Zukunfts-Thread XII

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Reyk

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Reyk on 05/20/2017 07:04 PM

Ich setzte mich auf die Bank neben der Frau, doch ihre Einkaufstaschen schafften eine Art Barriere zwischen uns. Wäre sie weniger distanziert gewesen, hätte ich sie vermutlich versucht davon zu überzeugen, diese auf den Boden zu stellen - oder ich hätte es einfach selbst übernommen mit einem frechen Spruch auf den Lippen.
Diese Frau jedoch, würde das nur verschrecken. Sie war - leider - doch nicht annähernd so naiv und leichtgläubig, wie ich zu Anfang angenommen hatte. Fast verspürte ich so etwas wie den Anflug eines schlechten Gewissen, weil ich sie anscheinend so sehr in Anspannung versetzte. Ich vielleicht etwas dreist und nahm mir zumeist einfach, was ich wollte, aber ich war kein Unmensch - ich war einfach ein Vampir.
Manchmal fragte ich mich, ob die Menschen, die ich traf, irgendetwas davon ahnten. Ahnte die Frau etwas, die sich nun als Anne vorstellte?
Oder verunsichtere sie einfach die Tatsache, dass es nacht war und ein Fremder sie auf offener Straße ansprach?
Ich überlegte kurz die Sache abzuhaken und zu gehen. Doch zunächst könnte ich auch einfach noch einmal versuchen meine Taktik zu ändern.
Ich wandte also meine Aufmerksamkeit von der brünetten Frau ab, zumindest augenscheinlich, denn eigentlich konnte ich gar nicht anders als wahrzunehmen, dass sie so roch, als würde ihr Blut vorzüglich schmecken. Alibihalber zog ich mein Handy aus der Tasche meiner Lederjacke und tat so, als würde ich meine Nachrichten checken.
Dann seufzte ich auf und meinte: "Sieht ganz so aus, als würde ich versetzt werden."
Ich ließ meinen Blick die Straße rauf und runter schweifen, als hätte ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dann blickte ich zu Anne. "Wohnen sie auch in London oder sind sie als Touristin hier?", fragte ich, als wolle ich mir einfach die Zeit vertreiben.
Normalerweise verschwendete ich meine Zeit nicht mit so etwas, aber ich war ehrlich gesagt nicht sonderlich scharf darauf, jetzt schon zurück ins Falcon Grand zu gehen. Blutdurst hin- oder her. 

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Anne

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Anne on 05/21/2017 12:25 AM

Ich war ehrlich verwirrt. Der Mann rückte nicht näher heran. Er nahm die Taschen nicht von der Bank oder bat mich darum. Er laberte mich nicht doof von der Seite an oder gar anzüglich oder ähnliches. Er versuchte nicht, mich anzufassen.
Kai saß einfach so auf der Bank und wartete - so wie ich. Er sagte nichts mehr, schien in Gedanken versunken - bis er sein Handy hervor holte und seine Nachrichten las. So wie es sich anhörte, nichts allzu sehr erfreuliches. Er seufzte tief und sagte laut, dass sein Treffen heute nicht mehr stattdinden würde ... Dabei war ich mir nicht ganz sicher, ob er mich ansprach oder nur Sebstgespräche führte. Er war einfach ein junger, höflicher Mann, der auf jemanden wartete. Oder besser gewartet hatte.
Mir war immer noch unwohl - aber das war mir um ehrlich zu sein auch schon gewesen, bevor er plötzlich da gestanden hattte wie aus den Schatten getreten. Das hieß, was mir eigentlich Angst machte, war die Tatsache, dass es Nacht war - und die Geschichten, die man damit in Verbindung setzte. Wäre es Mittag, hätte ich mir vermutlich viel weniger dabei gedacht.
Ich reagierte einfach wieder total über - statt vorsichtig zu sein, schob ich grundlos Panik. Rein gar nichts hatte darauf hingedeutet, dass er auf irgendeine Weise gefährlich war. Ein bisschen seltsam vielleicht, ja, aber wer war denn niemals komisch? Ich musste ja niht gleich naiv drauf los plappern, aber was sprach denn dagegen, sich freundlich zu unterhalten? Ganz unpersönlich, einfach nur, um die Zeit ein bisschen schneller vergehen zu lassen.
Also sah ich ihn wieder an, während er fast noch hoffnungsvoll den Blick über die Straße gleiten ließ, bevor er sich dann wieder direkt an mich wandte. Ich entschied, dass das eine Frage war, die man durchaus ungezwungen beantworten konnte.
"Mittlerweile wohne ich in London, mir gefällt es hier", antwortete ich wahrheitsgemäß und schielte fast reflexartig nochmal auf das Handydisplay. Was ja vollkommen unnötig war, immerhin hatte ich eben erst nochmal drauf geschaut.
"Und ehm, Schade wegen Ihres Treffens", fügte ich dann noch hinzu.

