Die drehenden Treppen

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Nakeyta
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Re: Die drehenden Treppen

from Nakeyta on 06/28/2016 06:34 PM

"Das freut mich wirklich für dich!", meinte ich gespielt begeistert. "Und, wir sagen im gegensatz zu anderen halt, wenn uns etwas stört. Manche stören mehr sachen als andere", zuckte ich leicht mit den Schultern. Wie mein Leben nun war, ob interessant oder langweilig, hatte sie nicht zu interessieren. Außerdem, tat dies nichts zur Sache. Ich verdrehte nur leicht die Augen und ließ es so stehen. Dazu gab es eh nicht mehr viel zu sagen. Also konnte man es auch jetzt schon bleiben lassen. Und ja, ich stempelte sie ab,w ie sie es nannte. Meine augenbraue wanderte etwas weiter indie Höhe, als sie meinen Blick nachmachte. "Ach, aber ich?" Es hörte sich wirklich verdammt danach an, als ob sie sagen wollte, dass ich irgendwelche Inzest gedanken hätte.

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Luxana
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Re: Die drehenden Treppen

from Luxana on 06/29/2016 07:23 PM

"Mhm...", machte ich. "War total überzeugend. Daran musst du noch ein bisschen", ich hielt den Daumen und den Zeigefinger so weit auseinander, wie ich konnte, "feilen, das kannst du bestimmt noch besser." Mit diesen Worten lächelte ich freundlich.
"Das ist ausnahmsweise sogar etwas, wo ich dir zustimmen würde, wenn es nicht von dir kommen würde." Manchen Aussagen konnte man eben aus Prinzip nicht zustimmen. Und einer dieser affektierten Slytherins, die noch dazu der PoB angehörten... Nein, das ging nicht. Kurz kam mir durch den Sinn, dass gerade ich, als Anführerin der EiR nicht so denken sollte und mehr darauf pochen sollte, die Feindschaft zwischen den Gruppen zu verringern, aber... Man sah doch selbst, dass es einfach nicht ging!
"Das hab ich nicht gesagt", erwiderte ich und strich mir ein paar rote Haarsträhnen aus der Stirn, die ungebeten in mein Blickfeld gefallen waren. Dann lächelte ich sie unschuldig an. "Ach vergiss es, ich habe nur so dahergeredet."

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Nakeyta
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Re: Die drehenden Treppen

from Nakeyta on 07/03/2016 04:08 PM

"Dies ist mir vollkommen bewusst", lächelte ich. "Doch dachte ich, dass du sonst nicht bemerken würdest, dass es nicht ernst gemeint war. Aber das nächste mal gebe ich mir mehr Mühe", versprach ich ihr grinsend. "Und das ist mir vollkommen egal, ob du mir zustimmen würdest oder nicht. Ich weiß, dass ich recht habe", grinste ich. Als ob es mich interessierte, ob sie mir zustimmte oder nicht. Dies war nun wirklich nichts, was mich interessierte. Da konnte ich wirklich drauf verzichten. Ich schnaubte einmal abfällig. "Mhmh, schon klar. Wie auch immer, ich habe keine Lust meine Zeit weiter mit dir zu verschwenden, und ich denke du siehst es genauso", meinte ich und machte ihr den Weg frei, da ich ihr ja den Weg versperrt hatte.

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Luxana
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Re: Die drehenden Treppen

from Luxana on 07/04/2016 02:20 PM

„Dies?", fragte ich sie belustigt. „Aus welchem Jahrhundert bist du bitte?" Ich konnte nicht anders, als sie deswegen aufzuziehen.
„Ach du hältst mich für so wenig intelligent, dass ich deine offensichtliche sarkastische Aussage nicht verstehe? Du kennst mich wirklich nicht gut. Aber ja, gib dir mehr Mühe, ich bitte darum", sagte ich sarkastisch, mit einem leichten Grinsen auf den Lippen. „Allerdings werde ich mir wiederum Mühe geben, dir nicht allzu schnell wieder zu begegnen, also lass dir Zeit."
Ich schüttelte den Kopf. „Reine Formalität", stellte ich klar und machte eine wegwerfende Handbewegung.
„Dich hat keiner gezwungen, immerhin verstellst du mir den Weg..." Endlich ging sie zur Seite und ich konnte weitergehen. Länger hätte ich das nicht durchgehalten. „Man sieht sich hoffentlich nicht", verabschiedete ich mich und ging weiter zu den Waschräumen.


