Leeres Klassenzimmer

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Jace

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  Knallrümpfiger Kröter

Ravenclaw Abgeschlossen Duellierclub Halbblut Hogwarts Glanmore Universität in Hogwarts Okklumentik Geheim Nonverbales Zaubern Badboy Das Dritte Auge Privatunterricht Anti-Offenbarung

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Re: Leeres Klassenzimmer

from Jace on 11/21/2015 03:01 PM

Also keine Glaskugeln? Wenigstens nicht komplett durchgeknallt, aber immernoch zu viel, als das ich es gut finden würde. Man konnte nicht in die Zukunft sehen. Nein das war einfach unlogisch, das waren Einbildungen, Wahnvorstellungen. Mehr nicht. 
"Woher soll ich das wissen? Ich sehe in meinen Träumen Leute sterben, glauben Sie da ernsthaft ich grabe weiter nach, ob die wirklich sterben? Ich bin froh, wenn ich diese Bilder loswerde", meinte ich. Mit all dem wollte ich einfach nichts zu tun haben, das war einfach nur alles Schwachsinn, mehr nicht. Aber irgendwie brachte es mich zum nachdenken. Es waren nicht nur die Träume. "Manchmal zeichne ich Sachen, ohne dass ich es will. Ich achte einfach nicht drauf und dann ist da plötzlich was auf dem Blatt. Ein Gesicht das ich noch nie gesehen habe oder auch diese Brücke." Ich schüttelte den Kopf. Nein, ich hatte nur viel Fantasie, das ist einfach nur Einbildungen und wegen dem Typ sollte ich nicht anfangen irgendetwas anderes zu denken.

Verzweifelt sah ich ihn wieder an, wie er total zusammengekauert auf dem Boden saß. 
Er hatte Recht das durfte nicht sein, auch wenn ich wohl viel zu wenig von dem Ganzen verstand.
Vorsichtig nahm ich die Hände weg damit er mich hören konnte und nicht total durchdrehte. Vielleicht würde reden ja helfen, ich wusste doch auch nicht.
"Beruhig dich, tief Luft holen und atmen", sagte ich leise und ziemlich verzweifelt. Luft holen, toller Tipp. Ich schlug mir innerlich vor die Stirn. Warum interessierte es mich überhaupt, dass er sich beruhigen sollte? Weil er dein Vater ist.  

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Gandolf
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Re: Leeres Klassenzimmer

from Gandolf on 11/21/2015 03:47 PM

"London Bridge is falling down", sagte ich leise. Verdammt, er hatte sie, er hatte die Gabe. Am 25. würde etwas passieren, soweit hätte ich das bis jetzt schon herausgefunden. Die Zahlen, die ich in meinen Schal gestrickt hatte, die da auf dem lehrertisch durch die umgeworfenen Gläser entstanden waren... Das war ein Datum. Und ich war mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht war, aber das Mal? Bedeutete das, dass etwas schreckliches passieren würde oder bestand da kein Zusammenhang?
Aber vielleicht konnten wir beide, als... Nun ja vielleicht nicht als Vater und Sohn oder gar etwas wie Freunde - da war ich sicher, dass er das nicht wollte - aber vielleicht Verbündete.

All dieser Schrecken, als dieses leid, das mit diesem Zeichen da am Himmel verbunden war... Ich erinnerte mich an alles! Wer auch immer das getan hatte, es müsste jemand ohne herz sein, ohne jeglichen Skrupel, ein grausamer Mensch! Vielleicht wollte ich gar nicht wissen, wer es war.
Ich merkte einen sanften Griff um meine Hände, die von den Ohren weggezogen wurden. Irritiert sah ich Jace. Er sprach mit mir, ich konnte sehen, wie sich seine Lippen bewegten, aber ich hörte nur dumpf und verstand die Worte nicht.
Aber er sah besorgt aus. Langsam Verstand ich wieder deutlicher, er sagte etwas von atmen. Atmen? Ich atmete doch. Oder nicht? Erst jetzt merkte ich, dass ich es nicht tat, mein Herz raste vor Angst. Ich atmete ein, merkte wie ich langsam begann, wieder denken zu können.
"Wer...", krächzte ich. "Wer war es? War ER es?" Nein, ER war tot! Umgebracht von Harry Potter. Aber, wer war es dann?
"Ich... Du hast nicht zufällig eine Zigarette?", fragte ich, immer noch vollkommen aufgelöst. Eigentlich rauchte ich nicht. Und wenn dann was anderes. Aber das hier... Das war ein fall für sich.

