Zukunfts-Thread XIX

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Guido

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Guido on 03/21/2018 10:43 PM

Als Jamie ins Zimmer trottete - vorbei an mir und dem Bügelbrett mit dem ich sein Sonntagsgewand fein säuberlich bearbeitete nachdem ich seine Schuluniform gebügelt und all seine Socken zusammen gelegt hatte - sah man ihm den Flunsch schon hundert Meter gegen den Wind an. Das konnte vieles bedeuten, von existenziellen Krisen wie dem Nichterreichen der Keksdose oder immer wiederkehrenden Problemen wie dem Nichtauffinden von Spielpartnern.
"Eine Gewitterwolke schaut fröhlicher als du, Cavaletta.", sprach ich den stummen Schmoll direkt an. Auf Italienisch, natürlich. Dafür hatte man mich ja nun auch mit Freuden angestellt. Nur ein gut vorbereitetes Kind würde zu einem erfolgreichen Mann heran wachsen. Und nach einem Jahr tagtäglichen Durchhaltevermögens war der kleine Mann sogar relativ gut darin mir zu antworten.
"Onkel Finley mag nicht mit mir spielen....", grummelte der kleine Haufen Langweile und ich schickte ihm einen mahnenden Blick. 
"Es heißt "möchte nicht", Cavaletta, und du weißt, dass dein Onkel Con genannt werden will.", korrigierte ich ihn.
"Aber das ist Schwachsinn!", mockierte Jamie und haute mit den Fäusten trotzig auf die Decke.
"Ich weiß, dass das Schwachsinn ist, aber er wünscht es so. Und du wünschst, dass er mit dir spielt. Du solltest ihm also mit gutem Beispiel voran gehen, nicht wahr?", wandte ich ein und stellte das Bügeleisen beiseite. "Außerdem ist es selbst für Freitag bereits Zeit sich in die Kissen zu legen und von Ländern voller Wunder zu träumen.", fügte ich sanfter hinzu.

Während Jamie sich ins Bad verkrümelte und ich ihm zuhörte wie er seine winzigen, lückigen Zahnreihen putzte, drehte ich das Licht runter - wie jeden Abend - überprüfte den richtigen Winkel des Nachtlichtes - wie jeden Abend - und trug Mr.Benito (einen abscheulich teuren Stoffbären) zum Bett hinüber - wie jeden Abend. Manche Menschen lachten darüber, dass ein junger Mann Kindermädchen wurde... aber ich nicht. Jamie war goldig, wenn man ihn lange genug kannte und nicht ansah wie eine hochherrschaftliche Familie. Und ich tat gern jeden Abend das Gleiche und wusste, dass es dem kleinen Mann ein bisschen Ruhe und Wärme brachte. Und so wunderte mich auch nicht, dass Jamie - wie jeden Abend - an der gleichen Stelle von Alice im Wunderland einschlief. 


Die Zahnbürste noch im Mund und den Blick auf das Handy gerichtet stapfte ich barfuß in mein Zimmer. Kate war aus und schickte einen Haufen Selfies, das irre Wesen. Ich musste in mein Minzaroma schnauben und schüttelte grinsend den Kopf. Ich wusste gar nicht, ob sie Elly mitgenommen hatte, ich hatte zumindest keine Zeit gehabt. Immerhin war morgen Tag der offenen Tür in Jamies Grundschule und das war mir anstrengend genug um vorzuschlafen. Ich wusch mir das Gesicht, schob mir mit einer Hand voll Wasser das Haar zurück und machte mich auf den Weg ins Bett....

....als der Erzfeind mich ansah.
Aus hunderten, ekligen Augen..... an acht unglaublich hässlichen, grausigen, behaarten Beinen.....

Ich regte mich nicht. Starrte das Vieh an meiner Wand nur an und beschwor es bei der Heiligkeit der Mutter Maria sich bloß auch nicht zu bewegen. Kaltes Grausen fuhr meinen Rücken hinauf.... wenn es sich jetzt....