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Reyk

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Reyk on 05/29/2017 01:33 PM

"Ja, wirklich schade", sagte ich und gab meiner Stimme dabei einen leicht wehmütigen und abwesenden Klang. 
Es schien ganz so, als würde die Frau sich entspannen und ich würde das Gespräch einfach aufrecht erhalten. Was hatte ich schon groß zu verlieren? 
"Also kommen sie gar nicht von hier?", fragte ich neugierig und blickte sie erwartungsvoll aus blauen Augen an.
"London ist auch nur meine zweite Heimat. Ursprünglich komme ich aus Island", plauderte ich drauf los und schenkte Anne ein charmantes Lächeln. 
Sie war wirklich eine schöne Frau und ich sah keinen Grund, nicht mit ihr zu flirten. Ich hatte sie ja sowieso so lange einlullen wollen, bis sie sich bereit erklärte, mir ihr Blut als Getränk anzubieten. Der Trick dabei war nur, dass man sie dazu brachte 'Ja' zu sagen, ohne dass ihnen wirklich bewusst war, was sie da erlaubten. 
Es war schon fast wie ein Spiel. Schöne Frauen verführen und gleichzeitig auch noch einen frischen Snack abstauben. Und ich war wirklich gut darin.
Einer der Gründe, warum ich darauf verzichtete, eigene Getreue zu haben. Ihre Abhängigkeit verdarb doch den gesamten Spaß und außerdem wollten sie alle nur das Eine durchsetzen - selbst ein Vampir werden.
"Schade ja," bestätigte ich, "Aber andererseits wäre ich ansonsten nie dazu gekommen mit ihnen zu sprechen."
Die vorherige Schauspielerei ließ ich nun ganz. Weder Handy noch das nächtliche Treiben auf und neben der Straße zogen meine Aufmerksamkeit auf sich. Als ein Windhauch Annes Duft zu mir herübertrug, konnte ich nicht verhindern, dass meine Augen einmal kurz rot aufflackerten - wenn auch nur für einen Sekundenbruchteil. 
Ich war wirklich hungrig und noch zu jung, um meinen Blutdurst vollständig unter Kontrolle zu haben. Aber bei der Dunkelheit sahen Menschenaugen zum Glück nicht allzu scharf. 

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Anne

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Anne on 06/01/2017 09:00 AM

Es war seltsam ... anziehend, in seine Augen zu sehen. Sie schienen so klar zu sein, auch wenn ich in dem spährlichen Licht keine Frabe erkennen konnte. Und seine Stimme war ölig weich, aber alles andere als süß. Irgendwie fesselte er meinen Blick an sich und es fiel mir immer schwerer, weg zu sehen. Er war schon sehr charmant ...
"Ja, ich bin ebenfalls Einwanderer, wenn man das so nennen will ... ich komme aus Deutschland."
Meine Stimme war jetzt viel freundlicher und überhaupt nicht mehr distanziert. Aber im Moment kam mir nicht in den Sinn, dass das vielleicht gefährlich werden könnte - wieso auch? Meine Vorsicht war zwar irgendwie da, aber versteckt hinter einem Tuch, ich konnte sie nicht sehen oder spüren.
Ein noch ziemlich frühlinghaft kühler Windstoß brachte die Einkaufstüten auf der Bank zum zittern und eine davon fiel um, also packte ich sie kurzerhand, um sie zwischen meinen Füßen einzuklemmen. Jetzt wirkte der Abstand zwischen mir und dem jungen Mann nicht mehr ganz so groß ... Und ich beugte mich etwas zu ihm rüber, als ich auf sein offensichtlich flirten antwortete: "Sehr freundlich von Ihnen, aber meinen Sie nicht, ich bin etwas zu alt?" Dabei konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Würde ich die Stimme in meinem Kopf wahrnehmen, hätte sie mir vermutlich zugeschrien, dass ich anscheinend lebensmüde war.
Aber ich hörte nichts.

