins Gesicht sagt, ohne gleich rumzuschreien", bemerkte ich. Vielleicht half ihm das ja ein wenig, denn so ruhig wie er blieb hatte er entweder was eingeworfen - was mich bei den Hippies nicht wundern würde - oder er war einfach schüchtern und kam jetzt aus sich heraus.
Ich legte den Kopf schief. "War der See nicht kreativ genug? Hätte ich vielleicht einen Zauber anwenden sollen, der ihn in ein grosses flauschiges Kaninchen verwandelt? Dann wäre zumindest ruhig gewesen." Weggehen kam als Option für mich nicht in Frage. Ich war eine Slytherin und hatte meinen Stolz, das müsste grade er doch auch wissen. 

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Silas
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Silas on 05/05/2016 10:55 PM

„Hm, ich denke nicht." Es wusste aber eigentlich niemand, dass ich nicht auf Frauen stand. Und das war auch ganz gut so. Alle, die es wissen sollten, wussten es. Das reichte vollkommen aus.
„Manchmal sollte man aber einfach nicht den einfachsten Weg gehen", sagte ich nur und hatte zu diesem Thema jetzt genug philosophiert. Ich wollte nicht weiter darüber sprechen. Das war doch eh nur eine Sackgasse.
„Ja, meine ich." Und ich wusste, dass ich recht hatte. Es interessierte sie nicht. Leute wie sie interessierte es nun einmal einfach nicht, was andere über die dachten und was für einen Mist sie anstellten. „Und was soll das jetzt heißen?!" Ich war etwas verwirrt. Wollte sie mich damit jetzt zum Rumschreien bewegen oder sollte das ein Kompliment sein? Da ich zweites für ziemlichen Blödsinn hielt, würde ich zu ersterem tendieren. Aber wieso? Hatte sie es denn so gern, wenn sie andere zur Weißglut trieb? „Nein, das meinte ich nicht", widersprach ich ihr ruhig. „Die beste Lösung für solche Dinge ist es, einfach wegzugehen und so zu tun, als würde man nichts hören. Damit trifft man andere viel eher, als wenn man sie verflucht oder irgendwelchen anderen Mist tut." Aber natürlich konnte man solche Sachen nicht einfach stehen lassen, ohne dabei keinen Mist zu bauen. Slytherins waren einfach kindisch was solche Sachen anging. Von wegen die Ehre verteidigen und so. Wie war ich nur in dieses Haus geraten?!

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Allyson
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Allyson on 05/09/2016 03:47 PM

Amüsiert sah ich ihn an. "Na schön." 
Dieser Philosophie-Kram war echt interessant, aber dann erinnerte ich mich wieder, dass er ja in der EiR war und ich ihn nicht mochte.
"Soll heißen, dass anderen immer der Kragen platzt, wenn sie mir sagen, dass sie nicht mit mir klarkommen. Wut schlägt dann immer über und sie schreien mich an", erklärte ich ruhig. Was war daran bitte nicht zu verstehen? Aber gut, wenn er einer von der langsamen Sorte war. 
Ich verzog verächtlich meinen Mund. "Schwanz einziehen ist nicht so meins. Wenn man nicht die Stirn bietet, ist das einfach nur feige."
Weggehen. Wieso war der Kerl gleich nochmal in Slytherin?
"Außerdem lässt mein Temperament das nicht zu. Es hat auch eine gewisse Befriedigung." 

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Silas
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Re: Sitzecke vor den Fenstern

from Silas on 05/14/2016 01:05 AM

Ja, manche besaßen bei solche Dingen keine Selbstbeherrschung. Wenn sie jemandem sagen wollten, dass sie mit ihm nicht klarkamen, platzten sie eben und schrien. Ich tat das nicht. In meinen Augen war das verschwendete Energie. Man konnte jemandem auch leise verklickern, dass man ihn nicht mochte oder einfach mit der Art nicht zurechtkam. Sicher, man wollte diesem Jemand dann wehtun, indem man laut wurde, aber ich wollte so jemandem auch nicht einmal wehtun. Das schaffte man eh nicht. Und als ob es sie kümmern würde, wenn ich ihr sagte, dass ich mit ihr nicht zurechtkam. Und außerdem war das ja auch noch gar nicht gesagt. Bisher verlief das Ganze ja eher neutral. Sie hatte zwar so einen Charakter, den ich absolut nicht abkonnte, aber bisher störte mich das noch nicht weltbewegend.
„Oder der klügere Weg...aber vermutlich hat es einen Grund, dass du nicht in Ravenclaw gelandet bist", sagte ich und zuckte mit den Schultern. Für alle, die es nicht mitbekommen hatten: Ich hatte sie gerade dumm genannt. Aber Slytherins, die wie sie an vollkommen veralteten Ideologien festhalten wollten, waren eben dumm und meinten, immer ihren Ruf verteidigen zu müssen und ihre Macht demonstrieren zu müssen. Sie nahmen nicht einfach mal den Weg, der weniger Ärger bedeuten würde.
Und, ach ja, ihr Temperament. Da hatte sie tatsächlich ein sehr besonderes, wie ich das mitbekommen hatte. Trotzdem konnte man auch einfach nichts tun und friedlich bleiben. „Befriedigung von was? Befriedigt es deinen Machthunger, wenn du andere wieder verletzen kannst und zeigen kannst, wie toll und achso toll du bist?" Gut, langsam kam doch etwas Wut hoch. Ich verstand sie einfach nicht und irgendwie wollte ich das auch nicht, aber das störte mich gleichzeitig so sehr, dass es mich schon wütend machte. Ich konnte nur hoffen, dass sie es nicht so sehr mitbekam - ich wollte ihr auch eine solche Genugtuung, dass sie auch mich reizte, wo ich doch sonst sehr ruhig und zurückhaltend war, nicht geben.

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