Mit einem Hechtsatz der Panik landete ich auf dem Flur und schlug meine Zimmertür zu als dieses Unvieh aus der Hölle drei Zentimeter nach rechts wanderte! Wirklich?! Hatte diese eine Sorte Tier nicht von der Arche fallen und ersaufen können?!  
"Vaffanculo!!", fluchte ich leise und holte sehr, sehr tief Luft. Und jetzt? Was sollte ich jetzt tun?! Da wieder rein gehen und so tun als... Niemals!!! 
Völlig entnervt ließ ich den Blick umher schweifen und erkannte, dass unter Cons Tür noch Licht schimmerte. Ein leichtes Schnauben später trabte ich den Flur hinunter und klopfte ohne Scham ziemlich gut hörbar an seine Tür. Mit verschränkten Armen und einem unglaublich gemeißelten Gesichtsausdruck wartete ich auf eine Reaktion. Con war..... schwierig. Aber nicht zu nichts zu gebrauchen. Im Grunde genommen war er Giorgio, nur mit weniger Armani am Leibe und weniger Gesten während er sprach. Ein bisschen weniger Mafia, eben. Und mit ihm war ich sehr gut zurecht gekommen.
"In meinem Zimmer hängt eine Spinne an der Wand.", sagte ich sofort und ließ ihm keine Sekunde um zu sprechen. "Mach sie weg."

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Reply Edited on 03/21/2018 10:44 PM.

Con

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Con on 03/21/2018 11:09 PM

Klar, alle, die ich kannte, waren irgendwo unterwegs, posteten Bilder und Videos... alles für die Tonne, wenn man nicht selbst dabei war. Dann wirkte alles nur halb so spaßig. Also scrollte ich nur so halb interessiert drüber hinweg, hinterließ mal dem, mal der anderen einen Like... man muss seine Freundschaften ja pflegen.
Spannender hingegen ware es, die Accounts der Mädels durchzusehen, die mir seit gestern folgten. Die meisten waren ganz okay, ein paar würde ich auch mal mitnehmen. Aber lustigsten war es immer, sich dir Profile der Kerle anzusehen; manchmal war es echt erschreckend, wie deutlich einem GAY entgegensprang...
Als ich das nächste Mal auf die Uhr blickte war es schon... hm, gerade mal kurz nach halb elf. Naja. Gut, dass niemand da war, der das nicht wissen sollte - wie auch, gingen ja alle ohne mich feiern - aber ich beschloss, dass ich jetzt auch schlafen konnte. Jamie hatte mir so viel Lebenskraft entzogen, das hatten selbst die Arsch-Fotos der Mädchen an meiner Uni nicht wieder aufladen können...
Erneut hiefte ich mich aus meiner gemütlichen Position vom Bett, kippte das Fenster, zog die Vorhäge zu....
"In meinem Zimmer hängt eine Spinne an der Wand. Mach sie weg."
Mit einem sehr tiefen und leidenden Seufzen sank mein Kopf nach unten, sodass mein Kinn auflag.
Ernsthaft? Wirklich? Jetzt...?
Meine Augen schlossen sich, ich atmete sehr bewusst durch, hob den Kopf wieder und starrte dann meine Hand am Vorhang an.
Womit hatte ich das eigentlich verdient?
"Alter... Mach die Augen zu, dann ist sie weg. Bitte, danke. Ciao."

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Guido

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Guido on 03/22/2018 12:12 AM

Ich blieb ganz ruhig stehen und tippte nur mit der eingehakten Hand langsam immer wieder auf meinen Oberarm. Es war ja nun nicht so als würde ich gern darum bitten. Natürlich war mir klar, dass das nur eine Spinne war. Ja, ich wusste, dass das ein ziemlich kleines Tier war. Ich könnte es erschlagen. Aber.... es war ein unglaublich ekelhaftes Tier. Und wenn es sich bewegte sträubten sich alle Haare an meinem Körper. 
Und was sollte ich sonst tun? Die Herrschaften waren auf einer Gala für irgendetwas für das sie sich im Grunde nicht interessierten. Elly schlief entweder oder war gar nicht da, wer wusste das, und bis ich das überprüft hatte war Itzy wahrscheinlich schon in mein Bett gekrochen. 