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Reyk on 06/10/2017 07:40 PM

Ich sah es in den Augen der Frau, dass sie was meinen Charme betraf ganz und gar nicht immun war. 
"Deutschland", meinte ich und wiederholte damit einfach was sie gesagt hatte, um ihr zu zeigen, dass ich ihr aufmerksam zuhörte. Meine Tonfall dabei war warm und weich, als wollte ich ihr damit auch gleichzeitig ein Kompliment machen. Als wäre ihre Herkunft für mich wie ein hübsches Puzzleteil ihrer selbst, dass sie mir soeben eröffnet hatte.
Und irgendwie war es ja auch so. Selbst wenn ich nicht näher an ihr als Person interessiert war, machte es doch irgendwie Spaß mit ihr zu reden und mehr über sie in Erfahrung zu bringen. Es gehörte einfach mit zum Spiel. Und ich spielte wirklich gerne.
Als Anne die Einkaufstaschen zwischen uns wegnahm und auf den Boden stellte, schenkte ich ihr ein breites Lächeln und beglückwünschte mich selbst im Stillen dazu, dass ich mich genug unter Kontrolle hatte, damit meine spitzen Eckzähne dabei nicht zum Vorschein kamen.
"Alter ist doch relativ", sagte ich schmunzelnd und streckte meiner Intuition folgend meinen Arm aus, um ihr eine Haarsträhne hinters Ohr zu streichen, "Und woher wollen sie denn wissen, dass ich nicht jünger aussehe als ich bin", fügte ich schelmisch hinzu.
Sie wusste ja gar nicht, WIE relativ das Alter war, besonders für jemanden wie mich. Vampire alterten schließlich nicht. Wäre sie auf einen anderen Vampir getroffen, hätte es sogar sein können, dass er viel älter war, als er ausssah.
Bei mir dagegen lagen zwischen dem Alter bei dem ich verwandelt worden war und meiner wirklichen Lebenszeit nur wenige Jahre. Nichts war auffiel oder wirklich von Bedeutung war.
In dem Moment wo meine Finger ihre Haut streiften - auch wenn es nur für einen Sekundenbruchteil war, spürte ich wie meine Reißzähne zum Vorschein kamen. Mein Lächeln wurde ein wenig zugeknöpfter, damit sie es nicht sah, war aber durchaus noch als charmant zu bezeichnen.
Ich hatte sie fast so weit, das wusste ich. Der Trick war es jetzt nichts zu Überstürzen. Kaum merklich rückte ich ein kleines Stückchen näher zu der Frau, deren Duft mir einen wirklich grandiosen kleinen Imbiss versprach.

(freue mich gerade über den Begriff 'Imbiss' bei einem Vampir xD imBISS hahahaha)

