Zukunfts-Thread X

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Phil
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Re: Zukunfts-Thread X

from Phil on 04/25/2016 05:10 PM

Es war okay. Es war wirklich okay.
Wir mussten nicht darüber reden, was passiert war, und vielleicht würden wir das auch nicht mehr tun, aber ich hatte auch nicht das Bedürfnis, das zu ändern, denn wir redeten und lachten und alberten rum und es war ein unheimlich entspannter Morgen, der vielleicht sogar genau so hätte enden können, wäre da nicht diese Eule gewesen.
Natürlich dachte ich sofort an den Ascarod-Typen. Ohne, dass ich es wollte, waren da wieder Gedanken in meinem Kopf, die ich nicht denken wollte und die Eifersucht verbiss sich so fest in meinen Hals, dass ich nicht anders konnte, als das Stück Papier in ihrer Hand missmutig anzustarren. 
Bis eben hatte ich Telica unter dem Tisch noch Essensreste zugesteckt, jetzt war mir mal wieder klar, dass es einfach nicht funktionieren konnte, dass ich einmal von Vals Hütte weg ging, ohne, einen Haufen anstrengender Fragen im Kopf. Der Hemdsärmel in ihrem Bett. Der Bekannte. Ich war mir nicht sicher, was ich davon halten sollte und alleine der Gedanke an die Lösung machte mich krank. 
Trotzdem lächelte ich die Eifersucht krampfhaft aus meinem Gesicht und erhob mich.
"Klar. Ich muss eh gleich in den Unterricht."
Ich nickte. "Werd ich."
Und jetzt? Es war mir noch nie so schwer gekommen, mich daran zu erinnern, wie man sich wie ein normaler Mensch verabschiedete. Unter Umständen hätte ich sie vielleicht umarmt, aber das hier war ein Rauswurf erster Klasse und da war immer noch ein Tisch zwischen uns, der das Ganze unheimlich kompliziert und awkward gemacht hätte. 
Ich senkte kurz den Blick.
"Bis... dann?", meinte ich dann unsicher und fuhr mir schon wieder durch die Haare, obwohl ich es nicht wollte. "War..."
Schön. Sag es. Es war schön. 
Aber ich konnte nicht, so lange sich Justins schmieriges Lächeln und die dunklen Augen des Ascarod-Lehrers in meinem Kopf zu einem Gesicht vermischten.  Es machte mich krank. Also winkte ich nur ab.
"Das weißt du sowieso."
Was im Nachhinein ein gar nicht so schlechter Satz war. Sie wusste es sowieso. Ja. Valentina Quinn Umbridge wusste, wie wichtig mir das hier war, und sie wusste auch, dass ich es nicht noch einmal aushalten würde, sie an jemanden wie Justin zu verlieren. Ich nahm an, jetzt lag an ihr, was sie mit diesen Informationen tat.
Ich nickte ihr mit aufeinander gepressten Lippen zu, strich Telica flüchtig über den Kopf und verließ die Hütte, um mich zurück auf den Weg zum Schloss zu machen.

Reply Edited on 04/25/2016 05:14 PM.