(Thread frei)

Reply Edited on 07/04/2016 02:20 PM.

Laoghaire
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Re: Die drehenden Treppen

from Laoghaire on 01/01/2017 03:05 PM

Ich musste zugeben, dass ich etwas trübsinnig war. In letzter Zeit irgendwie öfter und das war so gar nicht meine Art. Normalerweise war ich ein Optimist, wie er im Buche stand. Aber das neue Jahr hatte begonnen und irgendwie überkam mich einfach alles, was ich verdrängt hatte. Der Tod meiner Mutter, die Sache mit Johnny, die mich doch ziemlich mitnahm, weil ich einfach nicht wusste, was ich davon halten sollte, die sorgen meiner Schwester, einfach alles.
Also schlürfte ich relativ lustlos an meinem Kaffee, obwohl ich eigentlich gar keinen Kaffee mochte und blätterte in einem Buch, auf das ich mich sowieso nicht konzentrieren konnte. Ich fragte mich ernsthaft, was los war mit mir. Normalerweise war ich doch das Gegenteil von depressiv und lustlos. Vielleicht war ich in letzter Zeit einfach zu viel allein gewesen. Und wieder zu Hause bei meinem Dad gewesen zu sein, die Trauer in seinen Augen zu sehen und zu bemerken, wie schlecht es ihm eigentlich ging... Ich hatte es beinahe nicht ertragen. Belastete mich also das? Seufzend schlug ich das Buch zu und zog stattdessen mein Schulbuch heraus, meine Tinte und ein Blatt Pergament ebenfalls und versuchte, Aufgabe zu machen, was irgendwie auch schon mal besser gelaufen war. Schließlich gewann ich die Einsicht, dass das alles nichts brachte und beschloss, in die große Halle zu gehen. Auf dem Weg dorthin musste ich natürlich an den drehenden Treppen vorbei, mit denen ich mich nicht so gut verstand. Die schienen immer zu wissen, wohin ich wollte und brachten mich garantiert in die andere Richtung.
Ich erreichte eine, die sich gerade drehte und sprang drauf, als ich bemerkte, dass da schon jemand war.
"Johnny?", fragte ich und überlegte im gleichen Moment, ob ich weglaufen oder bleiben sollte, da bemerkte ich, dass er das ja gar nicht war.
"Tut mir leid, ich hab dich wohl verwechselt", entschuldigte ich mich und konnte nicht verhindern, dass ich rot wurde. Ich war in mancher Hinsicht einfach unglaublich blöd. Ich sah schon Geister, wo keine Ahnung waren. Und Tatsachen konnte ich auch nicht akzeptieren, wie es aussah.

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Will
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Re: Die drehenden Treppen