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Anne on 06/12/2017 08:01 PM

Kai schien ernsthaft interessiert an dem Gespräch - natürlich, er hatte es auch angezettelt - und alles was er sagte, klang so ehrlich und hinterfragte kein einziges davon. Dass ich hier auf mein Taxi wartete, war völlig in den Hintergrund gerutscht.
"Das haben Sie aber wirklich sehr ...", setzte ich verlegen an und verstummte, als er mir plötzlich eine Haarsträhne hinter die Ohren strich. Diese Geste war viel zu vertraut für die Situation; das Kribbeln an der Stelle, wo seine Finger meine Haut gestreift hatten, müsste eigentlich eine Warnung sein, aber ich war einfach nur sehr geschmeichelt.
"... sehr charmant ausgedrückt ...", beendete ich meinen Satz und betastete errötend meine Schläfe. Dann grinste ich zurück.
"Stimmt, da haben Sie Recht. Aber Sie könnten auch wesentlich jünger sein, als Sie aussehen ..."
Mir war durchaus bewusst, dass sich irgendetwas in seinem Blick verändert hatte, aber ich konnte es nicht benennen oder einordnen. Mir entging auch nicht, dass er etwas näher rutschte, ob nun absichtlich oder nicht. Ein bisschen seltsam war mir ja schon, aber er war ja nur einfach nett ...
Ich wusste nicht, was ich zu ihm sagen sollte, ich wollte das Gespräch nicht mit einem Schweigen beenden, aber mir fiel keine einzige Frage ein. Also blickte ich ihn stattdessen einfach an und lächelte etwas verlegen, als sich unsere Blicke kreuzten und er meinen fest hielt.
"Miss, haben Sie ein Taxi bestellt?", fragte plötzlich die Stimme einer älteren Frau.
Vor mir an der Straße hatte ein Taxi gehalten, das Fenster an der Beifahrertür war herunter gelassen und die Fahrerin sah mich fragend an. Ich hatte komplett die Zeit vergessen ...
"Ehm ...", ich räusperte mich, "Ja ... ja, hab ich ..."
Ich griff nach den Taschen und stand etwas zerstreut auf.
"Hat mich sehr gefreut, Kai", verabschiedete ich mich von dem jungen Mann, stieg dann schnell in den Wagen und nannte der Frau meine Adresse, nachdem sie das Fenster wieder hochgefahren hatte.
"Da haben Sie sich aber einen hübschen jungen Mann geangelt, wenn ich das anmerken darf, Miss", meinte die Fahrerin mit einem kurzen Seitenblick zu mir, als wir losfuhren.
"Oh ... also ehm, eigentlich kenne ich ihn gar nicht ... er hat sich vorhin zu mir gesetzt."
Der Ausdruck, der sich dann auf dem Gesicht der Frau ausbreitete, holte mich wieder in die Wirklichkeit zurück und mit einem Schauer wurde mir bewusst, was eigentlich gerade passiert war.

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Reply Edited on 06/20/2017 09:40 PM.

Reyk

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Reyk on 06/20/2017 07:42 PM

Es war wirklich ärgerlich, dass das Taxi kam und die gerade gewonnene Aufmerksamkeit und Offenheit der Frau für mich unerreichbar machte. Noch bevor ich reagieren und sie aufhalten kannte, stand sie auf, verabschiedete sich und stieg in das Taxi.
Ich konnte nicht anders als dabei zuzusehen wie mein attraktiver potentieller nächtlicher Snack sich im Londoner Straßenverkehr verlor.
Ein Jammer. 
Ich seufzte und stand ebenfalls von der Bank auf. Nun hatte ich keinen Grund mehr um nicht zum Falcon Grand zurückzukehren und mich meinen Verpflichtungen im Clan zu stellen. 
Die junge blonde Frau, die mir dabei ein aufreizendes Lächeln zuwarf als sie an mir vorrüberging ignorierte ich einfach. Erstens hatte ich keine große Lust noch einmal großen Aufwand für nichts zu betreiben und zweitens war irgendetwas an dem Geruch der Frau seltsam. Ganz genau konnte ich mir das nicht erklären, aber es schreckte mich intuitiv ab.
Dann lief ich los.