Valentina

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  Wichtel

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Re: Zukunfts-Thread X

from Valentina on 04/26/2016 01:10 AM

Er wirkte gar nicht mehr glücklich so wie vorher und fragte mich, ob das jetzt wirklich wegen dem Brief war oder ob ich etwas gemacht hatte. Trotzdem bekam ich ein schlechtes Gewissen und ihn schon etwas traurig an. Ich wollte doch nicht, dass er jetzt wegen irgendwas mies gelaunt war, schließlich war das nicht meine Absicht, er sollte doch eigentlich gut gelaunt sein, wenn das irgendwie ging.
Und dann sah er auch noch so unsicher aus und sprach nicht mals zuende und ich hatte wohl grade wirklich irgendwas komplett falsch gemacht. Natoll. Mal wieder, Valentina Umbridge, du schaffst es mal wieder alles kaputt zu machen was du irgendwie aufgebaut hast. Großartig, wunderbar, ganz toll.
Vielleicht hätte ich das netter formulieren sollen, dass ich jetzt weg musste? Oder... der Kuss? Nein.. das war doch die ganze Zeit gewesen. Oder vielleicht doch? Ich hatte doch absolut keine Ahnung.
Mit schief gelegtem Kopf und gerunzeltert Stirn sehe ich zu wie er sich umdrehte und aus der Hütte ging. 
Ich konnte ihn doch nicht so gehen lassen, das ging wirklich nicht.
"Phil", sagte ich und ging ihm hinterher, weil ich ihn nicht so gehen lassen konnte, nicht ohne irgendwie zu versuchen das wieder hinzubekommen. Nicht schonwieder. Ich blieb vor ihm stehen und war wieder kurz in seinen Augen verloren, bevor ich mich zusammen riss und ihn einfach umarmte, weil es das Beste war, was mir einfiel, was nicht zu merkwürdig war. "Ich fand es auch schön und ich hoffe wir können das wiederholen." Dabei war ich mir nicht sicher, welche Wiederholung ich meinte. Und ob es wirklich nur das Frühstück war. Ich merkte wie ich dabei rot wurde und war froh ihn zu umarmen, damit er es nicht sah. 
Als ich mich wieder von ihm löste sah ich kurz auf den Boden, bevor ich ihn unsicher anlächelte. "Wirklich und ernsthaft, außerdem musst du doch noch den Mythos des Toasters entziffern." Ich grinste ihn kurz an. 

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Phil
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Re: Zukunfts-Thread X

from Phil on 04/26/2016 08:00 PM

Phil
"Ja?", antwortete ich viel zu schnell und fuhr herum und in der gleichen Sekunde verfluchte ich mich dafür.
Du erwartest nichts. Das hier mit euch ist entspannt. Sie schuldet dir nichts, und du brauchst auch gar nichts.
Die Art, wie mir das Blut in die Wangen schoss, als ich bemerkte, dass sie auf mich zu kam und das Atem beraubende Gefühl, das sich in mir breit machte, als sie plötzlich wieder in meinen Armen lag. Es dauerte kaum ein paar Sekunden, aber als sie sich von mir löste hatte ich das Gefühl, mein Herz würde gleich explodieren.
Verdammt, Phil. Reiß dich zusammen. Du bist keine 13 mehr.
"Ja...", erwiderte ich ein bisschen verstrahlt und lächelte, "...ja, der Toaster, richtig."
Ich fuhr mir durch die Haare.
Nicht durch die Haare fahren. Inzwischen weiß sie bestimmt längst, wofür das steht. 
Aber ich stand mit einem Mal viel, viel, viel zu weit neben mir. Und noch immer hatte ich keine Ahnung, warum eigentlich. Immerhin machte das ihren Bekannten ja auch nicht inexistent. Aber es war mir irgendwie egal, in dieser Sekunde. Weil sie mich umarmt hatte und es schön gefunden hatte. 
"Ich..." Ich entschied mich auf halber Spur für einen anderen Satz. "Bis... dann?" Ich grinste schief, fuhr mir (SCHON WIEDER) durch die Haare und machte mich die ersten Schritte rückwärts und dann richtig rum auf den Weg. Was war bloß los, mit dieser Welt...

- Thread frei - 

Reply Edited on 04/26/2016 08:04 PM.

Phil
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Re: Zukunfts-Thread X

from Phil on 04/26/2016 08:53 PM

Was? Cuscott-Dramaaaaaa
Wer? Sammy und Cutsiepie ^-^
Wann? Bald... so...  

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Phil
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Re: Zukunfts-Thread X

from Phil on 04/26/2016 09:01 PM

Ich hatte Kopfschmerzen.
Und es waren nicht die Kopfschmerzen, an die ich mich inzwischen beinahe gewöhnt hatte, das unnatürliche, heiße Stechen in meinen Schläfen, sondern ganz normale, Stress bedingte, wummernde Kopfschmerzen.
Aspirin half nicht.
Und ich war zu müde, um einen Trank zu brauen.
Kurz: ich war am Ende.
Der schwache Lichtschein, der mein Büro nur noch in Halbdunkel tauchte, brannte in meinen Augen und ich versuchte krampfhaft, mich auf das Papier auf dem Schreibtisch vor mir zu konzentrieren, aber es ging nicht.
Zwei Tage noch.
Zwei.
48 Stunden noch und dann würde sich entscheiden, ob ich jemals wieder den Himmel sehen würde, oder den Rest meines Lebens hinter dicken Mauern und meinen größten Ängsten zu fristen.
Am liebsten hätte ich geschlafen. Aber ich hatte zu viel Angst, wieder zu träumen. Also saß ich da und starrte die Worte vor mir an, ohne sie zu lesen und wartete darauf, dass der Tag vorbei ging. Bisher hatte es geklappt, die Ängste zu verdrängen, das Beste draus zu machen, aber gegen Abend verschwand dieser aufgesetzte Optmismus gänzlich und ließ mich allein mit all dem anderen Zeug, das mir im Kopf herum spukte. Und das war zu viel geworden, in den letzten Monaten.
Viel zu viel. 