from Will on 01/01/2017 05:07 PM

Ich war froh, dass dieses Weihnachten dieser bescheuerte Ball gewesen war, auf den ich mich, ganz zur Freude meines Vaters, mit Holly hatte blicken lassen. Aber das war nur ein Abend gewesen, den ich mit Leichtigkeit überstanden hatte. Zumal Holly sich nach einiger Zeit als nicht ganz so unangenehmer Zeitgenosse entpuppte, wie ich es erst geglaubt hatte. Trotzdem mochte ich Bälle nicht. Ich mochte nicht, dass Hava scheinbar mit ihrer Begleitung ziemlich viel Spaß gehabt hatte und ich mochte den Blick auf den Verlobungsring an Hollys Hand nicht und ich mochte es nicht von so vielen Menschen auf einmal umgeben zu sein und das über mehrere Stunden.
Aber all das war immer noch besser, als Weihnachten zu Hause verbringen zu müssen. Weihnachten mit meinem Vater... Das war mehr ein Fest des Verderbens, als alles andere.
Ich war gerade auf dem Weg mich in die Bibliothek zu begeben, weil dort in den Ferien selten jemand herum lungerte, außer ein paar außerordentlich fleißigen Ravenclaws, weswegen es dort eigentlich immer recht still war. Angenehm. Kaum Leute. Also genau mein Platz, wenn das ganze Schloss voller Schüler war. Im Winter konnte man nicht einmal allzu lange nach draußen flüchten, wenn man nicht mit abgefrorenen Gliedmaßen zurück kommen wollte.
Ich stieg auf eine der Treppen, welche sich ständig bewegten aber doch zum Glück nicht allzu oft, wenn ich drauf stand. Ich fand das ziemlich unpraktisch, wenn man irgendwo schnell hin musste und die Treppen dir einfach den Weg abschnitten. Und dann bekam man am besten noch Ärger, weil man zu Spät zum Unterricht kam, obwohl die Treppen schuld daran waren..
Die Treppe heute entschied sich auch dafür auf einen kleinen Ausflug zu gehen und bewegte sich auf magische Weise nach Oben. Nun, zumindest wurde ich nicht von meinem Ziel entfernt.
Ich bemerkte wie hinter mir ein Mädchen noch auf die Treppe sprang. Sie hatte echt Glück.. wäre die Treppe schneller gewesen, wäre sie auf dem Boden gelandet. Noch ein Grund, weswegen ich diese sich bewegenden Treppen eigentlich eher unpraktisch fand. Das Mädchen kannte ich nicht, weswegen ich ihr keine weitere Beachtung schenkte. Allerdings schien sie mich zu erkennen... Oder auch nicht, wenn irgendwie war das nicht mein Name, den sie da sagte. Aber sie musste mich meinen. Schließlich waren wir die einzigen auf der Treppe.
Etwas irritiert drehte ich mich um und wollte ihr gerade sagen, dass ich scheinbar nicht der war, für den sie mich hielt, aber da stellte sie das schon selbst fest. "Schon okay. Du bist nicht die erste, der das passiert.", sagte ich mit einem kleinen Lächeln. Tatsächlich war es mir in meiner Schullaufbahn schon ein paar Mal, wenn auch nicht allzu oft, passiert, dass mich jemand mit falschen Namen ansprach.

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Laoghaire
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Re: Die drehenden Treppen

from Laoghaire on 01/01/2017 06:39 PM

Der Junge sah aus, als hätte ich ihm aus Gedanken gerissen, die noch trübsinniger waren, als meine. Und irgendwie war mir das unheimlich peinlich, dass ich ihn verwechselt hatte, hauptsächlich, weil ich mich über mich selbst ärgerte, dass ich überall nach dieser einen Person suchte, obwohl ich sie nicht suchen wollte.
"Wirklich? Du wirst öfter verwechselt?", fragte ich, um einfach irgendwas zu sagen. Wenn ich nicht wusste, was ich tun sollte, dann plapperte ich einfach los. Schlechte Angewohnheit von mir. "Also ich werde eigentlich auch öfter verwechselt, aber das liegt daran, dass ich eine eineiige Zwillingsschwester habe. Da ist das irgendwie klar, dass man manchmal verwechselt wird. Wir sehen ja auch fast gleich aus. Nur rede ich viel mehr als sie, deswegen erkennt man uns nach einer Zeit schnell auseinander." Mir wurde bewusst, dass ich schon wieder so viel redete.
"Tut mir leid, dass ich dich verwechselt habe, weißt du, eigentlich bin ich wirklich froh, dass du das bist und nicht der, der ich gedacht hätte, du wärst es, das wäre dann nämlich etwas seltsam gewesen und vermutlich auch peinlich."
Und wenn wir schon beim Stichwort waren: "Ach und ich hoffe, dich beleidigt das nicht, dass ich dich anders genannt habe, als du eigentlich heißt. Ich wollte dich niemals beleidigen oder so. Also falls das so rüber gekommen ist. Ich bin nur einfach ein bisschen verwirrt in letzter Zeit und... Ach ich weiß auch nicht." Ich holte tief Luft, weil ich einen so langen Wortschwall von mir gegeben hatte.
"Und jetzt habe ich dich komplett vollgequatscht, obwohl dich das vermutlich gar nicht interessiert, weil es im Grunde die meisten nicht interessiert und... Wie heißt du eigentlich? Tut mir leid, dass ich erst jetzt frage, ich bin wirklich gut darin, in peinlichen Situationen einfach so viel zu reden, dass es noch peinlicher wird und ich einfach die wichtigen Sachen vergesse." Ich wurde verlegen und zog mir mein Shirt an den Ärmeln ein wenig hinunter. Vermutlich hatte ich diesen armen Typen hier jetzt so verwirrt, dass er nur darauf wartete, losrennen zu dürfen. Am liebsten hätte ich mir ein Erdloch gegraben, das war irgendwie peinlich.