>>>>>>>>>> Thread frei

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Reyk on 06/20/2017 11:16 PM

Ivar & Reyk
Ende Mai
Oxleas Wood

Ich nahm einen letzten Zug von meiner Zigarette - ein Laster, das mir erst seit meiner Verwandlung anhing - warf sie auf den Boden und trat sie mit dem Fuß aus. 
Die Sonne war schon tief gewandert und schob sich bereits aus meinem Blickfeld, immer weiter hinter die Wipfel der Bäume. Es war kurz vor Sonnenuntergang und noch war nichts von Ivar zu sehen.
Wir hatten keinen genauen Treffpunkt ausgemacht, aber ich war mir sicher, dass der Nighthunter in der Lage war mich zu finden. Also betrat ich den Wald in gemächlichem Tempo und machte mir gar nicht erst die Mühe, mich dabei nach ihm umzusehen.
Ich wusste nicht, ob es so eine gute Idee gewesen war auf Ivars 'Brief' zu antworten und hierher zu kommen, aber es war nun einmal so, dass wir momentan beide in London lebten und es vermutlich zwangsläufig dazu kommen würde, das wir uns begegneten. 
Als Aegirs geplanter Nachfolger hatte ich schließlich desöfteren mit Nighthuntern zu tun, wenn ich den Clan in irgendwelchen strittigen Belangen ein Gesicht gab.
Dann war es vielleicht auch besser, wenn wir uns abgesprochen begegneten - mit einem Waffenstillstand.
Ein bitteres Lächeln durchschnitt die ansonsten nichtssagende Fassade meiner Mimik, als ich daran dachte, dass mein eigener Halbbruder geradezu scharf darauf war, mir und Aegir ein Messer ins Herz zu stoßen, um uns danach mit Genugtuung zu verbrennen. Es war eine Schande wie verblendet er war, auch wenn es nicht überraschte, wenn man bedachte, was für ein Mann ihn aufgezogen hatte.

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Ivar

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Ivar on 06/21/2017 02:48 AM

Er hatte einen Wald gewählt. Ich hätte lügen müssen, wenn ich nicht überrascht gewesen wäre. Aber nur einen Moment. Irgendwo floss dann wohl doch noch Blut von unserem Blut in ihm, egal ob er für uns verloren war oder nicht. Ein Stück meines Vaters. Und dieser Frau. Snædís. Immer wenn ich den Namen hörte klang es wie ein Lied in meinen Ohren. 

Unter enormer Schulteranstrengung zog ich mich auf einen Stein und dehnte den Nacken. Vielleicht war es Schicksal, dass mir ausgerechnet heute die Synapsen einen Streich spielten, kaum, dass ich den Wald betreten hatte. Aber es hatte mich nicht gestört. Nach ein paar Jahren wusste man wie man sich abfing. War das Umbinden der lahmen Beine eine Sache weniger Momente. Und auch noch ganz andere Dinge vorstellbar. Genug Mitschüler hatten mich in solchen Situationen unterschätzt, gedacht sie hätten leichtes Spiel mich zu besiegen. Aber der Krüppel hatte sie eines Besseren belehrt.
Nicht heute. Heute war Waffenstillstand.

Heute war ein Anfall von Schwäche.
Ich wollte ihn nicht erlösen bevor ich nicht einmal mit ihm gesprochen hatte. Er war mein Bruder, so oder so. Und was? Ich war zehn Jahre alt gewesen als ich ihn das erste Mal sah. Kein Wort hatten wir miteinander gesprochen. Und wenn meine Brüder und Schwestern mich eines Tages fragen würden wie ihr großer Bruder gewesen war wollte ich antworten können. Mehr als: Beeindruckend.

Hinter mir, noch weit genug entfernt, knackte es. Nur kurz wandte ich den Blick sacht zur Seite, dann sah ich wieder auf das Flüsschen vor mir. Das letzte Sonnenlicht glitzerte darin gelblich-orange. Wie die Mähne eines Löwen.... in aller Ruhe legte ich die Finger an die Lippen und ließ einen lauten Pfiff hören. Vampirsinne hin oder her: Er sollte mich finden.
Als ich ihn nah hinter mir hörte saß ich noch immer mit dem Rücken zu ihm auf diesem Stein - wo genau hätte ich auch sonst hinkriechen sollen - und sah auf das Wasser.
Er war der Ältere. Er hatte das Recht auf das erste Wort.   