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Samuel
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Re: Zukunfts-Thread X

from Samuel on 04/26/2016 09:30 PM

Beschwingt und im flotten Tempo lief ich durch die leeren Gänge der Schule. Es ging mir gut. So gut, wie schon lange nicht mehr. Und daran würden auch der Stapel langweilige Akten, die ich auf dem Arm trug nichts ändern. Bei einer Tasse Tee und zusammen mit Phil würden die sich schon irgendwie von selbst erledigen. Da gab es bestimmt einem Zauber oder so. Mir würde schon etwas einfallen. Obwohl Arbeit momentan das letzte war, an das ich denken wollte oder konnte.
Ich schaffte es einfach nicht das Bild von Marly von meinem innere Auge zu vertreiben. Und eigentlich wollte ich das auch gar nicht. Der Gdanke an ihr haselnussbraunen großen Augen, die braunen Locken und das fröhliche Lachen trieben mir ein Lächeln aus Gesicht.
Kurz: Es ging mir fantastisch!
Schungvoll bog ich um die Ecke und ging auf Phils Bürotür zu. Davor zum Stehem gekommen klopfte ich viermal an.
"Cutsie Pie! Ich bin`s!"
Ich wartete keine Antwort ab und drückt die Tür sofort auf. Lächelnd trat ich ins Zimmer und gab der Tür einen stupser mit dem Fuß damit sie zu fiel. In dem Raum, den Phil sein Büro nannte, herrschte mal wieder Chaos. Ohne groß darüber nachzudenken schnippste ich ein paar Mal und das Inventar begann sich selbst aufzuräumen. Mir ging es so gut, dass ich sogar mehrere Zauber parallel und ohne Zauberstab ausführen konnte. Diese Erkenntnis beschwingte mich nur noch mehr und ich stellte den Stapel Akten auf dem Tischchen zwischen den zwei Sesseln ab. Dann begann ich Tee auf zu setzen. Ich konnte mich nicht mehr zurück halten und begann fröhlich zu erzählen.
"Also ich dachte, wir machen das hier schnell fertig -ich brauche nur deine Unterschrift auf nen paar Formularen, nix großes, nur ein Briefe an Eltern für Schadensersatz und Mahnungen an Schüler, das übliche eben- und dann hatte ich gehofft, dass du kurz Zeit hast? Ich hab nämlich das Gefühl zu platzen, wenn du weißt was ich meine, und ich muss mit irgendwem darüber sprechen..."
Etwas außer Atem drehte ich mich zu Phil um und blickte ihn waretdn an, während ein Staubwedel vor ihm seinen Schreibtisch entstaubte. "Was sagst du?"

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Phil
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Re: Zukunfts-Thread X