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Will
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Re: Die drehenden Treppen

from Will on 01/01/2017 07:12 PM

Ich wollte gerade ansetzen etwas zu sagen, primär zu bejahen, dass ich wirklich öfter schon verwechselt wurde, als sie anfing zu reden. Immer, wenn ich dachte, sie wäre fertig, wollte ich irgendwas dazu beitragen, aber scheinbar holte sie in den längeren Pausen nur Luft, um noch mehr reden zu können. Sie redete so schnell, dass ich mir wirklich Mühe geben musste mit zu kommen und mir gleichzeitig noch irgendwie zu merken, was sie da gerade sagte. Irgendwann starrte ich sie nur mit halb geöffneten Mund an, bis sie zum Ende kam und ein wenig peinlich berührt drein blicke und ich einfach nur lachen musste. Wahnsinn, ich hatte ja schon viele gesprächige Leute getroffen, aber das Mädchen hier toppte sie alle.
"Ich bin Will.", sagte ich dann grinsend, auf ihre Frage nach meinem Namen. "Also eigentlich William, aber Will ist mir lieber. Und du?", fragte ich sie ebenso. Ich wollte ja nicht unhöflich wirken und abgesehen davon hatte sie jetzt schon so viel mit mir gesprochen, dass ich das Gefühl hatte, nur der Name fehlte mir noch, dann würde ich die wichtigsten Dinge schon über sie wissen.
"Und man merkt wirklich nur minimal, dass du gerne viel redest.", erwiderte ich schmunzelnd und ging mal davon aus, dass nicht nur ich mir im Klaren darüber war, dass das nicht der Wahrheit entsprach.
Ich konnte im Moment einfach nicht aufhören zu grinsen, so verdammt komisch war die Situation. Es hatte noch nie jemand, den ich überhaupt nicht kannte, so viel auf einmal mit mir gesprochen. Und irgendwie hatte ich das Gefühl mehr sagen zu müssen, als die zwei Sätze da, die ich von mir gab. Konkurrenz im Reden würde ich ihr zwar nicht machen, aber ich würde sie auch nicht komplett leer da stehen lassen.
"Warum wäre es peinlich gewesen, wenn du auf Johnny getroffen wärest?", fragte ich sie dann, weil das noch eines der Dinge war, die mir im Kopf hängen geblieben waren. Persönliche Fragen zu stellen war zwar absolut nicht nach meinem Geschmack, aber ich hatte im Moment noch nicht das Gefühl, dass es sie großartig stören würde, wenn sie sprechen dürfte. "Und keine Sorge, ich bin in keinster Weise beleidigt. Ich bin mir sicher, dieser Johnny ist ein wahnsinnig attraktiver Kerl. Kein Wunder, dass du mich für ihn gehalten hast.", sagte ich zwinkernd.

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Laoghaire
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Re: Die drehenden Treppen