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Reyk

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Re: Zukunfts-Thread XII

from Reyk on 06/29/2017 08:12 PM

Meine Schritte waren fast lautlos, nur vereinzelt knackte ein Ast unter meinen Füßen. Das war der Vorteil ein Kind der Nacht zu sein. Man war nahezu lautlos.
Das letzte Licht des Tages schimmerte in sanftem gold und orange durch das dichte Blätterdach des Waldes und ich schmunzelte. Wo hätte ein besserer Ort für ein Treffen mit Ivar sein können, als hier?
Doch hätte ich heute nach einem Kampf verlangt, würde ich nach Blut verlangen, hätte ich einen anderen für unser Treffen gewählt. Einen Ort, an dem ich meine Stärken noch besser ausspielen wollte.

Ich vernahm einen leisen Pfiff und folgte dem Klang ohne zu zögern, auch wenn ich wenig davon hielt herangepfiffen zu werden wie ein Hund.
Nach wenigen Schritten lichteten sich die Bäume ein wenig und ich erblickte einen Bach in dem sich die Abendröte brach und wie Blut hineinzufließen schien. Vermutlich das einzige Blut das heute Abend fließen würde.
Direkt am Ufer auf einem großen Stein saß ein junger Mann mit dunklem Haar. Er drehte sich nicht zu mir um und doch war mir klar, dass er wusste, dass ich nicht weit hinter ihm stand. 
Es war seltsam, das letzte mal als ich meinen Halbbruder gesehen hatte, war er noch ein Kind gewesen. Um die zehn Jahre alt war er damals gewesen, hatte sich auf Krücken gestützt und Aegir und mich mit großen Augen angeblickt. Als wären wir Raubtiere, die sich in Islands schneebedeckten Weiten auf ihn zuschlichen.
Er hatte ja nicht ahnen können, wie verwirrt und aufgewühlt ich damals geewesen war. Ich hatte es nicht zeigen wollen. Ich hatte einfach stark sein wollen.
Oft kam mir diese Begegnung noch unwirklich vor, so weit ab von London, was zu diesem Zeitpunkt noch viel mehr Heimat für mich gewesen war, als das Land meiner Ahnen. Selbst mein längerer Aufenthalt in Island, meine Suche nach meinen Wurzeln, hatte nichts an dieser Tatsache geändert. Ivar war mir immer noch genauso fremd, wie auch unser Vater.

Ich blieb einen Moment stehen und dachte daran, wie einfach es in diesem Moment wäre, Ivar zu töten. So wie er dasaß, so schnell wie ich bei ihm sein könnte, so leicht wie meine Reißzähne Blut fließen ließen. Doch es galt Waffenstillstand, so war es abgemacht, so verlangte es meine Ehre. Und selbst hätte keiner gegolten, ich hatte meinem Halbbruder nie nach dem Leben getrachtet. Für mich war er in gewisser weise auch ein Opfer, ein Mensch dessen Leben nachhaltig beeinflusst wurde von Hakon - nachhaltig ruiniert. Er würde früher oder später Aegir aufsuchen und angreifen und das würde sein Ende sein. Welche Verschwendung von Lebenszeit.

Ohne Hast trat ich neben den Stein, ohne Ivar anzublicken.
Mir war klar, dass mir das erste Wort galt und ich rechnete es Ivar an, dass er mir genug Respekt entgegen brachte, um diese simple regelhafte Tradition einzuhalten. So unterschiedlich wir auch aufgewachsen sein mussten, wir hatten doch die gleichen Traditionen und Werte vermittelt bekommen - wenn ich auch in ihnenmit Sicherheit um einiges freier lebte.
"Ich hatte immer damit gerechnet, dass du irgendwann nach London kommen würdest", erklärte ich schlicht. Meine Stimme blieb dabei ruhig und frei von jeglicher Wertung. Es war einfach eine Feststellung, nicht mehr und nicht weniger.
"Doch es wäre besser für dich gewesen, es nicht zu tun", sagte ich und blickte meinen Halbbruder nun direkt an. Es war keine Drohung, nicht im klassischen Sinne zumindest. Er hatte ein Treffen mit seinem großen Bruder gewollt und das sollte er bekommen. Vielleicht war es sogar die letzte Chance miteinander zu sprechen, ohne die Klingen dabei kreuzen zu müssen. 

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Reply Edited on 06/29/2017 08:48 PM.
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