from Phil on 04/26/2016 09:52 PM

Es klopfte vier Mal.
Cutsie Pie!
Das war besser als Philipp. Aber definitiv nicht viel heilsamer für meine Migräne. 
Noch bevor ich etwas antworten konnte, flog die Tür auf und Sam wuselte ins Zimmer, fröhlich plappernd und aufräumend (ich versuchte, noch nach ein paar Zetteln zu greifen, die ich eigentlich ganz gut hätte gebrauchen können, aber es war zu spät) und Tee aufsetzend (obwohl ich noch Tee hatte - auch wenn der längst kalt war).
Etwas irritiert verfolgte ich seine Bewegungen und fragte mich, was den gerade ritt, denn das war definitiv kein normaler Auftritt von Sammy. Er redete nie so viel und so fröhlich auf einmal und setzte dabei ganz bestimmt keinen Tee auf, ohne wenigstens einmal richtig Hallo zu sagen.
Erneut flog mein Blick zu dem halb beschriebenen Blatt vor mir und ich musste blinzeln, weil das Brennen schlimmer wurde, dann erhob ich mich langsam und fuhr mir durch die Haare. Natürlich freute ich mich, ihn zu sehen. Und natürlich war es schön, dass er so gut drauf war. Aber gerade war mir das irgendwie eine Spur zu viel, um entsprechend damit umzugehen.
Mit den Händen in den Hosentaschen lehnte ich mich an meinen Schreibtisch und musterte ihn müde.
"'Nabend", antwortete ich dann, bevor ich realisierte, dass er mir eine Frage gestellt hatte - und ich hatte ihm nicht wirklich zugehört, bei seinen Ausführungen. "Was?", fragte ich also ein wenig verwirrt und rieb mir die Augen - ich war müde, so verdammt müde, und ich hätte alles gegeben, für ein paar Stunden ruhigen Schlaf. Aber ich hatte zu viele Schlaftränke getrunken in letzter Zeit und selbst die machten meinen Schlaf jetzt nur noch unruhig und leicht. 
Mit einem leichten Zucken bemerkte ich, dass er jetzt mit einem schwebenden Staubwedel (wo auch immer er den jetzt her hatte) meinen Schreibtisch putzte und klappte die Mappen zu, die darauf lagen - er war ziemlich aufdringlich und irgendwie war mir das unangenehm, wenn ich daran dachte, was auf den Zetteln gestanden hatte, die er eben mit einem einzigen Fingerzucken weg geräumt hatte.

Reply Edited on 04/26/2016 10:01 PM.

Samuel
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Re: Zukunfts-Thread X

from Samuel on 04/30/2016 05:08 PM

Phils verdatterten Gesichtsausdruck bemerkte ich nur am Rande des Geschehens. Denn im Moment paarte sich das berauschende Gefühl von Magie mit meiner ohnehin fantastischen Laune. Ich hätte jauchzen können vor Glück. Das kam zwar wahrscheinlich mehr von den vielen Zaubern, dich ich momentan gleichzeitig ausführte als von dem Bild der lachenden Marly in meinem Kopf aber ich scherrte mich nicht darum. Stattdessen genoss ich das Prickeln von Magie, das mir eine Gänsehaut bescherrte und beobachtete mein Werk, während meine Hand mit dem Zauberstab ganz von allein weiter ihre Schlenker und Muster ausführte.
Um mich herum räumte sich der ganze Raum  von alleine auf. Bücher glätteten ihre zerknickten Seiten und flogen zurück an ihren Platz im Regal, Kehrblech und Handfeger kehrten den Boden, Schülerakten hüpften in ihre Schubladen, Kissen schüttelten sich selber auf, Pergamentrollen, Briefe und Federkiele flogen durch die Luft und sämtliche Kerzen im Raum erwachten nacheinander flackernd zum Leben. Kurz gesagt: Es war großartig.

Grinsend drehte ich mich um und erblickte Phils Gesicht...
...und mit einem RUMMS landeten all die Dinge, die eben noch so munter durchs Zimmer geflogen waren synchron auf dem Boden. Fielen einfach aus der Luft und knallten alle zusammen auf das Parkett.

Erschrocken zuckte ich zusammen. Das war mir noch nie passiert. Klar, mir waren Zauber öfter mal nicht geglückt aber noch nie, wirklich noch nie hatte jemand es geschafft meine Magie einfach so und mittendrin zu stoppen. Und schon gar nicht mit einem einzigen Blick. Andererseits hatte mich auch noch nie jemand, den ich meinen Freund nannte so angesehen.
Oh, und wie er mich anguckte. Scheiße.
Eben noch hätte ich am liebsten den ganzen Abend mit reden verbracht aber jetzt wagte ich es nicht auch nur den leisesten Pieps von mir zu geben. Meine gute Laune war verflogen. Weg. Wie niemals da gewesen.
Ich wusste nicht was ich zuerst in Phils Gesicht erkannte. Genervtheit? Ja, definitiv. Abscheu? Jop, auch das war vertreten, da in seinem rechten Mundwinkel. Bedrohlichkeit? Auf jeden Fall!
Mir brach der kalte Schweiß aus und die Nervosität, die ich den ganzen Nachmittag kaum gespürt hatte, schlug mir mit der geballten Faust in die Magengrube. Ich spürte, wie mir kleine Schweißperlen auf die Stirn traten. Am liebsten hätte ich mich in meine Wohnung verkrümmelt und mich unter meiner Bettdecke zusammen gerollt.
Was mich am meisten fertig machte, war die Stille. Er sagte nichts. Rein gar nichts. Dabei sagte Phil immer irgendetwas. Wo waren die coolen Sprüche und die Witze, wo war die Selbstironie und dieses verspielte Grinsen um seine Mundwinkel.
Jetzt saß er einfach nur so da, mit dunklen Ringen unter den Augen, blasser Haut und diesem vollkommen fremden Gesichtsausdruck.
Okay, ich hatte gerade defintiv irgendwas gewaltig verbockt. Scheiße!