Mach die Augen zu, dann ist sie weg. 
Irgendwo oben am Rande meines Haaransansatzes spürte ich ein Ziehen, das ansagte, dass mir sehr bald der Geduldsfaden riss. Also schloss ich die Augen... holte tief Luft... und sprach mit der lackaffigsten Tür von London weiter. 
"Faszinierender Weise klappt das mit Arachnoiden genauso wenig wie mit dir.", antwortete ich sehr ruhig und bemessen. Immerhin gab es genug Momente in denen ich mir eine Antwort zu seinen absolut dämlichen Kommentaren verkniff wenn es ihn vor der Familie hätte blöd da stehen lassen. Es gab andere Punkte sich zu revanchieren. Wie genau jetzt. 
Im Grunde mochte ich den Idioten in diesem Zimmer. Und er mochte mich, wenn er es auch nicht zu gab. Er hatte keine Freunde, zumindest nichts Nennenswertes, und mich hatte er genug an Zuhause erinnert um irgendwann mal wirklich mit ihm zu reden als es mir hier am Anfang zu einsam war.
"Oder bin ich da etwa auf etwas gestoßen?", frotzelte ich grinsend der Tür entgegen. "Hat der große Finley O'Connor, Retter der Witwen und sexuell Ausgetrockneten tatsächlich Angst vor Spinnen?" 

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Con

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Con on 03/22/2018 12:43 AM

Mein Blick richtete sich weiterhin auf meine Finger, die sehr langsam den Vorhang zwischen sich rieben, ich verzog hoffnungsvoll das Gesicht, auf die klitzekleine Chance hoffend, dass die Stille nach meiner Antwort stand halten würde, erwartungsvoll schoben sich meine Schultern ein kleines Stück nach oben ... - und fielen begleitet von einem kehligen Schnauben wieder nach unten.
Pussy.
Konnte er nicht einen Staubwedel nehmen und weg damit? Meintewegen auch den Staubsauger, meine Fresse. Wenn er mich dann nicht belästigte...
"Raffaello, die wird dich schon nicht fressen...", gab ich zurück, hörbar unzufrieden mit der Situation.
Ich ließ den bescheuerten Vorhand los, drehte mich um und schlürfte auf das Bett zu... Jetzt war aber echt mal gut, der sollte schlafen, aus, Ende. Das Viech dachte wahrscheinlich sowieso, man hätte es verflucht, weil es ausgerechnet in seinem Zimmer an der Wand hocken musste.
"Die betet wahrsch-"
Moment, was bitte?! Das hatte er grad nicht ernsthaft gesagt... Ich war kurz davor gewesen, mich bauchlinks in die Kissen fallen zu lassen, als sein unverschämter Kommentar meine Ohren erreichte. Was fiel dem eigentlich ein? Er war das Kindermädchen!
Schwer getroffen von dieser Andeutung eines Vergeleichs bließ ich die Backen auf, hielt den Rücken gerade, drehte mich auf den Fersen zur Tür um und marschierte schnurstracks drauf zu.
Natürlich war ich nicht wirklich ernsthaft sauer. Gut, zumindest nicht so, dass ich ihm gleich eine reinhauen würde - was er manchmal aber echt verdient hätte, so ... ein kleines bisschen ans Schienbein treten. Das war Guido Raffaella, es war in seiner Natur, dass er mich bei sowas um Hilfe bat und mich brauchte, das wusste ich ja.
Deshalb blitze hinter meinen dunkel zusammengezogenen Augen auch ein leichtes Grinsen hervor.
"Du Mädchen", sagte ich ihm wenige Zentimeter vor seiner Nase ins Gesicht, bevor ich an ihm vorbei ging und den Flur entlang in Richtung seines Zimmers.
"Wo ist denn das Monster....?", fragte ich übertrieben gelangweilt.

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Guido

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Guido on 03/22/2018 01:11 AM

Die betet wahrsch- ~ Stille.
Ka-Ching.
Es war tatsächlich so einfach den großen Con weich zu klopfen. Es brauchte nicht mehr als an sein an das Bankkonto und den Spiegel gebundene Ego zu klopfen und schon war man auf der sicheren Seite. Was das anging waren die Kinder reicher Leute überall auf der Welt gleich, unabhängig von Sprache, Kultur oder Herkunft des Vermögens. Einer der Gründe, warum ich zu Beginn meines Aufenthaltes aufpassen musste Con nicht einfach bei Giorgios Namen zu nennen. 
Nicht, weil ich mich verguckt hatte. Nicht, weil ich Con auf irgendeine besondere Art gemocht hatte.
Es hatte einfach gegen das Heimweh geholfen.
Einen Menschen zu haben, der genauso war wie jemand Zuhause. Egal wie dämlich er war. Dafür mochte ich Finley einfach. 