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Jace

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  Knallrümpfiger Kröter

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Re: Leeres Klassenzimmer

from Jace on 11/21/2015 08:44 PM

Also so lief das jetzt ab? Ich erzählte ihm etwas und er redete nur noch mehr wirres Zeugs? Warum hatte ich ihm überhauptwas gesagt, es brachte doch sowieso nichts. 
"Was?", fragte ich also dann doch, weil ich schon wissen wollte, was dieses Gerede zu bedeuten hatte. "Was soll das jetzt bedeuten? Wenn ich hier rede tuen Sie das auch." Stur verschränkte ich die Arme und sah ihn abwartend ab. Eine Erklärung wäre schon mal ganz gut, auch wenn sie von einem Verrückten kam.

Erleichtert stellte ich fest, dass er auf mich hörte und nicht jeden Moment wegen zuwenig Luft umkippte, vielleicht brachte reden ja wirklich was. Auch wenn ich direkt wieder etwas mehr besorgt war, als er zu reden began. Dieses Mal musste wirklich eine ziemlich schrecke Erinnerung sein, wenn einmal sehen ihn so beeinflusste.
"Nein.. er war das nicht, das hat nichts zu bedeuten", sagte ich und versuchte wohl uns Beide zu überzeugen. Woher sollte ich den auch wissen, was dieses Teil wirklich bedeutete. Nur eins stand fest, es sollte eigentlich nicht da sein.
Auch wenn mich seine Frage nach einer Zigarette erstaunte nickte ich und zog das Päckchen und mein Feuerzeug aus meiner Jacke. "Hier", sagte ich und gab ihm eine, während ich mir auch eine nahm, jetzt konnte er mich dafür wenigstens nicht anmaulen.

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Gandolf
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Re: Leeres Klassenzimmer

from Gandolf on 11/22/2015 06:25 PM

Ich seufzte wieder. "Das ist es, was ich die ganze Zeit denken muss, was ich die ganze Zeit sehe. Es fing damit an, dass ich immer diesen Kinderreim gesungen habe, aber es ist mehr, und ich hab ein Datum. Irgendwas passiert an einer Londoner Brücke und ich weiß nicht genau was!", erklärte ich geduldig.

"Das hat nichts zu bedeuten? Das hat NICHTS zu bedeuten? Du weißt nicht, was das da bedeutet!", ich deutete hinaus in den Himmel ohne hinzusehen. "Sei froh, dass du damals noch nicht auf der Welt warst! Aber wer auch immer das war... Er ist unsagbar grausam, vermutlich weiß er, was das bei den Meschen, die damals dabei waren auslöst. Man fühlt sich nicht mehr sicher!" Auf einmal machte ich mir Sorgen um ihn. Was, wenn das der Auftakt zu einem erneuten Krieg war? Wenn er das auch alles erleben würde? Das konnte ich ihm doch nicht antun, auch wenn er mich nicht akzeptierte.
"Ich muss auf diese Brücke!", stellte ich fest. Denn irgendwie musste ja irgendein Zusammenhang sein. Warum also nicht die Brücke?
"Danke", sagte ich und nahm sie in meine immer noch zitternden Hände und zündete sie an. Das hatte ich lange nicht getan und eigentlich hasste ich Zigaretten, mir war das andere Zeug viel lieber, aber besser als nichts.
Stumm saß ich da und starrte auf die Decke um nicht nach draußen sehen zu müssen.
"Es tut mir leid, aber das da...", ich stockte, weil ich es nicht erklären konnte, was dieses Mal in mir ausgelöst hatte. Dann warf ich einen Blick auf die Zigarette in meiner Hand. Das sollte doch vorbei sein! Ich hatte damit aufgehört...
In mir machte sich Verwirrung breit und ich drückte sie aus. Nein, das war nicht die Lösung aller Probleme, ich würde nicht wieder alles wie damals machen. "Es tut mir leid...", sagte ich nochmal leise. 