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Phil
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Re: Zukunfts-Thread X

from Phil on 05/01/2016 03:23 PM

Während mein Büro sich wieder in den Normalzustand zurück verwandelte, ging ich langsam zur Tür und strich abwesend über das Schloss. Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so sehr dafür verflucht, die Abschließ-Zauber nicht mehr nachgeholt zu haben, nach der zweijährigen Zauber-Pause. Ich hatte mein bestes gegeben, vor zwei Stunden, und das Ergebnis? Samuel hatte sie ohne den leisesten Anflug von Mühe geöffnet. Ein kalter Schauer fuhr mir über den Nacken, als mir bewusst wurde, was das hieß. Er könnte auch zurück kommen. Jederzeit. 
Plötzlich sah ich aus den Augenwinkeln, dass der Teppich begann, zu zucken, um sich selbst auszuklopfen und in der nächsten Sekunde stand mein Fuß auf der Ecke und ich versuchte möglichst unauffällig zu verhindern, dass er die riesige, eingetrocknete Blutlache frei gab, die ich notdürftig damit abgedeckt hatte. Ich wollte keine Fragen, heute Abend. Keine Gespräche. Eigentlich wollte ich überhaupt gar nichts Anderes, als zu schlafen.
Mit einem Mal hörte der Teppich unter meinen Füßen auf, zu zucken. Und auch der Rest kam zum Stillstand. 
RUMMS.
Das Geräusch von unzähligen Gegenständen, die gleichzeitig zu Boden gingen, klingelte tausendfach verstärkt in meinen Ohren wieder und ich schloss für ein paar Sekunden Schmerz verzerrt das Gesicht, bis das dumpfe Wummern in meiner Schädeldecke wieder zu einem unterschwelligen Dröhnen abgeklungen war und mich mit dem Stechen in meinen Augen zurück ließ, das durch meinen Kopf fuhr, als ich sie wieder öffnete.
Mein Blick wanderte zu Sam und beinahe hätte ich mich erschrocken. Beinahe. Ich war viel zu müde, um noch irgendwie zu reagieren.
Er stand da, als hätte er einen Irrwicht gesehen. Eben noch überschwänglich und gut gelaunt wirkte er jetzt eher blass und verängstigt und er starrte mich an, als hätte ich ihm ins Gesicht geschlagen. Was hatte ich jetzt schon wieder gemacht...? Ich fuhr mir langsam durch die Haare und eine Weile geschah nichts. Aber ich kannte den Blick, den er jetzt aufsetzte. Und er hieß nichts Gutes.
Was war es diesmal gewesen, das ihn zurück in den kleinen verspotteten Ravenclaw-Jungen verwandelt hatte? Man musste so unheimlich vorsichtig mit Sams Selbstbewusstsein umgehen, dass ich mir nicht einmal sicher war, was ich dieses Mal gemacht hatte, damit es so weit kam. Immer noch passierte nichts, und irgendwann begann ich, zu verstehen.
Nahm er es jetzt ernsthaft persönlich, dass ich nicht in Freudentränen ausbrach, wenn er hier einbrach und mein Büro auf den Kopf stellte, zwei Tage vor dem absoluten Ultimatum? Er selbst hatte mir doch vorgehalten, wie schmal der Grad war, auf dem ich wanderte und ich glaube wir wussten beide nur zu gut, dass es wirklich beschissen aussah, gerade. Ich beschloss, seinen Gesichtsausdruck zu ignorieren. Ich wollte mich nicht erklären, ich wollte schlafen. Also verschränkte ich müde die Arme und lehnte mich an meinen Schreibtisch, bevor ich mit ziemlich kratziger Stimme fragte: "Was willst du, Sammy?"
Es sollte nicht einmal abwesend wirken. Aber er wollte garantiert irgendwas und je schneller ich das heraus bekam, desto eher hatte ich eine Chance darauf, die schrecklichen Papiere hinter mir auf der Tischplatte heute Abend noch fertig zu schreiben. 