from Laoghaire on 01/01/2017 08:02 PM

Er grinste, als ich fertig war und nannte seinen Namen. Ich wusste nicht, ob das jetzt gut oder schlecht war. Aber angesichts der Tatsache, dass er noch nicht davongerannt war, war es wohl irgendwie doch nicht so schlecht. Und irgendwie hatte sein Grinsen was. Es ließ ihn echt nett und irgendwie auch echt süß wirken. Fast wie so ein kleiner Lausbub, der etwas angestellt hatte. Oder vorhatte etwas anzustellen. Nicht, dass ich ihm das ins Gesicht sagen würde.
"Will", wiederholte ich und musste auch grinsen. "Das passt irgendwie zu dir", platzte ich heraus, ohne dass ich das wirklich wollte. Wieder würde ich rot. "Nein, ich heiße nicht William", gab ich von mir und mir ging auf, dass das ziemlicher Schwachsinn war. Natürlich hieß ich nicht Williqm, das wäre doch komplett verkehrte Welt. "Ähm sorry, ich hab nicht nachgedacht. Ich heiße Laoghaire. Kannst auch nur Lee sagen, wenn dir der Name zu lang ist. Ich mag beides eigentlich", sagte ich schließlich.
"Naja also eigentlich rede ich zwar schon gerne, aber den meisten Leuten geht das auf die Nerven. Also versuche ich weniger zu reden. Aber irgendwie passiert das einfach. Vor allem, wenn ich nervös bin oder mir was peinlich ist oder ich die andere Person eigentlich gar nicht vergraulen will..." Ich stoppte, weil ich mich mal wieder in eine total super Position manövriert hatte. Toll, Laoghaire, ganz toll! "Lachst du mich aus?", fragte ich etwas unsicher.
"Ich... Weil... Das..." Ich sah ihn planlos an. "Der ist mein Ex", nuschelte ich dann unverständlich vor mich hin, nicht einmal sicher, ob der das verstanden hatte und ob ich überhaupt wollte, dass er es verstanden hatte.
"Okay, nicht beleidigt. Das ist gut, denke ich." Auf die Sache mit Johnny und attraktiv wusste ich erst einmal nichts zu sagen, außer komplett blöd einfach ein: "Also ich finde dich auch attraktiv" in den Raum zu werfen, nur um dann die Hände vor mein Gesicht zu schlagen.
"Das wollte ich jetzt eigentlich nicht sagen", murmelte ich, ohne die Hände von meinem Gesicht zu nehmen. Oh Gott wie peinlich! Da konnte ich mich gleich eingraben gehen! Ich und meine gottverdammte unverbesserliche Klappe. Wenn ich doch einfach einmal den Mund halten könnte und nicht gleich mit allem herausplatzte, das mir durch die Gehirnwindungen schoss. Wahrscheinlich hatte Will auch eine Freundin, was das ganze gleich noch dümmer machten würde. Perfekt wäre es dann auch noch, wenn die vorbeikommen würde in dem Moment, in dem ich ihren Freund komplett unmotiviert als attraktiv bezeichnete. Oh Erdboden tue dich auf und verschlucke mich!