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Jace

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Re: Leeres Klassenzimmer

from Jace on 11/22/2015 10:04 PM

Kinderreim... Er hatte einen Kinderreim gesungen? Sollte mich das jetzt wirklich von irgendwas überzeugen? Etwas verarscht kam ich mir ja schon vor. Aber das mit der Brücke... Das ergab Sinn.. 
"Also.. soll die Brücke die ich gezeichnet habe, jetzt die von dem Reim sein?", fragte ich und mein Blick viel kritisch auf den zugeschlagenen Block. Ich fand es ganz und gar nicht gut, dass das zusammen hängen sollte, ich wollte damit nichts zu tun haben. "Und Sie haben jetzt vor rauszufinden, was das zu bedeuten hat?"

Ich seufzte auf. So hatte ich das doch nicht gemeint, es sollte ihn beruhigen und nicht noch mehr aufregen.
"Ja.. ich weiß, dass ich mich damit nicht auskenne, aber.. aber da hat einer einfach eine ganz dumme Idee gehabt und...", stockend hörte ich auf. Ja und was? Ich hatte doch keine Ahnung. Dieses Mal bedeutete Krieg und Tod, das durfte einfach nicht ernst gemeint sein. Ich wusste nicht was ich machen sollte und es verwirrte mich, dass ich versuchte ihm zu helfen.
Er musste auf die Brücke.. Warum musste er jetzt zu dieser Brücke? Konnte er sich nicht einfach mit einem Tee und seinem Strickzeug irgendwo hinsetzten und nicht irgendwo sein, wo er vielleicht getötet wird?
Und warum interessierte es mich? Ich kannte ihn doch verdammt nochmal nicht.

Als ich den Rauch einatmete fühlte ich wie ich mich wieder etwas entspannte und hoffte, dass es auch bei ihm etwas half. Was es wohl nicht tat, den er drückte sie aus. Warum hatte ich ihm nochmal eine gegeben? Damit er sie ausdrückt, ernsthaft?
"Ist.. ist doch nicht schlimm", sagte ich und war mir doch nicht ganz sicher, ob das stimmte, aber es würde ihn beruhigen und das war doch erstmal wichtiger, danach konnte ich wieder stur sein.

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Gandolf
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Re: Leeres Klassenzimmer

from Gandolf on 11/23/2015 09:54 AM

"Ich weiß nicht, woher die Brücke aus deinem Block ist, ich meine ja nur, dass vielleicht ein Zusammenhang besteht!", sagte ich. "Und ja, ich werde herausfinden, was das bedeutet!", sagte ich zuversichtlicher als ich war. Ob Phil... Naja der war vermutlich noch sauer auf mich und würde mir nicht glauben. Oder doch? Ich hoffte es!

Eine dumme Idee, eine dumme Idee... Das war kein Schülerstreich, soviel war klar!
Es durfte nicht sowas wie damals beginnen, nein! Am liebsten hätte ich mich jetzt mit meinen Stricknadeln unter dem Bett verkrochen und einen Schal nach dem anderen gestrickt, aber so lief es leider nicht, ich wusste, dass das so nicht funktionieren konnte!

Ich bemerkte seinen Blick, als ich die Zigarette ausdrückte, aber es war mir egal, vergangen war vergangen. Was mir jetzt auch einschoss war, dass ich ihm jetzt wohl kaum das Rauchen verbieten konnte, weil ich ja selbst...
Okay vermutlich hätte er auch nie auf mich gehört.
"Hat...", ich stockte und schluckte, weil das ein heikles Thema war. "Hat Evelyn... Deine Mutter... eigentlich manchmal von mir erzählt?", fragte ich. Das beschäftigte mich sehr, seit ich wieder an sie erinnert worden war.
Der hielt mich sowieso für komplett irre, also warum sollte er nicht noch einen Grund mehr dafür haben. 