Als die Tür aufging lächelte ich immer noch so gewinnend wie zuvor. Dass er mich anstierte und mir näher kam als würde er mich am liebsten im nächsten Moment gegen die Wand klatschen hielt mich auch nicht davon ab. Ich hatte ihn geknackt. Ich - das Kindermädchen. Ich - der Typ, der nach der Uni seine Anzüge von der Reinigung holte. Dafür ließ ich mich gern ein Mädchen nennen. 
Ich machte nur eine kurze Geste und ging vor zu meiner Zimmertür. Die öffnete ich zwar, aber soweit von dem Zimmer an sich entfernt wie es nur ging. "Tu nicht so als hättest du anderes zu tun, pavone.", gab ich nur leise zurück um den Flur endlich ruhig zu bekommen und Jamie nicht zu wecken. "Es ist Freitag Abend und du bist hier. Kein Champagner, kein hübscher culo und keine mammella, die aus ihrem Ausschnitt direkt in dein Gesicht purzeln. Gibs zu. Mich zu retten ist das Spannendste deines ganzen Abends, also bitte."
Und damit wies ich ihm lächelnd den Weg zu meiner Tür, hinter der der Erzfeind noch immer an der Wand lauerte... nur drei Zentimeter weit rechts. 

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Con

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Con on 03/22/2018 01:29 PM

Dieses Grinsen. Viel zu überheblich für jemanden, der meinem Cousin-Neffen-was-auch-immer die Popel von der Nase wischte und deshalb hier wohnen durfte. Ziemlich überheblich für jemanden, der Hilfe brauchte.
Im Vorbeigehen streifte ich ihn etwas unsanft mit der Schulter, bevor er dann voraus ging, um mich der furchterregenden Spinne vorzustellen, die sein Leben bedrohte.
"Bild dir bloß nichts drauf ein, ich hab nur keine Lust, das Blutbad zu bereinigen, wenn das Viech mit dir fertig ist..."
Fies grinsend und mit den Armen schlenkernd folgte ich der Prinzessin in ihre Kammer, stemmte dann die Hände in die Seiten, als er sich so anstellte beim Türaufmachen. Gosh. Hatte er sich etwas die Eier weggebügelt?
"Vorsicht, Freundchen", hob ich zischend den Zeigefinger und funkelte ihn an. Ganz cooler Spruch - was erwartete man von einem Künstler auch anderes? "Gib Acht, was du sagst - dein culo ist noch nicht gerettet..."
Als er mir dann endlich zeigte, wo da etwas an der Wand hing... Das war ja.... Das war lächerlich.
Ich blinzelte ihn schräg von der Seite an, legte den Kopf schief. Ernstahft?
Ohne weiter Worte über seine Peinlichkeit zu verschwenden, trat ich neben die Tür, hielt eine Hand wie eine Schale unter die Spinne, die grade mal so groß war wie der Nagel meines kleinen Fingers, und stupste sie mit dem Zeigefinger von der Wand, so dass ich meine Faust darum schließen konnte. Feddisch. Ganz einfach und ich lebte sogar noch, oh Wunder.
Jetzt einfach zum Fenster zu gehen und dann in mein Zimmer zurück, das wäre zu einfach, zu langweilig - außerdem hatte er mich vom Schlafen abgehalten.
Ich hielt einen Augenblick inne und fing zu grinsen an.
"Naaa? Willst du auch mal?" Und ich tat so, als würde ich ihm die Spinne zu werfen. Seine Reaktion war alles wert, was mir bisher den Abend versaut hatte. Das war besser als alle Videos auf YouTube, wo sich irgendwelche Idioten auf die Fresse legten.
"Alter, Raffaello, krieg dich mal ein ...", lachte ich ihn aus, bevor mir aller Spaß aus dem Gesicht fiel. "- Oh...." Ich blickte auf meine geöffnete Hand hinunter und dann auf den Boden. "Verloren...."
Der Depp schnallte sicher nicht, dass ich die falsche Hand in der Luft schüttelte.

Reply Edited on 03/22/2018 01:37 PM.