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Samuel
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Re: Zukunfts-Thread X

from Samuel on 05/01/2016 04:08 PM

Bitte, bitte, bitte sag was. Irgendwas. Komm schon, Phil!
Aber nichts. Er starrte einfach nur zurück und fuhr sich mit der Hand durch die ohnehin schon zerzausten Haare. Ich wusste nicht was ich tun sollte aber ich konnte diesen Blick nicht ertragen. Also begann ich erst langsam und dann immer hektischer all die Dinge aufzuheben, die eben auf dem Boden gelandet waren. Meinen Blick hielt ich dabei immer schön unten.
Bloß nicht hingucken Sam, einfach nicht gucken und weiter sammeln...
Schnell stapelten sich die Briefe und Papiere, Akten, Federkiele und Bücher auf meine Armen und ich musste zu Phils Schreibtisch, um den ganzen Kram abzuladen. Also hielt ich den Blick einfach auf den Tepich gerichtet, als ich an ihm vorbei huschte. Es gelang mir erfolgreich alles abzuladen und dann mit einem Stapel Bücher auf dem Arm zu einem Regal zu wandern und sie gaaaanz langsam einzusortieren. Solange ich mit dem Rücken zu Phil stand, war alles gut. Meine zittrigen Finger ignorierte ich jetzt einfach mal. Während ich eine uralte Ausgabe von "Geschichte der Zauberei" zurück an ihren Platz wuchtete und mich wunderte, wann Phil die wohl aus der Bibliothek geklaut hatte, versuchte ich mir den vergangenen Nachmittag wieder vor Augen zu rufen. Ganz bewusst zwang ich mich, an alles zu erinnern. Es half zumindest ein bisschen.
Ich musste mich einfach schön auf meine Bücher und die Bilder in meinem Kopf konzentrieren, dann würde alles gut werden.
"Sammy, was willst du?"
Erschrocken fuhr ich herum und starrte ich Phil an. Er sah immernoch so schrecklich genervt aus, dass ich Mühe hatte zu sprechen. Außerdem fühlte es sich jetzt so an als würde mein Brustkorb zusammen gedrückt. So schlimm war es schon lange nicht mehr gewesen. Nicht seit dieser einen seltsamen Nacht in diesem Büro.  Scheiße.
Atmen, Sam, atmen. Und dann einfach reden, antworte ihm einfach. Wie sonst auch immer.
"Ähm, ich... ich wollte, wollte nur.. ähm", ungenau machte ich eine Bewegung in Richtung der Papiere auf dem Kaffeetisch, "die P-papiere für d-die-"
Ich stoppte und sah ihn verzweifelt an. Dass ich eben gestottert hatte, machte mich jetzt vollkommen fertig. Ich stotterte nicht. Schon seit Jahren nicht mehr. Das sollte gefälligst so bleiben. Also atmete ich tief durch und wischte meine schweißigen Hände an meiner Hose ab. Dann begann ich langsam und stockend zu sprechen, kontrollierte jedes Wort auf Stotterer bevor ich es aussprach:
"Ich brauche... deine Unterschrift. Für ähm... ein paar Sachen."
Puh. Erleichtert drehte ich mich wieder um und räumte das letzte Buch ins Regal. Dann fiel mir auf, dass ich jetzt ja wieder nichts zu tun hatte und mein Blick zuckte zwischen Phils Gesicht und der Tür hinter ihm hin un her. Er stand direkt davor. Mist. Und einfach gehen, das hätte ich eh nicht gekonnt. Also entschied ich mich stattdessen zuerst meine Sachen einzupacken und DANN zu gehen. Ich eilte zu Kaffeetisch und begann fahrig die Papiere zusammen zu raffen.
"Tut mir leid... wirklich, tut mit leid, Phil."

Reply Edited on 05/01/2016 04:09 PM.
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