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Jace

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Re: Leeres Klassenzimmer

from Jace on 11/23/2015 10:38 AM

Okay.. Also erstmal darauf hoffen, dass kein Zusammenhang da ist. Und natürlich will er rausfinden, was das alles bedeutet.. Klar jeder stürzt sich gerne in den eigenen Tod! 
Weil wenn das alles stimmt.. Dann ist das auch der Ort wo die Menschen in meinen Träumen sterben und das heißt.. nunja.. er könnte auch sterben.
Genau das war der Grund wieso ich keine Menschen kennen lernen wollte.. Sie starben doch sowieso und was hatte es mir dann gebracht? Nichts.
Stur schaute ich wieder aus dem Fenster. Soll er ruhig den eigenen Tod rennen, aber er kann lange warten, dass es mir deswegen schlecht ginge. Nein. Es würde mich einfach nicht interessieren, so einfach ist das.
Ich stutze etwas, als er von meiner Mutter anfing. Was geht ihn das an?
Okay. Vielleicht geht es ihn was an, aber wieso muss er mich das fragen? Sie ist tot! Und er bald auch. Da gibts nichts mehr zu bereden.
Aber ja.. ein paar Mal hatte sie von ihm geredet wenn ich jetzt so drüber nachdenke, doch irgendwann hab ich aufgegeben nachzufragen. "Ja.. hat sie", sagte ich, aber wusste nicht, ob ihm das jetzt reichte, oder ob er wissen wollte was sie gesagt hat. 
In meinem Kopf waren Bilder von ihr, Gedanken. Wie sie damals mit diesem Lächeln dagesessen hatte und dann... Schnell versuchte ich die Gedanken von ihrem Tod, wieder aus meinem Kopf zu bekommen. Ich konnte einfach nicht.. 

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Gandolf
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Re: Leeres Klassenzimmer

from Gandolf on 11/23/2015 10:55 AM

Ich zuckte die Schultern. "Also ich werde auf jeden Fall dort sein!" Ob das was brachte, war eine Frage, um die ich mir jetzt keine Gedanken machte. Würde vermutlich sowieso nichts bringen.
Wie gerne würde ich wissen, was er dachte, als er da so mit gerunzelter Stirn beim Fenster hinausstarrte, das ich immer noch mied, weil ich da nicht rausschauen konnte.
Obwohl... Vielleicht wollte ich das doch nicht, auf jeden Fall konnte ich es nicht, ich hatte es schon einmal probiert. Aber wie es aussah beherrschte er die Kunst des Abblockens...
Kurz erwog ich, ob ich fragen sollte, dass er mitkommen würde, aber dann ließ ich es lieber, vielleicht kam er ja in Gefahr und das würde mir Evelyn vermutlich nie verzeihen.
Sie... Sie hatte von mir geredet? Vermutlich nur schlechtes, aber trotzdem... Sie hatte mich nicht vergessen!
"Was?", fragte ich leise nach, auch wenn er vermutlich nichts darüber erzählen wollte. Aber ich musste es wissen! Ich hatte sie so oft vermisst, aber mit der Zeit war das alles immer weiter in die Ferne gerückt und ich hatte mich der Gegenwart zugewandt.
Und dann war er gekommen und brachte mich ständig dazu, mich selbst zu hinterfragen! So wie sie. Vermutlich war das auch der Grund gewesen, warum wir zwei einfach nicht zusammengepasst hatten, auch wenn sie das erkannt hatte, nicht ich. Ich war immer noch der Meinung, wir hätten es schaffen können.
Mit einem Stich im Herzen wurde mir klar, dass wir das nie mehr würden diskutieren können... 