Guido

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Guido on 03/22/2018 08:56 PM

"Zumindest wüsstest du dann was Putzen ist.", murmelte ich zwar nur nebenbei, aber sicher gut hörbar zu Con hinüber. Ich lächelte immer noch. Natürlich war das eines der ersten Dinge, die meine Eltern mir und meinen Schwestern beigebracht hatten: In Anwesenheit der Herrschaft entweder fokussiert, ernst oder lächelnd aufzutreten. Das war eine Sache der Manieren und des Anstandes, man erwartete es einfach. Bei Con kam allerdings oft noch dieses kleine Quäntchen Gehässigkeit in mir zum Vorschein, das mich bei Giorgio schon begleitet hatte als ich ihm das erste Mal ein Spültuch in die Hand drückte. 

Das Lächeln verschwand auch nicht von meinen Lippen als er mich perplex anblinzelte, ich verschränkte nur im Gang hinter der offenen Tür sehr vielsagend die Arme. War ja klar, dass er nicht für fünf Minuten einfach ein netter Mensch sein konnte. Ich konnte wirklich nichts dafür, ich scheute mich nicht vor harter Arbeit und auch nicht vor Dreck oder davor behandelt zu werden als wäre ich eine andere Spezies. Nur Spinnen... diese schrecklichen Biester die die Hölle bald samt und sonders verschlingen möge. Aber Con war der einzige Mensch der mir jetzt helfen konnte. Also lächelte ich einfach weiter als er sich über mich lustig machte.
Bis zu dem Punkt... an dem er dachte mich so easy verarschen zu können, blieb ich ruhig und freundlich und reglos.
"Faszinierend.", antwortete ich einfach gefährlich ruhig. "Du schaffst es nichtmal den Arsch einer Spinne los zu lassen wenn du ihn einmal angegrabbelt hast.... du solltest das untersuchen lassen."

Ich schloss die Augen und holte seeeeeeehr tief Luft. 
"Wenn du rechts wieder von links unterscheiden kannst wäre ich dir sehr verbunden wenn du das Tierchen entfernen könntest.", fügte ich dann mit dem Rest meiner Geduld zu. "Sonst sehe ich mich gezwungen Jamie zu wecken und ihn in dein Bett einzuladen, weil es dir ja so leid tut." 

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Re: Zukunfts-Thread XIX

from Con on 03/23/2018 08:54 PM

Moment, moment, moment ...! Wollte er jetzt irgendwie spezielles damit ausdrücken? Irgendwie was sagen, so ... über mich im Gegensatz zu ihm, was ihn aber besser da stehen ließ? Und dann kam er ständig damit...?
Als ob er nicht auch gerne knackigen Ärschen hinterher sah, als ob.
"Hör ich da Neid, weil du wenn dann nur Schrupeliges abkriegst?" Aus meinen Augen blitzte es ihn höhnisch an, ich musterte ihn einen Augenblick. "Oder fragst du immer die falschen Jungs, Tantchen?"
Man merkte Guido an, dass er langsam die Schnauze voll hatte, auch wenn sich sehr gut im Griff hatte. So sehr ich ihn bei jeder Gelegenheit, die sich mir bot, damit aufzog, dass er quasi das zweite Hausmädchen war - er wusste, wie er seine Arbeit zu erledigen hatte, aber er war auch niemand, der leicht den Schwanz einzog, wenn jemand wie ich ihm blöd kam. Man konnte ihn gut auslachen ohne dass er es zu persönlich nahm, was eine sehr nützliche Charaktereigenschaft war, wenn man hier arbeitete.
Nochmal zuckte meine Hand, in der die Spinne gefangen war, in die Richtung seines Gesichts, bevor ich grinsend an ihm vorbei zum Fenster ging.
"Alter, lass bloß den Quälgeist liegen und komm mal wieder runter, ey...", ich fiel ihm ins Wort, als er von Jamie sprach, "ich bin ja schon dabei...", motzte ich ihn über die Schulter an, bevor ich das Fenster öffnete und die Spinne draußen an die Wand setzte.
"Ich hoffe, du denkst dein ganzes, elendes Leben daran, dass ich dich vor dieser Diva gerettet hab", murmelte ich dabei und warf Guido anschließend einen vielsagenden Blick zu.
"So", ich tat so, als würde ich mir Staub von den Händen klopfen, so harte Arbeit war das hier gewesen, "ich hoffe doch, nachdem du mich schon vom Schlafen abgehalten hast, kannst du deinem Retter angemessen danken."
Herausfordernd zog ich eine Augenbraue hoch.

Reply Edited on 03/23/2018 08:57 PM.
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