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Will
Deleted user

Re: Die drehenden Treppen

from Will on 01/01/2017 08:37 PM

Ich hob fragend eine Augenbraue. "Ist das gut oder schlecht?", fragte ich sie, als sie meinte, mein Name würde zu mir passen. William fand ich passte so absolut nicht zu mir. Ich hasste diesen Namen. Vermutlich, weil mein Vater ihn mir gegeben hatte. Meine Mum hatte mich immer liebevoll 'Will' genannt oder 'mein kleiner Teddybär', was ich allerdings nie jemandem erzählen würde. Will war dann doch der ansehnlichere Spitzname und weil mein Vater nichts von Kosenamen hielt, benutzte ich den jetzt ziemlich geläufig. Mit Will hatte ich mich auch soweit recht gut abgefunden und mochte den Namen. Solange man mich nicht William rief! Es war, als hätte ich in Zusammenhang mit der längeren Variante meines Namens nur schlechte Erinnerungen.
"Laoghaire?", wiederholte ich und ließ mir den Namen noch einmal durch den Kopf gehen. Selbst der Name war etwas Besonderes. Den hatte ich bisher an noch niemandem gehört. Es gab eben viele Mary's, Lola's, Jenny's oder auch William's, aber Laoghaire? Nein, der war wirklich nicht oft vertreten. "Ich glaube ich bleibe fürs erste bei der kompletten Variante... Der Name ist zu hübsch, um abgekürzt zu werden.", meinte ich dann, als sie mir anbot sie auch 'Lee' zu nennen. Vielleicht, wenn wir uns besser kannten, aber im Moment blieb ich bei Laoghaire. Sonst vergaß ich irgendwann noch wie sie eigentlich hieß, weil ich mir von Anfang an ihren Spitznamen eingeprägt hatte.
Ich konnte geradeso ein Augenverdrehen unterdrücken, als sie meinte, dass ihr Gerede anderen meist auf die Nerven ging. Nicht, wegen ihrer Worte oder gar wegen ihr an sich, sondern eher wegen der anderen Leute. Ich hasste dieses oberflächliche Gehabe und diese vorschnelle Abwendung von anderen wegen ihrer Eigenheiten. Zumal das ja dann wohl nicht nur eine Person gewesen war, die ihr das Gefühl gegeben hatte, genervt von ihr zu sein. Manche Menschen...
Aber statt irgendwas davon gegenüber Laoghaire zu sagen, lächelte ich sie nur leicht an. "Ich finde dich nicht nervig.", sagte ich ehrlich. "Ich finde es ganz erfrischend, wenn man nicht nur schweigend nebeneinander steht oder sich ignoriert oder fieberhaft versucht ein Thema für ein Gespräch zu finden. Dann lieber jemand, der einem viel zu sagen hat." Dass sie aus Nervosität so viel sprach, fand ich irgendwie niedlich. Aber das würde ich ihr nicht sagen. Dafür kannte ich sie nun wirklich zu wenig.
Rasch schüttelte ich den Kopf, als sie mich fragte, ob ich sie auslachen würde. "Nein, keine Sorge. Ich lache dich nicht aus. Ich war nur... überrascht wegen der vielen Worte, das ist alles.", sagte ich grinsend. "Und ist doch besser, wenn ich lache, als wenn ich plötzlich anfangen würde zu weinen.. oder zu schreien. Das wäre seltsam." Ich runzelte die Stirn. Warum genau kam ich jetzt mit solchen bescheuerten Aussagen? Am liebsten hätte ich jetzt über mich selbst den Kopf geschüttelt, aber für Außenstehende, in dem Fall Laoghaire, würde es mit Sicherheit komisch aussehen, wenn ich einfach irgendwo hin starrte und plötzlich den Kopf schüttelte, also ließ ich das lieber sein.
Mein Mund formte sich zu einem Stummen 'Oh', als sie erwähnte, dass Johnny ihr Ex war. Okay, damit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Ich dachte vielleicht ihr Freund oder ein Freund. Dann musste ich allerdings wieder breit grinsen, als sie meinte, ich wäre attraktiv. Und ich konnte nur mit Mühe ein erneutes Lachen zurück halten. Ich wollte nicht, dass sie wieder dachte, ich würde sie auslachen. "Danke, sowas hört man doch gern.", sagte ich schmunzelnd und verdrängte den Gedanken daran, dass sie mich vermutlich nicht mehr ganz so attraktiv fand, wenn sie erst einmal von meinen Aggressionsstörungen hörte oder die ganzen Narben an meinem Körper sehen würde, die mein Vater mir zugefügt hatte. Ich war versucht ihr das Kompliment zurück zu reichen, ihr zu sagen, dass sie ebenso attraktiv aussah, was definitiv der Fall war, aber ich konnte nicht. Ich war nicht gut darin anderen Komplimente zu machen, genauso wenig, wie ich flirten konnte. Was ich stattdessen von mir gab, hätte ich mir auch gut und gerne sparen können, denn damit stellte ich mich mal wieder recht bescheuert hin. "Ja, ich eh.. finde auch, dass du öhm... Augen... du hast tolle Augen.", sagte ich und nickte bekräftigend. "Und Haare... Jaa, deine Haare stehen dir gut." Ich presste die Lippen aufeinander, um mich am weiteren Blödsinnquatschen zu hindern und schloss einen Moment lang die Augen. Jetzt war ich derjenige, der peinlich berührt war und vermutlich auch zu allem Überfluss rot wurde. "Das.. eh.. sollte ein Kompliment werden. Tut mir leid, ich bin nicht so geübt darin.", sagte ich dann entschuldigend und lachte kurz etwas nervös. Zumindest fühlte sie sich jetzt vielleicht nicht mehr allein wie ein Idiot. Falls sie sich jemals so gefühlt haben sollte.

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