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Jace

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Re: Leeres Klassenzimmer

from Jace on 11/23/2015 03:55 PM

Genervt fuhr ich mir durch die Haare. Gut, dann ging er halt zu der Brücke und in seinen eigenen Tod, ich würde nicht mitkommen. Nein. Auf keinen Fall.
Obwohl ich jetzt auch mittlerweile wissen wollte, was das den alles war, aber er würde nicht erfahren, dass ich das dachte und ich würde auch nicht mitkommen. Einfach nur nein. 
Ich überlegte, sollte ich ihm wirklich erzählen, was meine Mum mir erzählt hatte? Vielleicht hatte sie auch gar nicht ihn gemeint oder... Irgendwie wollte ich nicht, dass er zu viel von ihr wusste. Sie war meine Familie, nicht seine. Aber irgendwas an seinem Blick ließ mich meine Sturheit doch vergessen. Wenn er sie geliebt hatte, sollte er vielleicht wissen, was sie über ihn gedacht hatte?
"Manchmal als ich klein war, saß sie draußen auf der Terasse und hat sich die Sterne angeguckt", sagte ich und erinnerte mich noch genau wie sie da immer mit diesem Lächeln saß, das so anders war, als ihr normales Lächeln.
Es war schon ziemlich dunkel und ich konnte mal wieder nicht schlafen, weil ich Angst vor den Träumen hatte. Da passierten immer so schlimme Sachen. Ich schlich durch das dunkle Haus und suchte Mum und fand sie dann auf der Terasse. Und sie guckte zu den vielen leutenden Sternen. 
"Hey kleiner Mann, solltest du nicht schlafen?", fragte Mum, als sie mich sah wie ich mit meinem übergroßen Teddy. Ich schüttelte schnell den Kopf und gähnte leicht. "Na komm schon her." Schnell lief ich zu ihr rüber und sie zog mich in eine Umarmung.
Wir saßen da und sie versuchte mir die Sternbilder zu erklären, aber dafür war ich viel müde.
"Duuu Mummy? Wieso habe ich eigentlich keinen Dad?", fragte ich dann und schaute sie mit großen Augen an. Im Kindergarten hatten fast alle einen, nur ich nicht. 
Sie seufzte leise. "Ach Schatz, das ist kompliziert. Dein Dad, er machte immer nur Unsinn und brachte sich und jeden um sicher herum in Gefahr. Es ist einfach besser so."
Trotzig verschränkte ich die Arme. "Aber.. aber ich will auch einen Dad haben, jeder hat einen!"
Mit einem Lachen strich sie mir über die Haare. "Weißt du, das ist nicht so einfach. Er hatte eine Seite an sich, die ich dir niemals wünschen würde. Seine guten Seiten wirst du auch so schon bekommen."
Was den würde eine Seite? Vielleicht.. hm.. vielleicht war er ja ein Mörder? Oh, das wäre doch interessant! "Ist er bööse?"
Sie schüttelte den Kopf. "Nein, nein. Er versucht nur trotz seinem Ungeschick zu helfen, manchmal." Als sie meinen Blick sah redete sie mit einem kurzen Lacher weiter. "Er ist an einem Ort weit weg von hier, da gibts viele merkwürdige Dinge, zum Beispiel Kutschen die von selbst fahren. Und da hilft er ganz vielen."
"Will er mir den gar nicht helfen?", fragte ich traurig und zupfte an Teddy's Ohr. Ich hatte also einen Dad dem ich egal war? 
"Er würde alles für dich geben", sagte sie mit einem Lächeln, doch irgendwie glaubte ich ihr nicht. Dann wäre er hier und nicht da wo es diese Kutschen gab.  
Mum zog mich wieder in eine Umarmung. "Ich bin hier und liebe dich und er ist da draußen und du bist ihm sehr wichtig. Es ist nur einfach besser für dich." Sie gab mir einen Kuss auf die Stirn und lächelte mich an. "So, aber jetzt gehst du schlafen, sonst bekomm ich dich morgen nicht aus dem Bett. Nacht Jace, nacht Teddy."
"Gut... Nacht Mummy", sagte ich und gähnte nochmal, bevor ich ihr mit der Pfote von Teddy zuwinkte und langsam Richtung Bett schlurfte.
 

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Gandolf
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Re: Leeres Klassenzimmer

from Gandolf on 11/24/2015 11:41 AM

Ich beobachtete ihn verstohlen. Irgendwas wusste er tatsächlich von der Brücke, aber ich war mir nicht sicher, was. Ebensowenig wie ich wusste, ob ich es gut fand, oder nicht!
Er sah irgendwie nachdenklich aus und seine Gesichtszüge, die sonst immer so hart und abweisend waren, waren plötzlich weicher und er sah jünger aus und auch ein wenig verletzlicher. Als hätte er die harte Hülle für einen Moment abgelegt und gab einen kurzen Blick auf seinen hoffenltich weichen Kern.
Kurz flammte Hoffnung in mir auf, dass er vielleicht doch einmal so etwas wie mein Sohn werden konnte, oder mich nicht mehr als den Verrückten ansah, der ich wohl im Grunde auch war, aber bald erlosch das auch wieder. Zu oft war ich enttäuscht worden, es war besser, sich auf anderes zu konzentrieren.
Hoffnung war etwas sehr gefährliches an den falschen Stellen, das hatte ich lernen müssen. Und es hatte mich zu dem gemacht, was ich heute war.
Ein verrückter Wahrsagelehrer, dem sowieso niemand glaubte.
Wieder sah ich zu Jace, er lächelte sogar leicht. Woran er wohl dachte?
Als er sagte, dass Evelyn auf der Terasse gesessen war und Sterne geschaut hatte, lächelte auch ich. Oh ja, das hatte sie geliebt. Wie oft hatten wir damals, als alles noch gut gewesen war auf dem Dach des Unigebäudes gesessen und hinauf in die unendlichen Weiten des Universums geschaut.

Wir lagen nebeneinander, das von der Hitze des Sommers noch warme Dach unter uns, und sahen hinauf auf den sternenübersäten Himmel. "Eve", fragte ich, weil ich dachte, sie wäre eingeschlafen.
"Hmmm", machte sie, drehte den Kopf und sah mich an, ihre langen dunklen Haare schimmerten im Mondlicht.
Ich lächelte ihr zu. "Nichts", murmelte ich und sah sie einfach nur an. Wie sehr ich es liebte, sie anzusehen! Und sie lächelte mir zu und drückte meine Hand, ehe sie den Blick wieder dem Sternenhimmel zuwandte.
Sie liebte es, Geschichten zu den Sternen zu erzählen und auch dieses Mal tat sie das. Von Helden, von bösen Taten, von guten und schlechten Zeiten... Wie immer lauschte ich ihrer leisen und zarten Stimme und war glücklich, wie ich es lange nicht mehr war.
Ich fragte sie, ob das zwischen uns für immer so bleiben würde, sie lächelte, sagte aber nichts darauf. Damals deutete ich als ja, doch kurz darauf war sie fort und ich hörte nie wieder etwas von ihr. Vielleicht hätte ich es damals schon erkennen können, aber vermutlich hatte ich es nicht sehen wollen.

Zurückgeblieben waren ich und nun auch dieser Junge, der da vor mir saß. Ich konnte ihr Lächeln vor mir sehen und zum ersten Mal machte es mich nicht traurig, sondern froh, dass ich diese Zeit mit ihr erleben hatte dürfen und nun auch einen Jungen hatte, auch wenn er mich nicht akzeptierte. Er hatte etwas von Evelyn, sie lebte in ihm weiter.
Aber ich sagte nichts dazu. Vielleicht würde das Verhältnis zwischen uns besser werden, vielleicht auch nicht, das lag an ihm und auch daran, ob ich es wieder verbockte.
Evelyn hatte damals versucht, mich zu ändern, nur hatte sie damals übersehen, dass Menschen sich nicht änderten, nein je besser man sich kannte, desto mehr zeigte man von seiner Persönlichkeit. Und die meine hatte ihr wohl nicht gepasst. Die Wahrheit war, dass ich mich wohl nie ändern konnte, dazu war ich einfach zu sehr ich, Jace konnte das akzeptieren oder nicht. Selbst wenn ich meine beste Seite zeigte... Eine Zeit konnte ich das durchhalten, aber dann würde mein Ich wieder hervorkommen.
Nein, ich konnte Jace nicht das geben, was er wollte, aber er konnte sich das nehmen, was er bekam. Ob es genügte oder nicht, war seine Sache. 

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